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18 Mill. Pfund Sterling erreichte, d. h. 5 Millionen mehr als im vorhergegangenen Jahre, und wie man weiß, hat der deutsche Import nach Frankreich sich auch 1882 in wachsender Progression bewegt. , ' .. ~ .

Chinesische Kriegsoorbereitungen" fangen letzt an, eine ständige Rubrik in den Spalten der Londoner Tagespresse zu bilden, und es ist bemerkenswerth, mit welch behaglichem Nachdruck immer und immer wieder hervorgehoben wird, daß bet den chinesischen Heeresreformen deutscher Einfluß der maßgebende gewesen ist. Schon im Jahre 1880 wurde, nach Londoner Zeitungsberichten, mit Einführung des Mauser­aewehrs bet der chinesischen Ltnieninsanterie der Anfang gemacht, während Feld- und Fußartillerie Krupp'sche Geschütze erhielten. Während China umfangreiche Bestellungen tn den deutschen Waffenfabriken machte, wurden auf Veranlassung des Pekinger Kriegs- mintsteriums eine Reihe militärwtssenschaftlicher Werke und Reglements aus dem Deutsche in's Chinesische übersetzt und mehrere deutsche Mtliiärs als Instruktoren nach China berufen. Zu Anfang des Jahres 1881 eröffnete der Viceköntg Lt-Hung-Chang in Tientsin eine Militärschule unter Leitung eines ehemaligen deutschen und zweier chinesischen Osficiere, und hier werden zahlreiche Abtheilungen aller Waffengattungen ständig instruirt und gedrillt, wobei sie die rapiden Fortschritte machen, die der Chinese bei sachgemäßer Unterweisung mit Leichtigkeit zu erreichen pflegt. In einem am 11. April unter Vorsitz der Kaiserin abgehaltcnen großen Mtnisterrath soll beschlossen worden sein, Heer und Flotte auf Kriegsfuß zu setzen und seitdem werden die Rüstungen zu Wasser und zu Lande mit größtem Eifer und mit nicht geringerer Gründlichkeit be­ttieben. Süd-China soll thatsächlich einem weiten Kriegslager gleichen.____________

Telegraphische Depeschen.

Wolff'S telegv. Correspondenr-Birreau.

EmS, 19. Juni. Der Kaiser stattete gestern Mittag der Kaiserin einen Besuch in Koblenz ab und nahm nach dem Diner einen Vortrag Bülow's entgegen. Am Abend wohnte er dem Theater bei. Heute setzt der Kaiser seine Brunnenkur fort und nimmt Vorträge von Perponcher und Albedyll entgegen.

Der Großherzog und die Großherzogin von Mecklenburg-Schwerin sind aus Koblenz zum Besuche Sr. Maj. des Kaisers hier eingetroffen. Der Kaiser empfing die mecklenburgischen Herrschaften auf dem Bahnhof unv fuhr mit nach demRussischen Hof", wo dieselben logiren. Außer den Adjutanten befand sich noch der Bade - Commiffar, Kammerherr v. fiepet, aus dem Bahnhose.

Berlin, 19. Juni. DieKreuz-Ztg." dementirt das Gerücht, daß der Oberpräfident der Provinz Posen, v. Günther, seine Entlastung eingereicht habe.

Gotha, 19. Juni. Der fiandrath Kesselhodt in Deutschkroue wurde zum Cbef des Ministeriums des Innern ernannt.

Straßburg, 19. Juni. Gestern Abend 10 Uhr brach im Dachstuhl des Telegraphenamts Feuer aus, wodurch die Fernsprech-Einrichtung (gegen hundert Abonnenten zählend) vollständig zerstört wurde. Die Säle, worin die Telegraphen-Apparate standen, wurden geräumt. Der Telegraphendienst erleidet keine Unterbrechung. Das Feuer wurde um 1 Uhr Nachts bewältigt.

Paris, 19. Juni. Zu Ehren Canzio's wurde gestern Abend ein Banket veranstaltet, an welchem 200 Personen theilnahmen. Zahlreiche Toaste wurden ausgebracht auf die Einigkeit Frankreichs und Italiens und aus die Verbrüde­rung beider Völker. Der Municipalrath von Paris wird am Mittwoch aus den Händen Canzio's den Degen La Tour d'Auvigne's officiell entgegennehmen.

Admiral Pierre meldet in einem Telegramm aus Tanratave (Mada- gaskar) vom 13. d. Mts., er habe, nachdem seine Aufforderung zur Uebergabe zurückgewiesen, Tamatave, Mohambo und Tanarino ohne Verluste an Truppen besetzt. Seine Stellung sei eine feste, die Howas hätten die Flucht ergriffen und die Hauptaktion dürfte damit als beendet angesehen werden. Ueber die besetzten Gebiete habe er gleichzeitig den Belagerungszustand verhängt.

Tunis, 19. Juni. Von Gassa und Tebessa wurde Infanterie und Kavallerie-Abtheilungen gegen einen Marabut geschickt, welcher im südwestlichen Tunesien den heiligen Krieg predigt und schon eine große Zahl Anhänger ge­

wonnen hat.

Ryiregyhaza, 19. Juni. Die Schlußverhandlung in dem Ttsza-Eszlarer Processe begann hrnte in Anwesenheit eines sehr zahlreichen Auditoriums. Präsident Korntß eröffnete dieselbe mit einer Ansprache, in welcher er sagte, es sei die Aufgabe der Verhandlung, klarzustellen, ob ein Verbrechen begangen worden sei, ob die Ange­klagten die Verbrecher seien, oder ob das Ganze nichts anderes als eine böswillige Insinuation sei, um den religiösen Frieden zu stören und aus Privatroche die Fehler einzelner Mitglieder einer Confession die ganze Confession entgelten zu lassen und die Gerichte irre zu führen. Nach der Rede des Präsidenten entwickelte der Vertreter der Oberstaatsanwallschaft, Seiffert, von den Resultaten der gerichtlichen Untersuchungen ausgehend, die Anklage. Dieselbe lautet gegen Salomon Schwarz, Abraham Bux- baum, Leopold Braun und Hermann Wollner auf vorsätzliche Ermordung der Esther Solymossy, gegen Joseph Scharf, Adolf Junger, Abraham Braun, Samuel Lustig und Lazarus Weisenstein auf Theilnahme an dem Morde und gegen Amsel Vogel, Jankri Smtlovics, David Hersko, Martin Groß und Ignaz Klein auf Vorschublnstung durch Letchenschmuggel.

Der öffentliche Ankläger stellte den Sachverhalt so dar, wie er durch die Unter­suchung festgeftellt worden war, und hob am Schlüsse seiner Rede hervor, daß endlich der Tag gekommen sei zur Losung dieser unseligen Angelegenheit. Er trete unbefangen und unvoreingenommen vor das Gericht und verlange mit Feuerbach die wirkliche Wahrheit, welche von jeder Confession und jedem Glauben unabhängig sei. Als erste Zeugin wurde hierauf die Mutter der Esther Solymossy vernommen, worauf das Ver- bör der des Mordes Angeklagten folgte; dieselben leugneten sämmtlich. An dieses Verhör schloß sich die Vernehmung des 14jährtgen Moritz Scharf, welche dreivtertel Stund rn dauerte. Die Confrontirung dieses Zeugen mit den Angeklagten verursachte eine sehr erregte Scene.

Eine Wanderung durch die Hygieine-Ausstellung.

Von Paul Lindenberg.

(Nachdruck verboten.)

(Schluß.)

Welch' eine Veränderung ist mit der Hygieine-Ausstellung vorgegangen, seitdem wir sie vor vier Wochen betreten und jetzt! Schon damals präsentirte sie sich ja in prächtiger Gestalt, aber in dem seit ihrer Eröffnung vergangenen Monat ist aus der Knospe eine volle herrliche Blume geworden; die belebenden wärmenden Strahlen der Sonne und die fleißigen Hände Hunderter von Arbeitern haben diese Metamorphose hervorgerufen. Frei und offen, ohne lästige und störende Gerüste ragt jetzt stolz die gewaltige Kuppel zum Himmel empor, der goldene Sonnenstrahlen herabsendet, die blitzend und flimmernd über den gewaltigen Glaspalast huschen und ihn oft in ein Meer von blendender Lichtfluth kleiden- Und nun draußen der Ausstellungsplatz selbst! Wer wollte jenen öden, wüsten Fleck, der sich einst hier an der Stadtbahn entlangzog, wtedererkennen! Fast iropisch haben sich die Pflanzen und Anlagen entwickelt. Welch' üppige, hochaufstrebende Blattgewächse umranken die sprudelnde, plätschernde Kaskade und den Teich, wie buntfarbig heben sich die mannigfaltigen Blumen von den smaragdgrünen Grasteppichen ab, welch schonen und vollen Hintergrund bilden die Sträucher und Bäume zu den kleinen Bildwerken aus Gyps und Thon! Und auf den ktesbestreuttn breiten Wegen wandeln Tausende und Abertausende von Menschen auf und nieder, plaudernd, lachend, scherzend, aber auch aufmerksam die zierlichen Pavillons, die koquetten Kioske, die vielen anderen im Freien befindlichen Gegenstände betrachtend und kritisirend. Und von den tobten Gegenständen wird die Kritik auf die Lebenden übertragen und die berühmte Läsrer-Allee des Zoologischen Gartens hat hier vrautzen eine gefährliche Concurrentin gefunden. Es gibt ja in der jede Minute sich

kaleidoskopartig verändernden Menschenmenge genug zum Betrachten und Beschauen, zum Prüfen und zum Entdecken, zum Mtdisiren und Jromsilen, und die Tolletttn, von den extravagantesten bis zu den einfachsten, müssen am meisten darunter leiden. Dann tauchen auch hin und wieder Erscheinungen auf, die allgemein auffallen: Der Herr Pfarrer aus den Reichslanden, ein Trupp schwäbischer Bäuerlein, eine Anzahl frommer Ordensschwestern, der Kleinstädter mit seiner Gattm, wie ihn Hendschel nicht besser malen könnte, und im Gegensätze dazu mehrere säbelkltrrende, ordengeschmückte fremd­ländische Officiere, deren eleganten Erscheinungen manch schönes Frauenauge wohl­gefällig folgt, wohlgefälliger wie den schwächlichen .zopfgeschmückten F gnrcn der Chinesen, die in ihren langen kastanartigm seidenen Gewändern acht- uno planlos durch die Schaar der Neugierigen wandeln. Und über diesem abwechselungsoollen Bilde spannt sich ein seit Wochen fast wolkenlos blauer Himmel aus, von den Orchestern her er­schallen die heiteren Operetten-Weisen, nach Deren Klängen manch zartes Füßchen sich im Winter im Tanze gedreht, überall erblickt man frohe Mienen, hört man h-lles Lachen, kurz, Alles ist Freude, Lust, Lebensmuth.

Doch Über alldem dürfen wir nicht vergessen, daß wir mit unserer Wanderung noch nicht zu Ende sind und noch einen Rundgang im Freien vor uns haben. Wenden wir uns nach dem Haupteingang zurück, so fällt uns rechts von demselben ein schmuckes Häuschen in die Augen; es birgt die Collectiv-Ausftellung der Königin-Marienhütte zu Kamsdorf in Sachsen und des Vereins für bergbauliche Interessen in Zwickau. Die Ausstellung ist trefflich arrangirt und sehr mannigfaltig. Wir finden da neben guß­eisernen Möbeln desgleichen Offen für Gesängnißz^llen und Irrenanstalten, gewaltige Muffenrohre und Ueberflurhydranten, Küchenausgüsse und Wandbrunnen und vieles Aehnliche mehr, daneben Photographien, z. B. die Elbbrücken bet Riesa und bet Schandau, welche in der Königin-Marienhütte hergestellt wurden. Vorzüglich sind die Mgdelle des Vereins für bergbauliche Interessen in Zwickau, z. B. einer Doppel- ventilator-, wie e ner Lustkomp essions Anlage, dann einer maschinellen Streckenförderung und e'nes Fördergerüstes mit M lzel'scher Fangvorrichtung; neben dem Häuschen sind zwei Pyramiden, die eine aus Schmelzmaterial und Bergprodukten, bie andere aus Steinkohlen, errichtet.

Damit die Besucher btr Ausstellung sich recht das Lebenversüßen" können, hat der Verband Deutscher Chokoladenfabrckanten fein vorübergehendes Heim gleich d'cht neben dem Eingang aufgeschlagen und dort alle jene Leckereien ausgebreitet, welche des Kindes Augen und Magen so sehr erfreuen. Auf der anderen Seite des Eingangs prangen in glänzenden Umhüllungen die verschiedenen Ltebig'schen Präparate. Gehen wir an den Stadtbahnbögen entlang, so stoßen wir auf eine Anzahl ganz kolossaler eiserner Röhren aus der Hallbergerbrücke bei Saarbrücken und dem Elsenwerk Gröditz, die speciell für Wasserleitungsanlagen bestimmt sind. Dicht dabei befindet sich eine Badeanstalt en miniature mit aus das B quemste etngertchteten Damen- und Herren bäbern, wie Douchen. Viele der Besucher roerben in ben heißen Sommertagen von d'eser wohlthättg n Einrichtung Gebrauch machen. Gegenüber befinbet sich das Zimmer einer Schulbaracke mit Dr A. Baginsky's Muster-Einrichtung; diese Bänke und Tische sind wirklich musterhafterbaut; eine einfache Mechanik gestattet em Höher- und Nieder- schrauben, so daß die g beugte Haltung der Kinder vermieden wird. Natürlich ist der Preis ein bei Western treuerer wie bei den jcht gebräuchlichen Klassen-Emrichtungen. Ein merkwürdiges, aber sehr interessantes Ausftellungs Objekt bildet ein ganz kolossaler zerplatzter Dampfkessel, der seinen Platz dicht vor der Etsenbahnhalle gefunden hat. Die letztere ist mit einer sehr bedeutenden Anzahl her verschiedenartigsten Waggons an­gefüllt. Den Hauptrang nehmen natürlich die in direkter Verbindung mit der Hygieine stehenden Wagen ein, wo in erster Lmie die Verwundeten- und Krankenwagen, dann die Sanitäts , Küchen- und Kochwagen, die mit allen nur denkbaren Gerätschaften und Apparaten angefüllt sind; bie Reichhalt gkeit derselben bei bem Kochwagen setzt uns speciell in Erstaunen. Ungemein praktisch sind die Butter-, Bier- und Milchwagen er­baut, ebenso die Etagen-Viehwagen. Selbstoerstänblich sind auch Personenwagen vor­handen, unter denen die Waggons derCompagnie international des Wagons litsu den Hauptrang etnnehmen; sie sind mit einem Luxus versehen, der alles bisher auf diesem Gebiete Dagewesene in ben Schatten stellt. Jeber Wagen hübet einen vornehmen Salon mit weichen bichten Tepp chen, die Wände schmücken japanische mit Goldpressung versehene Lebertapeten, ebenso sinb die vor ben Mahagoni-Klapptischen stehenden Stühle mit goldgepreßtem weichen Leder überzogen. Kronen aus Bronze, die mit Gas er­leuchtet werben, hängen von ben Decken herab, starke Spiegelscheiben btlben bie Fenster Das Schlafgemach ist unenblich behaglich, ber Speisesalon übertrieben luxuriös ein­gerichtet; wahrlich, in einem solchen Zuge läßt man sich ein tage- unb wochenlanges Reisen schon gefallen. An bem einen Enbe ber Halle finden mir noch eine Collection ber verschiedensten Bremsen unb Lokomotiv-Einrichtungen.

Verlassen wir bie Halle unb püssiren ben hier befinbl'chen Durchgang ber Stadt- bahnbögen, so erregt jenseits ber letzteren ein, wir möchten sagen tempelartiger, Bau unsere Aufmerksamkeit. Wenn wir die Treppe emporsteigen, befinden wir uns m ber ersten Etage, von wo aus der Sarg tn ben Raum, in welchem ber Tobte tn Folge er­hitzt r Luft zur Asche wirb, herabgelassen wirb Unten im Souterrain können wir die Einrichtung des Ofens näher in Augenschein nehmen. Der Berliner nennt bie Leichen- Verbrennungs-Methode biegesünbeste Todtenbestattung", unb tn dieser rasch zum ge­flügelten Wort gewordenen Bemerkung liegt Diel Wahres. Wer nach bem Besuche bes Tempels sich von seinen Tobesgedanken befreien unb burch realere Dinge daran erinnern möchte, daßdas Leben doch schön sei", der braucht nur an einzelnen zur Seite befind­lichen Maschinen-Gebäuden unb Modellen von Canalisations.Anlagen vorüberzugehen unb er kommt bann tu bietrockene Ecke", wie wir biesen Platz im Gegensatz zu dem öielcitirten unb vielbesuchtennassen Dreieck" nennen möchten, benn es gibt hier genug zu essen, aber besto weniger zu trinken.

Zuerst erreichen wir bas zierliche Gebäude, in welchem uns eine Berliner Volks­küche veranschaulicht wirb.

Wir geben hier nicht Bier unb Wein, Noch Süßigkeiten unb Leckerei'n;

Doch unfre Kost gibt Muth unb Kraft Dem, ber mit Fleiß bie Arbeit schafft!" steht über bem Eingänge unb sagt uns ber kleine Vers, was wir also hier zu erwarten haben. Die peinlichste Sauberkeit fällt uns im Innern, welches mit trefflichen Sprüchen geziert ist, auf; bie Kost, welche täglich von 12 - 2 Uhr M ttags hier geboten wird unb von der bie ganze Portion mit Fleisch 25, bie halbe 15 H kostet, ist schmack- unb nahr­haft. Wie bie übrigen in allen Stabitheilen Berlins befindlichen Volksküchen erfreut sich auch die auf dem Ausstellungsplatze befindliche eines zahlreichen Zuspruchs Nebenan liegt der Pavillon derCarus-pura-Aktien-Gesellschaft" mit all' den Präparaten, welche sich jedoch die Gunst ber großen Menge noch nicht erworben zu haben scheinen. In ber Nachbarschaft finden wir Frau Lina Morgenstern's Kochfchule des Berliner Haus- frauen-Vereins, wo junge hübsche Damen eifrig die Kelle und den Löffel schwingen. Zur Mittagszeit ist auch hier der Besuch em sehr reger und wenn der Spruch,daß Der Weg zum Herzen durch den Magen geht", sich dewahrheilet, bann haben sich die jungen Schülerinnen ber Kochkunst so manches Herz erobert unb an Freiern wird es ihnen nicht fehlen.

An unb um ben Teich ist nun noch eine ganz beträchtliche Zahl in des Wortes vollster Bedeutunggeschmackvoller" Zelte unb Kioske aufgeführt, die sämmtlich für bes Leibes Nothdurst unb Nahrung" Sorge tragen. Was wir nur wünschen, steht hier bereit und wirb uns von schöner Hand krebenzt: Milch, Cacao, Mineralwasser, Thee, Weine verschicbenster Att, vom Cap- bis zum Apfelwein, fiiqueure rc. Gegen­über einem meteorologischen Pavillon befindet sich hier auch eine stark in Anspruch ge­nommene Volks-Badeanstalt, wo man für 10 eine Douche nehmen kann. Links vom Teich ziehen sich noch längs der Stadidahnbogen mehrere Baulichkeiten entlang, von denen wir den Judlin'schen Pavillon mit Darstellung der imprägnirten Kleiderstoffe (eine junge Dame ist vom Ball heimgekehrt und hat sich dicht an einem Kamin nieder­gelassen; von Müdigkeit überwältigt, tft sie eingeschlafen, während ihre Robe Feuer fängt ober vielmehr nicht fängt, fonbern nur theilweise verkohlt, da sie ja imprägnirt ist) hervorheben. Rechter Hand finden wir noch eine Kranken-, resp. Verwundeten- Zeltbaracke des Kregsministeriums und eine hölzerne, vollständig ausgerüstete Jsolir- Baracke der Kgl. Charitä Direction in Berlin, ferner das umfangreiche Taucherbassin, in dem zu bestimmten Zeiten Vorstellungen statifinden.

Wenden wir uns von hier aus dem Hügel zu, so erweckt von den hier befind­lichen wenigen Baulichkeiten darunter die Militärküche, dann Fabrikate der Löwe- schen und Körting'schen Fabriken der Pavillon bes Reichs-Gesunbheitsamts unser besonderes Interesse. Treten wir ein, so befindet sich rechts von uns das ausgezeichnet eingerichtete Laboratorium für Nahrungsmittel-Untersuchung, links das Laboratorium für Untersuchungen über Infektionskrankheiten und Desinfektion, im Hintergeunde ein

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