<tu§ inficirten Häfen kommende und das Rothe Meer passirende Schtffe eine ärztliche Untersuchung angeordnet wird, mit 16 gegen 4 Stimmen angenommen.
— Von der Sanitäts - Conferenz wurde der Antrag, daß Schiffe, welche im Rothen Meere keine Passagiere an's Land setzen, nur einer einmaligen Untersuchung in Suez unterworfen sein sollen, mil 16 gegen 2 Stimmen (4 Delegirte enthielten sich der Abstimmung) angenommen und der Antrag, daß Schiffe, welche Passagiere für die Häfen des Rothen Meeres an Bord führen, einer zweimaligen Untersuchung in zwei Häfen unterliegen, mit 16 gegen 2 Stimmen genehmigt. Auch bei diesem Anträge enthielten sich 4 Delegirte der Abstimmung. Der Antrag, daß Reisende, die sich auf inffcirten Schiffen befinden, zu landen, zu isoliren und der Beobachtung zu unterziehen sind, wurde mit 18 gegen 2 Stimmen und der Antrag, daß die Dauer der bezüglichen Beobachtung eine fünftägige sein soll, wurde mit dreizehn gegen neun Stimmen an-
BerttN, 1. Juni. sPrivatdepesche.) Se. Maj. der Kaiser hatten eine sehr gute Nacht. Das Befinden ist vorzüglich.
Die Eröffnung der neuen Straßen-Brücke in Main?.
Mainz, 30. Mai 1885.
Seit heute früh entwickelte sich in den Straßen unserer Stadt ein reges Treiben. In der Rheinstraße, auf dem Rheinquai und namentlich vor dem „Deutschen Haus" hatte das Publikum dicht gedrängt von 10 Uhr an Posto gefaßt und harrte in Langmuth der Dinge, die da kommen sollten.
Um 108/< Uhr versammelten sich die wenigen Eingeladenen auf der nördlichen Rampe am Mainzer Ufer und stellten sich auf dem Brückenkopf vor einem improvisirten Königszelte auf. Punkt 11 Uhr erschien der Großherzog mit großem Gefolge unter Führung des Finanzministers Weber und wurde am Fuße der Brückentreppe von dem Provinzialdirector Küchler und den Bürgermeistern von Mainz und Kastel empfangen und unter den Baldachin geleitet. Herr Finanzminister Weber hielt alsdann eine längere Ansprache über die Bedeutung des Tages und der Brücke, wobei er dankend der verschiedenen Factoren gedachte, die zu dem guten Gelingen des Ganzen beigetragen haben. , , c „ ,ri
Nachdem sodann die für den Schlußstein bestimmte Urkunde durch Mrmster- präsident Finger verlesen war, begann der eigentliche Akt der Einweibung in der üblichen Weise. Der Großherzog begab sich mit dem Erbprinzen und den anderen anwesenden Prinzen vor den Schlußstein, legte die in einer Kapsel verschlossene Urkunde in die Vertiefung, vollzog die Weihe durch die drei üblichen Hammerschläge und übergab hiernach die Brücke dem Verkehr. Hierauf beschritt er dieselbe unter Führung des Oberbauraths Schäffer und gefolgt von sämmtlichen Geladenen. In der Mitte der Brücke hielt er Cercle, ließ sich mehrere der Gäste vorstellen und unterhielt sich längere Zeit mit unserem Oberbürgermeister Dr. Dumont. An der Kasteler Rampe, wo die dortige Schuljugend postirt war, bestiegen die hohen Herrschaften die bereit stehenden Wagen und fuhren über die Brücke wieder zurück nach dem Großherzoglichen Palais zu einem dtijeuner dinatoire in kleinem Kreise.
Nachdem der letzte Wagen die Brücke verlassen hatte, wurde dieselbe auf ein Zeichen dem Publikum freigegeben, welches dann sofort in solchen Schaaren herbei- strömte, daß die Brücke und Rampe in wenigen Minuten dicht gedrängt von Menschen war. Während der ganzen Ceremonie, die etwa eine Stunde dauerte, verhielt sich das Publikum sehr ruhig und nahezu passiv. Von den geladenen Stadtverordneten war nur ein Drittheil erschienen. Das von Seiten der Stadt in der Stadthalle arrangirte Volksfest verläuft jedoch in äußerst fröhlicher Stimmung. Die alte Schiffbrücke ist heute Nachmittag bereits nach Mühlheim abgefahren.
Was die Brücke selbst anbelangt, so ist ihre Bedeutung als Bauwerk an dieser Stelle bereits mehrfach von berufener Seite dargelegt worden und es bedarf nur noch einiger Angaben über das Project und seine Ausführung, sowie über die bauleitenden Persönlichkeiten. Der Leiter des Unternehmens war bekanntlich Philipp Holzmann, Civilingenieur und Chef der Firma Philipp Holzmann A Co. in Frankfurt a. M., der es zunächst verstand, die Talente für die Ausarbeitung des Concurrenzprojectes zu wählen. Bekanntlich erhielten die Herren Wilhelm Lauter, Oberingenieur der Firma Philipp Holzmann & Co., Bernhardt Bilfinger, Oberingenieur der Firma Gebrüder Benckiser 'in Pforzheim und Professor Friedrich Thiersch in München bei der Concurrenz für die Brücke im Sommer 1881 für das in Gemeinschaft ausgearbeite Project den ersten Preis von 8000 Dieses preisgekrönte Project wurde ohne jegliche Abänderung — gewiß ein seltener Fall! — von Philipp Holzmann & Co. in Gemeinschaft mit Gebrüder Benckiser von Hinterkante-Widerlager bis Hinterkante-Widerlager zu der Pauschalsumme von 3 050 000 JL übernommen und ausgeführt.
Die Herstellung der Zufahrtsrampen wurde von denselben Firmen auf Einheitspreise und Abrechnung ausgeführt, so daß sich die Gesammtkosten des Brückenbaues incl. der durch den Staat unter Oberleitung des Herrn geheimen Oberbaurathes Theodor Schäffer ausgeübten Aufsicht auf rot. 3 600 000 JL. belaufen, in welcher Höhe die hessischen Kammern die Kosten für den Bau dieser Brücke auch bewilligt hatten. Der Voranschlag ist also nicht überschritten — gewiß ebenfalls ein seltener Fall! Die Brücke darf wegen ihrer soliden und dabei eleganten Construction, sowie wegen des für eine Brücke verhältnißmäßig reichen künstlerischen Schmuckes als eine der schönsten der Welt bezeichnet werden und erfreut sich mit Recht des ungetheilten Beifalles der Sachverständigen, sowie auch des Publikums.
Der Stadt Frankfurt aber gereicht es zur Ehre, der Sitz eines Baugeschäftes zu sein, dessen Leiter die ersten technischen Kräfte für Architectur und Ingenieurbauten zur Verfügung hat. (Franks. Ztg.)
Universitäts- Shrorrik.
— Die Zahl der Studirenden der Berliner Universität in diesem Sonuner- semester beträgt 4465 gegen 4154 im Jahre 1884. 1873 hatte die Universität nur 1590 Studirende. Was die einzelnen Fakultäten anbetrifft, so zählt die theologische jetzt 600 Studirende, gegen 1884 ist eine Vermehrung um 97 eingetreten. 1873 waren nur 170 Theologen inscribirt. Die juristische Fakultät zählt 937 Studirende, die Zahl der Juristen hatte 1881 den höchsten Stand, 1087, erreicht und ist seitdem con- tinuirlich um etwas gefallen. 1873 gab es nur 465 Juristen. Die Zahl der Mediciner ist fortwährend im Steigen begriffen gewesen, von 480 im Jahre 1873 auf 1072 jetzt, gegen 924 im Vorjahre; in der philosophischen Fakultät sind 1856 Studenten inscripirt, ebenfalls die höchste Zahl, die bis jetzt erreicht wurde; 1873 waren in dieser Fakultät 615 inscribirt, im Jahre 1884 1763.
— Feldmarschall Graf Moltke begeht heute ein Jubiläum akademischen Characters. Am 2. Juni d. I. sind nämlich 25 Jahre verflossen, seit er von der Berliner Akademie der Wissenschaften zum Ehrenmitgliede ernannt wurde. Moltke war damals Generallieutenant und bereits Chef des Generalstabs.
—' Für adelige Studirende hat die Deutsche Adelsgenossenschaft zwei Stipendien zu 360 gestiftet, welche vom 1. October d. I. ab zur Vertheilung gelangen. Das Stipendium kann dreimal auf je 1 Jahr an dieselbe Person verliehen werden.
— Der Selbstmordversuch des Professors Bredenkamp in Greifswald ist auch dieses Mal mißlungen. Der Kranke befindet sich jetzt in der Irrenanstalt.
Vermischtes.
Bock en heim, 28. Mai. Der „B. A." schreibt: Schon seit längerer Zeil in dem Main - Weser - Bahnhofe in Frankfurt ausgeführten Diebstählen, an welchen auch drei in Bockenheim wohnende Bahnbedienstete betheiligt sind, ist ein Frankfurter Schutzmann auf feinem nächtlichen Patrouillengange auf die Spur gekommen. Derselbe faßte einen von der Bahn kommenden Bediensteten, der mit allerlei Sachen bepackt war, ab und nahm denselben trotz aller Ausflüchte fest. Derselbe hatte auch verschiedene bei Bahndiebstählen nützliche Werkzeuge bei sich und mußte zugeben, die bei ihm gefundenen Sachen, Weißwein, Rothwein und Bettfedern, auf der Bahn aus Sendungen entnommen zu haben. Er gab auch feine Mitschuldigen an und bei einem Besuche derselben wurden die nämlichen Maaren zu Tage gefördert.
Bayreuth, 29. Mai. Der Bismarck-Attentäter, Böttchergeselle Kullmann, der im hiesigen Zuchthause sitzt, hat neuerdings am Straforte großen Krawall gemacht und wird in Folge dessen am 6. Juni vor der hiesigen Strafkammer wegen Majestätsbeleidigung, falfcher Anschuldigung, Amtsehrenbeleidigung und Sachbeschädigung verhandelt. Die Verhandlung verspricht in psychologischer Hinsicht sehr interessant zu werden, da die Vermuthung nahe liegt, Kullmann sei geistesgestört.
— sEin Wetzlarer Unterrichtsminister der Union.] Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, ist vom Präsidenten Cleveland ein Deutscher, Herr Raab aus Wetzlar, als Unterrichtsminifter in das weiße Haus berufen worden. Herr Raab, welcher auch einen Bruder in Frankfurt a. M. hat, war seither Unterrichtsminister des Staates Illinois.
Rrpertoir der vereinigten Stadttheater?« Frankfurt a. M.
Opernhaus.
Dienstag den 2. Juni: Gastspiel des Herrn Perotti: Al'da. (Rhadamir: Herr Perotti.)
Mittwoch den 3. Juni geschlossen.
Donnerstag den 4. Juni: Gastspiel des Herrn Perotti. Martha. (Honel: Herr Perotti.)
Freitag den 5. Juni geschlossen.
Samstag den 6. Juni: Zum ersten Male wiederholt: Herodias.
Sonntag den 7. Juni: Gastspiel des Herrn Perotti. Tell. Arnold: Herr Perotti.)
Montag den 8. Juni: Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Walküre. Außer Abonnement.
Schauspielhaus.
Dienstag den 2. Juni: In der Mark.
Mittwoch den 3. Juni: Der Probepfeil.
Donnerstag den 4. Juni: Gastspiel des Herrn Girardi aus Wien. Zum ersten Male: Die Jungfrau von Bellville. Operette von Millöcker. Außer Abonnement.
Freitag den 5. Juni: Gastspiel des Herrn Girardi aus Wien. Zum ersten Male wiederholt: Die Jungfrau von Bellville.
Samstag den 6. Juni: Gastspiel des Herrn Girardi aus Wien. Zum ersten Male: Plausch net Peppi. Original-Posse mit Gesang in 3 Akten und 6Bildern von Alois Berla. (Graf: Herr Girardi.l
Sonntag den 7. Juni: Gastspiel oes Herrn Girardi aus Wien. Zum ersten Male wiederholt: Plausch net Peppi. (Graf: Herr Girardi.)
Temperatur der Lahn und der Luft
nach Reaumur gemessen am 1. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags!' Wasser 13V2°, Luft im Schatten 11°.
L. Chr. Rübsamen, Turn- und Schwimmlehrer. inaMHBmanMumraKMnaKaaBBaBnnHKXffiBKnniiiiBBnaMBiB'
Allgemeiner Anzeiger.
Schützen-Verein Gießen.
Generalversammlung
am 3. Juni, Abends 8 Uhr, auf dem Schießplätze.
Tagesordnung: 1) Stiftung einer Ehrengabe für Offenbach.
2) Wahl des zweiten Schützenmeisters.,
3) Vereinsangelegenheiten.
4067 Der Vorstand.
Geschäfts-Verlegung.
Hierdurch zur gefl. Nachricht, daß ich meine
Horb- und StublfleGhterei
in das früher Gebhardt'sche Haus, Bahnhofstraße 32, verlegt habe.
4095 Hochachtungsvoll
___________________August Werner;
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