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Händen. Unsere Soldaten schlugen sich, trotz der großen Schwierigkeiten, die zu überwinden waren, vorzüglich. Die Vertherdigung des Feindes war eine ener­gische. Unsere 90-Millimeter-Bcrtterien leisteten uns große Dienste."

London, 8. Februar. DerObserver" meldet, daß General Wolseley aus seine specielle Anfrage Seitens der Negierung dahin instruirt worden sei, daß der Feldzug, selbst für den Fall, daß Gordon nicht mehr am Leben fein sollte, bis zur Unterdrückung der Jnsurrection fortgesührt werden solle. Mor­gen findet ein Cabinetsrath statt.

Petersburg, 8. Februar. Zum Zw.'cke der theilwetsen Abänderung der bis- hertgeu kaiserlichen Hausordnung ordnet ein Ukas des Kaisers an den Senat an: 1) daß als Großfürsten. Großfürstinnen und kaiserliche Hoheiten die Söhne, Brüder, Töchter, Schwestern, sowie die Enkel, die vom Mannesstamme Herkommen, zu bi* trachten, vom Mannesstamme herkommenden Urenk-l der Kaiser aber als Hoheiten, Fürsten und Fürstinnen kaiserlichen Geblüts anzusehen seien; 2) daß unter der un­mittelbaren Oberaufsicht deS Kaisers eine Revision des Statuts der kaiserlichen Familie »om 5. April 1797 vorzunehmen sei, wozu die Einsetzuug einer Specialcommisston an­geordnet wird.

Der katholische Bischof von Wilna, Grinewetzky, ist in Dienstangelegenheiten hier angekommen.____________________________________________

Judas Maccabaus.

Oratorium von Georg Friedrich Händel.

III.

Der zweite Theil beginnt mit lautem Jubel, der Feind ist geschlagen; Fall ward sein Loos. daS Volk jauchzt und der EröffnungSchor in D-moli drückt die Siegesfreude aus, indem er fugenartig eine immer höhere Steigerung des Ausdrucks gewinnt. Ein einfaches Tenor Recitatio führt alsdann zu dem majestätischen Duett und Jubelchor: Zion hebt ihr Haupt empor." Darauf wird dem Helden von einer Israelitin Lob und Ruhm verheißen. Alles athmet Freude und H.ll, Heil Judäa, glücklich Land, dein Segen blüht in seiner Hand, singen die frohen, glücklichen Menschen. Der Sieger dankt, doch spricht er:Gott wm'S allein, nur ihm gebührt des Sieges Ruhm." Da plötzlich verdunkelt sich das klare, wonnige Bild, ein Bote dringt die Kunde, daß AntiochuS einen neuen Feind entsendet und wieder tritt ein tiefer Ernst in des Volkes Mitten. Hochdramatisch vergegenwärtigt uns der Componist die neuen Klagen:Du sinkst, ach armes Israel; doch Simon ermuntert die Bedrängten wieder und Judas ruft sie mit neuem Muth zum Kampfe auf. Markig ertönen die Kriegesklänge, das Feldgeschret und die Worte des Israeliten:Die ihr dem Ew'gen bient, vertilgt dcs Aberglaubens tobte Götzen." In der Tenor-Arie (F-dur)Falscher Weisheit Hirn­gespinste" finden wir das edelste Feuer der Begeisterung, mit der man dem Götzendienst ein Ziel setzen will und so steigert sich der Enthusiasmus bis zum Schluß des zweiten Theils, wo der großartige, von herrlichen Choralsätzen durchwebte Chor:Noch niemals beugten wir das Knie dem stummen Holz und tauben Stein. Wir opfern Gott und Gott allein!" einen tiefen Eindruck hinterläßt.

Im dritten Theil ertönt ein Opfergesang, der gleichsam als brünstiges Gebet zum Herrn emporsteigt, der Weihrauch strebt hinauf in die geteilte Luft, das gilt als gutes Zeichen und nochmals sendet eine Israelitin heiße B t:.n zu Gott:Dann tönt der Laute und Harfe Klang in deines Volkes Lobgesang, zu deinen Tempeln wallt es dann von Inbrunst voll und betet an." Ein Israelit eilt von Kaphar Salama herbei und bringt überschwenglich Glück. Das schreckliche Heer ist besiegt und der Sieger Judas Maccabäus naht-

Welch' eigner Zauber liegt in dem nun folgenden Chor, der erst von den Jünglingen (Damenstimmen) sanft angestimmt, dann von den Mädchen wirverholt und endlich vom ganzen Volke im höchsten Jubel ausgenommen wird:Sehr er kommt mit Preis gekrönt!" Ein Siegesmarsch (G-dur) beschließt den feierlichen Auftritt, dann erklingt ein freudevoller Lobgesang. Der Held nennt das Lied süß im Gegensatz zu dem Geräusch der Schlacht und fordert die Getreuen auf, den Tod eines gefallenen Helden zu feiern. Darauf schmettern die Trompeten, dem Sieger Kranz und Lohn weissagend.Fried' über Juda" spricht der von RomS Senat Entsendete, er bietet Schutz, wenn wieder die Völker sich empören. Eine Israelitin fordert die Jungfrauen, auf, >e8 Siegers Stirne zu bekränzen und ein wundersamer Friedensgesang tritt un3 in dem zart gehaltenen, sinnigen Duett (G-dur) entgegen. ES ist der wirkliche Lob­gesang der jauchzenden Natur, in den sich die Chöre der Cherubim und Seraphim mischen sollen mit ihrem himmlischen Hallelvjab, Amen!a

Lokale-.

Gießen, 9. Februar. Am Samstag Mittag wurden einem Bremser der Ober- hesstscheu Eisenbahnen auf Station Renzendorf bet dem Rangiren beide Beine ab­gefahren. Der Verunglückte ist bereits gestern Morgen seinen Verletzungen erlegen.

Vermischte-.

Halle, 7. Februar. Die vom Reichsgericht wegen des Niederwald-Attentats zum Tode verurtheilten Anarchisten Reinsdorfs und Küchler wurden heute früh 8 Uhr im Hofe der hiesigen Strafanstalt hiugerichtet. Der gleichfalls verurtheilte Rapsch ist zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt; e8 war demselben die be­zügliche Mtttheilung schon vorgestern Nachmittag gemacht worben. Rupsch erklärte hierbei, daß er auch mit dieser Entscheidung nicht zufrieden sei; er sei unschuldig ver- urtbeilt und verlange vollständig freigesprochen zu werden. Dem Akte der Hinrichtung wohnten etwa 80 geladene Personen, darunter zwei Reichsgertchtsrätbe, bei. Zuerst wurde die Execution an Reinsdorff vollzogen, welcher ein sehr freche« Verhalten zeigte. Noch kurz vorher hatte derselbe in der Zelle eine Cigarre geraucht und daS Lied: Stiefel, Du mußt sterben, bist noch so jung" gesungen. Geistlichen Beistand lehnte ReinSdorff ab. Als er schon vor dem Richtblock stand, stieß er den Ruf aus:Nieder mit der Barbarei, hoch lebe die Anarchie!« Küchler war niedergeschlagen; seine Augen

Allgemeine

Teuerverficherungsbank für Deutschland ru Gotha.

Bekanntmachung.

Rach dem Rechnungsabschluß der Bank für das Geschäftsjahr 1884 beträgt die in demselben erzielte Ersparniß:

75 Procent

der eingezahlten Prämien.

Die Banktheilhaber empfangen, nebst einem Exemplar des Abschlusses, ihren Dividenden-Antheil in Gemäßheit des zweiten Nachtrags zur Bankver­fassung der Regel nach beim nächsten Ablauf der Versicherung, beziehungsweise des Versicherungsjahres, durch Anrechnung auf die neue Prämie, in den in obigem Nachtrag bezeichneten Ausnahmesällen aber baar durch die unterzeichnete Agentur, bei welcher auch die ausführliche Nachweisung zum Rechnungsabschluß zur Einsicht für jeden Banktheilnehmer offen liegt.

Gießen, im Februar 1885.

Anton Kicke»',

924 __Agent der Feuerversicherungsbank f. D. zu Gotha.

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Rudolf Burg, Arnsburg.

umflorten Thräneu. Auch erschien er in Begleitung eine« Geistlichen. Der traurige Act verlief sonst sehr rasch und ohne bemerkenswerthes Vorkommmß

Halle, 7. Februar. Zur Ergänzung meiner Mittheilungen über die Hinrichtung der beiden Anarchisten Reinsoorff und Küchler theile ich Ihnen noch Folgendes vttt: Die Entschließung des Kaisers, in welcher ausgesprochen wird, daß er von dem Rechte der Begnadigung keinen Gebrauch zu machen gedenke, battrt vom 2. Februar d. I. Dieselbe war den beiden Delinquenten gestern Vormittag durch den Ersten Staats­anwalt am hiesigen königlichen Landgericht, Herrn v. MörS eröffnet worden. Die Hinrichtung wurde durch den gestern Vormittag mit mehreren Gehülfen hier einge­troffenen Scharfrichter Krauts aus Charlottenburg mittels Beiles vollzogen. Nach 3/48 Uhr nahmen die geladenen Personen, ca. 100 an der Zahl, Professoren, Militärs, Vertreter der städtischen Behörden rc., Zutritt, bald danach traf ein 25 Mann starkes Militärpicket ein. DaS Schaffst war in einem her inneren Höfe errichtet, in dessen Nahe sich der Tisch mit dem vorläufig noch verhüllten Richtbeil befand. Punkt 8 Uhr war alles zur Exeeutton bereit- Am Gerichtslisch erschien der Erste Staatsanwalt Herr v. MoerS in Begleitung seines Secretärs Herrn Blanckmburg. Aus dem Ge- fängniß trat zuerst, von zwei Gefängnißwärtern geführt, Reinsdorff heraus, dessen Auftreten doch nicht mehr so sicher wie bei den Proceßverhandlungen war. Fahle Blässe hatte sein Gesicht überzogen, den Beistand deS Geistlichen hatte er abgelehnt. Reinsdorff trat dicht an den Gerichtstisch und nunmehr las ihm Herr v. MoerS nochmals das Urtheil, sowie die schon erwähnte kaiserl. Cabinetsordre vor. Auf die Frage, ob er sich von der kaiserlichen Unterschrift überzeugt, verneigte sich ReinSdorff. Hierauf verkündete Herr v. Moers mtt lauter Stimme, daß er kraft her Ermächtigung des Ober-Reichsanwalts den Hochvcrräther Reinsdorff dem Scharfrichter zur Voll­streckung deS TodesurtheilS durch das Beil übergebe. In diesem Moment brach Reinsdorff in die Worte aus:Nieder mit der Barbarei! Es lebe die Anarchie!" Aber schon hatten ihn der Scharfrichter und seine Gehülfen gepackt nnd weitere Worte hervorzustoßen war ihm nunmehr unmöglich. Mit außerordentlicher Schnelligkeit waltete Krauts seines Amtes; ein Augenblick und der Gerechtigkeit war Genüge ge­schehen. Nur wenige Minuten waren von dem Austritt des Gerichteten aus dem Ge» sängniß bis zu feinem Tode verflossen. Mit derselben Schnelligkrit vollzog sich dann die Hinrichtung Küchler's, welcher vollständig gebrochen war und alles ruhig mit sich geschehen Ueß, ohne auch nur ein Wort zu äußern. Sträflinge brachten schnell die schwarzen Sarge herbei und nach kurzer Zeit waren alle Spuren der schrecklichen Arbeit verwischt, worauf sich die Anwesenden vom Schauplatz der Execution in tiefer Stille entfernten. Der ganze Act hatte 15 Minuten in Anspruch genommen. Sofort nach Beendigung des Actes erschien an den Anschlagsäulen eine Bekanntmachung, in welcher die vollzogene Vollstreckung des llrtheils dem Publikum mitgetheilt wurde. (F. Z.)

sVacante Stellen für Militäranwärter tm Bezirk beS 11. Armee - CorpS j Königl. Eisenbahn-Betriebsaml zu Altena, 15 Bremser, bezw. Aspiranten für dm Fahr­dienst, während der P.obezeit je 57 JL. 50 H diätarische Monatsremuneration, nach zufriedenstellendem Ablauf der Probezeit, bestandener Prüfung und Anstellung als etatmäßiger Bremser 690 JL JahreSgehalt und der tarifmäßige Wohnungsgeldzuschuß (60180 M b?zw. Dienstwohnung. Daselbst, Kassen- und Bureaudiener, während der Probezeit 75 JL diätarische Monatsremuneration, demnächst bei der etatsmäßigen Anstellung als Kassen- und Bureaudiener 900 JL Jahresgehalt und der tarifmäßige Wohnungsgeldzuschuß (60180 M, bezw. Dienstwohnung. Diez, Bürgermeister­amt, 365 JL pro Jahr. Wiesbaden, König!. Gymnasium, Pedell, 840 JL und freie Wohnung.

Verfälschte schwarze Seide. Man verbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinter­läßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. Verfälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen dieSchußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert) und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt mau die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nickt. Das Seiden-Fabrik- D6p5t von 6. Henneberg (Königl. Hoflieferant) in Zürich versendet gern Muster von seinen ächten Seidenstoffen an Jedermann, und liefert einzelne Roben und ganze Stücke zollfrei in's Haus, ohne Zollberechnung. Ein Brief nach der Schweiz kostet 20 H Porto- 022

Stuttgart, 3. Februar- (Allgemeiner deutscher Versicherungs- verein.) Im Monat Januar 1885 wurden 627 Schadenfälle angemelbet und zwar 460 äußere Verletzungen und 167 innerliche Erkrankungen- Von den Unfällen hatten 3 den sofortigen Tob und 46 eine gänzliche oder theilweise Invalidität der Verletzten zur Folge. Von den Mitgliedern der Sterbekasse starben im Monat Januar 23- Neu aufgenommen in den Verein wurden in diesem Monat 3567 Personen. Alle vor dem 1. November 1884 etngetretenen Schäden, incl. der Todes- und JlwalibitätS lalle sind biS auf die von 24 noch nicht genesenen Personen vollständig regulirk. 914

Handel und Berühr.

Grünbera, 7. Februar. (Fruchtpreise.) Weizen JL 17.60, Korn 16.20, Gerste JL 15.50, Hafer 14.00, Erbsen 17.60, Linsen JL 00.00, Lein JL 00.00, Samen JL 00.00, Kartoffeln 4.00, Wicken 0.00.

Frankfurt, 7. Februar. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner Heu v4L 2.753.30, Stroh JL 2.102.30, Eier das Hundert 6.509.40, Butter 1. Qualität JL 0.90, 2. Qualität 1.10, Kartoffeln per Centner J4 2.002.30,

Kohlrabi 3- 0 H pr- St-, Erbsen 100 Kg. 22.0030.00 JL, Rothkraut pr. St. 1220 H, Huhn^L 1.502.00, 1 Ente JL 2.003.50, 1 Taube 4060 H, Hahn 1.902.50, Gans 610.00, Welsche JL 5.00-10.00-

Kirchliche Anzeigen der evsngei. Gemeinde.

Heute, Montag, Abend 8 Uhr, Bibelstunde in der Kleinkinderschule, Brief Pauli an die Philipper, Kap. 1. Pfarrer Dr. Naumann-

r Anzeiger.

Alice-Berein in Gießen.

Der HL Vortrag findet nicht heute Dienstag, sondern wegen der an diesem Tage stattfindenden Hauptprobe des Concertvereins erst 916

Freitag den 20- Februar, Abends 7 Uhr,

statt.Der Vorstand.

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