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Brauerei
7653
l Prospekt bei. 7620
1888
Dureaur Schulstraße 7.
E^Die signalisirten Veränderungen im italienischen Ministerium
nannt worden; eigenthümlicherweise hat Acton das Commando des italiemschew Mittelmeergeschwaders übernommen und sich so seinem bisherigen Untergebenem Del Santo gewissermaßen untergeordnet. — Zwei der deutschen Kriegsschiffe, welche Kronprinz Friedrich Wilhelm nach Spanien geleiten sollen, sind ant Dienstag in Genua eingelaufen. r . ,. ,
Die Jnsurrection im Süden Serbiens hat auch m dieser Woche noch zu Zusammenstößen zwischen den Königlichen Truppen und den Insurgenten: geführt. Sowohl bei Zabjar als auch bei Kuschawatz fanden ziemlich heftige Kämpfe statt, die jedoch fämmtlich mit der Niederlage der Empörer endeten, worauf in den betreffenden Kreisen die Ruhe wieder hergestellt wurde. Stanci Petrovic, einer der Anführer der Jnfurgenten im Kreife Alepinatz, hat, sich den Behörden selbst gestellt und wurde sofort gefangen gesetzt. Die Ordnung, ist somit auch in diesem Kreise wieder hergestellt. .
Am 21. November sollen die Operationen der Franzosen m ^ong- kinq wieder ihren Fortgang nehmen. Dieselben gelten zunächst der im nördlichen Tongking gelegenen Stadt Bacninh, welche von regulären chinesischen Truppen besetzt ist. Dieselben wollen entschlossenen Widerstand Wen unb kann sich demnach möglicherweise in Bacninh der französisch-chinesische Krieg entzünden. .
Dctailhandel, Kleingewerbe und Großindustrie.
Gießen, 17. November.
Die Tage der erhebenden Lutherfeier sind vorüber, aber sie r-oen im deutschen Volke, sie werden überall da, wo man in dem Wittenberger «öncke den Bahnbrecher einer neuen Zeit erblickt, noch lange nachklingen und to.£btes Zeugniß davon ablegen, daß das Andenken an den großen Reformator Eck irisch und lebendig ist, und daß sein Werk auf unvergänglichen Grund- Z ruht. Aeußcrlich wird freilich der Eindruck dieser herrlichen Tage rasch «blaffen, denn ihnen folgen neue, glänzende Bilder — die Meeresfahrt des fwiddien Kronprinzen nach Spanien und sein Aufenthalt m der spanischen Äriwtstadt Die Abreise des Kronprinzen sollte bereits am Donnerstag erfolgen, Lh wurde dieselbe in Folge einer an der „Lorelei" nothwendigen,Reparatur Äs m diesem Samstag verschoben, an welchem Tage jedenfalls die Abreffeerfolgtrst. Äkck eine andere Veränderung ist in den Reise-Dispositionen eingetreten, der Kronprinz wird nicht in Barcelona, sondern in dem weiter südlich an der Mun- suna des Guadalaviar so reizend gelegenen Valencia landen. Vielleicht hat bet Liefer neuesten Bestimmung der Umstand maßgebend nut emgewtrkt, daß Barce- icm ein Hauptheerd der revolutionären Bestrebungen in Spanten ist und daß Ne spanische Negierung hier eine feindselige Kundgebung gegen den erlauchten Gast Mma Alfonfo's befürchtet, sollen doch zu diesem Zwecke schon französische Emissäre in Barcelona eingetroffen fein! Nun, wir hoffen, daß dem deutschen Msersohne solche Insulten erspart bleiben, wie sie Spamens Herrscher bet feinem Besuche in der „Hauptstadt der Welt" zu Theil wurden, und nach allen Berichten aus Spanien ist auch ein glänzender Empfang des Kronprinzen zu
«-mriern 0ier5, ber russische Minister des Auswärtigen, weilte gelegentlich seiner Schweizerreise am Dienstag resp. Mittwoch, in Berlin und Friedrichs- ■ruöe und wird sein Bestich bei den leitenden Persönlichkeiten Deutschlands all- tittMin als ein friedliches Symptom aufgefaßt. Dieser Auffaffung gtebt auch Ärs ofstciöse „Journal de St. Pötersbourg" Ausdruck, indem es schreibt, daß die Reise GierS' nach Friedrichsruhe in Folge der liebenswürdigen Einladung Les Fürsten Bismarck stattfände und unzweifelhaft dazu beitragen werde, dre ausgezeichneten Beziehungen beider Reiche zu consolidtren.
Die große Erregung, in welcher sich die Reichshauptstadt feit Wochen, nein, feit Monaten anläßlich der Neuwahlen zur Stadtverordneten- Mrsammlung befand, hat sich nunmehr wieder gelegt. Die ganze fieberhafte Wahlbewegung hat mit vem am Dienstag vollzogenen 10 Stichwahlen ihren Äbfckltiß gefunden, bei welchen 3 Fortschrittler, 5 Conservatwe und 2 Social- Demokraten - denn daß die „Arbeiter-Candidaten" ausgesprochene Social- ÄWwkraten sind, liegt auf der Hand — gewählt wurden. An und für sich ta dieses Resultat die fortschrittliche-Herrschaft im Berliner Rathhause wenig «uitiren, trotzdem bedeuten aber die Stichwahlen eine Niederlage für die Fortschrittspartei : Conservative und Socialdemokraten gingen vielfach «and tn Hand Md schon die nächsten Reichstagswahleu dürften in die Berliner fortschrittliche Lmßeit ein bedenkliches Loch machen. ,,
Die österreichisch-ungarischen Delegationen haben am MÄwoch ihre Thätigkeit beendigt. Die österreichische Delegation genehmigte ,n ihrer Schlußsitzung in dritter Lesung sämmtliche Vorlagen der Neglerung, Körauf der Minister des Auswärtigen, Gras Kalnoky, Namens des Kaisers der Delegation für die Opferwilligkeit bei ihren Arbeiten dankte und zugleich .den Dank des gemeinsamen Ministeriums für tue demselben zu Thell ^»ordene freundliche Unterstützung hinzufügte. Namentlich riefen die Worte de» Mmst rs in denen er betonte, daß das dem Ministerium zu Theck gewordene Vertrauen dasselbe in seinen emften Bestrebungen für das Wohl und die Sicherheit des Reiches ermuntern und kräftigen werde, den lebhaftenBeisall derVWmmlung Tewor. Auch die ungarische Delegation hielt am letzten Mittwoch ihre Schluß- fttziing^ab.^ parlamentarischen Leben Frankreichs ist in dieser Woche nichts Bemerkenswerthes zu verzeichnen, dochwird vielleicht die begonnene neue Tongking-Debatte, bei welcher es sich um die Nachtrags-Forderung der Regierung im Betrage von 9 Mill. Frcs. handelt, mancherlei Zwischenfall bringen. Bemerkenswerth erscheint, daß die mmistenellen und gemäß gt repudlikanischen Blätter sich der Madrider Reste des deutschen Kronprinzen -gegenüber einer großen Reserve befleißigen, während sich verschiedene ll-ri ale und ultramontane Blätter m unerhörten Schmähungen gegen Spanien und Äeffen jugendlichen Herrscher ergehen. Zum Schluß verdienen die letzt tz eines der Lutherfeier „gewidmeten" Artikels des ultramontanen „Umvers er- wähnt zu werden, welche wörtlich lauten: „Der Krieg gegen Bismarck st Allem ein Krieg gegen Luther. Die Revanche Frankreichs gegen Deutschland Wird ein Sieg des Katholicismus über den Protestantismus sein. D e erste französische Armee, welche den Rhein Überschreitet, wird die Standbilder Luther s umwersen und das in Berlin gelungene Sieges-^edeum wird der Wett gl 4) 6 Leu Zusammenbruch des protestantischen Kaiserreiches und dasi End-der Häresie des Aiönches von Wittenberg ankündigen." Wir glauben, W diese Satze nicht nur in den protestantischen Kreisen Deutschlands gerechte Entrultung e
(Nachdruck e rboten.)
Unter allen Betrieben und Erwerbs-erhältn'ssen ist gegenwSrt g auch der Klem- handel auf dem Lande und tn den kleineren Städten besonders übel daran. Uederall wird über die groß- Eoncurrenz, welche dem Kleinhandel durch H°usiren, Wanderlaa« und Detail« eisende bereitet wird, geklagt »nd hauptsächlich °uch darüber, daß dft bess^ fituirten Klassen der Landbevölkerung, wie der Bevölkerung in den kleinen Srudlen durch den eruierten Personm- und Wagentransport hierbei begünstigt, EinkaufS- bckürfnisse immer rn-hr und mehr auS den reichhckstgen Lagern b» größeren Stadt« befrtebiaen. Dieser erleichterte Verkehr bat eS auch mit sich gebracht, daß die Jahrmärkte und besonder« die Messen von Jahr ,u Jahr zurückgeh-n und doch nur mt vollständigster Vernichtung aller Verkehrserleichterungen, insbesondere all.r dah«kN, die Messen denjenigen Glanzpunkt wieder erhalten würden, den sie vor sünOig Jahrm
31tt BronÄkn 6.8 Handw-rkS bl,
Rezept zur Lösung gebracht werden, sondern muß durch einen in der natürlichen ®nt< w'ckelung der gewerblichen Verhältnisse besründ-ien Umgesialiunarvroceßhindurchgehen, welcher längere Reit erfordert und an dessen Ende wir wohl noch nicht sooald avge. kommen sein werden. Bis jetzt haben die volkSwirlhfchastlichen Mediciner noch keine Armei aefitnben, wilche daS Fieber, daS mit den bekannten fünf Milliarden in unser deutsches Reich einzog, energisch dämpft. Unsere mißlichen Erw^bsoerhältnisie gleich n dm zymotischen Krankheiten. Wenn wir heute glauben, die Krankbe.t set erloschen, tritt sie morgen mit erneuter Heftigkeit wieder auf und fordert neue Opfer.
Während nun einzelne Gewerbebetriebe schon fitzt un wieder bringst ch an die Groß- industrie verloren gegangen sind oder andere mit vollständigster Sicherheit noch verloren gehen werden, sieht man dagegen tn manchen Branchen des Kleingewerbes Um - aestaltungen durch Ergreifung von Specialitäten mit Benutzung der nun auch in das Kletnaewerbe"»ablrcich eingeführtkn Motoren und Arbeit-Maschinen eintreten. In der ßauotfaäe aber wird eS die höhere Steigung der persönlichen Tüchtigkeit des GewerdS- mannes sein, welche, in sehr vielen Arbeiten durch Maschinen niemals ersetzbar, von an sich geringfügigen Leistungen an bis hinaus zu den letzten kunstindustriellen Schopf- unacn den Platz behaupten und immer neue Stellungen erobern wird. In eln^lnen aroßindustriellen Betrieben aber werden tüchtige Kleingewerbtreibende dis noch auf lsnae Red unentbehrlich sein. Ein weiter höchst ungünstiger Faktor der gefchäft» l ch«n Misere aber ist die allgemeine Reduction des Zinsfußes, welche denbemiltelteren Klassen der Städte wie der Landbevölkerung »»e größere oder geringere E nschränkim^ bei B-frtedigung ihrer Bedürfnisse auferlegt. Damit aber hängt ^ weitere, oft richtete Beobachtung zusammen, daß daS Publikum sich mehr uadmehr vondem An- f...f befferer und eben damit theurer Waare abwendet und dageg.n leichtere und wohlfeilere wenn auch schlechtere aufsucht, von welcher nur eine Massenproduktion noch einen Verdienst übrig läßt. Das konfumirende.Publikum trSgt denmach einen großen *** ÄeÄÄÄ^ andauernden Rück
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Kapitalien wieder flüssig werden und anderweit zinstragend und gewinnbringend verwendet werden können.------- --.;„,a „nfmlrfMi MesibästSoanaes sind fast
Mx. 26». Zweites Dl-tt. Sonntag den 18. November
Breis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brrngerlohn.
Erscheint ILglich mit Ausnahme des Montags.. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
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