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Rk. 283

Freitag den 4 December

1883

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringrrlobrr.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 59 Pf.

Erscheint tödlich mit Arrsnshme deS Mo«1agS.

Bureatt t Schulstraße 7.

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Spanien.

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»seiner Stelle gethan werden konnte. I|ur Herrschaft gebracht, so viel er inagyarischen Nationalitäten, er hat : Ungarn auch wirtschaftlich gehoben, obwohl viel kleiner als die andere

mer Interpellationen Klerus, insbesondere bracht werden.

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Madrid, 2. einer Deputation der

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Punkten Oesterreich gegenüber seine Forderungen durchwsetzen vermag. Ob es auch dem österreichischen College« Tiszas, dem Grasen Taaffe, vergönnt sein mrd, sein zehnjähriges Minister-Präsidentschafts-Jubiläum es würde dasselbe [in das Jahr 1889 fallen zu feiern?

über die neuerdings vorgekommenen Verfolgungen des- über Streichung der Gehälter von Pfarrgetstlichen einge-

vermochte, und ost aus Kosten der nicht- der Regierung ein festes Ziel gegeben und Seiner Energie verdankt Ungarn, daß es, Reichshälste", doch in allen wesentlichen

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Das Ministerium beschloß, ausnahmslos allen politischen Flüchtlingen- die Rückkehr nach Spanien zu gestatten, welche es wünschen.

Serbien.

PiroL, 1. December. Ein Schreiben des serbischen Generalstabs zeigt an, der König habe Milanowitsch zum Bevollmächtigten für die Waffenstillstands- Verhandlungen ernannt; Milanowitsch treffe morgen im bulgarischen Haupt­quartier ein. Die erste der bulgarischen Bedingungen dürste die Räumung des Districtes Widdin durch die Serben sein.

Frankreich.

Paris, 2. December. In Folge der von Courcy aufgefangenen De­pesche erbittet derselbe Aufklärungen, um die Gemüther beruhigen oder andern­falls Maßregeln nothwendiger Vorsicht zur Sicherung der exponirten Posten ergreifen zu können. Courcy verspricht schnelle Pacification des Deltas, wenn er eine befriedigende Antwort erhalte. Der Kriegsminister antwortete Courcy, die Regierung werde für die von Courcy verlangte Occupation und völlige Er­oberung energisch eintreten.

DerUnivers" meldet, nächstens würden im Senate und in der Kam-

Politische Ueberficht.

Gießen, 3. December.

Das auf den 2. Januar 1886 fallende 25jährige Regierungs- Jubiläum Kaiser Wilhelms als König von Preußen wird am 3. Januar von allen Garnisonen durch feierlichen Gottesdienst und darauf folgende große Parole-Ausgabe begangen werden. Die gejammte Berliner Generalität begiebt sich am 3. Januar zur Gratulation in's kaiserliche Palais, wofür die Gratu­lation am Neujahrstage aussällt. Die in Rußland lebenden Deutschen rüsten sich bereits, diesen Ehrentag Kaiser Wilhelms, der für sie aus den 21. Decem­ber a. St. fällt, durch einen am Sonntag, den 22. December (ebenfalls nach dem russischen Kalender) Seitens der deutschen Kolonie in Petersburg zu ver­anstaltenden Dankgottesdienst zu begehen. Außerdem «erden in ganz Rußland unter den Deutschen Sammlungen stattfinden behufs Herstellung einer an den deutschen Kaiser abzusendenden künstlerischen Adresse. Kaiserin Augusta ist am Montag Abend, nach Beendigung ihres Herbstaufenthaltes in Koblenz, wie­der in Berlin eingetroffen.

Die Samstags-Sitzung des Reichstages mit ihren langen und scharfen Auseinandersetzungen zwischen dem Reichskanzler und dem Abgeordneten Dr. Windthorst anläßlich der Centrums-Jnterpellation über die Missions-Thätig- keit in den deutschen Schutzgebieten hat begreiflicher Weise auch weit außerhalb der parlamentarischen Kreise den lebhaftesten Nachhall gefunden. Allgemein fragt man sich, ob die in so außerordentlich gereiztem Tone geführte Discussion zwischen dem Fürsten Bismarck und dem Centrums-Führer über die Colonial­politik, den Culturkampf u. s. w. den Beginn einer neuen Fehde des Centrums gegen die Regierung bedeutet. Fast möchte man dies annehmen, wenn man erwägt, wie geflissentlich diese Discussion von Herrn Windthorst herbeigesührt wurde, obwohl doch der Kanzler sichtlich bemüht gewesen war, die beiden An­fragen des Herrn Reichensperger in der ruhigsten und sachlichsten Weise zu i beantworten. Was soll aber dann der Zweck des dergestalt inaugurirten Feld- ! zuges der Centrumspartei sein? Beabsichtigt ihr kluger und in allen Künsten j der parlamentarischen Taktik wohl erfahrener Chef nur, dem Fürsten Bismarck I wieder einmal die ausschlaggebende Rolle seiner Partei in's Gedächtniß zurück- zurusen? Sollte dem so sein und die nächsten Sitzungen des Reichstages werden vielleicht schon hierüber Auskunft geben dann wird allerdings die kaum erst begonnene parlamentarische Campagne sich zu einer heißen gestalten und möglicher Weise einen jähen Abschluß durch eine Auflösung des Par­laments finden.

Die Budget-Commission des Reichstages erweist sich gegen­über den Mehrforderungen des Militär-Etats unerwartet ablehnend. In dec am Montag stattgefundenen Sitzung lehnte die Commission die für die Errich- I tung einer dritten Landwehr-Jnspection in Berlin geforderten 19,750 JL ab. I Ebenso wurden die für das Ingenieur- und Pionier-Corps neu geforderten drei Hauptleute 1. Klaffe mit je 3900 Jl. Gehalt und zwei Hauptleute 2. Klaffe mit je 2500 trotz dringender Befürwortung des Kriegsministers abgelehnt. Der Kciegsminister hat der Budget-Commission auch eingehende Mittheilungen über die bekannte Zahlmeister-Affaire gemacht. Aus denselben erhellt, daß in Folge eines Briefes, den ein Menage-Lieferant an einen Zahlmeister richtete I uns der in die Hände eines Auditeurs gerieth, die ganze Sache herausgekommen ist. Eine große Anzahl von Zahlmeistern machten mit dem erwähnten Liefe- I rantenGeschäfte", indem sie ihm die Lieferungen für ihre Regimenter gegen feste Spesen zuwandten. Die Untersuchung wird mit großer Schärfe geführt I und ist der Kriegsminister entschlossen, die Ergebnisse derselben an die Oeffent- lichkeit zu bringen, um zu verhindern, daß sich ähnliche Uebelstände wie in an­deren Armeen auch in Vie deutsche Armee einschleichen.

In der bayerischen Abgeordnetenkammer brachte Abg. Kopp am Montag seinen in der Sitzung vom 12. v. Mts. gestellten Antrag aus Kündigung des bayensch - russischen Auslieferungs-Vertrages in veränderter Form wieder ein. Die Debatte hierüber sollte an diesem Donnerstag stattfinden.

Ein zehnjähriges Minister - Präsidentschafts - Jubiläum gebärt in unserer auch in politischer Beziehung so kurzlebigen Zeit zu den größten Seltenheiten. Dem leitenden ungarischen StaatSmanne, Koloman d. Tisza, ist nun das seltene Glück beschieden gewesen, am vorigen Samstag sein zehnjähriges Jubiläum als Minister-Präsident feiern zu können, aus welchem Anlässe dem Jubilar aus den weitesten Kreisen Begrüßungen und Beglück- l wimschungen in reicher Anzahl zu Theil geworden sind. Jenseits wie diesseits [her Leitha ist dieses Ereigniß von der Presse in gebührender Weise berücksich-

Reichstag.

E. R. Berlin, 2. December. Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die erste und zweite Berathung des vom Abg. v. Köller eingebrachten Entwurfes über die Ausdehnung des Reichsbeamtengesetzes.

scher. Dem tobten König sind aber kaum die letzten Ehren erwiesen und schon umhüllt sich der politische Horizont des Pyrenäenlandes mit dunkeln Wolken. Don Carlos, der fanatische Prätendent auf den spanischen Königsthron, hat von Venedig, dem Orte seines Exils, aus verkündigt, er gedenke dieOrdnung" in Spanien nun, man weiß schon, was Don Carlos hierunter versteht dem­nächst wieder herzustellen und sollte er deshalb einen Bürgerkrieg entfachen.

| Einstweilen sind indessen die maßgebenden Parteien Spaniens gesonnen, zur Regentschast der Königin-Wtttwe Christine zu stehen und dem gegenüber werden

I wahrscheinlich die Carlisten einen günstigeren Zeitpunkt abwarten, um ihren | Plänen bewaffneten Nachdruck zu verleihen. Auch Angesichts der Haltung sämmtlicher Monarchien und des Papstthums glaubt man nicht, wenigstens nicht in den gegenwärtig leitenden Madrider Kreisen, daß die Carlisten so bald einen Ausstand in Scene setzen werden. In der Provinz Lerida ist allerdings bereits eine Jnsurgentenbande aufgetaucht, doch wurde dieselbe von den Bauern rasch angegriffen, verfolgt und zerstreut, so daß man also in dieser vereinzelten Er­scheinung wohl kein besonders beunruhigendes Symptom zu erblicken braucht.

Endlich ist durch einen Waffenstillstand dem Blutvergießen auf der Balkan-Halbinsel ein vorläufiges Ziel gesetzt worden, nachdem zuvor bei Pirot wie bei Widdin noch einmal erbittert gekämpft worden war. Das Ver­dienst, diesen Waffenstillstand herbeigesührt zu haben, gebührt Oesterreich, welches durch den Grasen Khevenhueller dem Fürsten Alexander zu verstehen gegeben hat, daß er bei weiterem Vordringen der Bulgaren in Serbien möglicher Weise auf österreichische Truppen stoßen gönnte. Diese österreichische Protection hat Serbien offenbar wieder Muth gemacht, denn es liegt von der Belgrader Regie­rung die Erklärung vor, daß Serbien nicht eher abrüsten werde, bis nicht in Ost-Rumelien ein neuer Gouverneur aber beileibe nicht Fürst Alexander von Bulgarien ernannt sei. Damit ist die ostrumelische Frage wieder in den Vordergrund gerückt, mit der die Konstantinopeler Conferenz durchaus nicht fertig werden kann; vielleicht, daß man schon in.den nächsten Tagen vom Aus­einandergehen der Conserenz hört. Inzwischen wird aus Konstantinopel gemel­det, daß der für Ost-Rumelien ernannte türkische Commiffar, Djevdet Pascha, nach Ost-Rumelien gehen werde, sobald Lehi Effendi und Godan Effendi, welche am Montag nach Philippopel abgegangen sind, um die Amnestie für Ost-Rume­lien zu überbringen, von dort zurückgekehrt sind.

Der Czar hat den russischen Officieren, welche in der bulga­rischen Armee gedient haben, seinen Dank für ihre glänzend erfolgreiche Thätig- keit ausgesprochen. Ob die russischen Osficrere wirklich eine derartige Belobigung verdienen, mag dahingestellt bleiben.

ligt worden und derPesther Lloyd" trifft wohl das Richtige, wenn er sagt, Tisza habe nichts Großes gethan, nur das Größte, was zu seiner Zeit und an Er hat »den ungarischen Staatsgedanken

December. Der Minister des Auswärtigen antwortete Kaufleute, er beabsichtige die Handels-Beziehungen der romanischen Länder zu begünstigen und kündigt an, daß für das nächste Jahr eine Ausstellung in Madrid beabsichtigt werde.

Abg. v. Köller (ks.) giebt einen Rückblick auf die früheren Regierungsvorlagen in dieser Materie und die Behandlung, die sie im Hause gefunden. Wenn nun auch die diesmalige Thronrede von dem Entwurf nicht spricht, so wollen wir die als dringend nothwendig erkannte Abänderung des Reichsbeamtengesetzes wieder in Fluß bringen; aus unserem Antrag ist jedoch nicht zu schließen, daß wir die Reichsmilitärpensions- novelle für minder wichtig halten. Unter den jetzigen Pensionsverhältnissen bleiben viele Militärs mit Rücksicht auf die geringe in Aussicht stehende Pension zu lange im

_ ,, _ . , i. zr. f ,, r , o vii v i activen Dienst. Soll die Frage der Communalbesteuerung der Offiziere gleichzeitia

Seit Sonntag ruhen bte Gebeine Alfonso s XU. ut der | geregelt werden, so mögen die Freisinnigen einen Initiativantrag stellen, mit welchem AörngSgrust des Eskurial, der 300jährigen Begräbnißstätte der spanischen Herr- 1 sie so wie so im Rückstände sind.

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