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Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag»

tHirr»* : vchulßraße 7

Großherzogliche Provmzial-Direction Rheinhessen- Küchler.

Preis vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit Sri Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark

riitzureichen-

Mainz, ben 29. Januar 188a.

Gießen, 3. Februar. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am DO«ner»tag den B. Februar 1885, Nachmittags 4 Uhr-

1. Ablösung der BettragSpst-cht der Civilgemetnde Gießen zu den Bedürfnissen der evangelischen Kirche daselbst.

2. Klage gegen den OriSarmenverband Haarheim-

3- Die Beschaffung von Jsol'rräumen. f

4 Gesuch des Metzgerwetfter« Hermann Euler um Bauerlaudnltz.

5. Gesuch des Christoph Rüdsamen um Ueberlassung von Kieslagerplätze».

6. Anschaffung emeS ClavicrS für die höhere Mädchenschule.

7. Kostendecreturen.

Gießen, 3. Februar. Wie wir zuverlässig mittheilen können, wird unS in den nächsten Tagen der seltene Genuß bevorsteheu, Richard Türschmann, der seinn Kunst auch hier in Gießen rasch so viele Freunde und Verehrer erworben hat und erst vor kurzer Zeit in Petersburg und Prag reichen Beifall erntete, in unserer Stadt sprechen zu hören. Wir werden unS noch erlauben, näher hierauf zurückzukommen und bemerken nur zum Schluß, daß auch die Wahl der Recitatton, ,Shakespeares Kaufmann von Venedig", eine vielversprechende ist.

Darmstadt, 2. Februar. Der Abg. Schade hat zwei Anträge bei der zweiten Lamm« -^gebracht, d?ren erster die Einstellung eines Betrage« von 3000 Xm da« Budget für Schulgelder an unbemitteltere Ackerbauschüler, sowieSttpcndten für ^eoret'sch auSgedtldcte Ackerbauschül.r zweck« ihrer weiteren praktischen- «uSb ldung verlangt, während der zweite 3000 <X für den Verband der hessischen latrdw.rthschast- lichen Ereditgenosienschasten zum Zwecke der Organisation rc. eingestellt wisien wll- Die Abgeordneten Frhr. v. Rabenau, Schröder und Möhn beantragen. D Regierung zu ersuchm, in Abänderung der Grotzh- V^dnung vom 18. Januar 1882 6a Id eine Herabsetzung der Stempel und Gebühren Auf Immobilien und Hypoth ken vormnehmen. D>e Abgeordneten Kugler und Böhm beantragen die^Bewilltg' uni e*rfS Staatszuschuffe« i Fonds perdu von 785,000 Jt für einen kV ent. Privat Unternehmer d?r eine Nebenbahn Offenbach u. M -Dteburg-Remheim mit Abzwe'gung über TempUseemühle nach Ober-Roden, resp. einen Thetl dieser Strecken bauen und betreiben will. In letzterem Falle sind die Zuschüsse wie folgt berechnet. Offenbach. Dtebura 400 000 Jt Diedurg-Relnheim 150,000 X, Offenbach-Tempelseemühle-Nteder ««den 935 000 JL Die Abgeordneten Dogt und ckel Haden beantragt, einen knt^echendm Betrag für Erhaltung und R.stauraOon der Schloßruine.Münzenberg tn da4 Budget aufzunehmen, deSgl. einen Betrag für Regulirung der Ufa th tb weiser Rückerstattung der Kosten, welche den Gemeinden Ober- und Nieder-Mörlev bei dem letzten Hochwasser der Ufa verursacht worden.

Telegraphische Tepeschen.

Wolff » telegr. Correspondenz-Burcan.

Leipzig, 2. Februar. Die Verhandlung in dem LandeSverrathS-Proceffe -aeaen den Kaufmann Janssens aus Lüttich und den Geschäftsmann Rnipper cu« Birkenfeld ift vom Reichsgericht auf ben 2. März anberaumt worden Es bandelt sich in dem Proceffe um die Veruntreuung fecreter militärischer Acten.

Haag, 2. Februar. Die verwittwete Prinzessin Heinrich der Nieder- derlande, älteste Tochter Sr. König!. Hoheit des Prinzen Friedrich Karl von Preußen, bat sich mit dem Prinzen Albert von Sachsen-Altenburg verlobt.

Haunover, 2. Februar. DerHannov. Cour." veröffentlicht einen Brief aus Dubrica vom 4. v- Mts., Inhalts deffen der Koroetten-Kapltan (Sbüben von der deutschen Kreuzer-KorvetteAriadne" am 1. Januar cr. eme b-i-pedition nach Bramiah und 'J)atia unternahm. Der König von Bramiah hatte den Wunsch ausgesprochen, sein Gebiet unter deutsches Protectorat gestellt zu sehen Nachdem der König indeß auf das an ihn gestellte Verlangen Ver- träge mit Frankreich vorgelegt hatte, aus denen die Ansprüche Frankreichs aus sein Gebiet klar hervorgingen, wurde von einer Protectorats-Erklärung abge­sehen. Dagegen wurde das von den Flüffen Bramiah und Dubrica umgrenzte Land Capital) durch einen am 2. Januar cr. mit dem Könige abgeschlossenen Vertrag unter deutsches Protectorat gestellt, das Aufhiffen der deutschen flagge erfolgte Abends 5 Uhr m Gegenwart des Kapitäns Chüden, des Kapitän- Lieutenants vu Bois und der Officiere derAriadne", sowie des Königs von Cavitav mit feinen Unterthanen. . l .

Bern, 2. Februar. Die englische Gesandtschaft theilt den Beitritt der Kolonie Neusüdwales ;um internationalen Telegraphen-Vertrag mit.

London, 2. Februar. Der in der Umgegend von London verhaftete John Gilbert Cunningham erschien heute wiederum vor betn Polizeigerichte in Bowstreet. Der Staatsanwalt theilte mit, bei dem Verhafteten fei eine kleine Maschine gefunden worden, die geeignet sei, Dynamit zur Explosion zu bringen- Auf die Fragen der Polizei habe der Verhaftete nicht genügende Auskunft in OA«hon geben können. Aus seinem Absteigequartier hat der Verhaftete einen den er aus den Vereinigten Staaten mitgebracht hatte, verschwin-

^Die Verhandlung gegen den verhafteten Cunningham wurde schließlich

Petersbura?2.^Februar. Der.Reglerungs-Avzeiger" veröffentlicht eine Gesetz- novrlle, noch welcdrr folgende Zollerhöhungen eintreten sollen: Bei 6-f°lrn'en Wvgev Stockfischen und anderen getrockneten oder gedönten Fischen um , ^oldkopeken, bei dem flher die europäische Grenze zur Emfuhr kommenden Thee leder Art um 400 Goldkopeken, bei Traubenwem in Fäffern um 95 Goldkopeken; bei gedrillter und gesponnener Seide bei gehaspeltem Setdengarn uwd Nähgarn, bei Garn ouS bou^e de soie oder Flockseide mit oder ohne Zusatz von Wolle oder Flachs, ungefärdt, um 800 aefärbt und gedruckt um 1600 Goldkopeken; bei Olivenöl, Baumöl, sowie bn allen vegetabilischen Seien um 20 Goldkopeken per Pud; bet Schaumweinen tn

Flaschen um 15 Goldkopeken per Flasche. Die E nfuhr von Korinthen bleibt zolliret. Die genannten Zollerhöhungen werden mit der Veröffentlichung derselben im Grfetz- blatte, also morgen, hi Kratt treten.

£9 Mittwoch den 4. Februar 1886

Gießener Anzeiger

Amts- »nd Anzeigtblatt für den Kreis Gießen.

^chdem die auf dem Ringei.hauser Has befindlichen Schaf- d-d Philipp N-ichhard. >>. au. Raberiahausen wegen Bachandenfen.» der Räude- i0 ,Dirb bk6 SSg»6*____:

Bekanntmachung.

3m Graßherzaglichen G-fänaniß dahier ist die Stelle einer K--°k-nwä,tert° erledigt und safart wieder zu befetzen. M.t dieser Stelle ist em Gehalt von ti(K) Jt pro Jahr «ebst tt-!er Wohnung Heizmig 0 n| eb renb j unter Beischluß der Zeugnisse über srühere Dienst,

thatigkeit^owü^über 5 Vermagen-v-chältnisse und^eumund .letztere ausgestellt -an der Or.dbehärde) bei dernterzeichneten Stelle

Oestentliche Litzung deS ProvinzialanSschuffes der Provinz Ober-

atmenoer^aJb N'eder-MaoS waren al« Sertreter be8

Warthorst für dcn Rechtsanwalt vr. Guts lei sch und als Vertreter deS Beklagte» RechtS^^l^Metz^chienen^ ÜOn Zeugen erkannte der ProvtnzialauSschvß

rn ^^^ung, ($nlr(j)ejbung Rechtsstreites allein davon abhängt^ ob alS'Unter- stützungs wohn sitz des Urban Hofmann der OrtNieder-Moos, wie Kläger behauptet, oder Bulmke bet Schalke, wie B klagter behauptet, angesehen werden muß»

daß für di<s- Entscheidung die wettere Frage maßgebend ist, ob der Aufenthatt deS Urban Hofmann zu N'eder-MooS vom 21. November 1881 bW -um 12. Februar 1882 geeignet war, den Lauf der Frist zur Erwerbung des UnterstützungS- Wohnsitze« in Bulmke zu unterbrechen; -.c,,. n r b n

hQfe diese F.aae verneint werden muß, weil nach den Angaben des U r d an Hoi mann in b« mündpch-n Verhandlung al8 'Ä

bafe derselbe bet seinem Weggange von Bulmke nicht die Absicht batte, den Mutet punkt feiner wlrthlchaslllchen ThStigkelt van Bulmke nach Nleder-MaoS iu oerlegen, etl "1) Bulmke nur mit Rücksicht auf ben Umstand verließ, daß der etngetr-ten-

Frost ihm die Arbeit als Maurer unmöglich machte

2) von seinem Arbe.tgrber ausdrücklich nur für die Zeil deS Frostes entlast n

3) "eine ÄldbCT, sein Bett und sein Arbeitszeug tn Bulmke tn seiner dortigen 4) ^&ä^ÄbVn% Aufenthalte« In Nteder-Moos nicht In fremden

Diensten, sondern nur häuslich beschäftigt hat, ift und

5) alibalb nach Aufhören deS Froste« nach। Sck>°lke jdWJ« « seine frühere Beschäftigung bei seinem bisherigen Dienstherren wi genommen hat,

3. Ȁ W

Landarm enverband des KreiseS Frtedbe g w $crtrrter des Klägers RechtÄwktt°LVtz°,"alg Vettrkte7d-7 W« ®end>tbacceffift Belke für ben Rechtsanwalt Jöckel erschienen.

Der Provtnzial-AuSschuß erkannte. beTl eingeklagten Betrag von

daß Beklagter schuld g ist, an den Zustellung der Klaae an,

119.55 JL nebst 5pCt, Zwsen ^häfer mit95 JL jäbrhcb

sowie da« Kostgeld des Kind s^d S ** bfT uebernahme diese, Kindes zu vom l. Juli l. 3. an * Rervfleguvg zu übernehmen, die Kosten deb $Sare^ iU tragen und an bie Proolnz.alkafie.etnen Aversionald.trag von 20 zu bezahlen.-

Die EnischeidungSgründe lauten. bcrcit8 {m 3fl^rc 1877, wie er

gngibt.fber «ftnam Äeri®te: IM wie seine Fi°u angegeben hat, sest,«. WohnsiS