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euftäbter Feld.
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i. Tecember.
geschätzten Blattes, hier konstituirung chrLitterarische Dn- auflösen wolle. he Verein hat aus h. die Ideen M !mschast im enM hiesigen Sjudentew srwagung, daß del uere Stellung^ an anderein ~rt(
Unternehmer nicht mit Energie angehalten, die eingegangenc Verpflichtung zu er; lütten, warum kauft die Stadt das wüste, werthlose, ausgeziegelre Loch nicht an und läßt es für einige hundert Mark wieder ausfüllen, so hoch als ursprünglich die Aecker lagen?
An einer anderen Stelle ist thatsachlich etwas geschehen. Lahnaufwärts an der preuß. Grenze, kurz vor der Launsbacher Gemarkung, hatte das Hochwasser im Laufe der Jahre sich eine tiefe Mulde gewühlt und auch von dieser Stelle aus wurde das Feld überfluthet. Hier flickte man mit einigen hundert Eubikm. Schutt, gerade aus; reichend, um einer Hochfluth wie der heutigen den Eintritt in das Feld zu wehren; würde der Weg auf seine ursprüngliche Höhe aufgefüllt, und das bedeutet für die Stadt eine Ausgabe, da es sich um -höchstens 200 Cbin. Schutt handelt, von nickt 300 -X, so würde auch größeren Hochfluthcn der Eintritt in das Feld hier verlegt fein.
Die nothwendige Gesammtausgabe beträgt im höchsten Falle für die Stadt 3000 uMa. — Jetzt, da das Wasser hoch ist, wäre es für die betr. Beamten Zeit, sich an £>rl, und Stelle von dem, was geschehen muß, zu überzeugen. Das Wasser nivellirt vorzüglich, der Schreiber dieses ist bereit, die Herren so zu führen, daß sie nicht ertrinken und daß sie doch genug sehen. Das Sehen, nachdem sich das Wasser verlaufen hat, nutzt nicht viel. — Ich will nur die Herstellnng des früheren Zustandes, dagegen können Mühlenbesitzer und andere Jnteresfenten nicht Einspruch erheben.
Es ist auffallend, daß die Stadt im eigenen Interesse die Angelegenheit bisher nicht eifriger verfolgte. Die städtischen Gräben, mehrere tausend Meter, sind in diesem Felde mit erheblichen Kosten aufgemacht, die Straßen frisch, mit Basaltsteinen ein; gedeckt. Wenn sich das Wasser verlaufen hat, werden die Gräben vielfach mit Schlamm und Geröll gefüllt, die Chailsseefteine werden von der'Straße in die Gräben gespült fein. Ist doch in früheren Jahren selbst die Packlage stellenweise aufgeriffen worden. — Daß gelegentlich Postpferde ertrinken, die Insassen der Post. gefährdet sind, der Verkehr mit der Stadt oft für Tage gesperrt ist, das mag ja wohl blos eine Nebenbedeutung haben.
Aber eins sollte der wohllöbliche Stadtvorstand dock wohl bedenken, daß nämlich jeder Acker in diesem Felde, und es sind wohl bis 1000 Hess. M., die in Frage kommen, den Stadtsäckel ganz erheblich mit Geld versorgt in Form von Communalsteuem. Das thun diese Acker alljährlich seit Menschengedenken und müssen es auch wohl noch in absehbarer Zeit thun.
& Mir liegt gerade eine Steuerberechnung über 7.5 Hess. M. Ackerland der geringsten Bonität in dem Neustädter Felde vor;.jeder h. M. bezahlt nach dieser amtlichen Berechnung jährlich 2.83 Jt an Communalsteuem, abgesehen von directen Steuern und Tilgungsrenten.
Während nun die Stadt mit lobenswerthem Eifer es sich angelegen fein läßt, alljährlich vom Acker 2.83 Jt an Communalsteuem beizutreiben, sieht sie es fortgesetzt ruhig mit an, wie dies Land fort und fort geschädigt wird durch das Hochwasser der Lahn, und ohne daß Maßregeln getroffen werden, welche verhindern, daß das Hochwasser stets in die Felder tritt
Wir haben einen Schäfer in der Gießener Gemarkung, dem wie allen Schäfern von altersher eine prophetische Gabe eigen ist. Der Mann sagt: „Wenn die Lähn im October aus den Ufern geht, dann giebt's in jedem Wintermouate eine Fluth." Der November hat den Mann nicht im Stich lassen wollen, noch am letzten Tage schäumte das Wasser über die Uferränder. Wenn wir wirklich in diesem Winter noch drei Lahnüberfluthungen haben werden, dann hat jedenfalls die totabt ihre Communal- fteuern; neugierig bu» ich jedoch, wie lange es noch dauert, bis sie Abhilfe schafft. 8.
Theater.
*** Gießen, 2. December 1885.
Am Mittwoch Abend trat Fräulein Magda Jrfchick vom Hoftheater in München zum erstenmale bei uns auf und rechtfertigte den Ruf, welcher ihr vorausging, in umfassendster Weise. Die Künstlerin gab die Brunhild in Ge ibel's gleichnamigem Drama und erntete die Sympathieen des Publikums in hohem Maße. Ihr modulationsfähiges Organ glänzte in der Parthie und gestaltete dieselbe in deelama- torischer Hinsicht zu einem vollendeten Ganzen. Die feine Ausarbeitung der Rede ging Hand in Hand mit verständnißvollem Spiel und künstlerischer.Auffassung, sodaß die Leistung der Fräulein Magda Jrschick mit Recht als eine wahrhaft gediegene bezeichnet werden kann. Wir bedauern nur, daß die.Künstlerin mit einer mangelhaften Umgebung zu kämpfen hatte, aus der sie nur mit unendlichem Ringen, mit der ganzen Kraft ihrer hohen Begabung als Siegeritz hervorging. Wie schön muß es doch fein, Fräulein Jrfchick auf einer Bühne zu sehen, wo Alles ganz ihrer Erscheinung, ihren Leistungen, ihrem Werth angemessen ist, wo Eins in das Andere greift und kein greller Abstand sich bemerkbar macht.
Leider fehlte es der Aufführung bei uns an dem Nothwendigften, denn wir hatten keinen Siegfried. Der schöne Traum, den uns der Zettel mit Herrn Wieland vorspiegelte, schwand, als wir Herrn Director Rheinberger in der so wichtigen Rolle auftreten sahen, nicht einmal sattelfest, und in so fragwürdiger Gestalt, daß wir den Geschmack der Brunhilde bewunderten, die um einen solchen Siegfried den Günther nicht leiden mag, den wir bei weitem vorgewgen hätten, obgleich auch Herr Zehl kein besonderer Vertreter für derartige Rollen tft.
Wenn eine Vorstellung, die den größten Ernst beansprucht, humoristisch auf das Publikum wirkt, dann ist's mit Spiel und Tanz vorbei, und eine Darstellerin wie unsere werthe Gästin nur zu beklagen.
Herr Director Rheinberger sollte doch unterlassen, derartige Rollen zu übernehmen, und die Langmuth des Publikums nicht allzu sehr auf die Probe stellen.
Auch Herr Flachsland war alles andere, nur kein Hagen-
Die Chrimhilde der Frau Cornelia Rheinberger war noch die Einzige, welche uns einigermaßen mit dem Ganzen versöhnen konnte, wenn sie auch nicht tlond war, wie es der Dichter vorschreibt.
Mit dem sehnlichsten Wunsche: „Gute Besserung" wollen wir für heute schließen. —
Harrde! und Verkehr.
v.
2'cO^cember. lieber die hiesigen Bahnhöfe äußert sich der Jahresbericht der hiesigen Handelskammer:
\. 2m Imst 1883 richtete die Kammer ein Schreiben an die Königl. Eisenbahn- orrectlon Hannover, worin auf das Bedürfniß einer Erweiterung und eines Umbaues des hiesigen Bahnhofs zur Beseitigung bestehender Mißstände hingewiesen wurde. Kurz darauf erfolgte auch bie erfreuliche Mittheilung, daß die nöthigen Arbeiten höheren Orts genehmigt morben feien unb zur Ausführung gelangen würden. Dennoch blieb SJ1?. ?ej öefabrbrohenbiten Mängel der hiesigen Bahnhofseinrichtungen unbeseitigt unb worben. Wir meinen ben süblichen liebergang an bein v Güterschuppen. Auf biesem Uebergang liegen 12 bei Tag unb ytacbt fast ständig befahrene Schienengeleise. Die Wärter an den Barrieren find häufig an den Welchen beschäftigt und können deshalb die gefährliche Stelle gar nicht ge- ’rad^ Verkehr ist daselbst sehr stark. Auf der Vahnseite (westlich der Geleise) liegt die Margarethenhutte, welche zahlreiche Arbeiter beschäftigt, ferner Steinsabrik, eine chemische Fabrik, eine Knochenmehlfabrik u. f. w. Einige 20 Familien, welche jenseits der Schienengeleise wohnen, passiren täglich den Heber- gang, um iu die Stadt zu gelangen. Viele Stein-, Kohlen- und andere Fuhrwerke smd auf diesen Uebergang angewiesen. Viele Arbeiter aus nahgelegenen Dörfern nehmen über das Geleise ihren,Weg, der sie hier am schnellsten in die Stadt führt. Alle diese Umstande wurden in einer nochmaligen Eingabe an König!. Eisenbahn- n Hannover des Näheren dargelegt und um Abhülfe gebeten, welche allein durch Ueberbiuckung oder Unterführung des gefährlichen Uebergangs geschaffen werden'kann. Wir sprechen die Hoffnung aus, daß dieser Mißstand beseitigt werden wird, ehe größere Ungluckvsalle vorgekommen sind.
c, K ähnlichen Beschwerden von Seiten der Bewohner des südlichen Theiles der Stadt Giegen hat der Uebergang über die Oberhessischen Eisenbahnen an der katholischen Kirche gesuhlt, wobei zu bemerken ist, daß es sich hier zunächst nur um einen gefahr- Fußlanger handelt. In noch zwei anderen Fällen sind die Straßenzustände m der Nahe des Bahnhofs Gegenstand begründeter Beschwerden. Einmal bandelt es sich um Erlangung einer Verbindung des oberen Theiles der Franks ui ter Strafe und. der Wilhelmsstraße mit den Bahnhöfen und ferner um Beseitigung der Sperre des vsm Bahnhofe aus längs der Bahngeleise nach dem ehe- maligen Güterschuppen der Koln-Mindcncr Bahn führenden Fahrwegs. Die in den letzten Fallen ergangenen Petitionen der Betheiligten waren an die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Gießen gerichtet und ivurden der Kammer zur Kenntniß- naMMüMitgetheilk, woraus man beschloß, dieselben bei geeigneter Gelegenheit zu e 2 D-c-mber. Rother 2Bewn M. 13.90, weißer Weizen Jt. 13 90,
fei i°00%Ä100900.0- 6afer •* M0' ÄartoffcIn ä 100 Mund 0.00, F^o^urt, 2. December Auf dem heutigen Markt kosten: Kartoffeln per Malter Jt 3.oO—4.00, Eier das Hundert Jt 6-50—8.00, Butter per Pfund Jt 110 bis 1-30, Weißkraut per Stück 12-00 J,. Rathkraut per Mück 20-25 Kohlrabi p^SMck 3-00^ Ochsenfleisch per Pfund 60-70 Kuh- u. Rindfleisch 50-60 4, ?°Z75 Hammelfleisch 45-65 4, 1 Hahn ^ 0.80-0 90, 1 Huhn Jt 1.00—2.00, 1 Ente Jt 2.50-3.00, 1 Gans Jt 4.00—8 00 1 Taube 40-60 Welsche Jt 5.00-12-00. '
Literarisches.
cv Tribunal, Zeitschrift für praktische Strafrechtspflege (Verlag von
I. F. Richter in Hamburg) bringt tnt Nooemberheft:
im westlichen. Deutschland. (Fortsetzung und Schlich.) x 0
2) Die Brandstifterin Johanna Duda. Dargestellt von Dr. Benedi? Ratlbor.
3) Vernrtheilung wegen Meuchelmordes ohne objectiven That- bestand. Nachträgliche Erinnerung der angeblich Ermordeten. Dargestellt von Prof. Dr. I. Rosenblatt, Krakau.
Indem wir uns Vorbehalten, auf die letztgenannte Abhandlung demnächst ausführlich zuruckzukommen, verfehlen mir nicht, heute besonders auf den Aufsatz • Die Lustmorde im westlichen Deutschland" (oergl. Octoberheft des „Trib.") aufmerksam zu 'n°ck>-n. Der Verfasser desselben, Landrichter Barre-Düsseldorf hat versucht, die Grunde für^das Aufkommen des hier in Frage stehenden Verbrccherthums fcstzustellcn und ist zu dem Resultate gelangt, daß es in den von der fraglichen Verbrechensseuche betroffenen (volks- und verkehrsreichen) Gegenden hauptsächlich an einer entsprechenden Organisation der Kriminalpolizei mangele.
Des Näheren auf diese Erörterungen, sowie auf die Reflexionen des Verfassers über die psychologifchen und luristischen Merkmale der Lustmorde'einzugehen, verbietet der zur Verfügung gestellte Raum. Auch dürfte es Jedem, der - Kriminalist oder Laie - der Frage naher treten will, anzurathen fein, die gut geschriebene Abhandlung selbst zu ftnoiren. P ö
Temperatur in Gießen.
November 1885.
Niederste........ 8,0 °R
Mittlere.......+ 2,36 „
Mittel früherer Jahre.....4-2 63
Höchste........+ 16,7 „
Niederschlag an 12 Tagen . 1,94 Par. Zoll.
Mittel früherer Jahre an 16 Tagen 1,97 „ „
Allgemeiner Anzeiger.
VereÄMsfaBaMesB, Banner, gestickt u. gemalt, -Vereinsabzeichen, Schärpen. — Fahnen und Flaggen, Wappenschilder, Transparente, Lampions, Feuerwerk.
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