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256 Hefte ä 50 Pfennig. 16 Halbfranzbände ä 10 Mark,

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verspricht der heute Nachmittag abzuhaltende Honigmarkt einen großen Erfolg zu er­zielen. Wir möchten unsere Leser nochmals hierauf aufmerksam machen, zumal unsere Nrgimenrsmusik ihre Weifen dazu erklingen lassen wird.

Literarische-.

Kemmer, O., Phantastische Geschichten. Preis 1 3t Leipzig, Bruno Lemme. Zigeuner- und Künstlernaturen führt uns der Dichter in kurzen Zügen vor. Es ist eine eigene Art der Rovellistik, die in denPhantastischen Geschichten" zum Ausdruck kommt. Manche Novellen füllen nur wenige Blätter und doch wirken sie so eigenartig auf die Phantasie des Lesers, daß er eine gut ausgcführte, bis ins Detail erzählte Novelle gelesen zu haben glaubt.

Handel «nd Verkehr.

Gießen, 5. August. Auf d-em heute und gestern dahier abgehaltencn Viehmarkt waren ausgetriebcn: 1752 Stück Rindvieh und 485 Schweine. Der Handel bei ersterem war nicht lebhaft, dagegen bei letzteren sehr und die Preise hoch.

Nächster Markt Dienstag den 18. und Mittwoch den 19. d. SI)L, am letzteren Tage auch Krämermarkt.

Limburg, 5. August. Rother Weizen, alt 3t 16.00, neu 31 15.65, weißer Weizen 3t 00 Ou, Korn 3t 11.25, Gerste alt 3t 950, neu 3L 9.00, Hafer 3t 7.50, Kartoffeln i 100 Pfund 3t 0.00, Erbsen ä 100 Pfund 3t 00.00.

Temperatur der Lahn und der Luft

nach Reaumur gemessen am 6. August, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags.

Wasser 17 V?. Luft im Schatten 22».

L. Ehr. Rübsamen, Turn- und Schwimmlehrer.

den Flammen zu übergeben, die denkwürdigen historischen Worte gesprochen haben: Ich führe Krieg mit den Lebenden, aber nicht mit den Tobten." Zu einer Nach­forschung, ob Alba nicht doch sein Porhaben ausgeführt habe, ist cs freilich nie ge­kommen und so bleibt es denn unseren Tagen vorbehalten, zu constatiren, ob der gefürchtete Feldherr die Worte seines Herrschers befolgt und die Gebeine Luther's an ihrem Orte belassen habe. Jedenfalls darf man dem Resultat der geplanten Unter­suchung mit großer Spannung cntgegensehen.

sJagdkalender.f Im Monat August ist Jagdzeit für Schwarzwild, männ­liches Edel- und Damwild, Rehböcke, alles Raubzeug, wilde Kaninchen, roiloc Tauben, alles Wild, welches im Großherzogthum oder in dessen nächster Umgebung nicht setzt oder nistet, ferner Eulen, Trappen, Schncpfenarten, Brachvögel undKibitzc. Hege­zeit für iveiblichcs Rehwild, Auer-, Birk- und Fasanenhähne, Rebhühner und alles übrige Wild.

sHumor auf dem Katheder.i Don den Originalen heißt cd, wie von den Möpsen, daß sie aussterben. Und doch ist gerade unsere Zeit reicher an komischen Käuzen als irgend eine andere, nur daß sie in diesem schnelllebenden Jahrhundert ganz unter den übrigen Menschen verschwinden. Wenn sich Jemand unterfangen wollte, die kleinen Eiaenthümlichkciten feiner lieben Wädjftcn auszuzeichncn, cs müßte ein stattlicher Band werden voll des sprudelndsten, köstlichsten Humors.

Zum Beweise dafür nennen wir eine solche SammlungGallcttiana 17501828. Ergötzlich und nachdenklich zu lesen" mit dem Motto:Gotha ist nur nicht die schönste Stadt in ganz Italien, sondern sie hat auch viele Gelehrte gestiftet." Das Büchlein ist vor einigen Jahren als Manuscript gedruckt und enthält über 400 jenem Motto ebenbürtige Aussprüche des Professors Galletti in Gotha, dessen Schüler mit Eifer und Behagen die ergötzlichen Verdrehungen und gedankenlosen Sätze des öfters zerstreuten Lehrers gesammelt haben. Galletti (geb. 1750 in Altenburg, von 1783 1828 Professor am Gymnasium zu Gotha) hat sich durch geschichtliche und geographische Werke, welche in vielen Auflagen bis in die neueste Zeit erschienen sind, um die Jugendbildung sehr verdient gemacht, aber in seiner^Zerstreutheit hat er im llnterricht oft die lächerlichsten Dinge gesagt, welche die losen Schüler ausgeschrieben und weiter verbreitet haben. Wir entnehmen dieser Sammlung als Proben folgende Schulspäße:

Ich habe Euch schon oft gesagt: Ihr sollt keine Kirschkerne in die Schulstube werfen! Das ist ja eine Flegelei, wenn der Lehrer auf Kirschkerne tritt.

Aus Krems, da wir gerade davon reden, kommen die schönsten und größten Ochsen. Mir dürfen Sie das glauben, ich weiß cd, denn mein Bruder ist dort geboren, mein Bitter war ein Kremser.

Bei der Anlegung von Ställen rechnet man für ein Schwein zwölf Ouadratsuß Raum, für ein Schaf neun Quadralfuß. Wenn Sie daher, meine Herren, einen Stall bauen wollen, so wissen Sie genau, wie viel Raum Sie brauchen.

Ja, ja, Herr Kirchenrath, mit dem Blödner bin ich recht wohl zufrieden, aber mit dem Seiffert gar nicht; aber besser wie der Blödner ist er noch immer.

Der Lehrer hat immer Recht, auch wenn er Unrecht hat.

Es muß gleich 4 Uhr schlagen, denn es hat vor einer guten halben Stunde Dreiviertel geschlagen.

Der Boden der heißen Zone ist sandig, der der gemäßigten lehmig und die kalte Zone hat gar leinen Boden.

In Portugal fängt das Klima erst im Februar an; im Sommer ist große Hitze, aber der Herbst benebelt Alles wieder.

Die venetianische Verfassung ist eine gemischte Aristokratie, aus der es schwer ist, wieder herauszukommen.

Die venetianischen Gondolieri sind so geschickt, daß sie sich mit einem Rüber­schlage über den Markusplatz schwingen, ohne das Gleichgewicht zu verlieren.

In England ist für die, welche das beste Rindfleisch darftcllcn, eine lebenslängliche Assekuranz ausgesetzt.

Die Engländer würden bei Weitem nicht so viel Leder machen, wenn sie blos ihre eigenen Felle gerbten.

Als Amsterdam erbaut wurde, kamen die Quadersteine von Pirna auf der Elbe herbeigeschwommen.

Die Wohlgerüche Arabiens werden oft genannt, aber wenn man hinkommt, sieht man nichts davon.

[llcbertroffen.] Lieschen: Meine Mama kann Elavicr spielen, das kann die Deinige nicht. Berthchen: Dafür kann meine Mama die Zähne aus dem Mund nehmen, das kann die Deinige nicht.

Lich, 5. August. Das 50jährige DienstjubUäum des Lehrers Walz wird am 24. September gefeiert werden. Die Vorbereitungen zu einer allgemeinen und würdigen Feier dieses Festes von Seiten der Stadt sind bereits im Gange.

Aus dem Vogelsberg, 3. August. (Nebenbahn Nidda - Schotten. Ein Pseudo - Straßenmcifter.^ Die Vorarbeiten für den Bau der Nebenbahn Nidda- Schotien nehmen einen erfreulichen Fortgang. Die Grunderwerbungspläne werden voraussichtlich Ende dieses Monats fertiggestcllt fein, worauf dann mit dem Grund- erroerb begonnen werden wird. Wie verlautet, beabsichtigt die Bauleitung, die Erd- und Maurerarbeiten noch in diesem Jahre in Angriff nehmen zu lassen. Vor einigen Tagen erschien bei zwei Strabenwarten, welche auf der Staatsstraße zwischen Schotten und Götzen ihrer Berufsarbeit oblagen, eine Persönlichkeit, welche sich denselben als der neuernannte Straßenmeister bei dem Kreisbauamt Nidda vorstellte und ihnen eröffnete, daß er beauftragt fei, die Straßcnwarte des Bezirks zu visitiren. Auf­fallender Weise würdigte der Visitator die Staatsstraße, auf welcher er sich befand, weiter keines Blickes, seine erste Amtshandlung bestand vielmehr darin, daß er ge­strengen Tones die Straßeuwarte anffordertc, ihm nach Schotten zu folgen. Dort angelangt, begab er sich sofort in ein Wirthshaus und feuchtete feine im Dienst des Staates trocken gewordene Kehle ausgiebig mit Bier an, wobei er das Bezahlen herab­lassend den Straßenwarten überließ. Aber der Durst des Herrn Straßenmeistcrs schien nur schwer zu stillen zu fein und fo stiegen beim allmählich den Straßenwarten Bedenken auf, ob diese durstige Seele, welche von dienstlichen Angelegenheiten gar nichts verlauten ließ, wirklich ihr neuer Vorgesetzter sei. Als sie diesen Bedenken Ausdruck zu geben sich erlaubten, erhob sich der Gestrenge und verduftete mit großer Schnelligkeit. Die geschädigten Straßenwarte brauchten natürlich für den Spott nicht zu sorgen. Der Gensdarmeric soll es gelungen fein, die Identität des Schwindlers fcftiuftcUcn, fo daß er wohl bald hinter Schloß und Riegel fitzen wird. (D. Z.)

Darmstadt, 4. August. Wie in jedem fünften Jahre, so findet auch in diesem, und zwar nm 8. und 9. August, in Heppenheim a. d. B. ein Festeommers der früheren und jetzigen Mitglieder des EorpsStarkeuburgia" zu Gießen dies­mal der 45jährige statt, und hat sich bereits eine stattliche Anzahlalter Herren" hierzu angemeldet, fo daß der diesjährige Eommers voraussichtlich der von allen seit­herigen am stärksten besuchte werden wird. Um den Theilnehmern aus dem Oden­wald den Besuch zu erleichtern, hat die Direction der Main-Neckar-Bahit freundlichst gestattet, daß der in Heppenheim kurz vor Beginn des Eommerses am Abend ein- treffende Personenzug von Darmstadt 10 Minuten später (6 Uhr 20 Min.) abfährt, um noch die aus dem Odenwald um 6 Uhr 15 Min. ankommenden Festtheilnehmer ausnehmen zu können, während in gleichem Sinne die Spceial-Direetion der Hessischen Ludwigsbahn pünktliches Eintreffen des in Rede stehenden Zuges aus dem Odenwald iugefagt hat.

Darmstadt, 5. August. Ein Taschendieb wurde gestern hier auf eine originelle Weise gefaßt. Schon seit mehreren Wochen nämlich wurden regelmäßig auf dem Wochcnmarkte Taschendiebstähle verübt, ohne daß cs der Polizei trotz aller Bemüh­ungen gelungen wäre, des Diebes habhaft zu werden. Gestern sollte er jedoch seinem Schicksale nicht entgehen. Der Revier - Eommisiarius der Marktpolizei hatte ange- orbnet, daß der Marktplatz vom 3. Stockwerke mehrerer daran gelegenen Wohnungen durch mit Operngläsern bewaffnete Schutzleute beobachtet werde, und in der Thai gelang cs dem Rottrneister, auf diese Weise wahrzunehmen, wie ein schon be­strafter vierzehnjähriger Bursche einer Dame das Portemonnaie aus der Tasche cscamotirte.

Ein cigenthümliches Ercigniß erhält seit einigen Zagen die Regensburger Bevölkerung in bedeutender Aufregung. Seit ganz kurzer Seit haben nämlich fämrnt- lichc Dohlen, die zu tausenden die Domthürme bevölkerten, dieselben mit einem Schlage verlassen. Wenn man bedenkt, daß die Erscheinung im Jahre 1873 vor Eintritt der Cholera eintrat, so ist diese Aufregung sehr erklärlich. Auch in München soll eine, wenn auch nicht fo krasse, doch ähnliche Erfcheinung an den Dohlen der Frauenthärme bemerkbar sein.

(Arbeitercolonie.j Wie bekannt, ist am I.Jnli das fisealifcheHosgut Neu- Ulrichstein pachtweise von dem Verein zur Gründung einer Arbeitercolonie im Großherzogthum Hessen und Regierungsbezirk Wiesbaden übernommen worden. Nach Verlauf eines Monats wird eS von Interesse fein, zu erfahren, was zur Herstellung der Gebäude und zur Vorbereitung für die Aufnahme der Eolonisten geschehen ist. Die Gebäude, die zum Thcil einer gründlichen Reparatur, zum ZI)eil eines Neubaues bedürfen, werden bei anhaltend günstiger Witterung gegen Mitte September fertig werden, so daß dann eine förmliche Eröffnung der Colonie stattfiuden kann. Das hielt den Jnfpector Schmidt nicht ab, gleich von Anfang an, so weit es die Schlaf- räumc gestatteten, einzelne Eolonisten aufzunehmen und dieselben theils in der Laud- wirthschast, theils bei den Baum beiten zu verwenden. Bis rum 30. Juli hatten 11 Mann Arbeit angenommen. Für 2 wurde anderweitig durch das Arbeitsnachweise- burcau Arbeit verschafft, 1 ging nach Hanse, die übrigen sind in der Wirthschaft be­schäftigt und sind fleißig. Der Jnfpector hatte über deren Benehmen keine Klage zu führen. Erfreulich ist es, daß benachbarte Arbeitgeber anfangen, von der Verwaltung der Colonie Arbeiter zu erbitten. Das ist ein ganz guter Anfang und läßt ffich darnach erwarten, daß die Colonie 9teu - Ulrichstein für ihr Gebiet die gesteckte Ausgabe er­füllen wird.

Aus Anlaß des Umbaues der Schlvßkirche in Wittenberg wird eine aus hohen Beamten, Geistlichen, Baumeistern und ärztlichen Fachmännern gebildete Commission demnächst auch die in der Schloßkirche ruhenden Gebeine Luther's einer Besichtigung unterziehen. Man hegt nämlich, da nachweislich seit Jahrhunderten feine derartige Besichtigung stattgefunden hat, die Vermuthung, daß die Gebeine seinerzeit auf Befehl des Herzogs Alba ausgegraben und verbrannt worden seien. Gelegentlich seiner Anwesenheit in der Wittenberger SHloßkirchc soll bekanntlich Philipp 1L von Spanien, als ihn der Herzog aufforderte, die sterblichen Uebcrrefte desKetzers" Luther

5672 Ein in gutem Zustande befind­liches Billard ist wegen Mangel an "Raum billig zu verkaufen.

Wo? sagt die Exped. d. Bl.

Neue Hellerlinsen

offerirt 5613

S. Glsoffer.

Hilngcncr landwirthschasiliche Loose

per Stück Mk. I

sind in Der Expedition desGießener Anzeiger" ju

haben. (Ziehung: am 27. August 1885.)

Kaufmännischer Verein Giessen.

Die auf den 4. er. einberufene 5686

Austerordentl. Geuerulversammlung genügte nicht den Bestimmungen des Statuts und wird solche wiederholt auf Freitag den 7. er., Abends 81/2 Uhr, im Vereinslocale nach Maßgabe des § 42 anberaumt. Der Vorstand.

Städtische Baugewerkschule

zu IDSTEIN im TAUNUS. 5669

Heranbildung zu Baugewerkemeistern. Abgangsprüf. n. d. Prüfungsordn. v. 6. Sept. 1882 v. e. Königl. Prüfungscom. Vorkursus beg. 6. Okt., Winter­semester 2. Nov. Programm u. Auskunft kostenlos d. d. Direction.

Allgemeine

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