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Gießen, 18. October. [Sweater.] Die luftige Compagnie-Arbeit von Moser SchönihanKrieg tm Frieden" hat auf ihrem Rundgange über die deutschen Bühnen heute unsere Stadt aufs Neue berührt. Da das Sujet allgemein bekannt ift so dürfen wir uns lediglich mit der Darstellung beschäftigen. Sie war keineswegs eine

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in allen Theilen zufriedenstellende.

Der Reif von Reiflingen ift eine geradezu typische Figur auf der Bühne ge­worden. Herr Voigt, der uns schon manche schätzenswerthe Leiftung geboten, ver­mochte die tadellose Eleganz in der Haltung und die persönliche Liebenswürdigkeit dieses schneidigen" Lieutenants, die selbst durch eine starke Dosis geistiger Beschränktheit lmitorium m Obech

nicht beeinträchtigt ist, nicht wirksam genug darzustelttn. Auch Herrn Brautlecht ge- zr unv Preis der W

lang es nicht, die Rolle des Stadtraths Henkel mit unwldcrftehl cher Komik durch- M würbe,

zuführen. Herr Muff war in der Zeichnung des Generals von Sommerfels nicht so glücklich, wie wir es an diesem Künstler sonst gewohnt sind. Es fehlte zwar nicht an dem militärischen Schnitt und der nöthtgen Schärfe, aber wir verm ßten die ruhige Noblesse, auch war die Maske nicht glücklich gewählt. Das heißblütige Temperament der Ilka (Frl. Kohrsen L) kam nicht ausreichend zum Vorschein. - Herr Schreiner war in der komischen Rolle des polnischen Burschen, wo es auf ein paar dicke Striche über das Matz nicht ankommt, ganz am Platze. Der Kurt Ilm bie Vorarbeitern von Folgen kann ein schärferes Colorit dertragen, Herr Schölermann gab ihn zu Ölungen mit ©eftnnun farblos. Herr Rickelt als Rentier Heindo'.f, Herr Schönwasser als Stabsarzt, OjM, bie Anstellung Herr de Valdez als Apotheker und Frl. Kohrsen II. als Elsa und die übrigen :tunb ber Unlechühu

Mitwirkenden, an die man naturgemäß nicht so hohe Anforderungen stellt, wie an die -W tommt. Daher r

Inhaber der Hauptrollen, erfüllten ihre Aufgaben nach besten Kräften. Frau Wigen, welche schon l Br ede, di? als Frau Stadtrath Henkel debütirte, ist eine routinirte Schauspielerin. war" " Die kleine Rolle war bei ihr gut aufgehoben.

Decorationen und Zubehör waren fast durchweg den Situationen angemessen. ... o <u

Dem Lustspiel ging ein auf die Feier des Tages bezüglicher, von Herrn i;g, w]( an rünb* Schreiner verfaßter, nach Inhalt unb Form vollendeter Prolog vorher, den Herr ^evoMbe die w Sch ölermann angemessen vortrug; nur das wiederholte Ablesen war etwas bringenben ^rfuefien störend. -7

Das lebende Bild, das sich dem Prologe anschloß, war recht geschmackvoll arrangirt.

die Beschwerden der Pforte über die bulgarischen, egyptischen und armenischen Ver­hältnisse zu erneuern und zu motiviren. Ein Gleiches habe die Pforte in London, Petersburg und Wien gethan.

DerReichsanzeiger" meldet- Nach amtlichen Berichten erscheint es wahr­scheinlich, daß die in Breslau conftathte Rmderpest local sitt bleibt und vielleicht be­reits ihre Endschaft erreicht hat. Wie ermittelt ist. ist seit Dem 28. September fein neues Vieh in den Brennereistall in der Klosterstraße eingeführt, noch aus demselben ausgeführt worden.

Bei den heute in den 42 Wahlbezirken der 3. Abtheilung stattgehabten Wahlen für die Stadtverordneten Versammlung wurden gewählt: 22 aus der Fort­schritts-, 6 aus der deutschen Bürger-, 2 aus der Arbeiterpartei. In 12 Bezirken finden Stichwahlen statt und zwar zweimal zwischen Fortschritts- und Arbeiterpartei, im Uebrigen zwischen Fortschritts- und Bürgerpartei, darunter zwischen Bellermann und Straßmann.

Berlin, 18. October. Die Angeklagten im Procefse wegen des Cöslm- Neu-Stettiner Tempel-Brandes leugnen sämmtlich. Der Zeuge Bauinspector Kleefeld sagt aus, das Feuer müsse am Allerheiligsten ausgekommen sein und dann sich durch am Bogen befindliche Flüssigkeit rapide weiterverbreitet haben; so nur sei es möglich, daß der Fußboden gänzlich verkohlt sei und die Synagoge in einer halben Stunde total eingeäschert werden konnte, denn die Synagoge war nicht unterkellert.

Nach einer Meldung desReuter'schen Bureaus" aus Alexandrien ist die Cholera gestern in dem nahe bei Alexandrien belegenen Städtchen Chathy wieder ausge'brochen. Bis jetzt sind 4 Tosesfälle constatirt. ,

Dresden, 18. October. Den hiesigen Meistern der Bildhauerkunst Profeffor Dr. Johannes Schilling und Professor Dr. Julius Hähnel ist heute das Ehrenbürgerrecht der Stadt Dresden verliehen worden.

Die Kunstgenossenschaft brachte dem Prof. Dr. Schilling heute einen glänzenden Fackelzug.

München, 18. October. Die zweite Kammer hat heute den Militäretat nach den vom Ausschuß gestellten Anträgen erledigt, das diesbezügliche Etatgesetz wurde von den an der Abstimmung theilnehmenben 142 Abgeordneten einstimmig angenommen. Bei der Berathung hatte der KrtegSminister auf mehrfache wegen des Reichsmilitär- Consumverein.s an ihn gerichtete Anfragen erficht, baß er den bayerischen Officieren die Thcilnahme am Verein nicht verbieten fönne. Ebensowenig habe er aber Veranlassung, dieselben zur Theilnahme an demselben aufzufordern. Er siebe dem Verein fern, würbe es auch nicht wünschen ober unterstützen, baß die bayerischen Officiergehälter im Großen unb Ganzen anderswo als in Bayern verzehrt würden.

Rom, 18. October. DerMoniteur" dementirt die Note des Papstes an die Vertreter desselben wegen der radikalen Erinnerungsfeiec und des letzten

Einem Handwerfsburschen, welcher in hiesiger Stadt das Mitleid bei dem Publikum dadurch zu erlangen suchte, indem er angab, er hatte schon seit 10 Jahren nur eine Hand, wurde baldigst auch eine zweite verschafft, indem man aus dessen Rockärmel die ganz gesunde Hand, woran nur der Daumen etwas steif war, hervorzag. Derselbe wurde verhaftet.

Der Dieb, welcher am 12. b. M. in der Wirthschastzur Germania" die Wirihskasse mit Gelo entwendete, wurde gestern iu hiesiger Stadt verhaftet. Es ist berielbe Gauner, der hier schon öfter die W^tbskassen mitaenommen hat.

Gießen, 19. October. In der zu Portland, Öregon, erscheinendenOregon Deutschen Zeitung" finden mir nachstehenden ehrenden Nachruf an unseren Landsmann August Burghardt. Es werden noch manche der L-ser sich des biederen heiteren Mannes erinnern, welcher in den 50er Jahren nach Amerika auswanderte, dort fein Glück suchte und auch fand. DieAllgemeine Deutsche Unterstützungs-Gesellschaft zu Portland" erläßt beim Hinscheiden iyres verdienstvollen Mitgliedes folgenden Nachruf:

Unerwartet schnell wurde unser für die Allgemeine Deutsche Unterstützungs- Gesellschaft so verdienstvolles Mitglied C. A. Burckhardst durch den Tod aus unserer Mitte gerissen.

Aufs Tiefste betrauern wir sein Dahinscheiden. Sein Wirken war so eng mit unserem Vereine verbunden, daß. die Lücke, die durch sein Dahinscheiden entstand, nur schwer ersetzt werden kann.

Zur Gründung der Unterstützungs-Gesellschaft hat der Verblichene viel beige­tragen, für das Aufblühen des Vereins hat er rastlos gewirkt, das Amt des Schatz­meisters hat er feit Gründung iber Gesellschaft saft ohne Unterbrechung versehen und seinem haushälterischen Sinne, seiner weisen Verwaltung hat die Gesellschaft ganz besonders ihr Emporblühen ihr Vermögen zu verdanken.

Es war stets sein Stolz, etn that ges, mitarbeitendes Mitglied dieser Gesellschaft zu sein, welche solch' edle und humane Zwecke verfolgt. D^e Gesellschaft ist ihm für- fein Streben, fein Wirken und feine Mühen viel und großen Dank schuldig; fein Name wird in ber Geschichte der Allgemeinen Deutschen Unterstützungs-Gesellschaft unaus- löjchlich unb stets voran stehen.

So sei es beschlossen: Daß die Gesellschaft den Geschwistern des Dahin- geschiedenen ihr tiefstes, aufrichtigstes Beileid ausspreche:

daß Jedem der Hinterbliebenen Geschwister deS Verstorbenen eine Abschrift dieser Beileidsbezeugungen zugesandt und

daß eine Abschrift derselben in das Protokollbuch dieser Gesellschaft eingetragen, sowie in den hiffigen deutschen Zeitungen veröffentlicht werde.

Portland, Or., 3. September 1883.

A. L. Landenberger, j

Wm- O. Mast, Comite

F. I. Alex. Mayer, )

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Gießen, 19. October. In unserer Nachbarschaft zwischen Hungen unb Utphe ist gegenwärtig eine großartige Br quett-Fabrik auf der BraunkohlengrubeFriedrich" tm Rohbau vollendet. Die Grube gehört dem Hessisch-Rheinischen Bergbau-Verein, welcher daselbst in diesem Jahre eine rege Thätigkett entwickelte. Die Abteufung eines neuen in großen Dimensionen gehaltenen Förderschachtes ift vollendet und ein stattlicher Gebaude-Complcx erbaut worden, worin die Zeitzer Eisengießerei unb Maschinenbau- anftalt augenblicklich mit der Aufstellung der verschiedenen Maschinen als 5 Tellerosen,

3 Briquett-Pressen, 5 Dampfkessel, Förder- unb Masserhaltungs-Maschtmn rc. i>n schäftigt ift. ,

Die normalspurige Verbinbungsbahn nach Trais Horloff geht ihrer rasqen Vollendung entgegen unb wird sehr solide gebaut. Soviel wir erfahren konnten, ist die Anlage für die Förderung unb Verarbeitung von vorerst 10,000 Hectoliter KolM tätlich berechnet, jedoch bereits vorgesehen, daß bie Fabrikation auf 20,000 Hectolicer erhöht werden kann. Man wird täglich 1200 Eentner Preßsteine (Briguettes) liefern, gedenkt solche zum billigsten Preise von 41/2 Mark pro Tausend L>tück ab Werk verkaufen und mit dem Betriebe im Monat December zu beginnen, falls alle Lieferung termine eingehalten werden können. ß

Zweifelsohne hat sich ber Hessisch-Rheinische Bergbau-Verein ein großes Verbimst um die"Industrie u. d die Bevölkerung in Oberhessen durch Eröffnung neuer Erwerb- quellen erworben. Sind auch bte Bewohner ber umliegenden Ortschaften vow ackerbautreibende, so haben in Zukunft die unbeschäftigten Arbeitskräfte doch W nölh'g, in der Ferne ihren Broderwerb zu suchen, denn die Briquett-Fabrik selvi. sowie die sich daran anschließenden Fabriken werden denselben lohnenden Verdt-m gewähren. a

Die massenhafte Production von Heizmate', ial muß von dem größten Einstuli auf die Enlw ckelung der Industrie in der Nachbarschaft ber Briquettsabrik Schon jetzt ift die Anlage von Zuckerfabriken daselbst projeciirt und andere Unie nehmungen werden folgen. , . , rrrA,n

Die normalfpurige Verbindungsbahn ber Briquettfabrik mit der Oberhessifch Eisenbahn bei Trais-Horloff wirb ein weiterer belebenbet Factor für die Anlage o gewerblichen Unternehmungen fein unb den Güterverkehr nach unb von den Etavl. p- ments wesentlich erleichtern. Wie wir hören, so beabsichtigt man den GÜtertransp gegen eine billige Vergütung auch für andere Fabriken und Private zu besorg^t.

Haben die Stadtebewohner Süddeutschlands erst einmal die Annehmltchke lk» unb Sauberkeit der Heizung mit Briquetts erprobt, so werben sie dieses Brenmna allen übrigen vorziehen, wie dieses in Norbdeutschland bereits ber Fall ist, wo h 0 Preise dafür bezahlt werden, z. B. in Berl n 78 Mark pro 1000 Stück- ®' deutende Umsatz und die Prosperität der Briquett-Fabriken Nordbeutschlands be f dieses hinlänglich unb barf man daher auch von dem Unternehmen des Hessisch-^ye'v schen Bergbau-Vereins ein recht günstiges Resultat erwarten. , 1

Gießen, 18. October. Nachstehendem, mt einer großen Anzahl Unterschrt^ aus den drei Provinzen unseres Landes unterfertigten Aufruf geben wir rw ff Aufnahme in unterem Blatte. Der Zweck, welcher erreicht werben> füll, ift ein i menschenfreunblicher, baß er bas Wohlwollen vller Derer ö er bient, welch v ih ihrc noihl-'denden Mltm-nsch-n^hah-n. Hoffentlich w-rd-n sich auch in»ns Leserkreis Viele finden, die der Sache praktische und thatklaftige Unterstützung deihen lassen:

Pilgsr-Empsanges.

London, 18. October. Aus Hongkong wird gemeldet, daß die chinesi­schen Behörden alle nothwendigen Vorbereitungen treffen, um den Hasen von Kanton zu schließen. Die neuerdings in Lungmum an der Grenze von Tong- king emgeschifften chinesischen Truppen sind in Whamooa gelandet.

Petersburg, 18. October. Neueren Ermittelungen zufolge stellt sich die Zahl der durch den Feueclärm in der Synagoge zu Ziwonka umgekommenen Frauen auf 46; verletzt wurden 50 Frauen. Die Panik entstand dadurch, daß das Kleid einer Frau in Brand gerieth.

Die Legung des Grundsteins zu der Kirche zur Auferstehung Jesu ) Christi hat heute an der Stelle, wo der verstorbene Kaiser Alexander II. tödtlich verwundet wurde, in Gegenwart des Kaisers in feierlicher Weise, gemäß dem ausgestellten Programm stattgefunden.

Bukarest, 18. October. Der Königs hat dem Staatssecretär, Grafen Hatzfeldt, und den österreichisch - ungarischen" Ministern, Graf Kalnoky und v. Szalay, das Großkreuz des Sterns von Rumänien verliehen.

Konstantinopel, 18. October. Das Küstenland von Smyrna und die Gegend von TscheSme sind von dem Erdbeben besonders betroffen, mehrere Dörfer' sind zerstört und angeblich 1000 Menschen zum Opser gefallen. Weni­ger schwer wurden ChioS und Smyrna heimgesucht, wo zwar jaBflreidje ©dufer beschädigt, aber keine Menschenopfer zu beklagen sind.

Lokales.

Gießen, 19. October, [ßut herjubfläum.] Aus vielen deutschen Städten nah und fern haben wir schon Nachrichten erhalten über bte Vorbereitungen zur Feier Les 400. Geburtstags Dr. M Luthers; vollständige Programme sind bereits veröffent­licht worden. Es ist Zeit, baß mügeiheilt werde, was auch in unserer Gemeinde dis jetzt zu einer würdigen Begehung des bevorstehenden Lutherfestes geschehen ist. Der evangelische Kirchenvorstaud hatte die Sache in bie Hand genommen und bereits auf ben 17. September d. I. eine größere Versammlung zur Vorbesprechung zusammen- berufen. Diese Versammlung ernannte den Herrn Pfarrer Dr. Naumann zum Vor­sitzenden, ber in einer einleitenden Ansprache bie Bedeutung des Lutherjubilaums über­haupt unb insbesondere auch unsere Pflicht zur Feier beffelben um Luthers selbst, um der Küche unb unserer Gemeinde willen barlcgte unb schließlich den Wunsch aussprach, es möge unsere Feier ber Art gehalten werden, daß ein bleibender Eindruck und Segen für alle Evangelischen daraus erwachse. Nachdem hierauf alle bedeutsamen Punkte besprochen worden waren, war das besondere Resultat aller Beschlüsse die Veranlassung zur Bildung eines Comtes, das alle Vorbereitungen treffen unb besonders ein be­stimmtes Programm entwerfen sollte, um dieses demnächst einer größeren Versamm­lung vorznlegen. Dieses aus 12 Herren bestehende Comitö erledigte sich unter dem Vorsitz des Herr Pfarrer Dr. Naumann in einigen Sitzungen feiner Aufgabe unb berief bann auf ben 8. October b- I. die größere Versammlung. In dieser wurde das vor- gelegte Programm mit einigen geringen Änderungen angenommen. H ei nach soll bte Lutherfeier in Gießen folgenden Verlauf nehmen: Sonntag ben 4 November, auf ben unser diesjähriges Neformationsfest fällt, soll am Anfang ber Festwoche zugleich als kirchliche Einleitungsfeier zum Lutherjubiläum gelten. Ferner haften bie drei Geist­lichen den allgemein willkommen geheißenen Vorschlag gemacht, es möge an einem Wochentage Herr Professor Dr. D n cf en einen Vortrag halten, wozu derselbe sich freundlichst bereit erklärte. Das (Sonnte hatte als Local den Saal im Clubgedaube ins Auge gefaßt, b'n der Vorstand des Gesellschafts-Vereins mit bankensweithester Bereitwilligkeit sogar völlig unentgeltlich zur Verfügung stellte. Da aber in j-ner Versammlung emftimmig beschlossen wurde, für den Vortrag fein bestimmtes Eintritts- gdb zu erheben, sondern höchstens in irgend einer Form Gelegenheit zu freiwilligen Beiträgen zu bieten, so hatte man die allgemeine Besorgniß, es möchte der Clubsaal für die zu erwartende Zuhörerschaft nicht ausreichen unb man einigte sich schließlich dahin, ben Vortrag in ber Stadtkirche halten zu lassen, weil ja doch die gefammte Feier kirchliches Gepräge tragen und auch dieser Vortrag einen Theil des Festprogramms bilden sollte. So wird denn in ber Festwoche am Donnerstag Den 8. November, Abends 61 * 3 * * */« Uhr, Herr Professor Dr. Oncken in der Kirche einen Vortr.ag halten über Luthers Fortleben in der deutschen Nation. Am Geburtstag Luthers selbst, Samstag den 10. November, wird Vormittags in allen L hranstalten besondere Schulfeier statt- finben; hierbei wird den älteren Schülern ber städtischen Schulen je ein Lutherbüchlein überreicht werben, während die jüngeren Festbretzeln erhalten sollen. Am Nachmittag desselben Tages, von halb 3 Uhr an, soll ein allgemeiner Festzug von Oswalds Garten aus nach dem Ludwigsplatz veranstaltet und hier wird unter Gesang und nach der Festrede, gehalten von Herrn Pfarrer Dr. Naumann, eine Lutherlinde gepflanzt werden. Am Sonntag den 11. November findet bann, als Haupttheil des ganzen Festes, die besondere kirchliche Feier des Lutherjubilaums statt, Vormittags durch den Festgottes- bienft, in welchem Herr Pfarrer Schlosser predigen unb Abends durch einen liturgischen Gottesdienst, den Herr Pfarrer Dingeldey leiten wird. Als Nachfeier gleichsam wird endlich Mittwoch den 14. November ber Akademische Gesangverein das Oratorium Luther in Worms" von Meinardus zur Aufführung bringen.