Ausgabe 
1.1.1885 Zweites Blatt
 
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Vermischtes.

Josbach, 24.Dccember, WfldeSchweine gibt e8 jetzt wieder viel. Es wurden auf dem Frankenhainer Forst unweit Treysa in der Rommershäuserspitze am 18 d.M- 10 Stück festgespürt, doch als die Schützen versamme t. waren sie sckoa durLaebrochen. Den 22. d. M. dagegen hatte der N<mrod W- Ludwig fen. in Tr.ysa daS Glück, auf Sauen eine Doublette zu machen. Am sogenannten Höllgraben kamen ihm 2 Schweine zugleich und schoß er beide an, bet der Verfolgung der stärksten nahm ihn dieselbe an. ging auf ihn ein und wurde durch einen Schutz vor p^J?opf,foroU durch einen Stich mit einem langen Genickfänger abgefangen und ü^ödtet- Ge wicht ^0 Pfund

Hierauf auf den Anschuß der zweiten zurückgekehrt, hatte MHbe flO» auf die Beine gemacht und konnte wegen eintretender Dunkelheit nickt verfolgt werden, hoffcntlich wird sie aufgesunden. Anderen TageS waren wieder 3 Stück aulgespürt, dieselbe brocken bet einem Forstlehrling durch, welcher vor Schreck nur einen Sckuß auf sie abgab, als sie schon wett genug von ihm entfernt waren und nicht mehr gut um- ,C^en^°rnannfenbatn. 22. Decrmber. Eine scheußlich grausame Tbat setzte gestern Abend unser ruhiges Dörfchen in die größte Aufregung. Der Metzger Rabe auS Helsa, der tu hiesiger Gegend vielfach die Kälber auskauft, ließ bet der Dunkelheit fein Ge­fährt auf der Straße stehen und ging in ein nahes HauS. Als derselbe nach kurzer Qttl seinen Wogen wieder besteigen wollte, um noch nach Frankershausen zu fobren, Tab er seinem Pferde die Eingeweide aus dem Leide hängen und fand, daß demselben der Leib aufgeschlitzt war. Das arme Thier erlag schon nack einigen Stunden feinen Schmerzen Die Erbitterung gegen den noch unbekannten Unmenschen ist groß und wünscht man allgemein, daß es der eingeleiteten Untersuchung gelingt, denselben auS-

g Berlin, 25. December. Gestern starb hierselbst nach längerem Leiden der weit Über die Grenzen unseres Vaterlandes bekannte Leibarzt deS Kaisers, General-StabS- arzt der Armee z. D, Geheime Obermedicinalrath Dr. Heinrich Grimm. Grimm ist am 21. Juni 1804 zu Sargstedt bei Halberstadt geboren, trat 1821 als Zögling in daS königliche med'c'nisch-chtrurgische Friedrich-WilhelmS-Jnftitut. 1830 wurde er zum Dirigenten eines leichten F ldlozarethS während der polnischen Insurrektion berufen und 1832 folgte er dem Commando in die französischen und holländischen Lazarethe, bet dem Bombardement von Antwerpen. 1844 ging er als Generalarzt zu dem Medicinalstab der Armee Über, 1847 wurde er zweiter, 1851 erster Generalstabsarzt der Armee und Chef des MilitärmedicivalwcsenS, in welcher Stellung er fast 30 Jahre an der Spitze deS preußischen SanitätSwesenS gestanden bat. Zur Reform der Feld- lozarethe erließ er 1855 unter Mitwirkung des MedicinalstabSVorschriftm über den Krankenbienst im Felde", weiterhin hat er die Erfahrungen des italienischen Feldzuges verwerthet in dem Erlaß desReglements über den Dienst der Krankenpflege im Felde", in welchem zum ersten Male den Aerzten die einheitliche Leitung der Feld- liiarctbe übertragen wurde. Diese Einrichtungen bewährten sich in den Feldzügen 1864 und 1866 so vortrefflich, daß der Kaiser unter höchster Anerkennung der von den Aerzten geleisteten Dienste 1868 die Organisation des SanitätscorpS genehmigte. Hierdurch wurde dos aesammte Heeressanttätswesen in eine dem Kriegsminister un­mittelbar unterstellte Centralstelle, die Militär-Mediclnal-Abtheflung, als deren Chef G. eintrat, sowie sämmtlicke helfende Kräfte in ein SanitätscorpS vereinigt. 1869 erschien dieInstruction über daS Sonttätswesen der Armee im Feld«", welche die Verpflichtung der Militärärzte betreffs der Gesundheitspflege der Soldaten aussprach, bte SaniiätSdetachementS schuf, die Heilpflege bei den Truppen im Felde wesentlich den Ufu errichteten Divisionsärzten anvertraute und die Feldlazarethe den ganz und voll verantwortlichen Chefärzten auch alS militärischen Vorgesetzten übergab. 1873 wurden tzte Erfahrungen deS Krieges in Frankreich in einerVerordnung über die Organisation ches SanitätscorpS" ntebergelegt und 1880 erhielten olle diese Reformen durch die KriegSsanitätSordnung einen würdigen Abschluß. Gestützt auf klare, durch intensives Ettudium und praktische Erfahrungen gewonnene Principien, hat G. aus eigener Initiative eine durchgreifende Reform deS MilitärmedicinalwesenS geschaffen: als Mitglied deS Ministeriums war er aber auch eifrig bemüht, die sociale Stellung der Ciloilärzte wesentlich zu fördern. 1879 trat er unter Belassung in der Stellung deS ersten Leibarztes deS Kaisers in den Ruhestand- u m

1 Das unterfränkrschs Städtchen Eltmann in der Nähe der Bahnstation

Ebelsbach bei Bamberg wurde jüngst bas Opfer einer argen Täuschung. Vor wenigen Zähren wurde daselbst eine neue Kirche gebaut und zur Ausschmückung derselben reifte Mrzllck der Bürgermeister von Eltmann nach München, um dort ein großes Altar- - gemälde aus den königlicken Museen zu erwerben. Den Aufenthalt in der Residenz / benutzte der unterfränkische Stadtvater auch zu einer Audienz bei dem Königlichen Mintsterialdirector v. Ziegler, frühem Cabinetssecretär, um diesem, alS LaudSmann, seine Vaterstadt (v. Ziegler ist von Eltmann gebürtig) zu empfehlen und zu einem Besuche einzuladen. Der Herr Mtniftertaldirector versprach auch, sobald es seine Zeit erlaube, auf einer Dienstreise nach Würzburg Eltmann zu besuchen. Diese Kunde rief

Universität- - Chronik.

Wie dieWUm. Ztg." von zuverlässiger Secke bört, hat der Director der andwirthschaftlicken Lehranstalt, Professor v. d. Goltz in Königsberg, einen Ruf nach Jena, wo er die Dtrectlon der landwirthschaftlichen Lehranstalt Übernehmen und zugleich alS ordentlicher Professor der Landwtrthschast in die philosophische Fakultät der Um- versität eintreten würbe, erhalten und angenommen.

Dem ordentlichen Profesior der turtstischen Fakultät der Diversität zu Königsberg i. Pr., vr. Gueterbock, ist der Charakter als Geheimer Justizrath und dem Bibliothekar der Königlichen Universitäts - B-bliorhek zu 93 tim, Professor Dr. Kroner, der Charakter als Geh'imer Regierungsrath verliehen worden.

tx i iT n 1 »ract Arzt in Frankfurt a.M., früher Assist.

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101 und 35. Stiftstr isse 22 I. Auswärts brieflich.

natürlich zu Hause allseitige Freude hervor und daS hockwohllöbliche Stadtcollegsttm soll auch verschiedene Beschlüsse zu einem würdigen Empfang gefaßt haben. Numtraf eS sich kürzlich, daß ein Landstreicher, ein .Armenhäusler" von Eltmann, beim Beitel ergriffen, daselbst eingesteckt wurde, aber der Polizei gelegentlich eines mit ihm ange­stellten Verhörs entwischte. Fast 14 Tage vetflössen, ohne daß eine Spur des BummlerS entdeckt wurde. Da traf plötzlich am 5. December in Eltmann an den Bürgermeister daS lakomsche Telegramm ein:Zegler kommt nächsten Zug Bahnhof Ebelsbach abholen." Wie ein Lauffeuer verbreitete sich diese Kunde durch das Städtchen, dir Gaffen wurbtn sauber gefegt, Fahnen und Guirlanden waS sich nur in aller Elle anbringen ließ, wurden zur Ausschmückung der öff ntl chen und PrivatgebSude benutzt, der RatbhauSsaal wurde in einen förmlichen Blumensalon umgewandelt, die feinst! Kutfcke dtr Stadt wurde zu dem etwa eine Stunde entfernt liegenden Bahnhof (fbe Sbacb entsandt, die Stadtväter, voran dec Herr Bürgermeister, mit Frack und Cvlinderhut insgtsammt. erwarteten sehnsüchtig am Bahnhof den hohen Herrn, bi5 schliekltck der Rüg eintrifft. Natürlich machen die Herren vor dem hereinvrausenden Qnfl ?hte pflichtschuldigste Reverenz, man bewegt sich zu dem Waggon mit den Covp6S 1 Piaffe dock nirgends ist der Herr Ministerialdtrector zu entdecken, auch im Coups 2 Elaste' nicht. bi8 endlich auS der 3. Wagenclasse ein Königlich bairischer Gendarm erfLeint und dem ebenfalls in Gala erschienenen Genda'Mrn von Eltmann den glücklich erwischten .Armenhäusler" Ziegler überweist. Da plötzlich steigen den befrackten Herren fürchterl che Gedanken auf. Die Kutsche fährt leer heim, das Abendmahl blieb ungegessen, d. h seitens des Herrn MinisterialdirectorS, und der größten Liebens­würdigkeiten hatte sich nunmehr der arme Ziegler in Eltmann zu erfreuen.

lSylvester und Sylvester trank.f Wenn das Jahr abflingt, wie Goethe stngl, ist eS eine althergebrachte Sitte, daß sich alle Familienglieder zu traulichem Geplauder in der Scheideftunde deS Jahres tn behaglicher ober weihevoller Stimmung bei einer dampfenden Bowle zusammenfinden. Die Meisten geben sich nun wohl dem Glauben hin daß d,e Geister des Nordcns geholfen haben, den interrffanien Trank zu brauen und daß womöglich St. Sylvester selbst es gewesen, der s.inen Segen der Mischung gegeben. In Wirklichkeit ist aber das, was ein Kind des Nordens zu fein scheint, dem nutzesten Süden entfproffen es hat feine Heimarh in fernen Sonnenländern, wo die Strahlen des TageSgeftirnS senkrecht ntebetbrennen und Kehle wie Hirn auSdörren. Nicht ein wäcmebedürftigeS Geschlecht hat sich den belebenden Punschtrank zuerst cem scht; h^tzescheuende Morgenländer Haden ihn bereitet, um ihren von der Hitze er­schlafften Lltd zu beleben, ihr trägeS, einged cktes Blut in Wallung zu bringen und jener Stockung und Erstarrung momentan zu entflohen, welche die brennende Sonnen- gluth so gut w e der erstarrende Frost über alles Leben bringt. Das tropische Indien hat den Ruhm, die Heimath des PuascheS zu sein zu vielen anderen stolzen Besitz­titeln ein kleiner auf bescheidenem Gebiete. Entbehrt dieser Anspruch, weil ohne geistigen Gehalt, auch e mL tieferen Interesses, so ist er dafür ein unanfechtbarer, woran es bet den geistigen Gütern, die uns Indien übermacht hat, für ein größeres Publikum nicht selten zu fehlen scheint.' Ein äußert, unwidersprechlicheS Zeugniß beweist die Richtigkeit der Behauptung, der Name Punsch. Hätten wir unS das Getränke selbst gemischt, wir hätten ihm sicherlich auch einen Namen zu geben gewußt. Jenes .Punsch" find aber keine deutschen, keine europäischen Laute, es ist ein hindoftanischer Fremdling, der vom Ganges dis an die Donau und weiter seinen Weg gemacht und von den L pprn deS devtschen Fräuleins noch genau so klingt, wie aus dem Munde deS braunen HindumSdchenS, wenn es den dampfenden Trank kredlnzt, nämlich Pantsch (im Hindoftanischen wird »wie das englische u ausgesprochen), w lches an das sanskritische Pantscha ankliNitt und diefünf" bedeutet. Die fünf Elemente nämlich, auS welchen der Inder den Trank msprüngl ch mischte, intern er seinen Rum durch Wasser, Thee, Zucker und Clronrnsaft zu mildern gewohnt war. Nichts kann auch dem Geiste nach indischer fe n, als dieser Name, tn welchem schon daS Sckiller'scheVier Elemente, innig gtfeüt . . . ." vorweggenommen ist. Denn nichts liebt der so systematirsüchtige indische Geist, welcher sich im Anszählen und Eintheilen gar nicht genug thun kann, mehr a!S solche Gruppstung in irgend einem Sinne zusammengehöriger Elemente und ihre Verweithung als Motive zu Namen.Die fünf",Die sieben",Die zehn", da« sind landesübliche und gern gebrauchte Benennungen für alle möglichen Dinge der Welt. Die Engländer waren es, welche auf demwestöstlichen Divan" ihrer Herrschaft zuerst unter allen Europäern ihre Punfchbowle tranken und in der Sylvester-Feier Orient und Occident zu gemeinsamer Leistung vereinigten, indem jener den Punsch dazu gab, dieser den fröhlichen Zechergeist. Wir haben rasch Behagen an dem Fünf­tranke gefunden, daSPunsch" Hingt unS ganz vertraut und heimathlick und gar nicht hindostanisch und sanskritisch; und die Töchter lernen von den Müttern die Punschbereitung wie das Strümpfestopfen. Wenn so unter uns der indische Ursprung des Trankes verdunkelt ist, so ist daS ganz natürlich und kein Unglück. Auch kein Unrecht gegen die Inder, denn Erfinder einer Sache ist nicht blos der, der sie halb spielend, halb tappend an die Oberfläche bringt, sondern auch, wer sie recht zu schützen und aufzunebmen versteht. Daher mögen die Dichter ruhig fortsahren, in ihren Punsch- liedern den Norden zu preisen.

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Bekanntmachung

den

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Samstag Dienstag Mittwoch Donnerstag Samstag Dienstag Mittwoch Donnerstag

tzitimiren.

Die Herren Bürgermeister werden er­sucht, dieses in ihren Gemeinden auf orts­übliche Weife bekannt machen zu lassen.

Gießen, am 27. November 1884.

Der Rechner der Spar- und Leihkasse. Kehr.

Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt, und zwar:

3. Januar 1885,

6.

7.

8.

10.

13.

14.

15.

Samstag 17.

Die Interessenten werden daher aufge­fordert, die Zahlungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu le-

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