Werk des Berliner Kongresses einfach umzuftoßen und die Türkei herauszufordern. Diese hat nicht nur das unbestreitbare Recht, in Rumelien einzurücken, sondern auch irotz ihrer verlotterten Wirthschaft die Macht, in der kürzesten Zeit den ganzen Aufstand niederzuschlagen. Das wäre ebenfalls eine vollendete Thatsache gewesen, die freilich zu mancher weiteren Verwicklung hätte führen können; allein die hohe Pforte blieb bei den Ereignissen in Philippopel viel ruhiger, als die öffentliche Meinung in Westeuropa, welche durch die Unthätigkeit der türkischen Regierung nicht weniger überrascht wurde als durch die Thaten in Rumelien.
Der Sultan faßte diese natürlich ganz anders auf, als die westlichen Diplomaten. Was konnte er auch durch ein rasches Einrücken und die vielleicht sehr leicht zu bewerkstelligende Unterdrückung des Aufstandes gewinnen? Auf keinen Fall mehr, als das Recht, den Gouverneur der Provinz von fünf zu fünf Jahren zu ernennen; mehr erlaubte ihm der Berliner Vertrag nicht. Rumelien kann nicht wieder ein türkisches Paschalik werden und der Sultan darf die Autonomie der Provinz nicht verletzen. Für ein so mageres Resultat, wie das Ernennungsrecht des Gouverneurs, der überdies ein Christ sein muß, fand es der Großtürke nicht für gerathen, die Möglichkeit eines russischen Dazwischentretens hervorzurufen; ihm ist es ja ziemlich gleich- giltig, ob der Mann, der in Rumelien regiert, Gabriel oder Alexander heiße, da Einer wie der Andere es gleichmäßig versäumen wird, den Tribut in Konstantinopel abzuliefern.
Der Sultan hat ja vor sieben Jahren selbst den Frieden von San Stefano unterschrieben, durch welchen ein noch größeres Bulgarien geschaffen wurde, als das jetzige, so schwer ihm dies auch gefallen war; es waren aber die europäischen Großmächte, welche in dieser Ausdehnung Bulgariens eine Gefahr nicht nur für die Türkei, sondern auch für den Frieden Europas erblickten. Sie waren es, die in der Trennung Ru- meliens von Bulgarien eine Garantie fanden, es ist daher ihre Sache, jenen Zustand herzustellen, den sie vor sieben Jahren geschaffen haben. So urtheilt der Türke, der Rumelien längst nicht mehr für eine türkische Provinz ansieht, andererseits aber sich hütet, Anlaß zu geben, daß Gladstone wieder über bulgarische Gräuel ein Zetergeschrei erhebe und Rußland Gelegenheit erhalte, nochmals im Interesse seiner Glaubensgenossen einen Krieg zu beginnen, welcher der türkischen Herrschaft in Europa leicht ein Ende machen dürfte.
Im civilisirten Westen sah man freilich die bulgarischen Ereignisse von einer anderen toeite an; cs war ja der Umsturz der Principien des Congresses von Berlin und man konnte nicht begreifen, wie der Fürst von Bulgarien es wagen dürfe, den feierlichsten Vertrag der letzten Jahre, den alle Großmächte Europas unterzeichnet hatten, ganz einfach zu zerreißen. Niemand ließ sich durch das Versprechen der Loyalität täuschen, welches der Bulgarenfürst nicht ermangelte, der hohen Pforte zu erneuern; da aber der Sultan keine Miene macht, rasch in die aufständische Provinz einzumarschiren und sich damit begnügt, die Abhilfe von den europäischen Großmächten zu verlangen, schwindet die Besorgniß eines orientalischen Krieges umsomehr, als andererseits der Fürst Alexander strenge darüber wacht, daß der Aufstand sich nicht nach Macedonien verbreite und dadurch ein Anlaß zu mehrfachen Interventionen gegeben werde. Auf diese Art bleibt die Erledigung der rumelischen Frage, trotz der Mobili- sirung Serbiens und Griechenlands, der Diplomatie Vorbehalten.^ Das Einverständ- niß der Großmächte soll den rumelischen Knoten lösen, da der Sultan versäumt hat, ihn mit dem Schwerte zu lösen oder vielmehr zu zerhauen.
Die Aufgabe ist jedenfalls eine schwierige, denn es handelt sich nicht nur darum, eine vollendete Thatsache anzuerkennen, einen Vertragsbruch zu sanctioniren; die Diplomatie muß auch dafür sorgen, daß der rumelische Aufstand nicht als ein Präzedenzfall gelte und den Königen von Rumänien, Serbien und Griechenland zum Vorwand eigenmächtiger Occupationen diene, durch welche auf der Balkanhalbinsel ein allgemeiner Brand entstünde, der dem europäischen Frieden gefährlich würde. Hier ist wieder eine Gelegenheit, bei welcher der ganze Scharfsinn und das Ansehen des Fürsten Bismarck in Anspruch genommen wird, um den Frieden Europas auch in den Balkanländern zu erhalten, wobei das Gleichgewicht der Balkanmächte und die Abgrenzung der Interessensphäre des Wiener und des Petersburger Cabinets in Betracht zu ziehen ist. Es ist dies eine schwere Aufgabe, die nicht auf kurzem Wege erledigt werden kann; je länger aber die Verhandlungen sich hinziehen, umsomehr gewöhnt man sich an den bestehenden Zustand.
Die Philosophie der vollendeten Thatsachen bewährt sich wieder einmal gegenüber der pessimistischen Auffassung, welche im rumelischen Aufstande schon den unmittelbaren Zerfall und die Theilung der Türkei voraussah.
UniverfitätS - Chronik.
— Vor Kurzem ging die Nachricht, daß der hochverdiente Director der Kinderklinik in der Berliner Charit«, Geheimerath Professor Dr. Henoch, zurückzutreten beabsichtige und bereits seinen Abschied eingereicht habe, weil die Verleihung einer ordentlichen Professur an denselben abgelehnt worden sei. Zu allseitiger Freude ist der Rücktritt Professor Henoch's nicht zu befürchten. Die Frage wegen Begründung einer ordentlichen Professur der Kinderheilkunde an der Berliner Universität ist noch nicht zum Abschluß gekommen, bildet vielmehr den Gegenstand der weiteren Erwägung des Cultusministers, der es dem Vernehmen nach an Beweisen wärmster Anerkennung der Wirksamkeit Henoch's nicht hat fehlen lassen und überhaupt der ganzen Angelegenheit eingehendes Interesse widmet.
— Der außerordentliche Professor der Chirurgie und Vorstand der chirurgischen Universitäts-Poliklinik zu München, Dr. Heinrich Helferich, hat einen Ruf als ordentlicher Professor der Chirurgie an die Universität Greifswald erhalten und angenommen.
— Dr. W aan er in Erlangen ist zum außerordentlichen Professor in der philo- sophischen Fakultät der Universität Göttingen ernannt.
Lokales.
G. Gießen, 7. October. (Sterblichkeit in Gießen.j Die Zahl der Sterbfälle während der Woche vom 27. September bis 3. October betrug im Ganzen 10, davon kamen 2 bei Kindern vor. Bei den 8 erwachsenen Personen war Todesursache: Lungenerweiterung zweimal, Lungenödem, organische Herzkrankheit, Schlagfluß, eingeklemmter Bruch, Rückenmarksleiden, chronische Trunksucht je einmal. Von den Kindern starb eins im ersten Lebensjahre an Magencatarrh, das andere, welches von auswärts hierhergebracht worden war, im 8. Lebensjahre an Diphtherie.
Vermischtes
Berlin. Für die Infanterie soll eine Aenderung der Ausrüstung in Aussicht genommen sein, welche sich hauptsächlich auf die Anordnung des Gepäcks ersttecken wird. Das Bestreben ist darauf gerichtet, das Gepäck für den Fußsoldaten möglichst zu erleichtern und durch eine günstige Vertheilung der Lasten das Tragen derselben möglichst bequem zu machen. Besonders gilt dieses hinsichtlich des Mantels und des Schanzzeugs; ersterer wird um den Tornister gewickelt, letzteres am Seitengewehr in einer besonderen Lederschlaufe getragen. Patrontaschen, Brotbeutel und Feldflasche haben für das neue Gepäck ebenfalls eine Abänderung erfahren; zu dem Gepäck tritt für jeden Mann noch ein Zelttheil hinzu, deren mehrere zu einem Zelt zusammengeknüpft werden können. Die Einführung eines Zeltes für unser Heer hat sich nachgerade als ein dringendes Bedürfniß herausgestellt, da die Anforderungen an den Soldaten bei der heutigen Marsch- und Kampfweise sich derartig gesteigert haben, daß man auf eine erhöhte Schonung der Kräfte bedacht sein muß. Eine solche wird nun vermittelst der Zelte erreicht, da auf diese Weise die Truppen im Biwak den Unbilden der Witterung nicht gänzlich ausgesetzt sind. Es sei hier schließlich noch erwähnt, daß die Abschaffung des weißen Lederzeuges und die Einführung von schwarzem Lederzeug für die gescuumten Fußtruppen beabsichtigt wird.
Mainz, 6. November. Ein großes Vermächtniß ist dieser Tage der Stadt Mainz zugefallen. Der in Wiesbaden verstorbene Rentner Herr Anton Gröser, der letzte 'Jiad)fommc einer hochangesehenen hiesigen Familie, hat fein ganzes 2—300,000 betragendes Vermögen den bürgerlichen Hospitien in Mainz vermacht und zwar soll von den Zinsen de^ .Kapitals eine Kinderheilanstalt ins Leben gerufen werden. Eine Auzahl nicht erheblicher Legate find außerdeiit daran geknüpft. Herr Anton Gröser hatte aber auch die Nutznießung des von seinem Bruder Jakob hinterlassenen Ver- anogens im Betrage von 219,730 <//£, welches das Vincenz- und Elisabeth-Hospital als
Universalerbe ererbt hat; dasselbe wird nun ebenfalls flüssig. Das Vincenz- und Elisabeth-Hospital hat aber die Verpflichtung: 1) Die Zahlung verschiedener Legale im Bettage von 12 297.20 JL 2) Die Rückvergütung der von Herrn Anton Gröser seiner Zeit vorgelegten Collateralgelder im Betrage von 10 371.65 «X 3) Die Zahlung uon~ßeibrcnten an 4 Personen im Gcsammtbetrag von 2700 Gulden per Jahr. 4) sollen von den hiernach verbleibenden Restsummen erhalten je ein Viertheil: 1. das Kinderhaus des Lt. Vincenz- und Elisabethen-Hospital; 2. die Franziskanerinnen in Mainz; 3. der katholische Gesellen-Verein in Mainz zum Zwecke der Unterstützung von Lehrlingen; 4. der Herr Bischof von Mainz, und zwar zur Hälfte für Unterstützung bedürftiger Lehrer und zur anderen Hälfte zu beliebigen frommen Zwecken.
— Für das Publikum, welches gezwungen ist, die Vermittelung des Telegraphen öfters in Anspruch nehmen zu müssen, dürfte folgender Fall von Interesse und Belehrung ^sein. Am 5. August er. gab der Handelsmann I. Wagner aus Altenburg folgendes Telegramm auf: „Joh. Köppel, Oberkotzau, 27 Schweine 370 X". Nach Feststellung der Behörden ist in Gera aus Versehen von dem betreffenden Beamten die Zahl 370 in 270 und in Hof 270 in 260 umgewandelt worden, so daß die Depesche bei Ankunft lautete: „Joh. Köppel, Oberkotzau, 27 Schweine 260 <X". Es ist durch diese Versehen eine Differenz von 110 JL zu Ungunsten des Absenders entstanden, die zu bezahlen sich der Empfänger weigert. In der Voraussetzung, daß die Telegraphenverwaltung für den Schaden einzustehen habe, wandte sich W. mit einem dahin lautenden Gesuch an die Oberpostdirection Leipzig. Zu seiner nicht geringen Ueberraschung erhält er von derselben den Bescheid, daß die betreffenden Beamten für ihr Versehen entsprechend bestraft worden feien, die Telegraphenverwaltung aber nach der am 13. August 1880 für das Deutsche Reich erlassenen Verordnung für die richtige Uebcrfunft der Telegramme keinerlei Gewähr übernimmt. Wer ist denn nun zur Deckung des Schadens verpflichtet?
Kopenhagen. Ein vom schwedischen HauptmannNordcnfcld erfundenes unterseeisches Boot hat die Form einer großen Cigarre mit einer Länge von 64 Fuß und einem Durchmesser von 9 Fuß an der breitesten Stelle. Auf der Mitte befindet sich ein kleiner Thurm von 2 Fuß Höhe und hier ist die Breite des Bootes auf 12 Fuß gebracht, indem an dieser Stelle zwei Räder, an jeder Seite des Bootes ein Rad, angebracht sind. Vorläufig ist das Boot folgenden Versuchen unterworfen gewesen: 1) Vier Personen sind in 6 Stunden ohne Erneuerung der Luft im Boote eingeschlossen gewesen und haben nicht die geringste Unannehmlichkeit während ihres Aufenthalts gespürt. 2) Zu verschiedenen Malen ist das Boot unter die Oberfläche des Wassers gesenkt worden: die längste Zeit, in welcher es sich ununterbrochen in der Tiefe aus- gehalten hat, ist eine Stunde. 3) Die größte Tiefe, in welche es hinabgesenkt worden, war 16 Fuß. 4) Durch das Aendern in der Bewegung der senkrechten Schrauben hat man stets bis auf einen Fuß das Boot in der gewünschten Tiefe halten können. 5) Die größte Strecke, die dasselbe, vollständig zugeschlossen und fortbewegt durch die aufgespeicherte Wärme, durchlaufen hat, ist 16 Meilen mit einer Geschwindigkeit von 3 Knoten in der Stunde; beim Abgänge war die Temperatur 24 Grad. Man kann somit jedenfalls darauf rechnen, daß cs unter Wasser eine Strecke vön 12 Meilen wird durchlaufen können. 6) Die größte Schnelligkeit, die man mit dem Boote erreicht bat, wenn es auf dem Wasser lag, war etwas über 8 Knoten; unter Wasser ging man stets mehr vorsichtig und mit halber Kraft. 7) Die längste Strecke, welche dasselbe als gewöhnliches Fahrzeug ohne Erneuerung des Kohlenvorraths durchlaufen hat, ist 150 Meilen (Quartmeilen) gewesen. 8) Die größte Reise mit Unterbrechungen (wegen Erneuerung des Kohlenvorraths) war von Stockholm nach Gothenburg.
— Einen üblen Verlauf nahm eine auf dem oberländischen Revier' Heinrichs- ruhe abgehaltene Treibjagd. Nachdem von den Treibern ein großer Theil des Reviers eingekreist und abgetrieben war, durchbrachen die geängstigten Thiere, ca. fünfzig Stück, die Treiberlinie. Nach Beendigung der Jagd fehlte ein Treiber. Bei der nun vorgenommenen Suche fand man ihn mit aufgeschlitztem Leib und anderen schweren Beschädigungen in einem Gebüsch liegend auf. Derselbe war von einem Hirsch überrannt und mit dem Geweih tödtlich verletzt worden.
— ^Vorsicht beim Fischessen.) Die kleine Tochter des Canzlei - Jnspectors W. in Berlin hat sich vor einigen Tagen eine nicht unerhebliche Verletzung in folgender Weise zugezogen. Die Söhne der Familie hatten am Tage zuvor bei Treptow geangelt und den nicht unerheblichen Fischvorrath in der Küche abgeliefert. Das kleine Mädchen, welches dem Gericht bei Tisch tapfer zusprach, stieß plötzlich einen lauten Schrei aus und zeigte auf den Mund, ohne im Stande zu sein, sprechen zu können. Bei sofortiger Untersuchung zeigte es sich, daß ein abgebrochener Angelhaken tief in den Unterkiefer eingedrungen war. 3JZit Mühe gelang es einem schnell herbeigerufenen Arzt, den Widerhaken aus dem Munde des für diese schmerzhafte Procedur chloro- formirten Kindes zu entfernen.
— Als am vergangenen Montag der deutsche Kronprinz im tiefsten Jncognit» unter strömendem Regen vor dem Gasthaus „zur Krone" in Wolfach vorfuhr, um dort das Mittagessen einzunehmen, da stürzte der Piccolo der Kellnerschaft mit einem aufgespannten Schirm auf den Wagenschlag zu, um den fremden Gast vor denr Regen zu schützen. Aber ach, bei der bekannten Körpergröße des Kronprinzen wollte das nicht recht gelingen! Der Kronprinz aber ergreift kurzer Hand den kleinen Kellner, nimmt ihn auf den Arm und trägt ihn, in der anderen freien Hand den Schirm, in das Gasthaus hinein. So erzählt ein in dortiger Gegend erscheinendes- Localblatt.
Arbeitskalender für den Obst-, Gemüse- und Blumengarten.
Oetoher.
Obstgarten. Wenn die Früchte alle eingeerntet sind, lagere man dieselben einige Wochen an einem luftigen trockenen Ort, und wenn sie völlig nachgereift sind, bringe man sie am besten in eine kühle, halbdunkle Obstkammer, aber womöglich nicht übereinander. Jetzt ist eS auch Zeit, so lange die Bäume noch Laub haben, durch Ausputzen alles dürre, wie unnöthige Holz zu entfernen, alte, schlechte Bäume aus- zurotten und junge Bäume wieder zu pflanzen. Ueberhaupt läßt sich Ende des Monats viel pflanzen, als: Himbeeren, Stachel- und Johannisbeeren rc. In der Baumschule kann man auch Aussaaten machen von Kern- und Steinobst, nachdem man vorher die Beete gut gedüngt und tief umgegraben hat.
Gemüsegarten. Hat man im vorigen Monat versäumt, den Wintersalat auszupflanzen, so muß dies jetzt geschehen, auch kann man nochmals Spinat und Schmalzkräutchen säen. Ende dieses Monats müssen alle Arten Gemüse eingeerntet werden mit Ausnahme von Krauskohl und Rosenkohl. Um recht lange Winter- - Endivien zu haben, nehme man die zuletzt gepflanzten Ende des Monats vorsichtig heraus und hänge sie einzeln im Keller mit den Wurzeln auf, wo sie sich monatelang halten.
Blumengarten. Sind gegen Ende des Monats die Blumenbeete geleert, so wird mit dem llmgrabcn derselben begonnen, um die nöthigen Blumenzwiebeln, als Hyazinthen, Tulpen, Tazetten, Narzissen, Crocus legen zu können, wenn es nicht schon im September geschehen ist. Um einen recht schönen Frühjahrsflor zrr bekommen, pflanze man jetzt einige Beete von Stiefmütterchen, (Pensö's), Vergißmeinnicht und Silenen. Jetzt ist es auch Zeit, die Georginenknollen, Gladiolenzwiebeln. Canna rc. herauszunehmen und so viel als möglich an der Luft abzutrocknen, ehe man sie in das Winterquartier bringt, das heißt, dieselben frostfrei und luftig zu legen, lieber den Blumenflor im Freien läßt sich jetzt nur noch wenig sagen, selbst wenn es noch nichtj gereift hätte, denn außer Herbstastern, Calendula und Winterastern (Chrysanthemum) blüht nur wenig, und auch diese blühen immer dürftiger, bis die Natur nach und nach in die jedes Jahr wiederkehrende Winterruhe versinkt. Die Zimmercultur der Pflanzen erfordert eben wenig Aufmerksamkeit, mit Ausnahme der Palmen, denn alle blühenden Pflanzen gehen langsam zurück und dürfen auch in Folge dessen nur mäßig begossen werden.
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