Ausgabe 
1.2.1885 Zweites Blatt
 
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kr. 27 zweites Blatt Sonntag den 1. Februar

Gießener Anzeiger

Amts- und Anzkigeblatt für den Kreis Gießen.

___________________________________________________ 7 77 7 7 Srd« surtelKHrli«» 2 Mark 20 «ßf mit »rtnfl«rl»K _ Erschemt täglich mit Ausnahme brt Montag» Durch die Pc>ft bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Vl.

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Amtlicher Hyeil.

Betreffend: Die Entwertbung der Stempelmarken. Gießen, am 28. Januar

Das Großßerzoglichc Kreisamt Gießen

an die Grohherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

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-ntzelue Stemv-lmarke kreuzweise durchstrichen werde. Dr goe(mflH8

Betreffend Die Errichtung und Einrichtung der Fottbitdungrschulen. Gießen, am 29. Januar 1885.

Die Großherzogliche Kreis-Schul-Commission Glchcn

<m die TchrrworstLnde des «relseS.

Nachsolaende Ministerial»erfügung thellen wir Ihnen zur Kenntnis; und Nachachtung mit.

Dr. Boekmann.

der Häuptlinge Lock^Preso, GreeioYoß und King old Bell *), welche lebend oder tobt einzubringen sind. Zur Erreichung dieser Zwecke« kann die eventuelle Versolgung bis zu dem Creek hin aurgedehnt werden, an welchem King Bell mit seinen Leuten im Rücken der Feindes Ausstellung genommen haben soll.

Ew. Hochwohlgeboren haben sich mit geeigneten Führern zu ver­sehen die mit dem Terrain vertraut sind und Verwechselungen zwischen den Hickory- und King Bell-Leuten vorbeugen können.

Die Führer der Yasi» Leute sind die Häuptlinge Lomi-Yoß und Jack-try, für welche der gleiche Befehl gilt, wie für die Häuptlinge ^Kmg-Agua-Iown ist der Häuptling Manga Aqua, der Bruder der King Aqua, in unsere Gewalt zu bringen, gleichgültig, ob lebend oder tobt.

Die Gefangenen werden in den hierzu zur Verfügung gestellten eisernen Gebäuden der Woermann'jchen Faktorei in Kmg Aqua uno Kina Belle-town untergebracht und bewacht. Die genannten Häuptlinge find indeffen an Bord Sr. Majestät SchiffBismarck einzubringen. e°ntre-Admiral"u°nd" G-schwader-Ch-f.

Die Ereignisse am 20. Tecember.

Mit Tagesanbruch setzte sich die Bools-Expedition den Fluß Ewar"i in Bewegung, dieBismarck"-Boote in Schlepp d-s gemietheten deutschen Dampfers Fan", di-Olga"-Boote in Schlepp des in gleicher Weife ^S°'°^nen Darnpftrs Dualla." Kur, nach 9 Uhr wurde die Halbmlel H^ory err..ichi, au, welcher die beiden zu zerstörenden Ortschaften Hickory und Kmg °ldBeUliegen. Gemai; der vom Kapitän zur See Karcher ausgegebenen gpeaatotbtes trennten fi^ nun die beiden Boot« - AbtheilungenBismarck undOlgm Erstere landete vor Ring olv Bell, letztere bei der Hickory-Spitze, fo die von den Hickory« be wohnte/beicen Ortschaften von Norden nach Süven umiasiend. Um den N-g-nr den Mckzug über das Waffer abzufchneiden, würbe m o.m Mungo Creek ein.

f.- rk <u,u ift 1H verwechseln mit dem deutschfreundlichen Äinff «eu beffen^aui beUmtenÄu'-r'g-,-g-nk"Si-..i «n den Rebellen nieber^rannt werden war.

, c , Darmstadt, den 20. Januar 1885.

Betreffend: Wie oben. . m *

Das Großhcrzoglichc Mmisterium des Inner» und der Justiz

Abthkilung für Schulangrtkgenhkitrn

an die Großberzoalichen Kreis Schul Commissionen

«ach Rr. VI. 2 unb c unseres »«.schreib«» be« obigen Betreffs vom 13. 9dl 1M5 Ä * M. b. I. H007) hat der «orftanb der Fort- blldungsschul? nach Benehmen mit der betreffenden Grobherzoglichen Bürgermeisterei oder Lokalpo izeibehörde anderer

Besuch der Fortbildungsschule dieser Gemeinde verpflichtet stnd,

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Knorr. _________________"

Gießen, 31. Januar.

Wir entnehmen demReichs-Anzeiger" nachstehenden Auszug aus dem Be- richt des Chefs des westafrik. Geschwaders über die Ereigniffe im Kamerun-Gebiet:

Allgemeine Sachlage beim Yintreffen des Geschwaders in Kamerun.

Am 18. December waren Sr. Majestät SchiffeBismarck" undOlga aus der Rhede von Kamerun in Anker gegangen. Am 19. versammelte der Gefchwader'Chef, Contre-Admiral Knorr, den interimistischen Consul des Deut* ,*en Reiches, Dr. Max Buchner, und die Vetreter der deutschen Firmen im Kamerungebiete zu einer Besprechung an Bord derBiSmarck", wobei Folgen­de« festgestellt wurde: L .

1) Die ursprünglich schwache Partei unter den Negerstammen, welche der deutschen Besitzergreifung feindlich gegenüberstand, ist in den letzten Monaten bedeutend gewachsen und lerrorilitt Kamerun.

2) Erst iroei Tage vor dem Eintreffen des Geschwaders hatten die Hickory* und Paß-Neger die Stadt des uns befreundeten Kmg Bell Bell- town niedergebrannt und ausgeplündert. Auf dem Rückwege von ihrem Raubzug hatten sie beim Passiren der deutschen Faktoreien und Hulks höhnend gerufen:Da brennt Eure deutsche Stadt, warum kommt Ihr mcht zu helfen" und dergleichen. Der deutsche Flaggen­stock war mehrfach angehauen und von dem rebellischen Häuptling Manga Aqua besudelt worden. In die deutschen Faktoreien hatten sich bewaff­nete Schaaren eingedrängt und Plünderung und Abbrennen angedroht, wenn ihnen nicht unentgeltlich Rum geliefert werde.

3) Es ist unter den Negern vielfach die Ansicht verbreitet, das rechte Flußufer stehe gar nicht unter deutscher Herrschaft.

Diesen Thatjachen gegenüber beschloß Contre-Admiral Knorr, unver­züglich mit Waffengewalt das Ansehen der Flagge wieder herzustellen und den Deutschen am Ort für Leben und Eigenthum Sicherheit zu verschaffen.

Demgemäß gab er noch an demselben Tage folgenden Befehl an den Com- Mandanten derBismarck^ Kapitän zur See Karcher, welcher die Lan* dungs-Ci-pedition zu commandiren hatte 7

Ew. Hochwohlgeboren erhalten den Befehl, morgen früh 6 Uhr mit armirten Booten die Landungs-Division nach Hickory-Iown und Uob'town zu führen, beide Plätze mit Waffengewalt zu nehmen und Hickor^town niederzubrennen. Der Hickory-Stamm steht unterFührung 1