von Bezirken der Verwaltungsapparat ein zu schwerfälliger werden würde. Es wurde somit den Gemeinden die Versicherung überlassen und von Seiten des Kreisamts ein einfaches Musterstatut ausgearbeitet, welches den Ortsvorständen mitgetheilt wurde.
Was die Stellungnahme der Handelskammer gegenüber dem Unfalloersicherungsgesetz anlangt, so verweisen, wir lediglich auf die Ausführungen unseres vorletzten Jahresberichts, in welchem die Frage der Unfallversicherung de lege ferenda eingehend behandelt worden ist. Die Ausführung dieses Gesetzes dürfte auf weit größere Schwierigkeiten stoßen, als dies beim Krankenkasfengesetz der Fall gewesen ist, wie man auch in der That schon bei der Ausarbeitung von Ausführungsbestimmungen auf bedeutende Mängel des Gesetzes aufmerksam geworden ist.
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Literarische-.
Mr den Weihnachtstisch.
I. Glückliche Kinderzeit. Ein Bilderbuch für Mädchen und Knaben mit 36 Bildern von Fedor Flinzer und 50 Liedern und Reimen von Gg. Christian Dieffenbach, sowie 17 neuen Melodieen dazu von Carl Aug. Kern. Zweite Auflage (6.—10. Tausend). Druck und Verlag von M. Heinsius, Bremen, eleg. kart., gr. 4°. 5 JL
II. Aus dem Kinderleben. Erste Sammlung, 24 Bilder von Ludw. Richter, mit Liedern und Reimen von Gg. Christ. Dieffenbach, 3. Ausl. Bremen, Verlag von M. Heinsius. kart. 2.50 J4»
III. Sechshundert Kinder-Räthsel, Scherzfragen, Rebusse, Spielliedchen, Berschen und Gebete. Für gute Kinder herausgegeben von Ernst Lausch I, siebente durchgesehene Auflage. Bremen, M. Heinsius. kart. 1.20 JL.
Die drei genannten Kinderbücher sind den Lesern dieses Blattes längst nicht mehr unbekannt. Schon wiederholt wurde in früheren Jahren auf dieselben als unbedingt empfehlenswerthe literarische Erzeugnisse für das zartere Kindesalter von etwa 6--10 Jahren hingewiesen. Und da nun jetzt das bevorstehende Weihnachtsfest Eltern, Pathen ?c. die Frage wieder nahe legt, was etwa von Erscheinungen der Jugendliteratur den Kleinen und Kleinsten als für Herz und Geist wirklich förderlich geboten werden könnte, so dürfte vielleicht manchem mit einem erneuten rechtzeitigen Hinweis auf die obigen, in neuen Auflagen erschienenen Kinderbücher gedient sein. Was das
erstere, „Dieffenbachs und Flinzers glückliche Kinderzeit" betrifft, so hat sich das öffentliche Urtheil übereinstimmend so günstig über dasselbe ausgesprochen, daß wir zum Lobe desselben noch etwas zu sagen für überflüssig halten. Wer darum einem unverdorbenen Kinderherzen in Bild und Wort etwas wirklich Gutes und durchaus für dasselbe Geeignetes bieten will, der greife nach diesem prächtig ausgestatteten Buche, dessen vorliegende 2. Auflage sich von der früheren nur dadurch unterscheidet, daß in jener 17 der mitgetheilten Kinderlieder mit leichten, singbaren, für das Kindesalter passenden Melodien versehen sind, durch welche sie sich dem Kindesgemüth nur noch näher legen, und daß an die Stelle des Gedichts „Allerlei Rede, für ganz kleine Leute" in der neuen Ausgabe ein anderes kürzeres „Der kleine Student" getreten ist. Sonst ist die herrliche Publikation mit ihren theils in Farbendruck, theils in Holzschnitt, wie früher, gebotenen, vortrefflich gezeichneten Bildern, wenn man von dem kleineren Druck absieht, der hier und da in Folge der Hinzufügung der Melodieen nöthig wurde, ganz unverändert geblieben.
Durchgängig gilt letzteres von Nr. II. Da find die tief gemüthlichen, kindlich gedachten Holzschnitte des nunmehr Heimgegangenen Altmeisters Ludwig Richter (t in Dresden) mit den so innig der bildlichen Darstellung sich anschmiegenden naiven Reimen unseres Landsmanns Dieffenbach (Dr. thsol. in Schlitz) ganz wie in den früheren Auslagen einfach zum Abdruck gebracht worden.
Dasselbe muß auch im Wesentlichen von Nr. III, dem trefflichen Räthselbüchelchen von Ernst Lausch, gesagt werden, das sich in der Kinderwelt schon so eingebürgert und so manchem Kinderkreise im lieben Vaterlande schon so viele herzerquickliche geistige Anregung geboten hat. Von kleinen Veränderungen und Zusätzen abgesehen erscheint es inhaltlich seinen Vorläufern ganz ähnlich und schreitet auch in demselben typographischen Gewände einher. Da ist nichts Ueberspanntes und Gesuchtes, sondern alles im kindlichen Anschauungskreise liegend, der kindlichen Fassungskraft angepaßt, und den kindlichen Scharfsinn in angenehmster Weise weckend.
Möchte recht vielen unserer Kleinen durch Wahl der einen oder anderen dieser Kinderschriften zum Geschenk an dem bevorstehenden Weihnachtsfeste eine ebenso erfreuende als geistig fördernde Nahrung geboten werden! Bd.
Dr. Gensch,
prakt u. Special arzt fGr Bant-, Frauen - u. Geschlechtskrankheiten (Syphilis)etc. Frankfurt a.M. Stiftstr. 22, fr. Assist. Prof. Ricord’s. Ausw. briefl.
Bekanntmachung.
Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegten Capitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt, und zwar:
1. Donnerstag den 3. Deeembcr 1885,
2. Samstag, „ 5. „ „
3. Dienstag „ 8. „ „
4. Mittwoch „ 9. „ „
5. Donnerstag „ 10. „ „
6. Samstag „ 12. „ „
7. Dienstag „ 15. „ „
8. Mittwoch „ 16.
9. Donnerstag „ 17. „ „
10. Samstag „ 19. „ „
11. Dienstag „ 22. „ „
12. Mittwoch „ 23.
13. Donnerstag „ 24. „ „
14. Dienstag „ 29. „ „
15. Mittwoch „ 30. „ „
16. Donnerstag „ 31. „ „
sowie:
17. Samstag den 2. Januar 1886,
18. Dienstag „ 5. „ „
19. Mittwoch „ 6. „ „
20. Donnerstag „ 7. „ „
21. Samstag „ 9. „ „
22. Dienstag „ 12. „ „
23. Mittwoch „ 13.
24. Donnerstag „ 14. „ „
25 Samstag „ 16. „ „
Die Interessenten werden daher aufgefordert, die Zahlungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legi- timiren-
Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen-
Gießen, den 28. November 1885.
Der Rechner der Spar- und Leihkasse. Kehr.
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