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empfehl comp und S Preise, preise.

AranKrerch.

Parts, 19. November. Challemel-Lacour richtete ein Schreiben au^ Cannes vom 17. ds. an Grevy, worin eS heißt:Meine seit einigen Monaten ernstlich an- gegriffenc Gesundheit gestattet mir nicht mehr, die Funktionen, welche Sie mir an» vertraut haben, mit der erforderlichen Sorgfalt zu erfüllen. Ich bitte daher, mein Entlassungsgesuch anzumhmen. Es ist nvr Bedürsniß, Ihnen meinen Dank auszu- sprechen für das beständige Wohlwollen, gleichzeitig aber mein Bedauern auszudrücken, mich von Collegen trennen zu müssen, deren Charakter mir Hochachtung einfloßt, mit denen ich mich stets in Ueberelnllimmung befunden."5

Grevy antwortete hieraus, indem er sein lebhaftes Bedauern sussprach, einen Mitarb-iier zu verlieren, welck-n er Hochschatze. Durch Dekrete vom heutigen Tage werden Ferry zum Minister deS Auswärtigen und FallterS zum UnterrichtS- minister ernannt.

Newyork, 20. November. DerNewyoik-Herald" meldet aus Hongkong gestern, die Edmesen hätten Sontay und Bacmnh geräumt und würden neue Trupp-y biw gungen voraussichtlich fifiiten. Die W>ederaufnuhme der militärischen Operationen durch die Frar zoscn werde für noch nicht möglich gehalten, weil das Erdreich nodi i» durchweicht sei. * äU

Aus Haiphong verlautet gerüchtweise, die Stadt Hmdzong sei in der Nacht vom 12. bs. niedergebrannt. Die Jnbrandlegung der Stadt solle von den Mattdattwir von Hue veranlaßt worden sein.

Lokales. *

G. Gießen, 21. November. sSterdlichk-it in Gießenff Die Sterblichkeit f» Gießen war toätzrend der Woche vom 11. bis 17. November eine mittlere, da ptfi im Ganzen nur 7 Todesfälle ereigneten und zwar ausschließlich bei Erwachsenen. $j!S Todesursache wurde bezeichnet: Brightische Ne-renkrankheit dreimal, Bauchfellentzündung organisches Herzleiden, Lungenschwindsucht, Lung<nentzündung je einmal.

Gießen, 21. November. sVon der Universität-! Am Samstag dm 24. b. M., Mittatzs 12 Uhr, wird der ordentliche Prof'ssor Dr. Hermann Siebes seine akademische Antrittsredeüber das Verhältniß von Naturgesetz und ©titengdeh halten. Sicherem Vernehmen nach soll an Stelle b«8 veifiordenen Profefjorz Clemm der bisherige außerordentliche Professor der klassischen Philologie Johannes Schmidt aus Halle berufen worden sein.

Amtsanwatt Dr. Günger ick ist mit der Versehung der Stelle eines Staats­anwaltes bei dem Landgerichte der Provinz Starkentmrg beauftragt worden.

svruL genommen werden; darauf rechnet die Staatsreg-erung mit derjenigen Zuv-isicht mit welcher sie von Anfang an jene großen Ziele nur hat ip'S Auge fasten können und ohne welche sie auf deren weitere Verfolgung zu ihrem tiefen Bedauern würde ver- ,«ckten müssen. Die zur besonderen Freude Seiner Maiestät in der I-tzten Session von Ihnen angenommene Befreiung wenigstens der zu den beiden unteisten toiuftn b-r Klassensteuer eingeschätzten Bevölkerung von dem Drucke dieser Steuer und der L.'imsuchung mit Steuer,x.kuiion kann nach übereinstimmeilder Auffassung der Staats« legterung und des Landtags nicht als Abschluß einer Reform der direkten persönlichen Staatssteuern gelten, sondern nur als der erste dringlichste Schritt zu einer solchen. Dem unveränderten königlichen Willen folgend, der auf baldige weitergehende Be­freiungen der nur geringes Einkommen habenden BevölkerungSkiossen gerichtet ist und zugleich den bei den Verhandlungen des Landtags in weitgehender Übereinstimmung geäußerten Ansichten über die sonstigen steuerpolitischen Ziele gern entgegenkommend, bat die Staatsregierunz sich die Ausarbeitung eines weiteren Gesetzentwurfs zur Um- geftaltung der btrecten persönlichen Steuern und Einführung einer Kapitalrentensteuer angelegen fein lassen, der Ihnen binnen Kurzem unterbreitet werden wird.

Mit der Uebersührung der meisten größeren Privat-Eisenbahn-Unternehmungen in die Hände des Staates und der gleichzeitigen Erweiterung des Staatseisenbahnnetzes durch Herstellung neuer wichtiger Schienenoerbtndungen ist das Staatseisenbahnsystem in dem größten Theil der Monarchie mit steigendem Erfolge jur Durchführung gelangt. Um die bedeutungsvolle Reform zum weiteren Abschluß zu fördern und die Vottheile derselben auch denjenigen Landestheilen zuzuwevden, welche der Staatsbahnen bisher zum Theil noch gänzlich entbehren, wirb ihnen die Staatsregierung den Erwerb einer weiteren Reihe wichtiger Prioateisenbahnen in Vorschlag bringen. Tue mit den Gesellschaften vereinbarten Verträge bieten wiederum zugleich die Mittel für eine der Landeswohlsahrt dienende Erweiterung rind Vervollständigung deS SiaatseisenbahnnetzeS in den verschiedensten Theilen des Landes. Ueber die Verwendung dieser Mittel wirb ihnen eine Vorlage zugehen. ..

Von der angelegentlichen und unverminderten Fürsorge, welche die Siaats- regierung der Entwicklung der natürlichen wie der künstl'chen Wasserstraßen zuwendet, wird auch der Entwurf deS Staatshaushalts-Etats Zeugnitz ablegen.

Nachdem Dank Ihrer Zustimmung die Organisation der Verwaltung die dem Bedürfnisse deS Landes entsprechende einfachere und übersichtlichere Einrichtung erfahren bat, ist es an der Zeit, der weiteren Ausdehnung des Reformwerkes näher zu treten. Zu dem Ende werben Ihnen zunächst die Entwürfe einer KreiS- und Provinzial- Ordnung für die Provinz Hannover vorgelegt werden, da die hiervon abhängige Ein­fügung dieses Landestheiles in den Behördenorganismus der Gesammtmonarchie als eine der dringlichsten Aufgaben unserer inneren Polittk zu bezeichnen ist. Der Entwurf einer für die ganze Monarchie bestimmten Jagdordnung, welcher den Mängeln »er bestehenden Jagdpolizeigesetze Abhülfe schaffen soll, wird Ihnen im Laufe Ihrer Be- rvthungen zugehen.

Meine Herren! Indem iS Sie am Eingänge einer neuen Session im Namen Sr. Majestät begrüße, lade ich Sie dazu ein, Ihre Arbeiten unter dem Schutze ge­sicherter, friedlicher Verhältnisse wieder aufzunehmen und in einträchtigem Zusammen­wirken mit der Staatsregierung einem gedeihlichen Ziele entgegenzuführen. Im Sluftraae Sr. Majestät des Kaisers und Königs erkläre tch den Landtag der Monarchie für eröffnet."

Telegraphische Depeschen.

Wolff's teilegr. Correfstorröem-Buresu.

Berlin, 20. November. Die Eröffnung des Landtages erfolgte heute durch den Ministerpräsidenten v. Puttkamer und schloß mit einem dreimaligen Hoch auf den Kaiser, welches der Präsident des Herrenhauses, Herzog v. Natibor, ausbrachte. Das Abgeordnetenhaus nimmt morgen die Präsidentenwahl vor, das Herrenhaus wühlte das bisherige Präsidium wieder.

Der russische Kriegsminister v. Wanowski wurde heute von Sr. Mas. dem Kaiser in längerer Audienz empfangen und zur Tafel gezogen.

DasMilitär-Wochenbl." veröffentlicht eine kaiserliche Ordre vom 15. ds., wonach in Gemäßheit der Ordre vom 8. ds. 67 Bataillons-Csmman- deure zu etatsmäßigen Stabsofficieren ernannt werden, in 48 Füllen aber noch die Bestimmung vorbehalten bleibt.

Bonn, 20. November. Der Professor der Geschichte an der hiesigen Universität, Geh. Regier.-Rath Dr. Arnold Schaefer, ist heute plötzlich in Folge eines Schlagfluffes gestorben.

Karlsruhe, 20. November. Bei bet heute erfolgten Eröffnung heg Landtages war tue Großherzogin mit Gefolge in der Hofloge anwesend. Dte Thronrede des Großberzogs gedenkt der Stellvertretung durch de» Erbgrotzherzog während der Krankheit »es GroßherzogS und der allgemeinen Theilnabme wäyread dieser Krankheit, sowie bet der Geburt eines Enkels. Die Thronrede theilt ferner mit, daß die über die Lage bet Landwirthschast angefteUten Erhebungen unverweilt vorgelegt werben würden. Wettere Vorlagen betreffen die Zuständigkeit und das Verfahren b<r Verwaltungsgerichte, die Einführung der Kretsorganisatton und die Revision der Siädteorduung. Wörtlich heißt es dann weiter:DaS freundliche Verhältniß zum katholischen Kstchenregtment hat sich bet der Erledigung aller Angelegenheiten, die ein Einvernehmen mit der obersten Kirchenbehörde erforderten, in der beim Schluffe der Tagung erhofften Weise bewährt. Meine Regierung wird ernstlich bestrebt sein, dieses für eine friedliche Entwicklung der inneren Zustände beS Lande? wichtige und erfreuliche Verhältniß aufrecht zu erhalten." Andere Vorlagen betreffen das Volksschulwesen, Vorschriften über öffentliche Hinter­legung und die Fürsorge für die vaterländischen Denkmäler. Das Budget wird durch die Staatshllse für die Herstellung der durch Hochwaffer zerstörten Verkehrswege und Schutzwerke sehr in Anspruch genommen, trotzdem ist der Budgetabschluß ein günstiger. Es werden ferner Maßnahmen vorgeschlagen, welche die Sicherheit des Betriebes auf den Staatsbahnen durch Vervollkommnung technischer Einrichtungen erhöhen sollen. Die Einnahmen der Eisenbahnen sind im Wachsen begriffen, so daß nicht nut die durch den Ban der Höllenthalbahn verursachten Opfer getragen, sondern auch der Erfüllung berechtigter Wünsche anderer Landestheile näher getreten werden kann. Erwähnt wird weiter die Vorlage über die Einführung der Braumalzsteuer anstatt der Keffelsteuer, die wiederholte Vorlage eines allgemeinen Einkommensteuergesetzes und schließlich die Vorlage wegen der besseren Versorgung der Hinterbliebenen der ohne Staatsdiener­qualifikation im StaatsverwaltungSb-enste Angestellten-

Wien, 20. November. Die Polizei hat eine geheime Druckerei saisirt, aus welcher in der letzten Zeit wiederholt socialrevolutionäre Flugschriften ver­breitet wurden.

London, 20. November. Sir William Siemens ist gestern Abend gestorben.

Belgrad, 20. November. Dis zum Tode verurtheilten Urheber des Aufstandes und Führer der Aufständischen Didic und Gjufic sind gestern in Zaitschar standrechtlich erschossen worden.

Vermischtes.

Wetzlar, 20. November. Gestern Abend ist in der Nähe hiesiger Station ein Bahnbeamter auf entsetzliche Weise verunglückt. Derselbe, ein junger Bremser, muß wenige Minuten vor Eintreffen des ZugeS von seinem Sitze herabgeflürzt fein; benn bet den sofort angestellten Nachforschungen fand man den Mann etwa 1 Km. von diesiger Station al8 furchtbar zerfleischte Leiche neben dem B-Hngeleise liegen. Der Unglückliche soll in Betzdorf ftationtrt gewesen und noch miverheirathet fein.

Bonn, 18- November. An einem der letzten Tage fand im Walde von Jpyendots ein Duell auf ßrummfäbel zwischen einem hiesigen Corpsstudenten und einem Referendar eu8 Wiesbaden statt. Das Duell endete damit, daß der Referendar einen Säbelhieb über ben rechten Arm erhielt und der Ellenbozen gebrochen wurde.

Wiesbaden, 14. November. sEtnbruchff In der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch ist, demWiesb. Tagbl." zufolge, ein Einbruch in die am MichelSb-ig be- legene Synagoge verübt worden. Die Thäier haben das ©ifeugiiter an der Hinteren Seite des G-däudes durchfeilt und sind durch das Fenster in das Innere d-sselben eingestiegen. Hier öffneten fb verschiedene Bebälter und versuchten auch, einen Cassen- fthront, in dem Archivalien und gottesdlensittche Geräthe aufbewahrt sind, zu svrengen. Letzteres gelang den Dieben aber nicht und so mußten sie mit zwei seidenen Pciester- Talaren vorlieb nehmen, die sie mit sich nahmen. Sie scheinen in ihrem verbrecherifchm Treiben gestört worden zu sein, denn sie ließen ihre Brechwerkpuge am Thstolle zurück.

In Co bl en z stürzte sich ein Fußarttllerist, der zu mehrwöchentlicher FestmigS- ftrafe verurtheilt war und auf den Ehrenbreitstein abgcfüijit werden sollte, über dal Geländer der Schiffbrücke und verschwand. Dem ihn eSkortirendeu Unteroffizier feblug er mit feinem Gepäckbündel ins Gesicht und stieß ihn zurück. Im Noo-mber $. I. trug sich ein ähnlicher Fall auf der stehenden Brücke zu.

Würzburg, 14. November. Ein erschütternder UnglückSsall hat die Einwohner- schäft unserer Stadt in nicht geringe Aufregung versetzt. In d<m Anwesen Nofen- gaffe Nr. 4, dem Baumeister I. F. Zi>ß gehörig, stürzte beute ein einstöckiger Neubau zusammen, während wer Schtefervecker gerade mit der Herstellung der Bedachung be­schäftigt waren. Baumeister Znß wurde unter den Trümmern begraben und mit ge­brochenem Genick unter denselben hervorgezogen. Weiter erlitt ein Maurerlehi linz eine Verletzung am Kopf. Die Schieferdecker wurden, ohne Schaden zu nehmen, in einen nebenstehenden Garten geschl-udert. Die Mauern des eingestürzten Baues waren aus­fallend dünne. Wie weit daS Siadtbauamt bei dem Vorkommniß betheiligt ist, wird die Untersuchung lebten. Die Fron des verunglückten Eigenthümers gebar nach bem Unglücksfall unglücklich und liegt schwer darnieder.

Aus Bayern wird berichtet: Vor drei Jahren starb in Weißenfels d,r israelitische Rentner Isidor Kraft, ein Millionär. In feinem Testamente fand sich ein den größeren Theil fernes Vermögens ausmachendes Vermächtniß, aus dem erwerbs­unfähige oder durch Alter, Krankheit rc. im Lebensunterhalt beeinträchtigte Hand­arbeiterinnen, ohne Rücksicht auf ihre @onfefften, eine fortlaufende Unterstützung eon vierteljährlich 60 Mark erhalten sollten. Bedingung war einzig und allein Bedürftige kett, Würdigkeit und das vollendete 35. Lebensjahr. Allerlei Schwierigkeiten batten aber die Vollstreckung dieses Testaments bis jetzt verzögert. Endlich waren sie gehoben und zum ersten Male wurde kürzlich das Testament vollstreckt. Die Arbeiterinnen, 108 an der Zahl, versammelten sich, der Bestimmung des Verstorbenen gemäß, an seinem Todestag an seinem Grab zu einer einfachen Todtenfeier, wobei eine von ihnen dos vorgeschrtebene kurze, aller confesstonellen Färbung entbehrende Gebet »erlas. Neunzig waren christlicher, die übrigen 18 mosaischer Confession.

HerSseld, 12. No»ember. Daß deS Arztes Beruf oft ein gar schwerer sei, wird wohl Niemand bezweifeln, um so mehr, aI8 keine Stunde auch nicht die nächi- stche ihn die ungestörte Ruhe genießen läßt; ja, man kann eS als erwähnenswettbe Seltenheit bezeichnen, wenn er einmal die Morgenröthe begrüßt, ohne daß ihn der Weckruf der Hausglocke an seine Pflicht gemahnt. Einen höchst merkwürdigen, erst kürzlich vorgekommenen Fall, der besonders durch die Art deS Patienten selbst unser Interesse erweckt, weist baS Tagebuch eines geachteten Arztes nach. Die Geisterstunde ist vorüber, der Zeiger zeigt auf 2 Uhr, da ertönt gellend durchs HauS, wie so> manchmal, der Ruf der Glocke. Unverzüglich kleidet der Jünger der Medicin sich an, tritt an« Fenster und blickt hinans in die sternhelle Nacht, nach des späten Gastes Begehr zu forschen. Alle« still keine Menschenseele zu sehen, nur leiseS Flüstern bringt an des Hörers Obr. Kopfschüttelnd schließt der Doetor daS Fenster, gebt langsam der wätmenben Wohnstätte deS Morpheus iu und sinkt bald in feine Sttme. Da horch! ein zweiter Ruf der Schelle, gellender und durchdringender als ba$ erste Mal, zittert durch das stille HanS. Fast erschreckt springt der Gequälte auf, fein Auge sucht blitzeub nach dem geisterhaften Störer der Ruhe alle« still; k-in Ton einer menschlichen Stimme schallt zu ihm herauf; es ist leer vor der Thür wie zuvor; nur die Blätter spielen im leise säuselnden Winde und der Mond blickt sreuvdlich scheint eS dem Arzte nicht wie Hohnlächeln? zur Erde nieder. Sind es Geister, die ihre Stunde verschliefen und eist jetzt ihr unheimliches Treiben beginnen? ©mb <5 Schatten, hie das Grab nicht halten kann? Alle Furcht abschüttelnb, kleidet sich der Sohn Aeskvlaps an, hüllt sich in seinen Pelzmantel und hält am offenen Fenster Wacht, um den Quälgeist zu bannen. Vergebens hat er eine Zeit lang mit Aug und Ohr gewacht, da sieh, eine schmale, weiße Hand ltnnenweiß beweg! sich nach der Schelle, umspannt den Griff nnb und schauerlich gellt zum dritten Matt die Glocke durchs Haus. Mit kühnem Ruck reißt der Arzt diese Hand an sich und ergreift die unschuldige Fahne, die zum Luthersest vom Giebel des Hauses herniedet- flatiert und sich mit ihren Quasten in dem Griff der Schelle verfangen hat.

Potsdam, 15. November. Ueber einen Mörder ans Vaterliebe saßen ver­flossene Woche die Geschworenen in Potsdam zu Gericht. Der Angeklagte, Arbeiter Christian Liepe, hatte seine an epileptischen Anfällen leidende Tochter getökttet, um sie von ihren Leiden zu befreien, und dann sich selbst zu entleiben verfucht. Die ärztlichen Sachverständigen waren der Ansicht, daß L. die That in einem Zustande geistiger Unzurechnungsfähigkeit Begangen habe und gaben die Geschworenen demzufolge ein frei sprechendes Verdikt ab.

Offenbach, 14. November. sNeuer Postbriefkastenff Heute Morgen hatten wir auf dem Bureau der hiesigen Handelskammer Gelegenheit einen von den Herren Fabrikant Weber und Mechaniker Teller erfundenen. neuen Postbriefkasten zu sehen, der zweifellos daS Vollkommenste ist, was auf diesem Gebiete bisher geleistet wurde und wir glauben es sagen zu dürfen auch in Zukunft geleistet werden wirb. Der Briefkasten ist so vorzüglich eingerichtet, baß die Möglichkeit des Abhandenkommens eines Briefpoststückes geradezu ausgeschlossen erscheint. Der Postbote, welcher mit der Leerung des Kastens betraut ist, erhält auf der Post einen von einem Beamten ver- ' schlossenen Briefbentel. Der Schlüssel zu dem Beutel verbleibt auf der Post. Dem , Boten wirb ein Schlüssel eingehändtgt, mit wlchem er ein an der Außenseite de- 1 Kastens befindliche« kleines Thürchen öffnet, auf dem gleichzeitig die Abholungszell bemerkt ist. Schließt der Bote dieses Thürchen auf, so erscheint in der am oberem

Theil« d^ff'l $8. Sonnt is die betre erwähnt-" T wird der eig «ich läßt siä worden W- sien« der B ti wird eige ober gttiibze und nun ka- : ,-then. 301 i tzriesbeutel!

Poststück- hi fällst für d- iiutt der Po Briefkastenb beutel soso: wieder zu e tS ist ? leiseste Moe Beamten w abgeliefeit i feinem Weg de? Br-efde wohl ganz Entwurf ft' ggemlichkest geheueren S Postwesen unserem D noftmeifier int Posiver bedeutsam« Patent ba1 Mynz i wünschen, Herren, we beiwohnten lang', bis ongefeitigt

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