miether wohnender, namentlich unbekannter oder zugezogener Personen oder das Betreten der Zimmer der in Gasthöfen befindlichen Adressaten ohne Begleitung durch das Hausoder StubtNpersoual, den Pförtner oder Zimmerkellner des Gasthofs oder eine andere, dem Briefträger bekannte P rsönltchteit möglichst zu vermeiden. Sollte der betr. Ver- mtether sich weigern, den Briefträger zu begleiten oder durch Mitglieder seines Hausstandes begleiten zu lassen, und ift auch in den Gasthöfen in solchen Fällen eine Begleitung nicht zu erlangen, so wird es sich empfehlen, das Bestellgeschäft auf dem Flur an der offenen Thür abzuwlckeln." Der Schluß der Verfügung ordnet an, daß dieselbe alle drei Monate den Bestelldeamten oorzulesen sei. Die Postbehörde hat mit Genehmigung der Polizei eine Belohnung von 1500 «X für Ergreifung des Thäters ausgesetzt. D-e Persönlichkeit des Mörders des Geldbriefträgers Kossäih ist von der Criminal- poltzet nunmehr feftgestellt und cs wird voraussichtlich bald gelingen denselben festzunehmen. Nach polizeilichen Ermittelungen ift der Thäter der frühere Droschkenkutscher und spätere Cigarrenreisende resp. Cigarrcnhändler Ernst Robeit Sander, im Jahre 1850 geboren, also tm Alter von 33 Jahren. Bis vor einigen Wochen hat er alS Chambregarnist in der Boyenstraße Nr. 4 gewohnt und ist sodann ohne Angabe seiner neuen Wohnung ausgezogen.
Berlin, 14. März. Aus der Vergangenheit des neuen Kriegsministers v. Bronsart wird die folgende Mittheilung gemacht: Der Major Bronsart v. Schellendorff ist es in der Zeit von 1867—1869 gewesen, der fast ganz allein und selbstständig mit eigener Hand den Entwurf für den Vormarsch der ganzen deutschen Armee gegen Frankreich angesertigt hat. Zur Beurtheilung der Schwierigkeit dieser Aufgabe mag daran erinnert werden, daß in jener Zeit erst der norddeutsche Bund geschaffen worden war, daß mehrere neue Armee- Corps formirt wurden und day Der Einfluß der preußischen Heeresverwaltung aus die süddeutschen^ durch Conventton verbundenen Staaten nur ein geringer war. Bronsart v. Schellendorff ist es gewesen, der die gesammten Marschrouten entwarf, sowie auch alle Vorschriften für sämmtliche Eisenbahn-Verwaltungen aufstellte.
Stoßen.
Rom, 14. März. Deputirtenkammer. Der s. Z. In Oesterreich wegen politischer Verbrechen zum Tode verurthetlte Deputate Finzt sagt, Italien sei gezwungen worden, sich nach dem Osten zu wenden, da es von den westlichen Mächten nur Nachtheile und Schimpf erfahren habe. Man müsse daher der von dem Ministerium bewirkten Annäherung an die beiden Kaiserreiche Beifall zollen. Er stimme einer Verbindung mit Deutschland zu. vo ausgesetzt, daß durch eine solche Italien nicht verpflichtet roerte, Deutschlands Politik des Ucbergewichts zu unterstützen. Auch eine Verbindung nut Ocfterreich-Ungarn billige er, wenn dieselbe unter beiderseitig gleichen Bedingungen e-- folge. Er glaube, daß die politischen Erwägungen dahin führen würden, diese Ve- brndung enger zu schließen. Er beklage, daß man der Intervention in Egyoten nidt zugestimmt habe. Dem Deputirttn Marselli gegenüber wiederholt der Minister d.S Auswärtigen, Mancmi die Avlehnung einer Intervention sei keine definitive geweser, wohl ober die Folge des bereits im Staatsrathe gefaßten Beschlusses, nicht unmittelbar Anerbietungen einer isolirten Aktion, von welcher Macht dieselben auch kommen mögei, anzunehmen. M nghetti gegenüber weist der Minister nach, welche internationalen Verpflichtungen die Regierung verhindern mußten, das Anerbieten Englands ohne Weiters anzunebmen und erklärt, daß die eventuellen Vorthelle den Opfern, unter andern dm finanziellen, nicht entsprochen Haden würden, da Niemand die Dauer der Interventen hätte vorausschen können. Der Minister spricht dem Deputitten Savini seinen Dark dafür aus, daß derselbe, wenn er schon eine Allianz mit Oesterreich-Ungarn für unmöglich halte, doch erklärt habe, weder direct noch indirekt die verwerflichen und von ihn selbst mißbilligten Versuche zu befürworten. Dem Deputirten Fortis gegenüber beftätgt der Minister feine früheren Erklärungen und fügt hinzu, wenn man das Recht ter Reoindikation von Gebielstbeilen zugestehe, Italien das Vertrauen in die Vertrctze stören und bei allen Großmächten Mißtrauen erwecken würde. Der Minister glawt, van allen weiteren Erklärungen in dieser Hinsicht Abstand nehmen zu sollen, da es unter der Würde dieser Versammlung sein würde, derartige Erwägungen anzustelln. Er werde Italien mit einer solchen Politik nicht in die Acht der civilisirten Nationen dringen.
Die Generaldiskussion wird hiernach geschlossen und die Berathung der einzelnn Artikel des Budgets d.s Auswärtigen begonnen.
Telegraphische Depeschen.
Wolff s telegr. Correfpondenz-Burean.
Berlin, 15. März. Das Staatsministerium beschloß heute bie sa-
melle Vertagung des Landtags.
Berlin, 15. März. Abgeordnetenhaus. Die Hundesteuer wurde |i butter Lesung nach ben Beschlüssen ber zweiten Lesung angenommen. Dr Kriegsminister hatte sich gegen § 6 ausgesprochen, wonach bie von Mllitärpe- 1cnen gezahlte Hunbesteuer ebenfalls ben Communalkassen zufließen soll uv hatte biefelben für unannehmbar erklärt. Das Haus hielt jedoch in namens licher Abstimmung mit 167 gegen 150 Stimmen diesen Paragraphen auf rech Es folgte die Fortsetzung der Berathung über den Stablewski'schen Antrag, bet. die polnische Unterrichtssprache, Körber und Tiedemann (Bomst) sprachen sij dagegen, Schorlemer-Alst und Majunke dafür aus. Letzterer bezeichnete di Culturkamps als Ursache der Feindschaft der Polen gegen die Regierung. Litt berg-Stirum bedauerte die rückhaltlose Unterstützung der polnischen Forderunge durch Schorlemer, wobei die Macht der katholischen Kirche zu politischen Zwecke gebraucht werde. Solches Verhalten mache den kirchlichen Frieden unmöglick Rach dem Schlußworte Kantaks lehnte Das Haus Stablewski's Antrag ab. - Fortsetzung morgen.
Berlin, 15. März. Herrmhaus. DasHerrenhaus wählte beute Wiedebach un Lot'chlus ju Schriftführern. Der Gesetzentwurf über Schulversäumnisse wurde bei «ntiägen der Comm ssion gemäß angenommen. Das Haus genehmigte ferner bei Gesetzentwurf über polizeiliche Strafverfügungen unb bie Lauenburgische Vorlage in be Ostung des Abgeordnetenhauses unb erlebigte schließlich einige Petitionen ohne allge meines Interesse. °
Berlin, 15. März. Am Geburtstage des Kaisers unterbleibt bie gewöhnlich Gratulationscour. Se. Majestät empfängt nur bie Mitglieder ber königlichen Famift zur persönlichen Gratulation. B w "
~ Der ,Freichsauzeiger" veröffentlicht die Ernennung Michelly's zum wirk ltchen geheimen Oder - Regierungsrath und zum Director im Ministerium für Land wlrthscbait
mr.rk. l^en, 15. März. Der Wiener Allg. Ztg." zufolge begibt sich Erzherzog Wilhelm zur Krönung nach Moskau. 1
~ Die General-Intendanz des Hofburgtheaters überreichte Laroche in seinen sünfziaiahrigen Jndiläum als Mitglied d>s Hofburgtheaters eine prachtvolle Adresse Es gingen ferner viele briefliche und telegraphische Gratulationen ein.
— < ^5r3- Der deutsche Dampfer „Prinz Heinrich" bugsiite den mi
Steinkohlen für Venedig beladenen und sinkcnd verlassen angetroffenen italienische, Dreidecker „Deg" hierher. Man hofft die „Dea" zu retten.
zwtschm Aley und Mainz kommend und hochgradig erkrankt, über Dretctchenhatn S.llgenstam, Stetnheim, vanuu, «erg.n, Sä.lb.l, Ilbenstadt und Bruch nbrück-n o": kehrte in L^rthschastcn. Herbergen h. und wurde schließlich in bu6 Hosp tal zu jirteo l-ch- deßhalb auch zu b-sürcht n, daß auf der ang z-i°ten
Route noch mehr 93latternerfcanfungen vo<kommen werden.
sunf.n u0' J3C k uns aus Sterzhausen an der Cölbe-Laaspher
JinrnnM1hftc? daielbst gestern Avend eine Entgleisung eines aud zwei Locomoriven_nebst Tendern bestehenden, von Biedenkopf kommenden Zuges ftattgefunoen ^tglestte der Zug uno fuhr auf die Besitzung des Tobias ? °6, ®mUnne2 ufnb Stallung zertrümmert unb das Wohnhaus erheblich
burdntht WUX^‘ -ßemerft sei noch, daß bie Bahnanlage bas Dorf ber Länge nach
Frankfurt. Vor einigen Tagen kam mit der Bebraer Bahn ein hier wohnender Ä fXCHfn«t' einige Zett in Berlin aufgehalten hatte, hier an. Es war
fdjon sehr spat am Abend, als der Zug einlief; man braucht sich daher nicht zu wundern, daß der alte Herr so fest schlief, daß ihn selbst der Melodische Rufdes L°^UnXÖ' Frankfurt! Alles aussteigen l nicht zu erwecken vermochte. Der Conducteur dachte nicht an ihn und so passtrte es denn, daß ber müoe Fahrgast vergessen unb auf frit imhnh«bß?n$A0 .^"ousbugsnt wurde. Dort waren die Rang rer in vollster Thättg- LaL0, ür KöeÖ eine Bezeichnung haben, so wurde ber von bem Lärm ®0IPmerilenr^ bureb ben Ruf: Braunschweig! vollends aus bem Schlafe JFl hVantt anö Fenster, begann mit voller Kraft oaroib-r zu trommeln unb «^rden gegangen, rief er: Um Gotteswillen ich will nach Frankfurt und nicht nach Braunschweig. D e Rangirer ahnten sofort ben Zusammenhang, öffneten ihn fn fnfif in hpr , Äeine Fami l>e war Nicht wemg e> staunt,
B-hnhos" -rwarM boHc. "°^ iU ,Cl,en' na*b:tn »= >»" --'S-bl-ch am
narfl hfmaU<Rh . Der Kassirer bes h efigen Vorschuß- unb Crebitvereins ist
£ . n'Kn spurlos verschwunden. Man fp tchl von einem MÄenX nicht" n "'" 0(6°'‘ ber deutschen Erwerbs-
,mh ^/rl'n i4. März Der Briefträger-Morb hübet natürlich bas Tagesgespräch ler Spannung erwartet Alles die R.sultate der polizeilichen Vermin Orders. Der Velbacht hat sich auf ein Individuum gelenkt, welches vor
J " Z,^0en ous einem Geschäft w.gen Unterschlagung entlassen wurde unb am JJiontog, uwa eine Stunbe, nachbem der Moib begangen war, die Uktterschlagene b° Qr ^UrÜfeVtQtt=l öat‘ Das Signalement des Mörders soll^auf hafÄ-ld-"-^ ÄÄ Xu??'''111’' ®,aleCt' 6e" 6er mdrCer ™ ^auz-n , - Marb urg, 13 März. Ein elgenthümlichrr iRelfenber meldete sich, wie wir iSJhä nod) ctgi-nthümlicheren Re seleg timation auf dusigcm
‘"t. ^^»dürgerme ster des benachbarten Kreises B^edcnkopt nämlich sandle fl l n H?! n f rnb ’V 8 l]en m nn ,u Fuß hierher: „Der h erbet fi-lg-nd-
Blatternkranke muß nach Mltthiilung des Herrn Dr. is. In die chirurgische Klink zu Marburg ausgenommen werd n Die Gemeinde bezahlt Älles." Daß oon einer Auf- «I'her Ä f<ln< 3‘t'b,e feln konnte, Ist selbstr-deno, uno als einen
bk nlfLn rm,a^n ,rur an9-e[c6en werden, daß dem Krank-n in der me-
hns J Nachtquartier gewah t wurde. Am „ächnen Tag- wurde er in
f,rfih?h, (obere L-iech-i gebracht. Welche Folgen ne solche Leicht-
fertigfeit haben kann, bat der betreffende Bürgermeister sich sicher nicht überlegt
^eUen für M-litäranwärker -m Bereich des 11. Ärmeecorvsj ^g-ntur Landbriefträger, 510 jährlich; Bnlon, Magistrat, 2Flur- 90°^ sifbrrß ’ E s^libadn-Direct 0ii, 2 Kanzlei Aspiranten,
u i4 Anfangsgehalt; Frankfurt a. M-, Communalständischer Verband des ^tadtkieises Frankfurt Cbaustee-Auffeher, 1250 JL jährlich; Herleshausen, Postamt, f6frQrloorlich: Hersf ld Stadirath, erster Pol'zeise g-ant, 600 JL ^nt,0rf' R^erung zu Cass l, Bade-Jnspector, 2100 loh lich und fre.e Wo-inung; Mainz, Postamt, Postschaffner, 930 JL ■£? ldb Su- bUQAM9Qrße-rLme fteret' ^dd)ta)ad)ter. 128 jährlich; Weimar, Landgericht, 2m Bereich ber Großh. Hessischen 25. Division I sp3 °^Cro ®,r‘cti°n der Main-Neckarbahn, 4 (Schaffner bei der
DttnstwÄnung 10 Tagegelber, nach definitiver Anstellung 1150 Jt unb ri!iMfliint!r h3 ^-r3;n ^,er w York Herald zeigt an, daß eine neu' barometrische SmrUinR9 mre,Leu ben 2ttla>-t scheu Ocean überschreitet, die zwischen
© ofjbriteinnien unb Norwegen erreichen unb wahrscheinlich auch Frank eich berühren wirb. Auf dem Ocean wird umuhiges Wttter herrschen, auf bnn jjeitlanbe sich eturm, zuerst aus Südost, ber Über Süb nach Norbwest breht,
731) Urber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in ein, oder mehre Zeitungen verursacht, wird man sich niemals enttäuscht tehen. wenn iu-n. von der Annoncen Expedition von II.% ANB^NTKIX A» VOX» DK K it- Frankfurt a M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hmsichts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Rath ertheilt
Kirchliche Anzeigen der StndtGieffen.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdiens):
Sonntag, den 18. März (Palmaru m).
Landes-Buß - und Bettag.
(Zugleich auch kirchliche Feier des Geburtstages bes Kaisers.) Vormittays 9^/r Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
m i Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dingeldey.
Nach beiden Gottesdiensten Kollekte für hilfsbedürftige inländische evangelische Gemeinden, die an Orten mit überwiegender katholischer Bevölkerung bestehen
Nachmittags Uhr: Kindergottesdienst: Pfarrer Dingeldey.
Am Gründonnerstag wird in dem Vormittagsgottesdienst das heilige Abendmahl gefeiert werden; die Beichte findet in Verbindung mit dem Abendmahl unmittelbar vor demselben statt.
mc Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 18. bis 24. März besorgt Pfarrer Dr. Naumann. 8 1 B
Katholische Gemeinde.
Palm-Sonntag.
Gl, axV; Beichte 8 Uhr: Frühmesse und Austheiluna der h. Communio».
9Vi Uhr Palmenweihe. 9'/r Uhr: Ansprache und Te Deum zur Feier des hohen Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers; hierauf Hochamt, unter welchem die Passion gesungen wird. 2 Uhr: Fastenandacht.
Gründonnerstag.
9 Uhr: Hochamt.
Charsreitag.
9 Uhr: Hochamt, darunter die Passion des Tages über stille Anbetung des h. Sakraments. 5 Uhr: Predigt und Schlußandacht.
C h a r s a ni st a g.
« Uhr: Hochamt. Von 5 Uhr Nachmittags an: Beichte.
Vermischte-.
- ?ronklurt, März Dem „Franks. Journal" wird aus Freiburg gemeldet Der gestern Abend nach 8 Uhr hier fällige Zug ist zwischen Freiburg und Hugsteftr, in Folge Schneesturms entgleift. Bisher sind nur 2 l lebte Verletzungen bekannt gr morben. Mehrere Waggons sind zerstrümmert. Das M.litär war mit dem Fort schaufeln des Scknees beschäftigt, als der Zug entgleiste.
«nnrߣ!f Ilbenstadt sind ebenfalls zwei Personen an den Blatt rt nr™« Äk nyl die Vermuthung nahe, daß sämmtl'che Patienten von einem sog „armen Reisenden angesteckt worden sind. Ein solcher kam nämlich, aus der Gegenl
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Gottesdienst in der Synagoge.
Freitag Abend 5-° Uhr, Samstag Morgen 8™ Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr, Samstag Abend 6S5 Uhr.
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