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Lokales.

Metzen, 20. Juni. (Sterblichkeit in Gießens Die Sterblichkeit in Gießen war während der Woche vom 10 bis 16. Juni eine mittlere, da nur 8 Todesfälle im Ganzen zu verzeichnen waren. Kinder starben 3, eins derselben, nur einige Tage alt, erlag einer Lungenentzündung, die beiden anderen (darunter eins schon erkrankt von auswärts hierhergebracht) starben an Scharlach. Von 5 erwachsenen Personen starben 2 an Lungenentzündung, eine an Lungenschwindsucht, eine an brandiger Verschwärung, eine an Bruch der Wirbelsäule. « ,

Metzen, 20. Juni. (Verzeichniß der Sitzungen des Schwurgerichts der Provinz Oberhessen für das 2. Quartal 1883.)

1. Montag den 25. Juni, Vormittags 9 Uhr, gegen Christian Weisenstein von Büdesheim wegen Meineids. Staatsanwalt: Zimm ermann. Verthetdiger: Rechts- onwalt Dr. Reatz.

Wafferwärme der Lahn.

Am 20. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: +15° R-, Luftwärme + 15« R.

L. Chr. Rübsamcn.

Witterungskunde/)

21. Juni. Frühmorgens ziemlich heiter, Vormittags zunehmend bedeckt, Nach­mittags grwitterhaft, dann besser bis schön, spätabends und Nachts noch Niederschläge. Die Temperatur ist namentlich in Süvdeutschland Morgens noch ziemlich niedrig, doch steigt im Allgemeinen die Temperatur, so daß sie im Binnenlands mehr dem Monatsm!ttel entspricht. In Süddeutschland sind noch Gewitter zu erwarten mit ziemlich ergiebigen N'ederschlägen; doch nehmen die Niederschläge im Allgemeinen ab. Die Wasserstände fallen.

22. Juni Im Allgemeinen kühl in der Nacht, tagsüber wolkig und veränderlich. Während nach Nordosten zu die Wetterlage mehr trocken, namentlich frühmorgens besser ist und die Insolation Wärme bringt, ist es im Westen und Süden mehr bedeckt mit stellenweise ergiebigen Niederschlägen. Die Spätnachmittage sind im Allgemeinen noch ^2^Junt "^Frübmorgens schön, die Nebel zertheilen sich, doch tritt Vormittags und Nachmittags Bedeckung bis zu Haufenschtchtwolken ein; spätnachmittags heitert sich der Himmel auf, der Abend wird besser, während in der Nacht Gewitter drohen, ^m Allgemeinen dürfte sich das im Norden mehr heitere und warme Wetter immer mehr nach Süden ausdehnen. Am Fuß der Alpen und im südeuropäischen Gebiete sind indessen noch Niederschläge zu erwarten.

*) Aus Dr. L- Overzier's Wetter-Prognose für den Monat Juni, abgeschlossen am 15. Mai (Verlag der M. Lengfeld'schen Buchhandlung in Köln, Preis 1 J£). Nachdruck verboten.

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F. Holberg, Kirchenplatz.

Oberhess. Verein für Lokalgeschichte

Samstag den 23. Juni, Nachmittags:

731) Geber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in eine oder mehre Zeitungen verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, wenn man von der Annoncen - Expedition von HAASEKÄTEBÄ« .4? V® £5in Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft ein fordert, die auch hinsichts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blatter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen RathHheilt

mit Ausgrabungen am psahtgraben bei Langgöns. Abfahrt von Gießen l56 (mit Retourbillet Langgöns).

4949 1 1 ner Ausschuss.

2. Dienstag den 26. Juni, Vormittags 8Vr Uhr, gegen Wilhelm Vetter von Burg-Gräfenrode wegen Brandstiftung. Staatsanwalt: Zimmermann. Verthetdiger: Rechtsanwalt Weidig.

3 Mittwoch den 27. Juni, Vormittags 8 Uhr, gegen 1. Paul Constantin Stubba's Ehefrau von Berlin, 2. Großh. Districts-Einnehmer Frank von Laubach und 3. Marie Reitz von Merlau wegen Abtreibung der Leibesfrucht, bezw. Anstiftung dazu. Staats­anwalt: Dr. Lahr. Verthetdiger: für 1. Rechtsanwalt Dr. Rosenberg, für 2. und 3. Rechtsanwalt Dr. Dtttmar.

4. Donnerstag den 28. Juni, Vormittags 8 Uhr, gegen Christian Hofmann von Gießen und Susanne Schilling von Offenbach wegen betrüglichen Bankerutts und Beihilfe dazu. Staatsanwalt: ckel. Verthetdiger: Rechtsanwalt Batst und Rechts­anwalt Dr. Guts letsch.

Vermischte-.

Von der Lahn. In der Gemarkung Obertiefenbach befindet sich eine Grube, aus welcher Schwefelkies mit Braunkohlen und Alaunschiefer gefördert wird. Dieselbe ist jedoch streitig, denn es schweben wegen des Besitzstandes derselben sich in die Länge ziehende Proccsse. Eine Halte dieser geförderten Mineralien hat sich nun selbst entzündet und steht diese Masse schon seit 14 Tagen in voller Gluth; Freunde seltener Natur- Erscheinungen sind hierauf aufmerksam gemacht-

Kassel, 18. Juni. Einer Hierselbst heute Abend spät eingegangenen Pnvat- Nachrickt zufolge ist das Städtchen Hallenberg im Kreise Bnlon tn Westfahlen, unweit der hessischen Grenze, von einem verheerenden Brandunglück .heimgesucht worden. In kurzer Zeit sind nahezu 100 Gebäulichkeiten dem entfesselten Element zum Opfer ge­fallen. Die Noth ist groß. Nähere Nachrichten über die Entstehungsursache des Feuers stehen noch aus.

Mainz, 18. Juni. In dem hiesigen Ochsenschlachthaus wird seit emigen Tagen ein Apparat zum Tobten der Schlachtthiere in Anwendung gebracht, der sich ganz aus­gezeichnet bewährt bat. Die Anwendung des Apparats bereitet den Thteren einen schnelleren und schmerzloseren Tod als die seitherige Schlacktmethode. Der Apparat ist etne Art Röhre, welche dem Thier auf die Stirn resp. den Kopf geschnallt wird. Wenn das zu schlachtende Thier an dem richtigen Platz im Schlachtraum steht, wird von der Röhre ein Verschlußkopf abgeschraubt, sodann eine Patrone (2-3 Gramm Pulver und eine kleine Kugel enthaltend) in die Röhre gesteckt und der Verschlußkopf wieder auf den Lauf geschraubt. Alsdann wird mit einem Stück Holz oder einem hölzernen Hammer leicht auf den im Verschlußkopf befindlichen Schlagstift geschlagen, welcher auf die Patrone stößt und dieselbe entzündet. Die in der Patrone enthaltene Kugel fährt durch das Gchirn in das Rückenmark des Thieres und verursacht dessen augenblicklichen Tod. Die Verblutung geht nach Durckschnetdung des Halses ganz normal von statten. Der Erfinder dieses sog. Schlachtschießapparates ist ein Mechaniker Namens Christ. Mann aus Tiefenstein in Baden und wird der Apparat von Thierschutzvereinen unb Veterinär- arzlen emp^len. flIe, 44.3^. Daß Füchse Hühnerdiebe sind, ist

bekannt, doch glauben wir, daß sie sich nirgends so breit machen, als bei uns. Keine Seltenheit ist es, daß solche am hellen Tage die Bauernhöfe absuchen und rote man uns mittheilt, wurden >m vorigen Jahre etwa 200 bis 300 Hühner von diesen Gasten in Buchklingen und Löhrbach erbeutet Vorige Nacht passirte es nun Meister Reinecke, als er dem Hühnerstalle einer Wittwe tn Bachklingen einen Besuch abftattete und alle Jnsassm mordete, daß er das Gleichgewicht verlor und mit seinem Raub in den unter dem etwas primitiven Hühneeftall befindlichen Schweinestall fiel. Jetzt gab's natürlich Krieg, denn auch rin Schwein will nächtliche Ruhe haben. Bald wurde man die Unruhe gewahr, als man auch schon die Ursache ahnte und den Kriegsschauplatz vorsichtig umzingelte. Unter großer Heiterkeit wurde Meister Reinecke mit Mistgabeln und Beilen vom Leben zum Tode befördert. Nur die Wittwe machte ein t-übes Gesicht.

- (Schlaue Wette.) Mehrere Herren sahen eine Dame in einem Gasthof, wo sie logirten, abfkigen und einer von ihnen wettete, er würde sie in kürzester Frist freien, gewinnen und heirathen. Innerhalb einer Stunde hatte er seine Wette gewonnen und steckte den zieml ch hohen Betrag derselben ein. Erst als das glückliche Paar abgereist war, stellte es sich heraus, daß sie schon vorher Mann und Frau gewesen waren und dasselbe Spiel in mehreren Gasthöfen wiederholt hatten.

Der Unglücksfall in Sunderland.

Di- Londoner Blätter oom 18. d Mts. enthalten über das fürchterliche Unglück . nuSfübrltdic Berichte, welche keinen Aweifel mehr über die Urfache

E/lInialles und über die - Schuldigen lasfen. Das genannte Vergnügungslokal ist t "rLte der Stadt Sunderllno und falt 3500 Personen. Am Samstag Nachm ttag ' Mn NL daselbst 2000 Kinder im Alter von 4-14 Jahren versammelt und von diesen t-Sen ungefähr 1100 auf der Galerie. Die Kinder, welche im Parterre waren ver- 8-N das Gebäude ohne Unfall. Die Galerie ist amphitheatralisch gebaut und n jeder Beziehung besser eingerichtet, als die meisten anderen Gebäude dieser Art tn kialanb. Den Ausgang von der Straße vermitteln vier Treppen, welchedurch kurze Cnrribore von einander getrennt sind; außerdem befinden sich auf denselben Absätze,

Stauungen M verhindern - kurz, es sind all- Vorsichtsmaßregeln getroffen um »in Unniftcf »u verhüten. Daß trotzdem eine so fürchterliche Katastrophe eintreten Üe ö m lediglich dadurch möglich geworden, daß auf der Galerie selbst gar eine erwachsenen Personen zur Aufsicht waren und daß der Portier eine Thür rechtzeit.g zu ^""^b^enb^ zweiten Absatzes der 7 Fatz br-it-n Treppe befindet sich nämlich «ine Scbwunathür, welche durch einen starken Riegel Haid S^chlosien werden kann. Diese Einrichtung ist getroffen worden, um den Personen beim ^^tritt bequemer das Eintrittsgeld adnehmen zu können, da nur eine einzige Pe^on zur Zeit durch die L<'lb geöffnete Thür passiren kann. Der Portier hat nun nicht daran gedacht, den Attael vonbieser Thür welche am Ende der Vorstellung ganz geöffnet werden muß, Sben unb Yo kam es, daß die K.nderschaaren sich vor derselben stauten. Um eine 9[tt2QM Kinder anzulocken, hatte der Zauberkünstler versprochen, am Ende der

Vorstellung Preise" zu vertheilen. Als nun dre Kleinen auf der (Valerie nad) dem Sck usie 'Vorstellung sahen, daß die Preise bereits im Parterre verthe lt wurden, ÄdtS Ättbrtfte u für, kommen würden, wenn st- sich nicht schleunig auf­machten Einige von den Kühneren wachten sich daher auf den Weg, andere folgten Md ehe noch Jemand an die Folgen dieses überstürzten Marsches denken konnte, befand firä die aame Maste bereits in Bewegung- So lange dieselbe sich auf der breiten tone fottschob g'na aües gut - als sie aber an die nur 18 Zoll breit geöffnete

I Thür kamen, staute sich die Menge und das Unglück war geschehen. Ob überhaupt I emiac Kinder durch die Oeffnung ins Freie gelangt sind, ist noch nicht festgestellt.

9 Keiner der Angestellten schemt eine Ahnung von dem Unglück gehabt zu haben, beim als der Portier endlich auf den Gedanken kam, daß es nun Zeit sei, d.e Schwung- tbür zu öffnen, fand er die Oeffnung derselben bereits mit Körpern gefüllt auf Manneshöhe. Es war nun nicht mehr möglich, dre Thüre zu offnen und er mufete auf einem anderen Wege in die Galerie zu kommen lachen. Nachdem er die dort noch dchndUchen Kinder tn Sicherheit gebracht hatte, wurde Lamr geschlagen, Po Uz" und Älerzte wurden herbeigerufen und das Rettungsroerk begann. Dte Doctoren untersuchten die am Boden liegenden Kinder, tue Sotten wurden bei Sette gelegt, die noch athmenden Kinder aber in Droschken rasch tn das nächste Krankenhaus gebracht. Mtt deniemgen Kindern, die noch nicht ganz erstarrt waren, routbenJBteberbelebu^

die gelegentlich erfolgreich waren. Bald lagen in den (Somboren tn .Jici^ unb Glied fl<öen 160 Ktnderleichen- Mittlerweile hatte die Schreckenskunde sich rasch durch die Stadt oerbreitet und bald hatten sich vor dem Gebäude und in den benachbarten Straßen gegen 20,000 Menschen, darunter die verzweifelten Etternt dec in der Halle befindlichen Kinder eingefunden. Der Andrang war so groß, daß Militär aufgeboten I werden mußte, um die Ordnung aufrecht zu erhalten und der Polizet da« Bergen und

Fortschaffen der Leichen und Verletzten zu erleichtern. In den Corridoren, wo die Lachen behufs der Jdentificirung ausgelegt waren, sptelten sich herzzerreißende Scenen ab. Manche Eltern Haden den Verlust von zwei Ktndern zu beklagen. Ein noch ziemlich junges Ehepaar Namens M'lls hat alle Kinder, drei Knaben und ein Mädchen, retloren. Bis jetzt zählt man 200 Lotte, wodurch über hundert Familicn in Trauer versetzt worden sind. Die Zahl der Verletzten ist noch nicht ermittelt, ist aber jedenfalls sehr bedeutend und man fürchtet, daß viele derselben nicht wieder auskommen werden. Ja der Stadt herrscht die größte Aufregung. Die Schulverroattung wird streng getadelt, daß sie die Kinder im Theater, namentlich bie auf der Galerie, ohne lebe Beaufsichtigung ließ. Die Vermuthung liegt aber nahe, baß bie verhangnißvolle Thüre bet jeder Vorstellung erst im letzten Augenblick geöffnet worden ist und man kann sich daher leicht etne Vorstellung von den Folgen einer Panik selbst unter Er- wachsenen machen. ____________________

- fftr Nebenarbeiten und ein physikalisches Cabinet- An den äußeren Seiten- ^aU^JfcXnnen Darstellunaen der Sterblichkeit an einzelnen Infektionskrankheiten in ?O 0rÄennBe.äb?en ?n ben J-H«n 1871-1881 mit B-rücksichttgung der Boden-, Witt-rungS- !-. ®er^;fJe-,5mien ro;r nod) in di- Gcheimniffe -in-8 «-»n-N Berg- fp ^nhrinnen besicktiaen ferner noch die hölzerne Vorderwand eines Hauses, an ?<trhi?^erltoer'^cuerroebr einmal in der Woche seine Exercttien vornimmt, und treten an burT das ttei StocfmTrfe umfaffenbe, Abends elektrisch beleuchtete Normal-Wohnhaus. Innen wie außen repräfentirt sich dasselbe auf das schmuckste, > k ^nbnräume sind mit einer Eleganz eingerichtet, von der man sagen mochte, daß 0ew«f=n fite". Ach »t* mand,et Hausfrau -ntsähtt hier -in schwerer Ä ® d -se herrlichen Küchen besieht, wie mancher Hausherr wünscht ein ^ÄL-s°-haglich-kHeim zu besitzen wenn er biefe Arb-ttsg-mäch-r, diese Salons und Idntf$on btml®,a'lfon be8 ersten Stockwerks hat man -Inen schönen Ueb-rblfck über k>ie Aussielluna und das bunte Leben und Treiben, welches tn derselben herrscht. Stolz ß TArtt im ntetarunb der Ausstellungs-Palast empor und im Glanz der t mHtaa§?onne^rtttrfen ^rohit *Öur der mildthätigen Göttin Gesundheit, die

^uck die Schützerin der Ausstellung ist, welch letztere weit mehr gehalten hat, rote « an sich von ihr versprach, und die, wenn st- schon längst w,-b-r vom Erdb°d-n ver- shwunben ist, noch lange, lange fegens- und hülsreich nachwrrken^wird^

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können, bat )eim gleich dicht reitet, welche M te des Eingangs Sparate Gehen l tzanz loloffalet Afenroert Gröditz, bchudet sich eine ® und Herren rommeriagen von ! sich das Zimmer Länke und Tische »ober- und Nieder- Natürlich ist der ism-Enrichtungen. «'n ganz loloffaler alle gefunden hat. zsten Waggons an- g mit der Hygieine ranfenwagen, dann Geröihschaflen und ^ochwagen scht uns nd Milchwag-n er- lerfonenmagen vor- s Wagons lite den bisher auf diesem einen vornehmen - mit Goldpressung i stehenden Skühle blt mit «- nlben die ssenster- ien luxuriös einr jnb mochevlanurs >ch rin: Collection

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