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Mx. 261 Drittes Blatt Sonntag den 8. November
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
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Amtlicher Hheil.
Betreffend: Drainirung in den Fluren VIII. und IX. der Gemarkung Hungen.
B e k a n n L m a ch n n g.
Auf Antrag des Großh. Bürgermeisters und des Gemeinderaths von Hungen werden auf Grund des Gesetzes vom 2. Januar 1858, die Entwässerung der Grundstücke betr. (Regierungsblatt von 1858, S. 33), zwei Pläne über die Entwässerung von Grundstücken in den Fluren VIII. und IX. der Gemarkung Hungen sammt den zugehörigen Anlagen (Verzeichniß der Betheiligten mit Kostenüberschlag und näherer Darlegung des Unternehmens) vier Wochen lang, nämlich vom 18. November diS 16 December L I., auf dem Bureau der Großh. Bürgermeisterei Hungen offengelegt.
Die Abstimmung über die Ausführung der Vläne soll
Freitag, den 18. December I. I., Vormittag- von 10 bis 12 Uhr,
auf dem Rathhause zu Hungen stattfinden. ,.P , m .r. x r ». ™ . x.
Stimmberechtigt sind Diejenigen, welche im Grundbuch und in dem offengelegten Namenverzeichnisse der Betheiligten als Ergenthumer der m Betracht kommenden Grundstücke eingetragen sind, oder deren Erben. Etwaige Berichtigungen des Grundbuchs und der Liste der Stimmberechtigten müssen daher noch
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vor dem Termin bewirkt werden. ( , c rr . r . c m .
Alle Diejenigen, welche glauben, daß ihnen durch die Ausführung des Unternehmens ein Schaden entstehe, oder welche es vorziehen, daß ihre Grundstücke ganz oder zu dem zur Ausführung der Entwässerung erforderlichen Theile abgetreten werden, oder welche, ohne im Plane und in der Liste der Stimmberechtigten aufgeführt zu sein, sich dem Unternehmen noch anschließen möchten, kurz Alle, welche zur Sache etwas vorzubringen haben, können ihre Erklärungen während der angegebenen vierwöchentlichen Frist durch schriftlichen Vortrag bei uns einreichen, müssen solche aber spätestens in dem festgesetzten Termine bet Meldung späterer Nichtberücksichtigung schriftlich oder mündlich abgeben. . t r m x , ri. , , f k
Von allen Denjenigen, welche in dem Termine weder in Selbstperson noch durch gehörrg legitinnrte Bevollmächtigte abgestimmt haben, .wrrd angenommen daß sie mit der Ausführung des Unternehmens einverstanden sind und keine Ansprüche zu bllden haben. Es muffen daher nur Drejenigen in dem Termine erscheinen, welche gegen da- Unternehmen stimmen oder noch sonst etwas zur Sache Vorbringen wollen nnd ihr Anliegen nicht vorher schon schriftlich vorgebracht haben.
our Deckung der Kosten der auszusührenden Arbeiten soll ein Anlehen bet der Großh. Landescultur - Rentenkasse ausgenommen werden. Der An- Iheil der Einzelnen an der Schuld wird später nach Maßgabe ihres Nutzens von der Anlage bestimmt, worüber noch Hebregister offengelegt werden wrrd.
Alle künftigen Bekanntmachungen in dieser Sache werden nur noch im „Gießener Anzeiger" und zu Hungen auf ortsübliche Weise erfolgen.
Gießen, am 4. November 1885. Großherzogliches Kreisamt Gießen. "
Wochen - Ueberstcht.
Gießen, 7. November.
Der Kaiser erfreut sich auch trotz des seit einiger Zeit eingetretenen herbstlich-rauhen Wetters fortgesetzt des besten Wohlbefindens. Der in voriger Woche nach Hubertusstock unternommene Jagoausflug ist dem greisen Monarchen recht gut bekommen, so daß der Kaiser der sür diesen Samstag und Sonntag projectirten Hofjagd bei Springe (Hannover) voraussichtlich wird beiwohnen können. _ _ .
Der Einzug des Prinzen Albrecht von Preußen in Braun- schweig und der sich hieran schließende Erlaß des Patentes, durch welches Prinz Albrecht die Regentschaft des Herzogthums Braunschweig übernommen hat, lenkten in dieser Woche die Blicke nochmals vorwiegend auf die braunschweigische Angelegenheit. Mit dem Regierungsantritte des neuen Regenten ist die erste Phase dieser so vielfach verschlungenen Frage vollendet und nachdem die bisherige Lösung derselben in einem für das Reich, wie für Preußen und das braunschweigische Land selbst gleich ersprießlichen und befriedigenden Sinne erfolgt ist, darf man getrost der endgültigen Entwickelung und dem definitiven Abschluß der gesammten braunschweigischen Frage entgegensehen. Daß die Braunschweiger mit der Wahl des ritterlichen Hohenzollern-Prinzen zum Nachfolger ihres letzten Herzogs aus welfischem Stamme vollständig einverstanden sind, hat der jubelnde Empfang genugsam bewiesen, welcher dem Prinzen Albrecht und seiner Gemahlin beim Einzuge in ihre künftige Residenz von Tausenden bereitet wurde und wo immer sich das Regentenpaar in diesen Tagen in Braunschweig öffentlich zeigte, war Gegenstand immer neuer Huldigungen. Für diesen herzlichen Empfang hat denn auch der neue Regent in einem Schreiben seinen wärmsten Dank ausgesprochen und in einer Bekanntmachung spricht der Staatsminister Graf Görtz-Wrisberg im Namen des Prinzen Albrecht ebenfalls den Dank desselben für die zahlreichen Glückwünsche aus, die ihm anläßlich seines Regiernngs Antrittes aus allen Kreisen zugegangen sind. — Die braunschweigische Lanvesverjammlung ist bis auf Weiteres vertagt worden.
In Preußen sind am 5. November, also eine Woche nach den Wahlen der Wahlmänner, von letzteren die Wahlen der Abgeordneten selbst vollzogen worden, womit das Wahlgeschäst zum Abschluß gelangt ist. Irgendwelche Überraschungen kann der 5. November schwerlich mehr bringen, denn die Ergebnisse der Urwahlen sind nunmehr doch im Großen und Ganzen bekannt und die Wahlmänner müssen einfach der bei ihrer Wahl eingegangenen Verpflichtung, die schon vorher nominirten Candidaten zu wählen, nachkommen. Indessen werden durch die Wahlen vom 5. November immerhin noch verschiedene unrichtige Meldungen bezüglich der Resultate der Urwahlen erst richtig gestellt, wie man überhaupt erst durch die Abgeordnetenwahlen über das eigentliche Resultat in jo manchem Wahlkreise Ausschluß erhalten wird, über welches bisher Genaueres noch nicht zu erfahren war.
Heber den Specialetat des Budgets pro 1886/87, welcher dem Reichstage bei seinem am 19. November erfolgenden Zusammentritte sofort zugehen wird, enthalten bekanntlich Die Etats des Reichsheeres und Der Marine nicht unbeträchtliche Mehrforderungen. Was speciell den Marine-Etat anbelangt, so beträgt derselbe im Ordinarium 37,398,928 im Extra-Ordinarium 11,073,900 Ersteres weist eine Mehrforderung von ca. 4,300,000 »X,
letzteres eine solche von ca. 1,800 000 auf, und zwar sind diese Mehrforderungen, wie schon früher gemeldet, durch die Kosten des Verkehrs mit den Kolonieen, namentlich starke Kabelbenutzung, sowie durch die nothwendige Ergänzung des Materials bedingt.
Von bemerkenswertheren Ereignissen aus dieser Woche sind die noch am Donnerstag erfolgte definitive Uebernahme des Statthalterpostens von Elsaß-Lothringen durch den Fürsten Hohenlohe und vom gleichen Tage die Ueberreichung des Beglaubigungsschreibens des neuen deutschen Botschafters in Paris, des Grafen Münster, an den Präsidenten der Republik zu melden.
In Düsseldorf sand am Mittwoch eine Sitzung des Vorstandes d-s deutschen Colomalvereins statt. Aus derselben ist Der Beschluß hervorzi - heben, eine Commission nach Südbrasilien zu entsenden, um daselbst geeignete Plätze für deutsche Ansiedelungen zu ermitteln und zu sichern. Der mitanwe- senhe brasilianische General-Director der Telegraphen, Baron Copanema, begrüßte Diesen Beschluß des Colonialvereins im Interesse beider Länder ausis Wärmste. Hoffentlich hält die deutsche Commission die Augen offen, denn Die deutschen Auswanderer haben gerade in Brasilien schon trübe Erfahrungen genug gemacht.
In den zur Zeit in Wien tagenden Delegationen pulsirt das parlamentarische Leben im Allgemeinen sehr ruhig. Trotzdem sind aus ihnen dann und wann bemerkenswerthe Momente hervorzuheben, wie einen solchen in voriger Woche die Sitzung des ungarischen Delegations-Ausschusses durch die bekannten Erklärungen des Grafen Kalnoky über die auswärtige Politik Oesterreich Ungarns darbot. In dieser Woche verdient die Debatte registrirt zu werden, welche sich am Rtittwoch im Budgetausschuß der österreichischen Delegation über die Kenntniß der deutschen Sprache bei den Unterofficieren entspann. Dieselbe ist deshalb erwähnenswerth, weil in ihrem Verlauf der Kciegsminister selbst die patriotische Besorgniß nicht unterdrücken konnte, daß „bei den gegenwärtig in vielen Kronländern sich kundgebenden Bemühungen betreffs Errichtung von Schulen nach nationalen Principien das gegenwärtig befriedigende Verhält- niß doch alterirt werden könnte." Also man fängt wirklich an, auch in den Wiener Regierungskreisen Besorgnisse zu hegen, daß die deutsche Sprache selbst in der Armee durch die üppig wuchernden nationalen Tendenzen in ihrer Stellung „atterirt" werden könne? Nun, das wäre schon viel gewonnen!
Vom Schauplatze des österreichischen Nationalitäten- Haders liegen weitere Meldungen über czechisch-deutsche Conflicte aus Reichen- berg und Budwei« vor. In Reichenberg wurden dieser Tage mehrere Personen deutscher Nationalität wegen begangener Gewaltthätigkeiten gegen Czechen zu mehrmonatlichen Strafen verurtheilt. Hoffentlich wird auch bie Urheber und Theilnehmer an den antideutschen Excessen in Königinhof, worüber gegenwärtig das Gericht in Königgrätz verhandelt, eine gleich scharfe Strafe treffen.
Die ungarische Landes-Ausstellung in Pesth ist am Mittwoch mit einer Ansprache des hohen Protectors, des Kronprinzen Rudolf, feierlich
geschlossen worden. _, r .
Die Vorbereitungen zu dem am Dienstag stattfindenden Zusammentritt der neuen Deputirtenkammer beherrschten in Frankreich die Woche. Das Ministerium hat unter dem Vorsitze Grevy's wiederholte Berathungerr


