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Nr. 12a

Dienstag den 2. Juni

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Gießener

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Schulfiraße 7.

Preis vierteljährlich 2 Marl 20 Pf. mit Bringrrlch«.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.

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Näheres bei dem General-Agenten

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Mainz,

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zugesümmt und habet den Wunsch ausgesprochen, auch Studirende der Philo­logie, welche durch ihr Reifezeugniß eine ausgezeichnete Befähigung für das Lehr­fach nachweisen, zu unterstützen. Mehrere Regierungen empfehlen die Gewährung von Reise-Stipendien. Ag)

KranKrerch.

Paris, 30. Mai. Der Ministerrath ordnete heute Maßregeln zur Aus- rechthaltung der Ordnung bei dem Leichenbegängnisse Victor Hugo's an. Die Entfaltung von Fahnen und Emblemen, welche an den Bürgerkrieg erinnern, soll verboten sein. Die Regierung wird in der nächsten Woche der Kammer einen Gesetzentwurf vorlegen, durch welchen die Vergehen durch Entfaltung auf­rührerischer Embleme den Schwurgerichten überwiesen werden.

Haris, 30. Mai. Senat. Ravignan spricht sich mißbilligend über die Entkirchlichung der Kirche Saint Genevieve (Pantheon) aus und beantragt wegen derselben ein Tadelsvotum gegen die Regierung. Minister Goblet weist den Vorwurf zurück, daß durch die Rückgabe des Pantheon zu seiner ursprüng­lichen Bestimmung die Gewissen verletzt würoen, die Regierung habe dabei nur dem Gefühle nachgegeben, welches sich allgemein gemacht habe. Brun macht der Regierung zum Vorwurf, daß sie die rothe Fahne dulde; Goblet erwidert,. die Regierung erkenne einzig die dreisarbige Fahne an, das Leichenbegüngniß Victor ' Hugo's werde keine revolutionäre, sonoern eine nationale Kundgebung sein. Der Tadetsantrag Ravignan's wurde mit 189 gegen 67 Stimmen abgelehnt, die vom Minister Goblet verlangte einfache Tagesordnung mit 192 gegen 78 Stim­men angenommen.

Die Deputirtenkammer genehmigte den Vertrag mit Cambodscha und ertheilte hieraus ohne Debatte der egyptischen Finanz - Convention ihre Zustimmung.

Telegraphische Depeschen.

Wolff's telegr. (Korrespondenz-Bureau.

Magdeburg, 31. Mai. Mit der heutigen Uebergabe des bereits unter Dach befindlichen neuen Reichs-Waisenhauses an die Stadt Magdeburg wurde eine nachträg­liche Grundsteinlegungsfeier verbunden. An derselben nahmen der Stadt-Commandanr General. 0. Clär, der Präsident des Reichstags, Regierungspräsident v. Wedell, der Oberbürgermeister Bötticher, der Polizeipräsident v. Arnim und viele andere hervor­ragende Personen Theil. Dieselben unterzeichneten die Stiftungsurkunde und vollzogen die üblichen Hammerschläge. Die Feier ging unter lebhafter Betheiligung der Be­völkerung vor sich.

Paris, 31. Mai. Seit heute früh , wo die Ueberführung der Leiche Victor Hugo's aus dem Sterbehause nach dem Triumphbogen stattgefunden hat, bewegt sich eine überaus zahlreiche Menschenmenge vor dem Katafalk vorüber. Die Ordnung wurde nirgends gestört.

DasJournal ofsiciell" macht bekannt, daß bei dein Leichenbegüngniß Victor Hugo's keine andere Fahne als die nationale oder solche fremder Nationen zugelassen werden wird.

Rom, 31. Mai. Die'technische Commission der Sanitäts - Conferenz hat den englischen Antrag, wonach die englischen Handels-, Post- und Truppentransportschiffe^ welche, ohne die Küste zu berühren, den Suezcanal passiven, von einer Untersuchung frei sein sollen, mit 18 gegen 2 Stimmen abgelehnt und den von den deutschen, russi­schen und holländischen Delegirten modisicirten Antrag Brouardel's, wonach für alle..

n Renten:

M, KirchenM, Men. tun Mjst, ReichelsM.

. Weidenhans Jessen L Strasse 13.

't (Nr.

t Ar. 15 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 28. d. M., enthält: EZ.) Gesetz, betreffend dre Abänderung des Zolltarifgesetzes vom 15. Juli 1879. Vom 22. Mai 1885.

(Rr. 1604.) Bekanntmachung, betreffend die Einlösung der Banknoten der Kommerzbank in Lübeck Vom 18 Mai 1885

ms. a ... Nr. 16 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben Den 28. d. M, enthält:

(irr. 1505.) Gesetz, betreffend die Abänderung des Zollveremigungsvertrages vom 8. Juli 1867. Vom 27. Mai 1885 Götzen, den 30. Mat 1885 ' Großherzogliches Kreisamt Gießen.

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England.

London, 30. Mai. DieDaily News" erfährt aus bester Quelle, die Antwort der russischen Regierung auf die englischen Gegenvorschläge betreffs der afghanischen Grenze sei gestern in London eingetroffen. Die Antwort schließe die Annahme dieser Vorschläge in sich und löse mithin die ganze afgha­nische Grenzfrage in einer thatsächlich befriedigenden Weise, Merutschak und Zulfikar sollen im Besitz des Emirs bleiben. Die Arbeiten der Grenz-Com­mission würden sich nur auf die Festsetzung der Details beschränken, die Haupt­punkte der Grenzregulirung seien jetzt endgültig festgestellt. Die Unterhand­lungen seien von beiden Theilen in dem freundlichsten und versöhnlichsten Geiste gepflogen worden, der dem Wunsche entsprang, die Lösung dieser einst drohenden Frage zu bewerkstelligen.

Reuter's Bureau" meldet: In Folge der Verständigung zwischen England und Rußland wird Leffar demnächst London verlassen, um in Gemein­schaft mit dem englischen Commissar, Oberst Ridgeway, die Details der afgha­nischen Grenzlinie festzustellen.

Aelgien.

Brüssel, 30. Mai. Das JournalMouvement g6ographique" erklärt alle Nachrichten betreffs eines angeblichen Angriffs der Araber auf Stationen des Congo-Staates auf das Bestimmteste für gänzlich unbegründet.

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AeulWand.

Darmstadt, 30. Mai. Se. Königl. Hoheit der Großherzoq haben Slllergnädigst geruht:

Am 30. Mai dem Staatsminister i. P. Dr. Julius Rinck Freiherrn v- Starck das Großkceuz des Ludewigs-Ordens zu verleihen.

Darmstadt, 30. Mai. Se. Königl. Hoheit der Großherzoq haben Mergnädigst geruht:

Am 23. d. Mts. dem Ministerial - Buchhalter bei dem Ministerium der Finanzen, Gustav Po seiner, den Charakter als Finanz-Assessor zu verleihen.

Mainz, 30. Mai. Die Schlußsteinlegung uud Eröffnung der festen Nheinbrücke zwischen Mainz und Castel ist heute Vormittag 11 Uhr durch den Großherzog in feierlicher Weise vollzogen worden.

Wertin, 30. Mai. Se. Maj. der Kaiser empfing heute Vormittag den Besuch des Kronprinzen und der Kronprinzessin. Später nahm Allerhöchst- d^rselbe den Vortrag des Hofmarschalls, Grafen Perponcher, entgegen, arbeitete Nachmittags längere Zeit allein und empfing sodann um 4 Uhr den Fürsten B ismarck.

BsrLirs, 30. Mai. Die später widerrufene Nachricht, daß Dr. Ger­hard Rohlfs von seinem Posten als Generalkonsul in Zanzibar abberufen worden sei, scheint doch nicht so ganz ohne thatsächlichen Hintergrund gewesen zu sein. . Man hört von anderen, augenscheinlich gut unterrichteten Seiten, daß die Abbe- rufung erwogen werde, wenn nicht gar schon beschlossen sei. So schreibt man i derRhein.-Westf. Ztg.":Man hatte erwartet, daß es Herrn Rohlfs, Dank ; seiner Vertrautheit mit den Sitten und Verhältnissen Ostafrikas, gelingen werde, fr den. Einfluß Deutschlands bei Said Bargasch, dem Beherrscher des Sultanats, . zu befestigen und zu erweitern. Die Thatsachen haben dieser Erwartung jedoch richt entsprochen; der zeitweise stark gesunkene Einfluß der englischen Partei in Zanzibar hat sichtlich zugenommen, Sultan Said Bargasch hat sich verleiten lassen, gegen die an sein Gebiet grenzenden deutschen Besitzungen in einer Weise vorzugehen, die deutscherseits schwerlich ignorirt werden kann." Thatsächlich wird, bemerkt dieA. Ztg.", letzteres auch nicht geschehen. Als die Nachricht von deiH Eindringen der zanzibarischen Soldaten in das deutsche Gebiet in Ost- ofrika in Berlin eintraf, war man ipt Reichskanzleramt keinen Augenblick unschlüssig über das, was zu geschehen habe. Bevor man in der Oeffentlichkeit etwas von den Uebergriffen des Sultans von Zanzibar erfuhr, waren schon die Nesehle ertheilt, um die Ordnung wieder herzustellen, und siebleibend zu sichern. Die Entsendung der drei Kriegsschiffe beweist, daß man rasch die nöthigen Maßnahmen ergriff. Wie übrigens dieBerl. Börs.-Ztg." mittheilt, wird das erwähnte Geschwader nicht allein im Namen Deutschlands, sondern auch in dem der Congo-Association vorgehen. Und damit gewinnt die Operation ebensoviel öit Werth und Bedeutung, als sie an Complications-Möglichkeit verliert.Wir vollen uns an dieser Stelle nicht weiter in Conjecturen über den Fall ergehen", : lmnerkt hierbei dieBörs.-Ztg.",den Gedanken nicht weiter ausspinnen, was geschehen würde, wenn Deutschland in seinem eigenen Namen, zur Wahrung sänes Besitzes, dem Sultan von Zanzibar gegenüber seine Macht zur Geltung brächte, können aber nicht umhin, die Genialität anzuerkennen, die Fürst Bis­marck auch in dieser Frage wieder dadurch an den Tag legte, daß er als Man- bltt-ar der Congo-Association, also auch im Namen Englands, gegen Uebergriffe Ides Sultans von Zanzibar einschreitet, resp. über die Aufrechthaltung der Ord­nung in Afrika wachen wird. Dies tst darum bedeutsam, weil der erwähnte bultan dadurch der Hoffnung verlustig geht, auf Englands Schutz auch fernerhin zu rechnen, wenn es ihm eingeflößt werden sollte, gegen das deutsche ostafrikanische Besitzthum feindlichen Sinnes zu sein." Die Bestätigung dieser DLicstellung ist allerdings erst abzuwarten.

Vertin, 31. Mai. DieNordd. Allg. Ztg." theilt eine Petition der . ckrschlefischen Gruben- und Hüttenarbeiter an den Reichskanzler um Schutz Men die Concurrenz der russisch-polnischen Arbeiter mit, die in Rußland wohl- setsr leben als preußische Arbeiter und daher für geringeren Lohn arbeiten ibimen. DieNorddeutsche" meint, es sei die Consequenz' der gegenwärtigen Nothschastspolitik, derartigen Einbrüchen fremder Arbeiter in den Arbeitsmarkt wzubeugen. Dagegen könne die Beschränkung der Groß-Industriellen im Be- | we der Arbeitskräfte nicht in'3 Gewicht fallen. Tie Regierung wolle nicht die f Mntiche einiger Interessenten auf Kosten zahlreicher Arbeiter befriedigen. Der-Nordd. Allg. Ztg." zufolge will der Reichskanzler aus dem anläßlich seines ! jto, Geburtstages gesammelten Fonds nur solche Candidaten des Lehramts unter- die noch nicht eine Stellung mit auskömmlichem Gehalt erlangt haben;

-nchLrdem sollen angestellten Lehrern Erziehungsbeihülfen für ihre Kinder ge- H lt werden. Die meisten Bundes-Regierungen haben aus geschehene Anfrage

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en neuen Schnelldampfern be> EküWn Lloyd kam man die Reise

Bremen nach Amerika

in 9 Tage«