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solchen Personen, welche sich um Arbeit im Land mitbewerben, ohne die Absicht zu haben, Bürger zu werden. Die Reform des Cioildienftes und der Schutz der Rechte der Freigelassenen werden schließlich als nothwendig bezeichnet- ____________________

Dem Lyriker Heine wird von allen Stimmen der Lorbeer zugesprochen. A« seinem echten olympischen Dichterblut war schon in der ersten Sammlung seiner Gedichte, die als Frucht seines Berliner Lebens hervorgegangen, nicht zu zweifeln- Seit Goethe's Jugcndz it hatte daS deutsche Lied keine so süßen, herzgewinnenden Weisen gekannt, tote Heine sie imBuch der Lieder", imIntermezzo" und auch in vielen seiner späteren Dichtungen angestimmt.

Die zartesten Saiten weiß er anzuschlagen, aber oft nur, um ihre süßen Töne im Fronte kalter Ironie erstarren zu lassen, oder sein Gespinnst mit einem gelle» Lachen zu zerstören- Das freimüihtge Selbstgeständntß:Gmtalttät und Tugend leben in beständigem Hader und kehren sich manchmal verdrießlich den Rücken-, paßt auf sein ganzes, zwischen Idealismus und Sensualismus schwankendes Leben.

Nachdem der Vortragende diese Richtungen seines Geistes an den einzelnen poetischen Schöpfungen kurz dargelegt, schließt er mit dem Hinweis, daß die Liebe, die allein unsterbliche Macht, das Grab des Dichters freundlich umweht, der trotz aller frivolen Keckheit für hohe ideale Z»ele gekämpft und der In der Vorahnung seines frühm Todes von sich gesungen:

Verlorner Posten in dem Freiheitskriege

Hielt ich seit dieißig Jahren treulich aus. Ich kämpfte ohne Hoffnung, daß ich siege, Ich wußte, nie komm' ich gezund nach Hand.

Ein Posten ist vacant die Wunden klaffen

Der Eine fällt, die Andern rücken nach Dock fall' ich unbesiegt, und meine Waffen Smd nicht gebrochen nur mein Herze brach!

Wie zu erwarten war, hatte das Thema des Vortrogs, wie der bereits durch früher gehaltene Vorträge bekannte Redner, einen großen Zuhöcerkleis versammelt. Die Arbeit war nach Anlage und Inhalt eine vorzügliche, da dem Zuhörer ein an­schauliches Lebensbild des Dichters gegeben wurde, in welches die Würdigung seines CharacterS und seiner hervorragenden Werke der Zeit ihrer Entstehung entsprechend eingeflockten waren.

Sehr gut gewählte Citate waren alS Belegstellen für die Beurtheilung deS Dichters durch den Redner etngefügt. Reben dem tüchtigen Inneren Gehalt deS VortragS brtonsn wir noch, daß derselbe in einer edlen, erhabenen Sprache ab­gefaßt war.

HarrdsL Wnd Vermehr.

Frankfurt, 4. März. Auf dem heutigen Markt kostete der Gentner Heu JA 2.803.30, Stroh JA 2.002.50, Eier das Hundert JA 5407.50, Butter 1. Qualität JA 0.90, 2. Qualität JA 1.10, Kartoffeln per Gentner JA 2.002.25, Kohlrabi 3-O H pr. St., Erbsen 100 ßg. 22.00-30.00 JA, Rothkraut pr. St. 2O-3O H, Huhn JA 1.502.00, 1 Ente 2.003.50, 1 Taube 4060^, Hahn JA 1.9O2.50, Gans JA 610.00, Welsche JA 5.00-10-00. .

Limburg, 4. März. Rother Weizen JA 1585, weißer Weizen JA 00.00, Korn JA 11 20, Gerste JA 10.80, Hafer JA 7.60, Kartoffeln a 100 Pfund JA 0.00, Erbsen ä 100 Pfund JA 00.00.

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101 tmd 36. -rqp 99 I Aniwärt* brieflich.

Die Cisenbalilckatastrophr bei Hanau vor Gericht.

(Ociginalbertcht^deüGießeNLk Anzeiger.-)

(Schluß)

0. K. Hanau, 4. März.

Staatsanwalt Dr. Schumann hob in seiner Rede hervor, daß das Verschulden drS Angeklagtcn ein sehr hohes set. Wenn Gutbe rlet, auf die Gefahr deS Zusammen- itoßes rechtzeitig aufmerksam gemacht, trotzdem rnchtS gethan habe, um ihn abzuwenden, sondern sich mit der Annahme tröstete,daß am Hellen Tage die Bahnwärter schon achörig aufmerksam sem würden", so erhesiche diese Nachlässigkeit eine schwere Ahndung. Er glaube, unter Berücksichtigung aller Milderungsgründe, dennoch auf Verhängung des höchst zulässigen Strafmaßes piatdiren zu sollen und beantrage, bm Angeklagten zu fünf Jahren Gefüngrnß zu oermtheilen. _

Der Gerichtshof unterbricht darauf die Verhandlungen biS Nachmittags 4 Uhr.

Nach Beendigung dieser Pause ergreift der V-rtheidtger des Angeklagter., Herr Jüflizrarh Or. OsiuS das Wort. Nach längerer Rede, m der er nochmals alle Mildern n 6 s grün de rec^pitultrt, bittet er um eine viel mildere Strafe als die bean- tragk. Nach der Replik des Staatsanwalts zieht sich der Gerichtshof 6V2 Uhr AbendS lut Beratbung zurück-

Nach bewshe anderthalbstündtger Berathur.g verkündigt der Gerichtshof das Urtheil, wonach Gutberler wegen fahrlasstger Gefährdung eines Eisen­bahn t r a n s p ortes drei Jahre Gefängntß erhält-

L 0 k a L e H.

Gießen, 4. MS-z. Der 4. Vortrag deS Alice-Vereins,Heinrich Heine", von Herrn Realpymnasiallehrer Dr. Mensch, fand am 27. Februar statt.

In den Einleitungsworten führte der Redner die Hörer an die Ruhestätte Heine's, den Kirchhof Montmartre in Paris, der vor wenigen Jahren der Schauplatz weltbewegender Ereignisse gewesen und dem deutsche Fanfaren und deutsche Kanonen ^ren S^ittiem^Hetne das letztefreie Waldlied der Romantik" gesungen, haben in ollen Lcbenssphären mächtige Wandlungen stattgefunden, aber dessenungeachtet'st kein L«ed Heim's, das einmal im Munde des Volkes geklungen, veraltet; selbst das Schwert seines W tzrS tst noch so schneidig und blank, wie in früheren Tagen.

Wenn auch seine Geschosse von Hotz und BoSheit getränkt waren, wirdman doch den Dichter, dessen Leben ein Kampf für die edelsten Güter der Menschhe t gewesen, nicht zu hart beurteilen dürfen, wenn man den Strom semeS Lesens verfolgt und die Momente berücksichtigt, die auf die Entwickelung seiner Jndwldualstat entscheidend e n- gkwtrkt haben: Das drückende Bewußtsein beständiger finsnz ellerAbh Sn gigkett, seine israelitische Geburt, die ihn mit allerlei gemeinem Volk in Fehde brachte, und der Aufenthalt in Paris, der ihn über bm Ernst deutscher Gesinnung und Wiffenschaft i'»w-a»»b. Eegrü6tc Deutschland feinen -rst-n Humoristen, alS er ihm seine ^eiseb ilder" brachte. Das Verbimst, als der erste auf dem Geb ete deS stets schlaoferstgen Witzes und der dolchscharfen Satire erschienen zu fein, ist stets vom dankbaren Volke, ober in nur geringem Maße von der Kritik anerkannt worden. G. Brandes nennt ihn den deutschen ArrstophamS, richtiger wäre er wohl als der devtsche Voltaire zu bezeichnen. -

Ieikgeöotenes.

Ale- sowie Lagerbier in Flaschen zu beziehen. 1537 Brauerei Weidig. Einen großen Posten Schweizer Stickereien empfehle bedeutend unter Fabrik­preis. 1349

M. Hann, Lindcnplatz.

Extraseine Wiener Macraroni ha. do. Gemüsenudeln, Aechtc ital. Macraroni, Prima Grmüsenudeln pr. Pfund 40 empfiehlt 1460

Emil Fischbach.

Holzversteigerung.

DienStag den 17. März d. I.,

Vormittags 9 Uhr anfangend, soll im Muschenheimer Markwald nachverzeichnetes Holz versteigert wer­den :

10 Eichen-Stämme von 15 bis 67

Ctm. Durchm., 5 bis 14 Mtr.

Länge, mit 10,15 Festm.,

118 Kiesern-Stümme von 16 bis 40 Ctm. Durchm-, 3 bis 10 Mtr. Länge, mit 32 Festm-,

216 Fichten-Derb- und Neisstangen mit 4,77 Festm-,

22 Rm. Buchen-Scheit,

187 Knüppel,

5 Eichen-

17 Kiefern-

2249 Buchen-Welleu,

4487 Eichen- und Kiefern-Wellen,

51 Rm. Buchen- u. Eichen-Stöcke.

Zusammenkunft Vormittags 9 Uhr am Wetterbergskopf.

Das Bau-, Werk- und Nutzholz kommt erst zur Versteigerung, und wird mit den Kiefern der Anfang ge­macht.

Mufchenheim, den 4. März 1885.

Großh. Bürgermeisterei Mufchenheim-

Roth. 1550

Versteigerung.

Montag den 9. März, Vormittags 10 Uhr, werden im hiesigen Pfandlokal, Selters­weg 11: 3 Kommoden, 3 Kleiderschränke, 3 Sopha's, 3 Schweine öffentlich gegen Baarzahlung versteigert.

Gießen, den 5. März 1885.

Der Pfandineifter- 1553 Hör n-

1532 Eine Kaute Mist zu verkaufen bei Carl Burkhardt, Neustadt.

Kergebung von Straßenbauarbeiten.

Die nachstehenden, zum Neubau einer KreiSstratze von Grü- ningen nach Langgöns erfor­derlichen Arbeiten des I. Looses (Ge­markung Grüningen) sollen durch den Unterzeichneten

Samstag den Lflh März d. I.,

Nachmittags 1 Uhr, auf Großherzoglicher Bürgermeisterei Grüningen im Wege schriftlicher Submission vergeben werden, und zwar:

1) Erdarbeiten, veran­

schlagt zu ... «A 913,

2) Beifuhr und Verlegen von Cement - Röhren, veranschlagt zu . «M. 110,10

Pläne, Voranschlag und Beding­ungen sind auf Großherzogl. Bürger­meisterei Grüningen einzusehen, wo­selbst auch bis längstens zu^ obigem Termin die Offerte verschlossen ein­zureichen sind.

Gießen, am 4. März 1885.

Der Kreisingenieur. 1554 Gnauth.

Obstbäume

empfiehlt 1437

Carl Berger.

Hülsen fruchte sehr gut kochend, empfiehlt zu den billigsten Preisen

HL F. Nassauer, 1353 Kreuz 6.

Holzdersteigerung im Gießener Stadtwald.

Montag den 9. März 1885, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwald in den Dfftrieten Hochwarte und Mühl­berg nachverzeichnetes Holz versteigert werden:

A. Brennholz.

Scheith. Prügelh. Slockh Reish.

Rmtr.

Rmtr.

Rmtr. Wellen

Buchen

28

287

90

4590

Eichen

48

55

25

600

Aspen

4

11

Erlen

2

3

2

90

B. Bau-, Werk- und Nutzholz.

36 Eichenstämme mit 12,24 Festm-, darunter Stämme von 45 bis 48 Ctm. Durchmesser,

7 Erlenstämme mit 2,69 Festm-, 18 Fichtenstangen mit 0,49 Festm.

Die Zusammenkunft ist auf der Staatsstraße nach Grünberg an den Alientischwiesen.

Gießen, den 3. März 1885. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 1497 A. Bramm.

Holz-Versteigerung.

JmGräft. Solms-Laubach'schen Nevier Arnsburg kommen

Montag den 9. März d. Js. zur Versteigerung:

Scheit- Prügel- Stock- Reiserholz

Raummeter

Buchen Eichen u. Nadel ' 2 * U6 H3 916

sowie 4112 Stück Fichtenstangen von 49 Mtr. Länge, 39 Ctm. Durchm. 24,60 Cbm.

Dieselben sind besonders zu Leiter- bäunten, Lattenstangen, Baumstangen unb Bohnenstangen rc. geeignet.

Morgens 91/2 Uhr Zusammenkunft om Dorfgiller Fußpfad.

Arnsburg, den 5. März 1885.

,1549 Henckel.

Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

Der Entwurf des Voranschlags der Gemeinde Gießen für das Etatsjahr 1885/86 liegt acht Tage lang auf dem Bureau der unterzeichneten Behörde zur Einsicht jedes Betheiligten offen.

Gießen, den 5. März 1885. , 1°$9

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

A. Bramm.

Holzversteigerung.

Dienstag den 10, März l. I. werden in dem Stockhäuser-Hof-Wald, V4 Stunde von der Bahnstation Mücke entfernt, versteigert:

148 Stück Eichen-Stämme von 15 bis 36 Ctm. Durchm. und 5 bis 10 Meter Länge,

80 Stück Kiefern-Stämme von 15 bis 25 Ctm. Durchm. und 5 bis 12 Meter Länge,

13 Stück Fichten-Stämme von 20

27 Ctm- Durchm. und 10 bis 15 Mtr. Länge,

1 Lärchen - Stamm von 32 Ctm. Durchm. und 14 Meter Länge.

Die Zusammenkunft ist Morgens 9V2 Uhr an dem Weg vom Stock- häuser-Hof nach Ilsdorf.

Stockhäuser-Hof, 26. Febr. 1885.

1440 Konrad Rohn.