Belgrad, 7. December. Kheoenhüller ist in der Nacht auf Sonntag von Wien zurückgekehrt und begibt sich alsbald nach Nisch, eventuell nach Pirot. Derselbe hat dem Vernehmen nach Instructionen zur Friedensvermittelung.
Konstantinopel, 7. December. Der Erbprinz von Hohenzollern ist hier ««getroffen.
— Lebib Effendi ist gestern aus Philippopel in Adrianopel angekommen.
Universität- ° Chronik.
— Wegen Nichtbelegens von Collegien sind in diesem Semester durch Beschluß des Rectors und Senats 21 Studenten im Album der Universität Berlin gelöscht -worden, darunter befinden sich 18 Angehörige der philosophischen Fakultät, je 2 Medi- cmer und Juristen und 1 Theologe.
— Die Stadl Utrecht rüstet sich, das 200jährige Bestehen ihrer Universität zu feiern. Um dem Ereignisse eine bleibende Erinnerung zu sichern, ist die Errichtung neuer akademischer Localitäten beschlossen worden. Der Kostenanschlag beträgt 350,000 Francs, wovon die Stadt als Zuschuß 250,000 Frcs. zahlen will.
Heidelberg, 6. December. Stach dem soeben erschienenen Adreßbuch der hiesigen Universität wird dieselbe in diesem Wintersemester von 745 immatrikulirten Studenten besucht, wozu noch 114 Personen reiferen Alters kommen. 338 find Badener, 521 Nichlbadener, darunter 165 Preußen (auch 34 Russen und Polen, 1 Rumäne, 2 Türken, 7 Bulgaren und 21 Amerikaner). Den Fakultäten nach sind jene 745 Jm- matrikulirte 62 Theologen, 173 Juristen, 62 Mediciner, 117 der philosophischen Fakultät Angehörige. Sofort nach Ostern sollen im nächsten Semester die Vorlesungen beginnen. Das Universitäts-Jubiläum soll am 2. August n. I. seinen Anfang nehmen.
Vermischtes.
Gießen, 4. December. Der Zusatz von Stärkemehl zur Fleischwurst ist hinsichtlich seiner Wirkungen im Gießener chemischen Universitäts-Laboratorium eingehender untersucht worden anläßlich einer Strafsache gegen zwei Metzger zu Gießen. DieVer- suchsergebnisse sind neuerdings von Prof. Dr. Alex. Naumann und Assistent Dr. Julius Lang in der „Chemiker-Zeitung" veröffentlicht worden. Zur Aufklärung weiterer Kreise entnehmen wir denselben die allgemeinen Schlußfolgerungen, damit die Eonsumenten ihre Schädigung bemessen mögen, wenn sie für stärkemehlhaltige Fleischwurst den gleichen Preis zahlen, wie für Wurst, welche aus reinem Fleischfüllsel nur unter Zusatz von Gewürzen bereitet worden ist. Eine Wurst mit nur 3 bis 5 Procent Stärkemehl erhält beim Kochen schon 10 bis 25 Procent ihres ursprünglichen Gesammt- aewichts an Wasser mehr zurück als reine Fleischwurst. Durch das gebräuchliche Einarbeiten von Wasser vergrößert sich dieser Betrag bei gleichem Stärkemehlgehalte noch bedeutend, pudern giebt die mit Stärkemehl versetzte Wurst beim Kochen um einige Procente mehr Fett ab, wird also fettarmer als die aus reinem gewürzten Fleischfüllsel bereitete. Zwar bieten die mit Stärkemehl versetzten Würste nach dem Kochen ein schöneres Aussehen, sind nicht eingeschrumpft, sondern drall und von glatter Schnittfläche; aber durch den Zusatz von Stärkemehl und den dadurch bedingten Wassergehalt verderben dieselben leichter, schimmeln und säuren rascher.
Das Gewicht der gekochten fertigen Wurst wird also nach vorherigem Zusatz von Stärkemehl bedeutend vermehrt durch Zurückhalten größerer Wassermengen, während gleichzeitig die stärkemchlhaltige Wurst beim Kochen etwas mehr Fett verliert als die reine Wurst. Sonach besteht der Gewinn der Wurstfabrikanten und die Benachtheiligung der Consumenten zum allergeringsten Theile in der Menge des zugesetzten minder- werthigen Stärkemehls an sich, sondern vorwiegend in den großen Wassermengen, welche die Wurst in Folge des Stärkemehlzusatzes bindet.
Wiesbaden, 4. December. Welch gefährlicher Verbrecher der am 26. v. M. aus dem Zuchthaus zu Diez in Gemeinschaft mit noch zwei Strafgefangenen entwichene Schlosser Georg Braun aus Pfaffendorf bei Coblenz ist, dürste daraus hervorgehen, daß derselbe laut dem von der Strafanstalts - Direction erlassenen Steckbrief wegen schwerer Diebstähle im Ganzen zu 30 Jahren — sage dreißig Jahren Zuchthaus — oerurtheilt ist. Der Entflohene dürfte unter bei} aus *Zeit Verurteilten wohl in Deutschland kaum einen Eoncurrenten haben. Hoffentlich gelingt es recht bald, den gemeingefährlichen Burschen wieder dingfest zu machen; bis jetzt scheint man seiner noch nicht habhaft geworden zu fein.
— Man schreibt aus Westfalen: In ganz Deutschland gibt es wohl keine zweite Stadt, die sich ihren Lehrern gleich dankbar erweist, als unser westfälisches Düren. Vor zwei Jahren feierte dort der Rector Benrath sein goldenes Dienst- jubiläunv dabei empfing er unter anderen Geschenken von ehemaligen Schülern eine Geldsumme von 24,000 X. Kürzlich beging der dort wirkende Lehrer Haberfelder sein 25jähriges Amtsjubiläum und außer einer städtischerseits bewilligten Gehaltszulage wurden demselben von dankbaren Schülern und Schülerinnen 15,000 X als -Ärengabe überreicht. ,
— Bei einem Pistolenduell, das vor einigen Tagen zwischen zwei Studen en her Leipziger Universität in Lindenthal stattfand, erhielt der eine Duellant einen Schuß in den Unterleib. An dem Aufkommen des Unglücklichen, so schreibt man, wird gezweifelt.
London, 3. December. Eine gräßliche Scene spielte sich kürzlich innerhalb der Gefängnißmauern in Norwich ab, wo ein Mann Namens Robert Goodale wegen Ermordung seiner Ehefrau durch den Strang hingerichtet wurde. Als nämlich alles seinen vorschriftsmäßigen Verlauf genommen hatte und der Verurteilte mit den von ihm ausgestoßenen Worten „Guter Gott, empfange meine Seele" durch das Oeffnen der Fallthüre der Ewigkeit überliefert worden war, wurden die Umstehenden von einem Schrecken ergriffen, als der leere Strick aus der Tiefe zurückschnellte. Beim Hinunterblicken gewahrte man, daß Kopf und Rumpf des Hingerichteten abgesondert lagen. Goodale wog 15 Stein (180 Pfund) und hatte einen Fall von 6 Fuß und die Gewalt des Sturzes hatte die Trennung des Kopses vom Rumpfe xur Folge.
— [2>ie tanzende Eierschale.) Eine Eierschale (man nimmt dazu am besten die Schale vom dicken Ende des Eies, indem man von oer halben Eierschale noch einen l—li/t Em. breiten Rand entfernt) auf einem Tellerrande tanzen zu lassen, gelingt sehr leicht, wenn man letzteren naß macht. Legt man dann die Schale auf den Rand
des Tellers und neigt diesen, indem man ihn auf die flache Hand nimmt, ein wenig
zur Seite, so beginnt die Eierschale sich um sich selbst zu drehen und gleichzeitig auf
dem Tellerrande nach dem tiefsten Punkte hin zu laufen. Aendert man die Bewegung
her Schale entsprechend fortwährend der Neigung des Tellers, so kann man bei einiger Hebung leicht erreichen, daß die Eierschale rund um den Teller herumläuft oder daß sie umkehrt und die entgegengesetzte Richtung einschlägt.
— Die Volkszählung hat in Berlin einen Ehemann von ungewöhnlicher Vielseitigkeit an den Tag gebracht. Er hatte in der Rubrik „Familienstand" die drei Worte „verheirathet", „verwittwet" und „geschieden" sämmtlich unterstrichen und erklärte dem fassungslosen Zähler: „Das ist doch ganz richtig; eine Frau hatte ich, von her bin ich geschieden; die zweite ist mir vor anderthalb Jahren gestorben und nun versuche ich es mit der Dritten."
— (Vacante Stellen für Militäranwärter im Bezirke des 11. Armee-Corps.) Stationsort wird bei der Einberufung bestimmt. Könlgl. Eisenbahn-Betriebsamt Altena, Schaffnerdiätar, bezw. Aspirant für den Fahrdienst, auf eimnonatliche Kündigung, später Anstellung auf Lebenszeit, während der Probezeit 60 X, nach befriedigend bestandener Prüfung 65 X Monatsbesoldung, bei der Anstellung als etatsmäßiger Schaffner 780 X Jahresgehalt und der tarifmäßige Wohnungsgeldzuschuß (60 bis 180 X jährlich), bezw. Dienstwohnung. — Mainz, König!. Garnisonverwaltung, etatmäßiger Kasernenwärter, auf sechswöchentliche Kündigung, 600 X jährlich, Deputate an Feuerungs- und Erleuchtungsmaterialien, sowie freie Wohnung. — Rothenburg (Fulda), etabtratb, zweiter Stadtdiener und Ausrufer, auf Kündigung, 510 X Gehalt und etwa 90 X Ausrufgebühr, eine bürgerliche Holzportion im Werthe von 9 x und alle zwei Jahre neue Dienstuniform. — Wehlheiden, Königl. Strafanstalt, Aufseher, zunächst auf dreimonatliche Kündigung, nach fünfjähriger tadelloser Dienstzeit auf Lebenszeit, 900 X Gehalt und freie Dienstwohnung nebst Garten und Ackerland.
— Ein Mann aus der Gegend von Solingen hält einen Jagdhund, der seit lange nur den einen großen Fehler hatte, daß er auf beiden Augen erblindet war. Der Eigenthümer hegte deßhalb den lebhaften Wunsch, das Thier von seinem Hebel befreit zu sehen. Die Möglichkeit einer Operation war nicht ausgeslxzossen, denn er
wußte, die Blindheit war eine Folge des grauen Staares und von diesem waren seines Wissens viele Menschen durch eine Operation glücklich befreit worden. Er zögerte nur, einem Arzte anzusinnen, daß er fein Können an einem Thiere versuche. Die Anhänglichkeit an den Hund ließ ihn jedoch feine Scheu überwinden und ein dortiger Arzt erklärte sich zur Operation bereit, ohne irgend ein Honorar zu beanspruchen. Der Erfolg war ein vollständiger. Heule, wenige Tage nachher, tummelt sich Bello mit feinen „Collegen" auf der Gasse herum, als ob er immer sehend gewesen wäre.
Theater.
Gießen, 8. December 1885.
Soeben wird uns beFannt, daß Frau Charlotte Lange ihre Mittwirkung bet dem am Mittwoch den 9. d. M. stattsindenden Benefice des Fräulein Schlüter zu- gesagt hat. Wir können Fräulein Schlüter zu dieser Mitwirkung bestens gratuliren, denn Frau Charlotte Lange hat noch stets hier volle Häuser erzielt und wird dieselben stets füllen, da sie der erklärte Liebling uiiseres Publikums ist.
Literarisches.
— Eine liebenswürdige Heberraschung hat das Weltblatt „Utter Land rind Meer" (Deutsche Verlags-Anstalt, vormals Ed. Hallberger, Stuttgart) seinen Abonnenten und allen Freunden der schönen Literatur bereitet. Es tritt mit einer in sich abgeschlossenen Weihnachts-Nummer hervor, deren Ausstattung nach jeder Richtung hin muftergiltig genannt werden darf. Das im Einzelverkauf für 50 H zu beziehende Folio-Heft in characteristifchem Separat-llmschlag, zu welchem diese Stummer ausgestattet ist, enthält fünf vollständige Novellen und Erzählungen anziehendster Art, ein weihevolles Gedicht von Karl Gerok: „Einsiedlers Christnacht", sowie eine Reihe kleinerer Aufsätze — das alles verschönt durch zahlreiche, elegant und malerisch ausgeführte Holzschnitte nach geistvollen Originalzeichnungen hervorragender Künstler. Damit nicht genug, bietet diese Weihnachts-Nummer noch als Extrabeilagen zwei Kunstblätter in leuchtendem Farbendruck und ein melodiöses Lied für Gesang und Pianoforte von Georg Goltermann, dem namentlich im Bereiche der Hausmusik allbeliebten Tondichter. Das Ganze muß als eine künstlerisch vollendete Weihnachtsspende, ein Fünfzigpfennig - Geschenk edelster und vornehmster Art bezeichnet werden.
Handel und WeErhr.
VII.
Gießen, 4. December. Heber die Cigarren- und Rauchtabakfabrikation int Handelskammerbezirk Gießen berichtet der Jahresbericht:
Auf dem Gebiete der Cigarrenindustrie hat sich während der beiden Berichtsjahre eine geschäftliche Besserung nicht vollzogen. Die bestehende starke Heberproduction machte vielmehr ihren nachtheiligen Einfluß in steigendem Maße geltend und verschärfte den Concurrenzkampf in einer Weise, daß für die Betheiligten von einem Geschäftsgewinn kaum noch die Rede fein konnte. Hiner diesen Umständen ist man vielfach geneigt, dem feit Mai 1884 in Kraft getretenen Gesetz „Die Regelung der Rückvergütung betreffend" eine erhöhte Bedeutung beizumessen, indem man sich davon das Wiederaufleben des Exportgeschäftes und eine daraus resultirende günstige Rückwirkung auf die Gesammtlage unserer Industrie verspricht. Inwieweit sich derartige Erwartungen erfüllen werden, bleibt abzuwarten; immerhin aber dürfte es gut fein, sich zu vergegenwärtigen, daß es eine äußerst schwierige und nur mit großen Opfern zu lösende Aufgabe sein wird, das für unfern Export, wegen nicht rechtzeitiger Regelung der Rückvergütung, verloren gegangene Absatzfeld wieder zu gewinnen. Zu Unternehmungen dieser Art gehört vor allen Dingen Vertrauen in die Stabilität der einschlagenden Verhältnisse; dasselbe muß jedoch unseren Industriellen fehlen, so lange man an berufener Stelle einer ruhigen Entwicklung der Industrie thatfächlich entgegen zu arbeiten scheint.
Gegenüber den weitgehenden Ansprüchen auf Verlängerung der Creditfristen, welche man zur Zeit an die Tabakindustriellen stellt und von diesen mit Rücksicht auf die mißliche Geschäftslage nicht abgewiesen werden können, würde die Gewährung eines mindestens 6monatlichen Zollcredits, wie ihn beispielsweise die Zuckerindustrie genießt, als dringend gebotene Erleichterung empfunden werden.
Es möge hier noch eine thatsächliche Bemerkung Platz finden, daß nämlich Be- raubungen von Cigarren-Sendungen während des Bahntransportes immer noch ftatt- finben und es nothwendig machen, daß hiergegen verschärfte Control-Maßregeln seitens der Bahnverwaltungen angeordnet werden. — Als geeignet zu diesem Zweck möchte es sich empfehlen, die Güter-Expeditionen zu verpflichten, „Cigarren-Senoungen vor der Auslieferung nachwiegen und bei Constatirung etwaigen Mindergewichts den Empfänger davon benachrichtigen zu lassen."
In Bezug auf das Steuerwesen werden uns aus den Kreisen der Cigarren- industriellen folgende Desiderien mitgetheilt:
„Wenn auch gesetzlich, so doch unbillig und der Abänderung bedürftig erscheint es, daß der Bauwerth von Fabrikgebäuden als Unterlage für die Einschätzung zur Grundsteuer dient. Dieser Modus hat einerseits zur Folge, daß Fabrikgebäude in massiver Bauart höher eingeschätzt werden, als Privat- uno Geschäftshäuser von gleichen Größenverhältnissen aber ungleich höherem Werth, und involvirt andererseits eine Bevorzugung des flachen Landes, infefern dort zu Fabrikzwecken Fachbauten erlaubt sind, während man in der Stadt zur Anlage massiver Bauten gezwungen ist.
Ein weiterer Mißstand in steuerlicher Beziehung, dessen Beseitigung ein Gebot der Gerechtigkeit, berührt diejenigen hiesigen Fabrikanten, welche auf dem benachbarten preußischen Gebiete Filial-Fabriken haben. Dieselben werden dort zur vollen, ihrem Betriebe resp. Einkommen entsprechenden Communalsteuer herangezogen, müssen aber gleichzeitig auch hier von demselben Einkommen die daraus entfallende Quote Gemeindesteuer tragen; demnach eine Doppelbesteuerung in bester Form."
In einem weiteren Berichte eines hiesigen Cigarrenindustriellen wird über einen verminderten Absatz in den geringeren Qualitäten (hauptsächlich 3-Pfennig-Cigarren) geklagt, und die Minderung des Consums (hauptsächlich) darauf zurückgeführt, daß die Kaufkraft der arbeitenden Klassen sich wesentlich reducirt habe.
Was die Rauchtabakfabrikation anlangt, so wurde schon in dem letzten Jahresbericht darauf hingewiesen, daß sich der Verbrauch von Pfeifentabaken in Folge des im Juli 1879 eingetretenen höheren Zolles auf ausländische Tabake und der gleichzeitig eingeführten höheren Steuer auf das inländische Gewächs, vermindert habe, da viele Raucher, deren Einnahmen eine Mehrausgabe für das durch die erwähnten Mehrbelastungen vertheuerte Fabrikat nicht gestatteten, theilweise den Consum von Tabak einschränkten, anderntheils zu geringeren Qualitäten übergingen.
Diese ungünstigen Verhältnisse dauern heute noch fort. Das Geschäft ist dadurch ein gedrücktes und, da der Minderverbrauch hauptsächlich die besseren und Mittelsorten trifft, ein wenig lohnendes.
Gießen, 8. December. Auf - dem heutigen Markt kostete" Butter per Pfund X 1.10—1.12, Hühnereier per Stck. 7—8 Enteneier St. 0—0 Käse pr. St. 5—7 Käsematte 3—0 X Erbsen pr. Liter 20 H, Linsen 28 Tauben per Paar 0,50 bis 0,65 H. Hühner per Stück X 0 90—1.40, Hahnen pr. Stück X 1.00—1.70, Enten per Stück X 1.50—2.00, Ochsenfleisch per Pfund 62—64 H, Kuh- und Rindfleisch 54—56 H, Schweinefleisch 50—60 H, Hammelfleisch 50—62 X Kalbfleisch 48—50 X Kartoffeln per 100 Kilo X 3.00—3.20, Milch per Liter 12—18 X Zwiebeln per Centner X 5.00-0.00. Weißkraut pr. St. 4-6 H.
Herborn (an der Köln-Gießener Eisenbahn), 7. Decbr. Aus den heutigen hiesigen Markt wurden gebracht: 588 Stück Rindvieh und 332 Stück Schweine. Der diesjährige Weihnachtsmarkt wird am Dienstag den 22. d. Mts. und der Neujahrsmarkt am Dienstag den 29. d. Mts. abgehalten.
Auf die 12 diesjährigen Jahrmärkte waren nach osficieller Zahlung aufgetrieben: 7934 Stück Rindvieb und 8871 Stück Schweine.
Das Vorkommen von Viehseuchen im Groscherzogthum Hessen
während des Monats October 1885.
Rotzkrankheit: In Gießen steht noch ein Pferd unter polizeilicher Beobachtung , welches früher der Ansteckung ausgesetzt gewesen ist, bann auch eine Zeit lang verdächtige Erscheinungen gezeigt hat, dermalen jedoch wieder vollkommen gesund erscheint.


