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heS Derfloffenen Jahre« bescheerte dner Familie hierseldst ein muntere« Zwillingspaar, im RrD'Hir.fl?paar und gerade noch boju am IahreSschluh ist wohl schon an unb für fid» ein selt ner Fall DaS Merkwürdige aber bet der Cache ist, daß baS hiesige CtanbeScmt bereue im Februar beffelben Jahre« tn seine Register btt Geburt von Triflinam in ein unb berfelbm Familie ernzutragen hatte. Heute Morgen ertönte ba« Xtunflanol be« hirstgen Tbü.mer- In der .Hoffnung^ stanb ba« LiboriuS'sche aob6 tn Stammen; auch noch zwei Nachbargedäube mürben von ber FeuerSbrunst er« griffen. Bei gön-lichtr Windstille gelang e« tnbcß unterer gut geschulten Feuerwehr, be« Elementes Herr gu werben. (LgSpst.)

Gingejandt.

Gieße«, 7. Januar. Hochgeehrter Herr Rebactem!

ES ist zwar nicht Sitte, daß der Schauspieler auf eine Kritik eine Replik folgen läßt. Dennoch würben Sie mich sehr verbinden, wenn Sie diese Zeilen al« »Ein» gefeit f m Ihr geschützte« Blatt ausmhmen würden.

B Ich weiß wohl, daß eS für einen jungen Schauspieler, ber eine nur kurze

Rübnenprcr « hinter sich hat, eine Riesenaufgabe ist. an eine Verkörperung beS .Fausts m gehen. Ob ich nun - wie Ihr ^schätztet: Recensent bemerkt - im Anfänge ba« Mtitiße getrosten habe oder n'cht, muß ich ber individuellen Auffassung jede« einzelnen RuschauerS üoerlasten- _ _ , .__

Verwahren muß ich mich dagegen gegen den «orwurf ich wäre in einen -nichtssagenden" Conversat or.Ston verfallei. M.in ehrliches Streben, eine Gestalt wahr lebensvoll zu oerkö pern, führt mich dahin, ste möglichst realistisch zu halten, unb aerobe Gestalten, bei benen, wie im vorliegenben Falle, bte Idee, ble ste persont. fldren sollen bte LharakterZeichnung oerbuntclt, müffen möglichst einfach ohne »atbet'sche Dtclamalton - die allerbingS den Zuschauer viel leichter blmbet gehalten werben Von biesem, von Rötscher ausgestellten Principe b n ich bei ber Anlage ber Rolle auSgegangen. ES ist allerbingS viel leichter, ben Faust zu beclamtren al« tbn nilr, Nachficht be« Publikum« eingerechnet, gelungen ist ober nicht,

mögen Ärltf unb Zuschauer beurtheilen, eine« aber kann mir Niemanb absprechen mdn ehrliches Streben _ , ..

Genehmigen Sie ble Versicherung meiner vorzüglichsten Hochachtung

Ihr ergebener

Alfred Halm.

Unser Referent bemerkt zu Vorstehendem:

Gieße«, 7. Januar.

Herr Halm versichert un3, daß er mH redl'chem Streben an die Ausgabe de« Faust gegangen ist. Ich glaube diesem AuSspruch gerne und bade noch nie an seinem

Fleiß gezweifelt; roo« nützen ober Streben unb Fleiß, wenn theil« durch Jugend, theil« durch zu schnelle E nstudirung bte richtige Austastung fehlt Herr H. hat meine Kritik total mißverstanden, benn ein beclamtrenber Faust ist mir noch mehr zuwider, al« de tm ConversalionSton redender Den Mittelweg einhalten he'ßt bei dieser Partie bei Charakter zeichnen, daS Feuer der Liebe nicht zu jugendlich, sondern echt männlich und vor allen Dingen nicht diese« Herabfallen zu einem LustspielconversattonSton, ben ich tn meiner Kritik alS nichtSsagenb bezeichnete. daS hot Rötscher tn seinem aufgestellte« Principe, auf welches sich Herr H. beruft, nicht gewollt. Ich weiß recht gut, wo« e« heißt, einen Faust richtig barzustellen unb kann meine Urtheile vollständig vertrete« unb ich glaube auch, daß Herr Halm noch vieles an seinem Faust verbessern unb meine gutgemeinte Rüge beherzigen wirb.e

Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.

Soangelische Gemeinde.

Gottesdienst.

1. Sonntag nach Epiphanias, 11- Januar. Landes-Missionsseft.

Vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Dingcldey. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlosser.

Nach beiden Gottesdiensten Kollekte für die Heidenmission

Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser.

Montag, den 12. Januar, Abends 8 Uhr Bibelstunde in der Kleinkinderschule, Apostelgesch. Kap. 24. Pfarrer Dr. Naumann.

Am Sonntag den 18. Januar, wird Beichte und Abendmahl im Abend» gottesdienst gehalten werden.

Die für die Armen unserer Gemeinde erhobene Kirchenkollekte betrug am 2. Wcihnachtsfeiertag 51 JL 15 H, und am Neujahrstage 16 JL 60

Für den Kirchenbaufonds gingen im Oktober, November u. Dezember 1884 aus den Opferbüchsen in ber Kirche weiter ein: 30 46 H. Gesammtbetrag jetzt

6087 JL 43 vY

Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 11. bis 17. Januar besorgt Pfarrer Dingeldey.

Gottesdienst in der Aynagoge.

Freitag Abend 4,s Uhr, Samstag Morgen 830 Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr, Samstag Abend 515 Uhr-

GbtthkWe Eisenbahnen.

Vom 10. d- Mts. ab treten birecte Frachtsätze des Spezial-Tarifs l. bezw. A2 jwischen Stockheim und Altshausen, Böb­lingen, Heilbronn und Stuttgart in Kraft.

Nähere Auskunft ertheilen die genannten Stationen. _ 229

Gießen, den 7. Januar 1885.

Grotzherzogliche Direktion.

Koxkursvcrfahrcn.

lieber das Vennögen des Gast- hosbesitzers Wilhelm Tvenzel im Garten zu Gießen wird heute am achten Januar 1885, Vormittags neun Uhr, das Konkursverfahren er­öffnet.

Der Bankvorsteher von Jungenfeld zu Gießen wird zum provisorischen Konkursverwalter ernannt.

Konkursforderungen sind bis zum 7. Februar 1885 bei den: Gerichte anzumelden.

Es wird zur Beschlußfasiung über die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerauö- schuffeS und eintretenden Falls über die in §120 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände auf

Freitag den 6. Februar 1885, Vormittags 9 Uhr und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf

Montag den 16. Februar 1885, Vormittags 9 Uhr

vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt.

willen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur KonkurSmasie etwas schllldig sind, wird ausgegeben, nichts an den Getneinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitz der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Be­friedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 7. Februar 1885 Anzeige zu machen.

Auf Antrag Gemeinschuldners soll nach dem Prüfungstermine auch über Vergleichspropositionen verhandelt wer­den.

Gießen, den 8. Januar 1885.

Das Großherzogliche Amtsgericht, gez.: Müller.

Veröffentlicht:

Neidhart, 227 Gerichtsschreiber.

Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

In dem Konkurse über das Ver­mögen des Gasthofbesitzers Wilhelm Wenzel tm Garten zu Gießen wird zur Beschlußfassung über die in § 120 der K.-O. vorgesehenen Ange­legenheiten Termin für die erste Gläubigerversammlung ausgeschrieben auf

Montag d. IS. Januar 1885, Vormittags 9 Uhr.

Gießen, den 8. Januar 1885. Großherzogliches Amtsgericht Gießen.

gez.: Müller.

Veröffentlicht:

N e i d h a r 1, 228

Gerichtsschreiber.

Submission.

Die zur Restaurirung der Kirche zuAlten-Buseck erforderlichen Ar­beiten sollen im Wege schriftlicher Sub­

mission vergeben werden:

veranschl. zu

1. Planirarbeiten 55, JL

2. Maurerarbeiten 393,

3. Zimmerarbeiten 126,50

4. Schlofferarbeiten 126,50

5. Dachdeckerarbeiten 400,

6. Schreinerarbeiten 1776,40

7. Glaserarbetten 36,80

8. Weißbinderarbeiten 743,30

Zeichnungen, Voranschlag und Beding­ungen sind aus der dortigen Pfarrei einzusehen, woselbst auch die Offerten verschlossen mit entsprechender Auf­schrift bis zum 20. Januar, Rach- nnttags 2 Uhr, einzureichen sind. Die Eröffnung findet sodann auf dem dor­tigen Gemeindehause statt.

Im Auftrage des evangel. Kirchen­vorstandes zu Alten-Buseck Gießen, am 8. Januar 1885.

Senßfelder,

221

Bez-Bauausseher.

Samstag den 10. d. Mts.,

Nachmittags 2 Uhr, in ber Bramm'fchen Hofraithe (Neustadt) dahier werden gegen Baarzahlung ver­steigert :

1 Garnitur Polstermöbel, einige Kom­moden, Spiegel, 1 Regulateur, sodann

4 Mille Cigarren, ein Kleiderschrank, 2 Küchenschränke, 1 Sopho rc.

Gießen, den T. Januar 1885.

Engel, 202 Gr. Gerichtsvollzieher.

205 Frische süße Butter, das Pfund

80 Pfennige. Neustadt 51.

Bekanntmachung.

Zum Firmen-Register des unter­zeichneten Gerichts wurden heute fol­gende Einträge vollzogen:

1. Georg Schuchard dahier ist am 1. d. Mts. in das von seinem Bruder Wilhelm Schuchard daselbst unter der Firma W. Schuchard betrieben werdende Geschäft als Theilhaber einge­treten ; beide Inhaber, aus welche Activen und Passiven des Ge­schäfts übergegangen, führen das­selbe vom 1. d. Mts. ab in offener Handelsgesellschaft unter der seitherigen Firma fort. Der Ehefrau des Wilhelm Schuchard, Charlotte, geb. Wörner, ist Prokura verliehen.

2. Das von dem verstorbenen Sieg­mund Bock dahier unter der Firma S. Bock dc Cie. betriebene Fabrikgeschäft ist von der Wittwe des Inhabers mit allen Activen und Passiven übernommen wor­den ; ihren Söhnen Gustav und Alfred Bock hat sie Prokura ertheilt;

3. Das von der Wittwe des Wil­helm Zurbuch dahier unter der Firma Wllhelm Zurbuch be­triebene Handels- und Fabrikge- schäst ist auf die Söhne Wil­helm und Adolf Zurbuch dahier, und zwar mit Rückwir­kung vom 1. October 1884 an mit allen Activen und Passiven dergestalt übergegangen, daß das Geschäft von da ab von Wilhelm und Adolf Zurbuch in offener Handelsgesellschaft unter ver- statteter Beibehaltung der bis­herigen Firma weiter betrieben wird.

4. Die Firma Georg Kahn da­hier wurde gelöscht.

Gießen, den 6. Januar 1885.

Großherzogliches Amtsgericht Gießen. Müller. 213

Montug den 12. Januar, Nachmittags 2 Uhr, 232 werben Restauration Schneider, Selters­weg 35, Eingang Nebengäßchen, 2. Stock, eine Parthie sehr guter feiner Herren- kleider als Winterüberzieher, Röcke, Hosen, Westen, Unterkleider, sowie Hemden, Strümpfe, Stiefel, Reisedecken, Reise- und Handkoffer u. dgl. versteigert.

F. Hofmann, Ortsgerichtsmann.

In der Privatklagesache des Heinrich Kreiling III. von Wiefeck vertreten durch Herrn

R.-A. Hirschhorn Privatklägers gegen

den Philipp Kolb II. daselbst vertreten durch Herrn R-A. Dr.

Dittmar Angeklagten wegen Beleidigung, hat das Gr. Schöffengericht zu Gießen am 22. December 1884 für Recht erkannt:

I. Angeklagter wird wegen Beleidi­gung zu einer Geldstrafe von fünfundzwanzig Mark eventuell fünf Tagen Gefängniß und in die Kosten, einschließlich der dem Privatkläger erwachsenen noth- wendigen Auslagen verurtheilt.

II. Dem Privatkläger wird die Be- fugniß zugesprochen, den entschei­denden Theil des Urtheils inner­halb 8 Tagen, von Zustellung einer Abschrift an gerechnet, aus Kosten des Angeklagten imGie­ßener Anzeiger" zu veröffentlichen.

Die Richtigkeit der Abschrift der Urtheilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urtheils be­scheinigt.

Gießen, den 2. Januar 1885. Neidhart,

Gerichtsschreiber des Großherzoglichen Amtsgerichts. 230

Holzversteigerung

in der

Bbersörsterei Brandoderndors.

Montag den 19. Januar 1883, Vormittags 10 Uhr, werden in dem fiscalischen Wald- districte Sankhardsheck 48d i Allwiese) des Schutzbezirks Grävenwiesbach un­weit Hasselborn versteigert:

432 Fichtenftämme von 200 im (darunter Stämme von 1,5 im und 27 m Länge),

442 Stangen I.Hl. Cl.

Brandoderndors, 6. Januar 1885. Der Königliche Oberförster

Bender. 249

Eine Parthie trockene Speichen und Felgen sind preiswürdig ab-«- geben bei

Caspar Jung, I 169 Kleinlinden.