Nr. 260.
Samstag den 7. November
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Anzeigen.
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Politische Ueberstcht.
Gießen, 6. November.
Die preußische Wahl-Campagne hat mieden am Donnerstag stattoesundenen Wahlen der Abgeordneten ihren definitiven Ab.ch^ß erreicht und man w7rd alio in diesen Tagen ziffermäßig die Gewinne ober Verlust der e;‘uelnen Parteien erfahren. Daß die Physiognomie des neuen p.sußlschcn Abaeoron-tenhauses in Bezug auf die Starkeverhaltnisse der üraltwnen sich von hprhniam bei früheren Hauses nur ganz unwesentlich unterscheiden wird, ist S n Ergeb en er Urmahlen nicht u bezweifeln eine gesicherte Mehr ett ur die Regkrung ist demnach auch jetzt nicht vorhanden und b.e wunderlich kaleidoskopffchen Abstimmungen, bei denen die ^aIte'’®luphpir“"X(finn1n ber Sbatt zu Fall verschoben, werden auch den Berathungen und D «usstonen. bet «adifien drei -fahre in bet preußischen Volksvertretung bte Signatur ausdrucken. Ob eine derartige Constellation in den gegenseitigen Fraktions-Verhaltmssen für d-n a-deililichen Fortgang bet gesetzgeberischen Arbeiten von günstiger Cinrotr lün/sein wird, muß nach den in dieser Beziehung schon gemachten Erfahrungen bezweiselt werden. ' m A n „ M
Die Dersonal-Verschiebungen in hervorragenden Posten des Reiches die unter der Dircctive des auswärtigen Amtes stehen, ha en 7 den Men Tagen wenigstens in Bezug auf zwei dieser: »: ßlege.t thv Ende erreicht Denn fast zu derselben Stunde, m welcher ötttt Jtun|ter seinen neuen Posten als Botschafter der deutschen Reiche« der der^Regierung der französischen Republik angetreten hat, ist Gras Latzseldt rn -°ndon elnge troffen, um die Vertretung der Reichsregierung am Hofe von St. Jameslzu übernehmen und wenn Graf Münster in dieser Woche «^mals vi“ J nach London zurückgekehrt ist, so geschah eä nur, um sich offne Königin Victoria zu verabschieden. Fast genau zu derselben ö t, Gras Münster und Graf Hatzfeldt ihre neuen Aemter angetrettn haben.sind auch zwei'wichtige, mit bet inneren Politik zusamwengangende Person f 8 zu ihrer definiiiven Erledigung gelangt. Am Donnerstag hat Fürst Hohen oh den Statthallerpssten von Elsaß-Lothringeu übernommen und das feit «em Tod. de« General-Felomarschalls Frhrn. v- Manteuffel in der Regierung der lande eingetretene Provisorium ist soweit endgültig wieder betätigt, hoff^ m wird es dem neuen Statthalter bester gelingen, dm nochwioerstrebenden Uj bet einzelnen elsaß-lothringischen Bevölkerung endlich mit dem Reiche zu v söhnen, als dies bei seinem Vorgänger der Fall war. Went>,e Tage, ehe F > Hohenlohe seinen Einzug in Straßburg gehalten hat, ist auch Pimz Albrecht von Preußen an der Seite seiner Gemahlin in die alte Wel,en-Residenz Braun- ickweia cingezogen, von Tausenden als der neue Regent des so lange verwaist aewesenen Herzogthums jubelnd begrüßt. Roch am Tage seines Einzuges, am Montag, hat Prinz Albrecht die Regierung durch ein Patent angetreten und in demselben angeordnet, daß die Ableistung der allgemeinen Huldigung alsdann
stattstnden soll, sobald das in dieser Hinsicht weiter Erforderliche mit bet San« besvetsamnilung in verfassungsmäßiger Weise vereinbart sein werde. Zugl ich versichert der Regent mit seinem sürstlichen Worte, die Landesverfaffung >» allen (Upftimmnnnen beobachten, aufrecht erhalten und beschützen zu wollen.
L ÄX Ä im Theater zu Braunschweig °me Festvorste ung statt bei welcher bas Regentenpaar, als es erschien, von bem zahlreichen Publi- kum'stürmstch begrüßt würbe. Nach bet Vorstellung wurde dem hohen- Paar- ein Fackelzug dargebracht, die Bürger- und Kneger - Vereine hielten F.st- 6°mmUeebebr‘ den Inhalt der nun in Berlin wie in Madrid über- aebenen päpstlichen Vermittelungs-Rote in Sachen der Karolinen-Frage aasen nT immer eine Menge sich widersprechender Gerüchte um. Es ist deshalb schwer sich über die päpstliche Rote ein richtiges Urtheil zu bilden, zumal da weder von Berlin noch von Madrid von osficioser Seite irgendwelche Aeußerung
man im Vatikan der Antwort auf die Vorschläge des Papstes noch Ende dieser Woche entgegenfehe und daß man zuversichtlich aus die Zustimmung beider Par- teien hoffe- welche Gras Kalnoky in dem ungarischen
Delegations-Ansschuste über die Lage aus der Balkan-Halbinsel abgegeben bat, we den von bet europäischen Presse noch immer lebhaft commenlirt. Die „Berl. “Ti, 'S je Stünmung in den leitenden Berliner Kreisen wieder-
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bleie auffällige Verzögerung 0 zuversichtlicher werdende Sprache
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Nachdem an Stelle des Stadtverordneten Ludwig Kauf der StadtverordneteLudwig Georgi^zum^^tgl^d d^ahlun^^^^ ÄÄÄÄ 2^. v. M. (Anzeiger Nr. 249) zur öffentlichen
Kenntniß gebracht., ^^r 18-5. ®ro»e™M«iMjgA Wen.
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Gießen, am 5. November 1885.
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Die Großherzogliche Krels-Schul-Commtsswn Güßen
rttt die Gemeinde-Schulvorstände des KreifeS. .
Sie wollen die Lehrer bedeuten, daß Seine Königliche Hoheit der Großherzog zu genehmigen geruht haben, daß zu Urlaubsgesuchen für
-kein Stempel mehr zu verwenden ist. Or. Boek mann.
——------ ÄnH^Großberzöglichen Bürgermeistereien des Bezirks.
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nebst den 1884/85-r Formularpapier-Ersatzgeldern
,'ind bis -um 22. d. Mts. — bei Meldung der Mahnung — anher zu bezahlen.
Sie wollen hiervon Ihren Gemeindeangehörigen in geeigneter A.ei,e Kenn niß, ge - ^^ßherzogliches Rentamt Gießen.
Gießen, den 4. November laSo. .......—--------------
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Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an di- Greßh-rzosl-ch-n Bürg-rM-ister-i.n der Landg-m-ind-n M Kreises.
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