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Würzburg, 20. März. Der frühere Reichstags-Abgeordnete Professor Gerftner ist gestorben.

Gotha, 20. März. Der Staatsrath von Wangenheim ist heute, als er sich auf dem Wege nach dem Landtage befand, von einem Individuum, das vergeblich nach einer Stelle gesucht hatte, erschossen worden, der Mörder tödtete sich' unmittelbar darauf ebenfalls durch einen Schuß.

London, 20. März. Der Lord - Geheim - Siegelbewahrer Vicomte Carlingford ist zum Lord - Präsident des Geh. Raths ernannt worden und wird auch die Functionen eines Ministers für Landwirthschast übernehmen. Unter der veröffentlichten diplomatischen Correspondenz über Egypten befindet sich eine Depesche Lord Dufferin's vom 6. Februar, worin die Nothwendigkeit betont wird, daß England in Egypten bleibe, bis die Regierung eine starke und dauernde sei.

Madrid, 20. März. Deputirtenkammer. Der Finanzminister erklärte, er werde gegenüber den von Deutschland beabsichtigten 5Oprocentigen Zuschlagö- zöllen auf spanische Import-Artikel keine Repressalien anwenden, sondern für deutsche Producte nur die Tarife für diejenigen Länder zur Anwendung bringen, die keine Convention mit Spanien hätten. Diz Romero kündigte an, er werde! die Anwendung von Repressalien beantragen, wenn Deutschland Zuschlagszölle | anwende.

Konstantinopel, 20. März. Rach hier eingegangenen Nachrichten hat in Demen ein Zusammenstoß von Arabern und türkischen Soldaten stattge­funden. Eine Bande Araber griff die Soldaten an, die 4 Bataillone zählten. Auf beiden Seiten blieben mehrere Todte und Verwundete, unter den Getödteten befinden sich auch 4 Officiere. Die Araber wurden auf allen Seiten zurück» geschlagen.

Lokale-,

Gießen, 21. März. ^Sterblichkeit in Gießens Die Zahl der Todesfälle während ' der Woche vom 11 bt§ 17. März betrug im Ganzen 14. Von erwachsenen Personen j wurden 4 betroffen, bei welchen Lungenschwindsucht, Lungenöoem, eingeklemmter Bruch, AltersschirSche je einmal als Todesursache bezeichnet wurde. Von Kindern im ersten Lebensjahre starben 4, davon 2 an Gehirnentzündung, eins an Krämpfen, eins an Lebensschwäche. Bei Kindern zwischen dem 2. und 10. Lebensjahre kamen 6 Todes­fälle vor und zwar starb je eins an Scharlach, Diphtherie. Unterleibstyphus, allgemeiner Abzehrung, Kehlkopfoerengerung, Gehirnentzündung. G.

vermischte-.

Darmstadt, 18. März. sThterschutzverein für das Großherzogthum Hessen.) Wie uns mttgethcilt wird, empfing Se. Großh. Hoheit der Prinz Alexander vor Kurzem eine Deputation des Vorstandes des Thierschutzvereins, bestehen) aus den Herren Geh. Oberschulrath Greim, Ministerialrath Lothelsen, Landgerlchlsrath Heinzer- l ng und Kreisveterinärarzt Dr. Sckaefer, welcher die Bitte um Uebernahme des Vereins- präsidtums vor trug. Se. Hoheit unterhielt Sich längere Zeit mit den Mitgliedern der Deputat'on aufs leutseligste, insbesondere über Thierschutzangclegenheilen, erwähnte, daß Er für den Verein uno seine Bestrebungen das lebhafteste Interesse hege und erklärte Sich schließlich gern bereit, dem Wunsche des Vereins entsprechen und das Präsidium desselben übernehmen zu wollen. Es wird diese hohe Gnade dem Thier- jchutzvere-n zum besonderen Vorthetl gereichen und seine Thätigkeit zur Erreichung seines edlen Zieles tn hervorragendem Maße beleben und fördern.

Darmstadt, 17. März Die von dem Local-Gewerbveretn und Handelsverein als zur Berücksichtigung empfchlenswerth erkannten Wünsche betr. das Submffsions- wesen, welche inzwischen nebst Erläuterungen der Großh. Centralftelle für die Gewerbe und dem Stadtvorstand mit dem Ersuchen um thunlichste Unterstützung unterbreitet wurden, habrn folg nden Wortlaut:

A Das Verfahren bet Submissionen betreffend. 1) Für die Offenlegung der Voranschläge, Zeichnungen und Accordsbedtngungen sollte ein längerer Zeitraum als seither mestt üblich, fight werden. 10 bis 14 Tage für gewöhnliche, 3 Wochen für größere Bauten vor dem Submissionstermin 2) In diesem Termin der Offenlegung wären neben den Voranschlägen alle für die Preisentwtckelungen und die Alt der Arbeiten nöthigen Zeichnungen und Werkplüne fertig vorzulegen. 3) Das Verlangen, daß die emzureichenden Submissionen nach Procent-Auf- oder Abgeboten zu ft dien seien, möchte gänzlich beseitigt und dahin abzuändern sein, daß das Einreichen der Gchote nach Preitzeinheiten und der darnach zu berechnenden Hauptsumme gefordert und demgemäß Gopten des Hauptvo'-anschlags ohne Preisansätze gegen Erstattung der Coptalgebühren an die Uebernahmslufttgen abgegeben'.den 4) Den Accor - banten sollen keinerlei Kostrn des Submlssionsverfahrens zur Last gesetzt werden. 5) Die eingelsngten Submissionen sollten im Eröffnungstermin in Gegenwart der einzuladenden Submittenten eröffnet und verlesen werden- 6) Bet Vergebung von g^memheitlichen, insbesondere der städtische» Bauarbeiten wäre es erwünscht, wenn die auf dem Platze selbst ober die 'n der Nähe der Arbeitsoergebung wohnenden Geschäfts­leute möglichst berücksichtigt würden. 7) Die Wahl deutscher Rohstoffe und Fabrikate möchte bet allen betr. Submissionen vorzugsweise zur Anwendung gelangen.

B. Die Bedingungen der Submissionen und Accorde betr. Diese Bedingungen sollten unter Anderem Folgendes enthalten: 1) Genaue Festsetzung des Anfangs und Vollendungstermins der Arbeiten, bezw. Lieferungen. 2) Genaue Fixirung, sowohl der Verpflichtungen als auch der denselben entsprechenden Rechte des Uedernehmers. 3) Eine Bestimmung, daß die gestellte Cautton sofort nach erfolgter Vollendung und Gutheißung der übernommenen Arbeiten durch die Bauleitung zurückgegeben werde. 4) Die B.stimmrmg, daß Mehr-Arbeiten und Lieferungen gegen den ursprünglich fest­gesetzten Plan und Voranschlag nur bis zu Einzehnthell des Betrags der Uebernahme nach den betreffenden Submissionspreisen von dem Uebernehmer zu beschaffen seien. Darüber hinausgehende Arbeits- ober Lieferungs-Quantitäten sind nach den Vor- onschlagspretsen oder nach besonders mit dem Uebernehmer zu vereinbarenden Preisen zu vergüten. Eine beliebige Verminderung der Arbeiten und Lieferungen darf nicht ohne Weiteres, sondern, wenn solche ein Zehntherl des vorgesehenen und veraccordirten Betrags übersteigt, nur mit Zustimmung des betr. Uedernehmers angeordnet werden. Größere Abänderungen sind ebenfalls vorh r besonders mit dem betr. Uebernehmer zu vereinbaren 5) Eine Festsetzung, daß bei größeren Arbeiten und Lieferungen bis zu 4/5 des nach dem Accord zu ermittelnden Werthes der betr. Arbeiten ober Lieferungen Abschlagszahlungen ertheilt und daß die Schlußrechnung und Auszahlung des Rest­betrags längstens 2-3 Monate nach erfolgter Rechnungsstellung erfolgen werden. 6) Eine Bestimmung, daß Convmtionalstrafen nur in angemessenen Grenzen, d h. dem jeweilig obwaltenden Interesse rechtz itiger Lieferung entsprechend angesetzt werden können. 7) Eme Festsetzung, daß über etwaige Meinungsverschiedenheiten und Streitig­keiten nicht die öffentlichen Gerichte, sondern endgültig ein Schiedsgericht zu entscheiden habe, welches aus drei Sachverständigen bestehen solle, von welchen je einer durch Die Contrahenien, der dritte vom Amtsgerichte des Ortes der Bauausführung erwählt werden. Gegen Entscheidung solcher Schiedsgerichte ist keinerlei Recms möglich und die Kosten des Schiedsgerichts hat derjenige Contrabent zu tragen, welcher Unrecht hat.

C. Die Voranschläge, Zeichnungen rc. betreffend, welche den jeweiligen Sub­missionen zu Grunde gelegt werden 1) Es ist wünschenswerth, daß alle Voranschläge für Arbeitsvergebungen klar, übersichtlich und möglichst ausführlich ausgearbeitet sind, iowie, daß darin nur Gleichartiges zusammengefaßt und alles Ungleichartige in Ansätzen getrennt aufgeführt und berechnet erschein''. 2) Voranschläge, Bedingungshest und die zugehörigen Zeichnungen sollen bei der Offenlage stets dem Submittenten ein ganz klares B-ld der von ihm verlangten Arbeit ober Lieferung geben. Neben Mittheilung be> Abschriften der ersteren an die Uebernehmer empfiehlt es sich bei größeren "auterr daß die Bauleitung auch die Zeichnungen vervielfältigen und diese Copien oder Ueberdrücke an die betreffenden Uebernehmer zum Selbstkostenpreis abgeben Mn en wolle °

Der Mainzer Veteranen-Verein der hessischen Division n^T Abend eine außerordentlich zahlreich besuchte Versammlung

um Protest einzulegen gegen die in demBerliner Tageblatt" aus den Stieb

Memoiren abgedruckten Verleumdungen und Beschimpfungen der Division- Sowohl die Handlungsweise Stieber's, wie das Vorgehen desBerliner Tageblatt" wurden allgemein und tn den stärksten Ausdrücken verurtheilt und schließlich folgender Protest erlassen:

»Der Mainzer Veteranen-Verein der hessischen Division 1870/71 erklärt die im Berliner Tageblatt" aus den Memo ren des verstorbenen preußischen Geheimen Criminal-Commissäls ©lieber abgedruckte Behauptung, die während des deutsch- französischen Feldzuges in Faulquemont (Falkenberg tn Lothringen) eingerücklenHessen- Darmstädter" hätten hortsofort zu plündern" angefangen, für eine durchaus grundlose Verdächtigung und Verleumdung und wetst mit Entrüstung die daran geknüpfte Be­merkung:Diese Hessen sind wahre Banditen" als eine infame Beschimpfung der hessischen Division zurück.

Wenn sich während des Feldzuges, wie dies bei allen Truppentheilen auch bet den preußischen vorgekommen, einzelne Angehörige der hessischen Division Aus­schreitungen zu Schulden kommen ließen, so war die Zahl derartiger Fälle bet der Division ganz gewiß verhältnißmätzig nicht größer, als bei den preußischen Heeres- theilen und nichts berechtigte daher den preußischen Geheimpolizisten Stteber. in dieser Beziehung die hessische Division besonders hervorzuheben und zu brandmarken; na­mentlich aber hatte er kein Recht, den ganzen hessischen Truppentheil tn so nichts­würdiger, unerhörter Weise zu beschimpfen, wie er es durch die Aeußerung:Diese Hessen sind wahre Banditen" gethan.

Wenn derMainzer Veteranen Verein" der hessischen Division auch der Ansicht ist, baß die Ehre dieser Division, die sich, nach dem Zeugnisse ihres obersten Kriegs- berrn, im F ldzuge von 1870/71 mit Ruhm und Ehren bedeckt hat, weder durch die Verleumdungen eines Stieber, noch durch die ungual fteirbare Handlungsweise des Berliner Tageblatt" beeinträchtigt werden kann, so wollte er die gegen die Division erhobene Verleumdung dock nicht tn der Oeffentlichkeit unwidersprochen lassen.

Auch kann derMainzer Veteranen-Verein" nicht umhm, seinem Bedauern darüber Ausdruck zu geben, daß ein in Deutschland, m der Residenz des obersten Kriegsherrn der Armee, erscheinendes Blatt sich zum Verbreiter der gegen einen deutschen Truppentheil erhobenen Stieberffchen Verleumdungen und Beschimpfungen gemacht hat "

Die Versammlung beschloß, diesen Protest auch zur Kmntniß Sr. Kgl- Hoheit des Großherzogs, der bekanntlich Commandeur der hessischen Division während des deutsch-franrösischen Feldzugs war, zu bringen. (Mzr. Jl.)

Weilburg, 15 März An der hiesigen berechtigten Landwirthschaftsschule für die Provinz Hessen Nassau wurde heute unter dem Vorsitz des Regierungsraths Bayer aus Wiesbaden die EntlossungSprüfung abgehalten Sämmtl.che 6 Ab turienten, worunter 2 Hessen und 4 Nassauer, erhielten das Zeugntß der Reise und damit zugleich Die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst.

Barmen, 18. März. Die Brtrfmarken-Fälschung.n, die allgemeines Aufsehen erregen, scheinen doch einen größeren Umfang zu besitzen, als zuerst angenommen worden. Nachdem, wie bekannt, der in Barmen verhaftrt^ L tbograph, der die Marken mit einer staunensmerthen Genauigkeit nachgemacht (die Fälschung wurde nur dadurch entdeckt, daß die Zahl der Löcher, durch welche die einzelnen Marken von einander getrennt sind, nicht mit den echten Marken übereinstimmen), weitere Aussagen gemacht, sind zwei Brüder aus Langerfeld bei Schwelm, Söhne des Inhabers einer geacht ten Firma, verhaftet worden, ebenfalls ein Verwandter in Hagen, Besitzer einer großen F ima. Es sollen sich bei ersteren Marken in großen Packeten im Werthe von gegen 500,000 Mark gefunden haben, was wohl etwas übertrieben sein dürfte. Die Unter­suchung ist in vollem Gange.

sDie Mensuren in 3enaJ lieber die Anfangs sensationell aufgrbauschte Blutvergiftung durch Mensuren in Jena liegt jetzt tn derDeutschen medicimschm Wochenschrift" ein Bericht vor. der wohl als authentisch gelten darf. Danach erh eit am 5. Februar einer von den fünf Burschenschaftern, die an diesem Tage auf der Mensur waren, der stud. med. L, einen kleinen Schmiß am Kopf, der tndeß so gut heilte, daß der Verwundete bereits drei Tage später wieder auf die Mensur trat Hier wurde er jedoch unwohl und zog das Paukzeug aus, in welchem dann noch fünf Arminen los- gtnfltn. Das Unwohlsein des stud L. stellte sich als Anfang einer Gesichtsrose heraus, die jedoch nicht von den Schmissen, sondern von der Ohrspeicheldrüse ausging. Wie kam L. zur Rose? Er bewohnte ein Zimmer, in dem vor einem Jahre Dr. Sch- ebenfalls die Rose gehabt hatte. Auch hatte er selbst früher die Gesichtsrose über­standen. In der Folge erkrankten nun an der Rose die erwähnten fünf Burschenschafter und außer L- von den am selben Tage auf der Mensur gewesenen noch z ^ei, sowie em Gegenpaukant. Im Verlauf der Erkrankung starb nur uner von den Patienten, der übrigens bereits um Weihnachten von den augenblicklich in Jena herrschenden bös­artigen Masern befallen war. Der zweite Todesfall war ein Selbstmord durch Strychnin. Der betreffende Student trug seit Sekunda stets Gift bei sich. Das Motiv zum Selbst­mord ist nicht bekannt. Der dritte bet jenen Studenten vorgekommene Todesfall hat mit bei Rose nichts zu thun: die Todesursache war Mastdarmkrebs. Alle fonft an bei Rose erkrankten. Stubenten sind schon feit längerer Zeit als geheilt entlassen Dieser Fall bat außer dem allgemeinen noch ein nicht unbedeutendes, wissenschaftliches Interesse, zumal jetzt, wo Dr. Fehleisen, Assistent beim Geh. Rath v. Bergmann, die infcctÖfe Natur der Krankheit, der Erysipelas, nachgewiesen und die Bacterien derselben durch R inculturen gezüchtet hat.

sRaubmorb.j Am Samstag Abend 8V2 Uhr wurde die Postconductems- W itwe Th rese Zirkelbach in ihrer Wohnung, Amalienstraße Nr. 50 in München, ermordet und zweifellos beraubt aufgefunden Die Thal wurde zwischen 6 und 7 Uhr Abends von zwei unbekannten Burschen ausgeführt. Dieselben mietheten Tags zuvor in der Wohnung der Ermordeten ein möblirtes Zimmer und schickten die Tochter der Unglücklichen Nachmittags nach Sendling, mehrere geringfügige Effecten zu holen. Als nun die Tochter Abends zurückkam, fand sie ihre Mutter von wuchtigen Hammer- schlägen in die Schläfe getroffen, tobt in ber Wohnung.

Vom hohen Westerwalb. sWie weit es bei Submissionen kommen kann.) In dem Dörfchen Löhnrels im Amte Marienberg passirte dieser Tage ein Stückchen, das seines Gleichen in den Annalen einer Dorfgeschichte sucht und seiner Originalität wegen oeedient, in weiteren Kreisen bekannt zu werden. Es wurde nämlich für das kommende Schuljahr das Reinigen des Schulz^mmers, sowie das Feueranmachen in demselben üeraccorbivt. Der seitherige Accordant erhielt für diese zwei Chargen 12 X- Nun fand sich aber in diesem Jahre ein Concurrent ein und gewiß kein Freund von dem seitherigen Inhaber dieses Aemtchens, denn beide boten sich gegenseitig herunter, bis der Accordant des Vorjahres sagt, er wolle die Arbeit umsonst thun. Das genügte dem andern aber nicht, er sagte ich thue diese Arbeit und bezahle noch eine Mmk; Freund A., der durch die seitherige Verwaltung des Aemtchens eine gewisse Vorliebe für dasselbe gewonnen zu haben schien, bietet 2 Jt., worauf Freund B noch 60 H bietet. Der Streit ist geendet- B- zahlt in die Gemeindekasse 2 J4 60^ und reinigt und heizt das Schulzimmer.

DieNewyorker Staatszeitung" schreibt: Der Unterschied zwischen ameri­kanischer Selbfthülfe und unseren nnglücklichen unselbstständigen Brüdern im alten Vaterlande wird am Besten durch einen Vergleich zwischen den überschwemmten Gegenden in Dcutfchland unb b<m vom Hochwasser so seh betroffenen Cmcinnatt illustrirt. Währenb drüben Rathlosigkeit unb Hülflosigkeit herrschte, trat in Cincinnati sofort der Stadtrath zusammen, bewilligte 75,000 Dollar unb wandte sich an die Leg'S- latur um Hülfe. Dieses Gesuch wurde von ber Western Union Telegraphen-Gesellsch-st unentgeltlich auf telegraphischem Wege befördert. Schon eine halbe Stunde darauf hatte der Senat eine Bill angenommen, welche die Stadt ermächtigt, 100,000 Dollar ZU borgen, und dieselbe wurde unverzüglich an dos Haus gesandt.

DasAargauer Tageblatt* meldet: Am 11. ds.. Nachmittags IVz Uhr verl Gras Dion mit zwei Begleitern in einem Luftballon Paris, um wissenschaftliche Erforschungen zu unternehmen. Gegen Abend geriethen sie in einen starken Schneesturm unb konnten trotz dreimaligem Versuche nicht landen, da auch das Ankerwerfen nickt gelang. Sie wurden über den Ima getrieben unb kamen enblich in der Nähe des Dörfchens Aip, das in ein>m S'itenihälchen ber Stoffeleggstraße (Aargau- versteckt liegt, auf den Boden. Am Montag früh 2 Uhr weckten sie d>e Leute aus dem Scklafe. Der eine der B gleiter des Grafen Dion hat beim Anprall des Ballons im Walde eine Nippenverletzung davongetragen; sonst sind sie noch am gleichen Tage ganz wohl­behalten in den Gasthofzum Ochsen" in Aarau eingezogen. Der solide und mit allem Comfori ausgerüstete Ballon wurde ebenfalls dahin befördert. Er hat einen Umfang von 62 M-, einen Durchmesser von 19 M, wiegt 320 Kg., ist aus Seiden­stoff und enthält 18,000 Nähte von 3 Cm.-Stichen. Das Nähen allein, welches natür­lich durch Nähmaschinen besorgt worden, kam auf etwa 2400 Frcs. zu stehen und der

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