— D'e Kammer wählte tu ble Tongktng - Comm'sfion 10 Mitglieder, die für dir Credlte ftimmtn werden, vordehaltl.ch der Erktäruvg'u deS neuen Mlwftermms. Pertn Ist für Aufgebung d S Tongkings, jtifcot lehnte c ne Ganbiootur für die Commission ab. Floqurt, Lockroy, Lamssan, Roche und Germain wurden gev-ählt. Frey- cinit wird versuchen, ein Ministerium aus allen republikanischen Gruppen zu bilden. SLy soll daS Ministerium der Finanzen nfufiit haben, Rtdot wird das Mlniüermm der Finanzen oder der Justiz erhalten, Billot daS deS Kriegs, Rouvter und Cochery bleiben. — Greoy coofertrte aut Freyciurt, Brisson, Soy und Floqurt. Die Auf- regung in Paris Ist sehr lebhaft, sie wurde aber durch Ferry'S Sturz gedämpft. (F. Z)
Telegraphische Depeschen.
Wolff'S telegr. Eorrespondenz-^Zurea«.
Berlin, 30. März. Se. Moj.'stät der Kaiser conferlrte heute Nachmittag mtt BlSmaeck.
Paris, 30. Marz. Die Suezcanal-Commtffion eröffnete heute im Ministerium deS Äeußercn ihre Satzungen. Ferry Huß die Delegirten willkommen, er wies auf den friedlichen und humanen Zweck der Berathungen hin. durch welche Europa den toter, nationalen Charocter deS Canals bestimmen wolle.
Paris, 30. März Drputirtenkammer. Ferry theilt die gestern ouS Laogfoo telegraphirten Nachrichten mtt und bemerkt, daß der Rückzug der französischen Truppen sich tu der größten Ordnung vollzogen habe; die Armee habe sich ©treiiftäften gegenüber befunden, deren Größe man nicht ooraussehev konnte. Die Truppen seien ge- nöthtgt, sich in daS Delia zurückzuztehen und die Defensive zu bewahren. Die seit gestern getroffenen Maßregeln seien nicht hinreichend- ES handle sich darum, die Niederlage von Langfon tm Jntereffe der Ehre Frankreichs zu rächen. Der Ministerpräsident verlangt einen Credlt von 200 Mill. FrcS. und beantragt die Botirung des CreditS von der Debatte über dte m nisterielle Froge zu trennen. Die Worte Ferry'S riefln vielfache und lebhafte Unterbrechungen hervor. Cl^menceau verlangt die Ermächtigung zu einer Interpellation; derselbe billigt dte Credite, vrru.theilt aber daS Ministerium, das gestürzt werden müsie. Duval und Rtbot erklären sich zu allen Opfern bereit, aber erst nach dem Sturze deS Ministeriums; diefelben werfen dem Cabtnet vor, daß eS die Wahrheit verheimlicht habe. Ferry verlangt dte Priorität für die Wohl der Commission zur Berathung der Credttvorlage. Der Antrag wird mit 308 gegen 161 Stimmen abgelehnt und dte Priorität für die von Cismrnceau einzu- bringende Interpellation bewilligt. Ferry erklärt, daß daS Cabtnet unter diesen Umstünden seine Demission gebe. Laisant von der äußersten Linken und Delafosse, von der Rechten verlangen, daß daS Ministerium in Ar.kiagezustand versetzt werde.
PariS, 30. März. Die Morgendlätier sprechen sich meistens dahin auS, Energie und Kaltblütigkeit in der Tongking-Angelegenheit zu wahren und den Partei- Hader zu vergessen, um der bedrängten Armee Hilfe zu senden. — Dem „Figaro" zufolge sind am SamStag Befehle ergangen, alle vierten Bata'llone zu mobtltsiren, auch dte Freiwilligen tn allen Regimentern einzuderufen und 5000 Jnscrtbirte der Küstenbewohner auSzuheben. — Verschiedene Fraktionen der Kammer sind vor der Plenarsitzung zu Besprechungen zusammenberufen worden. — Der General Nägrter ist zum DtvisionSgeneral befördert worden-
— Die „AgenceHavaS" meldet: Grrvy schlug Brisson vor, ein neues Cabinet zu bilden. Br.sson lehnte ab. Grrvy beschied Fc.yc.ner zu sich u.-b dol ihm den Vorsitz tm neun Cab net an. Freyctnet erbat 24 Stunden Bedenkzeit.
London, 30. März. Dte Admiralität hat 5 große Poftdampfer gemiethet, welche tn bewaffnete Kreuzer und Transportschiffe umgewandelt werden sollen — »Daily News" melden, die Regierung habe Mlttheilungen auS Petersburg erhalten, die größere Hoffnungen auf eine friedliche Lösung der afghanische« Streitfrage gewährten, alS noch vor Kurzem möglich geschienen. Dte russische Antwort auf Lord Granvtlle's Depesche set unterw.'gs, ihr Inhalt sei dem Vernehmen nach cm versöhnlicher.
London, 30. März. Unterhaus. Fihmaurlce erklärte: Rußlands Antwort sei abgegangen; er kenne noch nicht den genauen Inhalt Wie er höre, nimmt sie den baldigen Zusammentritt der Grenzcommifsion in Aussicht, tn der Hoffnung, durch den Zusammentritt werde sich dte Aufregung auf beiden Seiten legen. Angesichts deryir- töhnltchen Antwort seien krttlrenbe Bemerkungen unerwünscht, da sie eine friedliche Lösung gesährdm könnten. — Dte anglo-deutsche Commission werde die Frage deS Sclavenhnndels tm westlichen Pac fique erwägen und Maßregeln zur Controle empfehlen. — Gorst regte dte Frage bezüglich der Abtretung Helgolands an und hob hervor, daß Helgoland für England weder merkanttlcn noch strategtfchcn Werth habe, während der Besitz der Insel von den Deutschen gewünscht werde. Fitzmaurice erklärt, er glaube nicht daß tn Deutschland besondere Wünsche bezüglich Helgolands vorhanden seien, auch seien keine Beweise dafür, daß die Helgoländer eine Annexion durch Deutschland wünschten, er glaube, daß dte Insel threr geographischen Lage noch eher dänische alS deutsche Sympathien habe; ferner wäre dte Abtretung der Nordseefischerei nach- tbetltg; überdies könnten solche nur durch ParlamentSakre erfolgen, man würde e« aber der Regierung sehr verübeln, wenn sie ein derartiges Ges.tz einbrächte. Nach kurzer Debatte wurde der Gegenstand verlassen.
Gibraltar, 30. März. Zebehr Pascha ist mit seinen beiden Söhnen, einem Neffen und zwei anderen Egyptern aus dem Aviso-Dampser „Iris" hier eingetroffen und in einem, dem Gouverneur gehörenden Hause einlogirt worden. Daffelbe wird streng bewacht.
Lokale-.
Gießen, 31. März. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Donnerstag den 2. April 1885, Nachmittags 4 Uhr.
1. Die Quellwasserleitung.
2. Erbauung eines Schlachthauses.
3. Die Turnhalle bettiffenb.
4 Gesuch deS WeißbindermeisterS Philipp Schäfer um käufliche Ueberlaffung städtischen Geländes.
5. Ankauf von Gelände auf der Warthe.
6. Benutzung städtischen Geländes auf der Hohleich.
7. Desgleichen am Wismarer Weg.
8. Unterhaltung deS Pflasters und der Gossen vor dem KreiSamtSgebäude.
9. UeberfchwemmungeU in der StefonSmark.
10. Verpachtung der Wteseckböfchungm.
11. Gesuch deS Bierbrauers Eduard Pöschel um Bauerlaubniß
12. G.such deS SchuhmachermetsterS Ernst Möser um Bauerlaubniß.
13. Gesuch der Handelsfirma Alexander Meyer um Bauerlaubniß.
14. Ausbau der Ostanlage.
Gie ßen, 31. März. In der gestern Abend im „Frankfurter Hof" stattaehabten Versammlung hiesiger junger Kaufleute wurde die Gründung einer freien Kranken- UnterstützungSkaffe (HülfSkasse) fast einstimmig beschloffen. ES wurde ein Comttö gewählt und dieses mit Ausarbeitung der Statuten beauftragt, lieber alles Nähere werden wir nächstens berichten.
Vermischtes.
Dar mstadt, 28 März. Am 26. d M. fand die achte Sitzung des Hessischen EifenbahnbeiratbeS dahier statt.
Der erste Punkt der Tagesordnung ,5abrp!8ne* veranlaßte längere Debatten, namentlich über die Fahrpläne der Oberhesfischen Bahnen unb der Hessischen Ludwigs- Eisenbahn.
An der DrScussion über den Fahrplan der Oberhesfischen Bahnen bethr l gte sich nsbesondere Herr Silberetseo-Gießen und suchte baS Bedürfniß e nt« F ühzuge» von Gießen nach Gelnhausen der Forderung gegenüber, daß ein Anschluß an Den ersten Zua der Matn-Weser-Bahn von Frankimt und an den ernen Zug der Oberhesfischen Bahn von Fulda gewährt werden müsse, da: zulegen.
Nach ausführlicher Erläuterung des Herrn Director Altvater, durch welche, eingehend auf die verschiedenen Wünsche nachgewiesen wurde, daß den sich widerstreitenden Jntereffe« nur mtt Einlegung eines weiteren, fünften Zuges zu genügen sei, eine Vermehrung der Züge über die jetzige Zahl hinaus aber , Z aus allgemein wirthschaftlichen Gründen nicht r.vthwendig und aus ökonomischen Gründen nicht gerechtfertigt erscheine, vielmehr etwa zu bringende Opfer der Pflege deS Güterverkehrs, der Ermäßigung der Güterfrachten, zu Gute kommen sollten, kam man auf den vorjährigen Sommerfahrplan der Linie Glrßen-Gelnhausen als den allgemeinen LerkehrS- Interessen am meisten entsprechend zurück.
Bezüglich deS Fahrplans der Linie Gleßeri-Fulda war man mit der in Aussicht genommenen Wiederherstellung deS FrühzugeS von Alsfeld nach Fulda (Zug 1) und Der Aufrahme der Anschlüsse durch Zug 2 von Fulda nach Girßm in Fulda an den Nachtschnellzug von Bedra unb tn Gießen an ben Zug nach Frankfurt, einverstanden; ebenso mit der Zurückweisung eineS an die Großh. Regierung gelangten Antrags, den ersten Zug von Gießen nach Fulda eine Stunde später alS jetzt in Gießen abzaldffen. Herr Luc an-Hanau vertrat die Wünsche der Stadt Hanau bezüglich deS Fahrplans der Strecke Hanau-Frankfurt, insbesondere wegen Emlegung eines Lokalzuges nach Frankfurt, VormtttagS zwischen 9 unb 12 Uhr, Späterlrgung DeS letzten ZugeS von Frankfurt re., wobei derselbe zugleich die Einrichtung einet sogenannten OrnntbuSzugeS befürwortete.
Der Vertreter der Hessischen LudwigSdahn, Herr Geh. RegierungSrath Dr. Reinhard tagte eine nochmalige Prüfung dieser Angelegenheit zu.
Der Antrag der Handelskammer zu WormS, den Artikel Strohcellulose tm Eisenbahn-Frachttarif deS in- und ausländischen Verkehrs der Holzcellulose gleichzu- stellen, fand die Billigung des EisenbahnbeirathS und soll den Jntereffenten anheim- gestellt werden, sich wegen Bewilligung von Ausnahmetarifen an Dte Großh Regierung zu wenden.
Ein weiterer Antrag der Handelskammer zu WormS auf Ermäßigung der Frachtsätze für gelbe Rüben, die als Viehsutter dienen und tn Wagenladungen befördert werden, wurde nach längerer Debatte, an der sich u. a. die Herren Eller- WormS, D i 11 m a r - Mainz und Hirsch-Mainz bethetligten, von dem Eisenbahndeirath angenommen.
Das Gesuch deS süd-östlicheu BezirkSvereinS zu Mainz, bei der Feststellung deS Sommerfahrplans daS Anhalten der Schnellzüge an Station Neuthor tn Mainz oor- zusehen, wurde von dem Vertreter der Hessischen LudwigSdahn, Herrn Geh. RegierungSrath Dr. Reinhard als unausführbar avgelehnt.
Die weiteren Positionen der Tagesordnung, nämlich ein Antrag auf Erleichterung und Vereinfachung der Paffagierversicherung gegen Eifenbahnunfälle durch Ermöglichung der Versicherung an den Eisenbahnschaltem, und ein Gesuch mehrerer oderhesstschen Gemeinden um Ausgabe von SonntagSbilletS nach allen Stationen der Oberhesfischen Bahnen, fanben nicht die erforderliche Unterstützung. (D. Z.)
Handel und Verkehr.
Gießen, den 31. März. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pi und M. 0.90— 0.95, Hühnereier pr. St- 5—0^, Enteneier St- 5—6 4, Gänseeier 10—11 H, Käse pr. Stuck 5—9 z,, Kasematte 2—3 Erbsen pr. Liter 20 Linsen 28 A Tauben per Paar 0,80—1,00 A. Hühner per Stück v»L 1-00—1.50, Hahnen pr. Stücf 1.30—2.00, Enten per Stück -X 2 00—2.50, Ochsenfleisch per Pfund 68—00 A. Kuh- und Rindfleisch 56—60 A, Schweinefleisch 50—60 A, Hammelfleisch 6-1—70 A. Kalbfleisch 48—50 A. Kartoffeln per 100 Kilo JL 4.00—5.00, Milch per Liter 12—16 A. Zwiebeln per Gentner 5.00— 0.00,
Frankfurt, 30. März. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer v*L 19,00—19,25, fremder JL 18,75—19,52, Roggen eff. hies. JL 15,50 15,75, fremder vH. 15,50-16,00, Gerste effectiv hiesige und Wetterauer JL 17,50—18,50, fremde vH 18,50—20,00, Hafer eff. hies. vH. 15,(X)—15,50 fremder vH 15,00^—16,00. — Rüböl, eff. ohne Faß hies. in Parthieu von 50 Ctr. vH 29,50. Branntwein eff. nhne Faß vH 39.
Frankfurt, 30. März. Der heutige Viebmarkt war ftar' befahren. Angetrieben waren 374 Ochsen, ca. 12 Bullen, ca. 273 .Kühe und Stirber, ca. 267 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. »/L 66—68, 2. Qual. vH 56—64, Kühe unb Rinder 1. Qual. vH 58—61, 2. Qual. vH 48—52, Kalber 1. Qiml. vH 70—75,2. OuaL vH 60—56 per 100 Pfund Schlachtgewicht.
Kirchliche Anzeigen der Dlndt Wieften.
Evangelische Gemeinde.
G o t t e § b i e n ft.
Gründonnerstag, 2. April.
Vormittags 9Vi Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
Beichte und heiliges Abendmahl.
Charfreitag, 3. April
Vormittags 9*/i Uhr: Pfarrer Schlosser.
Nachmittags 6 Uhr, Liturgische Andacht, Pfarrer Dingel den.
Die am Palmsonntag erhobene Kirchenkollekte für iilländische evangelische CK- meinben in üorwiegenb katholischen Orten ertrug 31 vH 85
Am 1- Dfterfeiertag wirb nach beiben Gottesdiensten eine Kollekte für die Armen unserer Gemeinde erhoben.
Am 2. Oster feier tag, Nachmittags 2 Uhr, findet Vorstellung unb Prüfung ber zu conftrmirenben Gymnasiasten und Stabtschüler statt. Auch am 1- Cfterfeiertag beginnt ber NachmittagSgottesbienst um 2 Uhr
Katholische Gemeinde.
G r ü n b o n n e r S t a g.
Von 6 Uhr an: Beichte. Um 7 und 8 Uhr: Austheilung der h. Communion. Um 9 Uhr: Hochamt.
Charfreitag.
Um 9 Uhr: Hochamt, darunter die Passion. Während des aanzen Tages Anbetung des h. Sakramentes. Um 5 Uhr: Predigt und Schlußandachi.
Charsamstag.
Um 7 Uhr: Weihe ber Qsterkerze unb des laufroafferS. Um 8 Uhr: Hochamt. Bon 5 Uhr an: Beichte.
Für die in ber Grube „Camphausen" Verunglückten gingen ferner bei uni ein; C Lampus 0,50 «X, S- Heichelheim 10 vH, I. K- 3 vH, Fabrikant Bender 5 A. Ä P 1 A, Baltb. Lenz 3 A, Reallehrer Theißen 3 A Summa 25,50 A — gefammt 962,48 vH
Weitere Gaben nimmt die Exped. d. Bl- gerne rnfgeaen.
Allgemeiner Anzeiger.
Schwa/rse (’aehemire
sowie Neuheiten in Kleiderstoffen olFerirt billigst.
J. Pfeffer.
Serie
BckN
.jur Mim lüS Gubifir
«05.4 „
M
5250 M"
«SSÄfti v > kiite, oi
i’^5nrS y. A-ril 1885
fö wirb 5ut & «abl eines anbell jkr toNM ^ufieiunbemtreti 120 ber Konknr Scaenftanbe aus
Donnerstag w
L'Mltt unb ;ur W Forderungen w lounMg den
Ssraitta dein unter imnin ankraumt Sen Personen RcüfurdmaÜe gehe laben ober zur chnlüig unb, wir inbtiiQemdn^i ober ui teilten, o auierlegt, von t und von ben Fo k aus ber © Inebizung in A ^onfursnerroalte 1885 Anzeige Zi
Hießen, am c Tas Großher
340
506
’Br. den Neubo w’er nementö in ( '3r SubmGn Montag, bcn ,r „ ^ormittac -, Bureau der l
«ib. am 5*^ beit 30.
°°° 8«i
.„7 WtÄtu
^“«rbeiten ’l
^ben sind 7QUrerar6e wnerarfiej .Kernentor
£ längst


