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1.3.1885 Erstes Blatt
 
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Sonntag den 1. März

EestrS Blatt

Nr. 51

Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.

V«rs«rrr Schulstraße 7.

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und die Förderung der Bodenmelio-

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Preis merteliShrltch 2 Marr 20 Pf. mit Bringerlohn Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Pf.

Meliorationsgefitzes anzeigen zu können; man wolle Seitens der Regierung mit der Vorlage eines diesbezüglichen Gesetzes nur noch so lange warten, bis ein gleiches Ge­setz für Rhetnpreußen, das auch für unsere Verhältnisse passe, in Berlin, wo eS soeben zur Prüfung vorltege, für gut befunden worden sei. Zu dem Gesetz über die land- Dirthschastltchen Genossenschaften habe die Regierung auch schon Stellung genommen und rönne vielleicht noch im Lause dieser Session geeignete Vorlage machen.

Abg. Haas möchte wissen, warum die von der landwtrthschaftlichen Centrsl- stelle angesorderten 3000 JL für Molkereibetrieb und einen Jnstruclionskursus für Nolkeret nickt tu dem Budget Ausnahme gefunden hätten, da doch auf diesem Ge- bhte anerkannt noch immer Vieles im Argen liege, und mottvirt Mtnistertalrath Soup dieses Ntckteinstellen dahin, daß diese Summe erfahrungsgemäß doch nicht verbraucht werde, ja, daß man den einzelnen Gemeinden die Beträge förmlich auf- Mlngen müffe.

Deutschland.

Darmstadt, 27. Februar. Se. Königs. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht:

Am 21. Febr. den ersten Assistenzarzt bei der Landes-Irrenanstalt, Medi- cinalrath Dr. Eduard Werke, zum Director und ersten Arzt bei dem Landes­hospital Hosheim zu ernennen.

Darmstadt, 26. Februar. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Bei­lage Nr. 3) enthält:

1. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, die Ausführung des Unfallversicherungs-Gesetzes betreffend.

2. Bekanntmachung Großh. Brandoersicherungs-Commission, die Ergeb- niffe der Verwaltung der Großh. Brandversicherungs - Kaffe vom Jahre 1882 betreffend.

3. Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse der israelitischen Gemein­den des Kreises Erbach pro 1885.

4. Ordensverleihungen.

5. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens:

Se. Körigl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am -25. Januar dem Reichsbeoollmächtigten für Zölle und Steuern, Großh. Geh. Obersteuerrath Giller in Hannover, die Erlaubniß zur Annahme uno zum Tra­gen des ihm von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog von Oldenburg verliehe­nen Ehren-Comthurkreuzes des Großh. Oldenburgischen Haus- und Verdienst- Ordens des Herzogs Peter Friedrich Ludwig zu ertheilen.

6. Zulassung zur Rechtsanwaltschaft:

Am 17. Januar wurde der Gerichtsasseffor Karl Selzer in Offenbach zur Rechtsanwaltschaft bei der Kammer für Handelssachen des Landgerichts der Provinz Starkenburg mit dem Sitze in Offenbach und bei dem Amtsgerichte Offenbach zuzulaffen.

7. Dienstnachrichten:

Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am

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ries Zimmer

Gefunden: 1 neues Testament, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Schleier, 1 Metermaß, 1 Photographie-Album, 1 Päckchen (Inhalt: Waschgegen­stände), 2 Paar Handschuhe, 1 Päckchen (Inhalt: Wurst 2C), 1 Sporen, 1 Spitzenhalstuch, 2 Taschentücher.

Gießen, am 28. Februar 1885. Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

__Fresenius.__

Abg. Muth ist gegen das Consoltdattonsgesetz und wünscht nur für solche Gemeinden angfweudtt, bte es fordern, während Abg. Schröder auf die Erfahrungen beim Wrgbaugesetz hlnwetst, welches Gesitz seinerzeit vielen Inten ssenten durchaus nicht genehm gewesen, jedoch durch seine Zweckmäßigkeit daö nöthige Wohlwollen sich voll erworben habe.

Durch den Abgeordneten Haas kam hierauf die Frage der Riedentwäfferung zur Sprache.

Namens der Regierung bemerkte Ministerialrath Jaup, ein Project über die Entwässerung sei schon im Herbst v. I. vollendet worden, auch wären die von der Regierung bestimmen technischen Räthe hierüber gehört, es würde daher jedenfalls das Projekt noch tm Laufe dieser Session zur Vorlage gelangen.

ES fand sodann der Antrag deS Ausschusses Genehmigung, nach welchem die Anforderung von 84,000 bewilligt wird, darunter 400 nur für den dermaligen Inhaber der Stelle eines Bureaubeamtm und 3300 JL. nur tm Falle des Bedürf­nisses behufs Remunerirung nicht behufs definitiver Anstellung eines zweiten Cultur- JngenieurS.

Die Kapitel 58-72 gelangen nach den Ausschußanträgen zur Annahme, ebenso Kap. 73,StaatSunterstützungSkasse", nachdem Abg. Ellenberger Veranlassung ge­nommen hatte, verschiedene Mängel bet Berthettung der staatlichen Unterstützungen zu rügen und die Unkenntniß der Bevölkerung darüber zu betonen, daß überhaupt ein derartiger Fond bestehe.

Die übrigen Kapitel boten keinerlei Gelegenheit zu Ausstellungen und wurden den Anträgen des Ausschusses gemäß aceeptirt

Gelegentlich der Berathung Über Kav. 78,Bertheilung der Regierungsblattes und des RetchSgefetzblatteS", regt Abg. Osann die Frage an, ob es nickt möglich, das Regierungsblatt billiger zu fertigen und es an die Interessenten zu niedrigerem Preise abzugeben. Außerdem nahm derselbe Abgeordnete Gelegenheit, die Zustände bet der Darmstädter Zeitung" zu beleuchten Man vernehme dort nichts als von englischen und russischen, allenfalls von synodalen Zuständen, fände aber keine Spur von hessischen Nachrichten. Er bitte die Regierung, der ja doch daS Protektorat in dieser Angelegen­heit zustehe, in dieser Hinsicht Abhülfe zu schaffen.

Abg. von Rabenau sprach für Aufhebung deS Zwanges für die Bürger­meistereien u f. w. beim Halten derDarmstädter Zeitung", wogegen jedoch Abg. Osann als Gegengrund in's Feld führte, daß dann die Zeitung von Niemand mehr gelesen würde. m

Staatsmtnister Finger, Exc., stellte eine baldige Abhülfe der gerügten Mängel in Aussicht, indem man bet der Regierung schon feit längerer Zett sich damit beschäf­tige, dieDarmstädter Zeitung" auf den Standpunkt zu bringen, der ihr als Re- gierungsorgan zuftände, und derselben einen weiteren Leserkreis zu sichern.

Zum Schluß wurde auch dieses Kapttel mit 7380 eingestellt.

Fortsetzung der Berathung morgen Vormittag.

England.

London, 25. Februar. Das heute ebenfalls veröffentlichte Blaubuch über Kamerun enthätt eine Depesche des Reichskanzlers Fürsten Bismarck an den Grafen Münster vom 5. Februar 1885 und die Antwort Lord Granvtlle's auf dieselbe. In der erstere» wird auf Grund der Berichte des Contreadmtrals Knorr Klage gegen das Verhalten des englischen Consuls Hewett, deS Vicekonsuls Büchen und des Com- mandeurs des englischen KriegsschiffsRapid" noch der Verkündigung des deutschen Protektorats über Kamerun erhoben. Fürst Bismarck bittet, daß dem Biceconsul Buckan eröffnet werde, es könne ihm die fernere Ausübung von consulartschen Funktionen tm Kamerungebiete nicht gestattet werden; ferner, daß die britischen Be­amten und Martneofficiere an die ihnen obliegenden Verpflichtungen in ihrem Verhalten ossiciell erinnert werden und daß insbesondere dem Consul Hewett und dem Com- mandeur desRapid" zu verstehen gegeben werde, wie wett ihr Verhalten mit diesen Verpflichtungen unvereinbar gewesen sei. Schließlich wird hervorgehoben, daß die deutsche Regierung bereit sei, auf den Vorschlag Lord Granv lle's eivzugehen und Ver­handlungen zur Festsetzung der Grenze der beiderseitigen Gebiete anzuknüpfen; er, der Reichskanzler, erblicke in dem Vorschläge den Beginn einer Politik, welche die Ent­wicklung brr deutschen Colonialbestrebungen in wohlwollenderem Geiste als bisher auf­fassen werde. Lord Granville sucht in seiner Antwort vom 21. Februar d. I. die eng­lischen Beamten mit dem Hinweise darauf zu vertheidigen, daß keine Beweise für die Anschuldigungen gegen den Biceconsul Buchan vorgebracht seien. Ein permanenter Biceconsul, Blair, sei jedoch jetzt für das Kamerungebtet ernannt worden. Lord Gran­ville schließt mit der Erklärung, der englischen Regierung sei bisher ntchts^von einer Theilnahme enaltscher Kaufleute und Missionäre an den jüngsten Feindseltgrettm im Kamerungebiete bekannt; wohl aber seien ihr Reclamationen wegen des durch die deutsche Action von englischen Untertanen erlittenen Schadens zugegangen.

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Telegraphische Depeschen.

Wolff s telegr. Corresporrdenr> Burearr.

Hamburg, 27. Februar. Der englische DampferCumberland" und der schwedische DampferKorben" gerieten heute in der Mhe von Cuxhaven in Collision, derNorden" ist gesunken, derCumberland ist am Bug descha- digt. VomNorden" sind 6 Personen gerettet, 21 werden vermißt. Mehrere Hülfsdampfer sind nach der Unglücksstätte abgegangen.

Bern 27 Februar Hier sind mehrere Anarchisten verhaftet worden; auch in anderen Städten der Schweiz sollen Verhaftungen von Anarchisten statt- gefunden haben. Wie es heißt, liegt ein bezüglicher Bundesrathsbeschluß vor.

Die Anzahl der heute Vormittag hier verhafteten Anarchisten beträgt zehn; die Verhaftung wurde auf dem Bahnhofe vorgenvmmen, als die Anarchi­sten im Begriffe waren, abzureisen.

Rotti, 27. Febr. Oberst Buller rst nut seiner ganzen Kolonne einen Tagemarsch von Gakdul eingetroffen.

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"'bis 15. März bezieh Ludwigsstratze

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J 11. Januar dem evang. Pfarrer Theodor Weber zu Staden die evang.

. ^lle zu Lißberg zu übertragen; am 22. Januar dem in der Eigenschaft als

Mn "oder zu Astern s Volksschullehrer angestellten Seminarlehrer Franz Schrod zu Bensheim die 1 Rechte eines Civilbeamten zu verleihen; am 24. Januar dem evang. Pfarrer

s" Mtwitz, Südanlage m j T^odor Schönewolf zu Wächtersbach die evang. Pfarrstelle zu Roßdorf zu ne Taine, die ihre Sm M übertragen.

-,'mieen zu MM Am 16. Januar wurde der Schuloerwalter Joseph Luley in Friedberg -»Ml zum Lehrer an der Realschule daselbst, unter Belastung in der Kategorie der ^'^^s.schmhen zu * Volksschullehrer, ernannt; am 22. Jan. wurde dem Schulamtsaspiranten Jacob Zeichnungen, Bramm aus Arnshain die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Unter-Widders- '!n in der W heim, an dems. Tage wurde dem Schullehrer Jacob Faustmann zu Rockenberg ' ,,iir @inw Pfeine erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Nieder-Jngelheim, an dems. ^^uMrichtMW Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Jacob Dörschug aus Pfaffen-Schwaben- 6ßim die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Sponsheim, am 25. Jan. wurde NN Riffen, »>>'! beni Schulamtsaspiranten Ludwig Gerhard aus Steinbach eine Lehrerstelle an en ^r Gemeindeschule zu Treis a. d. Lda., am 1. Februar wurde dem Schul­

st ar beit auf amtsasviranten August Keller aus Eberstadt die Lehrerstelle an der Gemeinde­amt. M!chUle zu Dreieichenhain, an dems. Tage wurde dem Schullehrer Ed. Adolph zu

t M Afliijtl Weickartshain die erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Eifa übertragen; (ialerW" " am 6. Febr. wurde dem Alexander Ludwig aus Biblis das Patent als Geo- »rstraße. , - ,<l Meter erster Klaffe für den Kreis Bensheim ertheilt.

avMeU, ? ßijckiL Darmstadt, 27. Februar. sZwette Kammer der Landstände.^ Heute

' u Morgen fanden zuerst dre Kapitel 48-56 oeS Budgets ohne besondere Ausstellungen

je» .. m öom Ausschuß beantragten Höhe Annahme.

.- ..'ne n>^e|1 11 ' Bet Kap. 57,Für die Landwirthfchaft und die Förderung der Bodenmelio- ' irattonen", tnterpelltrte Abg. Schröder bte Regierung dahin, wie weit daS Eon- uiÄitck soltdationsgefetz, sowie das Ges-tz über die landwtrthschaftlichen Genossenschaften 'nneiistlaßeM< gediehen sei, und fordert dringend eine entschiedene Verbesserung der Agrar- zustände in Hessen, da bei der jetzigen Lage der Sache absolut keine Verbesserung zu «MUi erwarten stehe.

iksvf Ministerialrath Jaup war in der Lage, die schon geschehene Ausarbeitung eines

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M0» Zimmer, ; .^"niordcn rc., alle ^°ner Garten, pr. 1.

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