10. Errichten einer Prüfungsstation, die Qualität des Eisens in Bezug auf seinen praktischen Werth zu prüfen.
11. Anregung bei sämmtlrchen deutschen technischen Hochschulen, daß an den- | selben bestimmte Vorlesungen über Hochbau-Eisenkonstruktionen gehalten werden.
12. Bestrebungen pflegen, daß die auf den technischen Hochschulen gebildeten Ingenieure vor ihrer Studienzeit eine gewisse praktische Thätiykeit üben.
13. Häufigere Veröffentlichungen in der Tagespresse über ausgefuhrte Bauten in Eisen und über die Vorzüge des Eisens als Baumaterial- .
In Angriff ist zunächst genommen die Herausgabe eines Musterbuchs über zweckmäßige Baukonstruktion in Eisen, mit dessen Bearbeitung Herr Scharowsky, welcher bekanntlich den Plan für das Gebäude der Hygieine-Ausstellung bearbeitet und au§= geführt hat, beauftragt worden ist.
Von der Insel des Schreckens-
Ischia, 1. August.
(Nach der „Kölnischen Zeitung".)
Es ist rasch gesagt: „Casamiccolia ist nicht mehr!" Aber welche Fülle schrecklicher Brlder liegt in diesen Worten, welcher Greuel von Verwüstung an Hab und Gut und aufgespeichertem Fleiß; wie viel Entsetzen, Todesangst, Schmerz, Vernichtung von Existenzen und Hoffnungen! Um sich recht vorzustellen, wie es dem ehemals so wunderlteblichen Orte mit seiner wohlgesitteten und sympathischen Einwohnerschaft am Abend des 28- Juli, 9*/4 Uhr, ergangen ist, gibt es nur ein Bild. Man denke sich, es hätten spielende Kinder auf einem Tische ein Städtchen aus Karten ober Dominosteinen erbaut und nun schleicht sich mit einem Mal irgend ein tückischer Kerl h na« und führt von hinten her einen Faustschlag gegen die Platte. Es ist buchstäblich nichts Heiles mehr von dem ganzen Orte übrig geblieben, und wenn bei der Annäherung zur See von Neapel her der Graus nicht sehr deutlich in'S Auge fällt, so ist es, weil ein mitleidiges Geschick einige theatralisch leere Coul'ssen zurückgelassen hat, um dem vorüberfahrenden Wandersmann die Siätte zu zeigen, wo einst Casamicciola gestanden, die mythische Stadt, die ebenso schön war wie unglücklich.
Ein so zu sagen photographisch getreues Bild des entsetzlichen Augenblickes jenes Ueberganges aus blühendem Dasein in Nichts erhielt ich auf dem kleinen Dampfer, der mich mit Erlaubniß des Präfekten von Neapel nach der Unglücksstätte trug. Einige gespenstige Gestalten stiegen mit an Bord, die ich einmal gekannt zu haben glaubte; hatten sie an körperlichem Umfange und greifbaren Formen nichts verloren, so schauten sie bleichen Angesichts und mit verwilderten Blick n wie in eine fremde Welt hinein und trugen sich schäbiger und abgerissener, als sonst bet ihnen Mode gewesen war. Es war ein Thetl unserer Landsleute, deren Anwesenheit auf der Insel während der Katastrophe uns in Rom so viel Angst verursacht hatte. Ihre Nerven fieberten noch unter der Nachwirkung des Furchtbaren, das sie erlebt. „Kein Gehirn ersaßt den Eindruck und fdn Wort gibt ihn wieder, den wir erlebt Es heißt gar nichts, zu sagen, wir sind mit dem Schrecken davongekommen; es war der erstarrende Eishauch der Vernichtung, der über einen ging. Wir saßen in einer hölzernen Laube neben einem Gewölbe aus Stein. Da hebt sich der Tisch in die Höhe, die Petroleumlampe geht in einem Bogen gegen meine Frau- Gleich darauf eine Lufterschütterung, ich weiß n'cht, ob Donner, Gerassel, Krach, aber man dachte an einen einschlagenden Bl'tz, der uns in Entsetzen jagte; wir Hämmerten uns an die steinernen Pilaster und fühlten uns hin- unb hergeschlenkert wie Barbierpinsel. Der Krach kam von der einstürzenben Stabt, in einem Nu war Alles geschehen, die ganze Katastrophe kann nach unserer Schätzung kaum drei Secunden gewährt haben. Und nach dem Krach etwa fünf Minuten Todten- stille! Dann aber ein Geschrei, Jammern, Hülferufen, daß man sich das Herz aus der Brust hätte reißen mögen. Wir fühlten, daß wir noch am Leben waren und strebten, halb bewußtlos, unsere Glieder zu bergen- Schon der erstickende Staub trieb zur Flucht. Wir erreichten die Straße, während schwere Gewölbe und Bogen hint'r uns einbrachen, und suchten Über Trümmer und Geröll den Weg aufwärts. Verstümmelte Körper, abgerissene Gliedmaßen waren zwischen blutigen Mauerstücken zu erkennen. Abgründe thaten sich auf. Wir erreichten eine freie Stelle oben am Ort, wo ein hölzerner Schuppen uns Schutz gegen die nächtliche Kälte bieten tonnte. Es war ein fortwährendes fernes Donnern, Sausen, Rauschen im Gebirge über uns. Riesige Massen Erdreichs lösten sich von den Hangen und Felsen rollten in bte Tiefe. Wir hatten uns an zahlreichen Erdspalten vorbeigewunden und erwarteten, daß uns die Tiefe verschlänge ober ein Erdrutsch erdrücke. Jrn Orte leuchteten einzelne Feuersbrünste auf; die Hunde heulten, während die Menschen still geworden waren, bann wurde auch das eine ober andere der heulenden Thiere durch einen rollenden Fels, eine einstürzende Mauer zur Ruhe gebracht- Am andern Morgen sanden wir unsere Wohnung halb eingestürzt, die Hausfrau unter den Trümmern begraben. Wir flohen entsetzt von dem Orte des Schreckens."
Nach anderthalbstündiger Fahrt näherten wir uns dem Strande des unglücklichen Städtchens. Casamiccolia liegt ober lag mit einem Dutzend breiter unb stattlicher Gebäude, umgeben von niederen Hütten vom Strandvolk, am schmalen Saume her Küste, mit großen Villen und Gasthöfen über tue untern Hügel unb Kuppen unb mit bet Hauptmasse seiner steinernen Häuser, unsichtbar von der See aus, in den auf; steigenden Schluchten des Fußes der zu den Wolken aufstrebenden Pyramide des Epomeo.
Die breiten Häuser am Strande standen noch, ober mit ausklaffenden Wänden; die Villen und Gasthöfe auf den Hügeln schienen zum Theil unversehrt; einige trugen Schutthaufen auf den Plattformen, andere zeigten die Eingeweide über lang die Hänge hinab ergossenen Schutthaufen, wieder andere waren vollkommene Ruinen- Einige vereinzelte Gruppen ärmerer Hütten in den Hängen umher waren pulverisirt- Am Strande herrschte ein buntes und, so unwahrscheinlich das sich anhört, einigermaßen vergnügtes Treiben. Neben fliegenden Garküchen und Limonadenzelten standen Särge aufgestapelt, neben den für die Verwundeten errichteten Zelten schäkerten Soldaten mit verwaisten Bewohnerinnen der Insel. Das Leben treibt hier zu üppig, als baß der Schrecken des Todes lange vorhalten könnte: hin ist hin! Eine 16jährige Insulanerin hüpfte des WegS daher. Ihr Blick fiel auf einen Maler unserer Gesellschaft, sie stürzte ihm entgegen unb brach in Thränen aus, währenb sie ihm die Hanb reichte. Sie hatte ihm vor einigen Tagen Modell gestanden und erzählte ihm nun, daß ihre Verwandtschaft tobt sei, sie stehe mutterseelenallein auf ber Welt. Dabei meinte sie hell auf wie ein Kinb, bitterlich, aber ohne Verzweiflung unb Lebensmübigkeit. Solche Thränen trocknet ber nächste Augenblick roieber. So traf man viele vereinzelte Existenzen, bie gelassen auf einem Steinhaufen saßen, Wittwen mit Säuglingen, alte Weiber, Männer jeglichen Alters und Standes. Unter einem Dutzend verunglückten Angehörigen that es Niemand, unb bas würbe mit einer Gelassenheit erzählt, bie an bte Antike erinnert. Manche finb allerbings auch wahnsinnig geworben. Der Weg vom Strand aufwärts war kein geringes Wangniß. Zuerst durch einen gewölbten Tunnel von 30 Schritt Länge. Dann durch eine schmale Straße mit hohen Seitenmauern, über bie hoch hinab bas parabiesifche Hügelgelände hineinblickte. Das halb zerstörte Municipio war stark aus dem Loth, hier ragte noch ein halber Palast, dort nur noch ein Stück ber Frontmauer empor. Unser oben erwähnter Begleiter reitete von ber Straße aus im auf: Haffenben brftten Stock seines Miethzirnrners einen Theil seines Hausgeräths. Zwei Insulaner übernahmen für 100 Lire bte Bergung, stahlen ober bas Beste und wurden eingesteckt. Die Leiche ber Hausfrau lag noch immer unter mehrere Klafter hohem Schutt, ihr Mann, ber Arzt bes Stäbtchenb, war einer von Denen gewesen, welche bte Vorboten ber Katastrophe als unbebeutenb hingestellt hatten. Die Nemesis war fc furchtbar wie ber leichtsinnige Eigennutz; er selbst ist schwer oerrounbet- Unter bem Haufen centnerschwerer Mauerstücke brang bereits Leichengeruch hervor. Die Soldaten hatten heute aufgehört, nach lebenden oder tobten Begrabenen zu forschen. Ich hörte einen, wie er seinem Vorgesetzten klagte: „Schon olles Würmer! Man müßte einen Magen von Eisen hoben." Ein Dutzend Soldaten und Gensdormen Hot unter einstürzenben Mauern bas Leben gelassen.
Ein Houptgrunb ber furchtbaren Vernichtung liegt in bem Baumaterial ber Wohnungen, schwere, unförmliche Bruchstücke aus bem Kalkgebirge, bozu bie flachen, aus bünnen Balken unb schweren Ziegeln gespannten Dächer. Ziegelmauern unb Giebelbächer würden nicht in bem Maße auseinandergerissen und umhergeschleudert worden fein. Dieselbe entsetzliche Verwüstung soll im nahen Orte Lacco Amcno herrschen, sowie in etwas lindern Verhältnissen in Forio, wo beim Ausbruche des Verderbens eben noch bte Stadtmusik auf bem Markte zu Ehren ber h. Anno spielte. Die stärkste Erschütterung hat den Strich von ber Mitte Casamicciolos und dem dortigen Gasthofe „Piccolo Sentinella" bis noch Lacco hin getroffen. Dos scheint der „Faust- schlag unter ber Tischplatte" gewesen zu sein; bie Erschütterung pflanzte sich von biefem Mittelpunkte aus in concentrischen Ellipsen unb mit abnehmender Wirkung ringsum
fort, äußerlich bezeugt durch bie Risse unb Sprünge bes Erbbodens, fühlbar bis Harbin unb jenfeit ber Bucht bis Castellarnare und Sorrent.
Am Wege nach ber Piccola Sentilla hinauf lag noch eine Kinderleiche, in bem klaffenden Saale des zerstörten Gasthofs selbst lag ein todter Mann auf einem Haufen zersplitterter Bretter- Es waren dort an jenem Samstag Abend einige dreißig Personen italienische, englische und deutsche Badegäste, versammelt gewesen, um eine italienische Dome fingen zu hören, bie einen jungen Engländer veranlaßt batte, bte Begleitung auf bem klarster zu übernehmen. Diese ganze Gesellschaft modert unter den Trümmern- es befindet sich auch ein liebenswürdiger Künstler aus Berlin habet, ber, taubstumm' sich von einem jungen Schweizer Collegcn begleiten ließ. Die beutsche Colonie in Rom, zu bereu beliebtesten Mitgliedern ber treffliche junge Mann biefen Winter über zahlte, wirb bem tragischen Ende bie aufrichtigste Teilnahme wibmen. Man erzählt hier eine Menge kleiner Züge, bereu schmerzliche Komik auch ein Beitrag zur Schreckens geschichte jener Nackt ist Eine aus dem Einsturz ihrer Wohnung flüchtende Dame ha: von allen ihren Kostbarkeiten nur ein Packet Kerzen retten wollen. Eine alte Fran bte drei Tage unter den Trümmern gelegen, bestaub, als bie Retter nahten, daraus baß dieselben ein Huhn, das ihr in der Einsamk.it Gesellschaft geleistet, zuerst andenTaa föibern mochten. Sie würde sich schon selbst helfen. Ein junges Mädchen lag mit einem zerquetschten Beine unter einem Schutthaufen, aus bem man ihre Mutter bereits befreit hatte. Die ©olbaten überlegten rathlos, wie bem armen Geschöpfe zu helfen sei. Die Alte aber schrie: „Zieht sie nur heraus; ich will sie wieber haben, wenn auch ohne Beine!"
Die Anorbnungen ber Obrigkeit will ich nicht weiter krtiisiren, aber sie waren ungenügend. Ich habe nicht ermittelt, wie viele Soldaten auf ber Insel waren; auf alle Fälle war bie Anzahl nicht hinreichend. Man hat bis jetzt doch nur bie Oberfläche abgesucht, bie großen Schutthaufen liegen noch ba wie in der ersten Stunde nach bem Einstürze, mit allem, was barunter liegt. Unb nun werden drei Tage nach dem Unfälle die Ausgrabungsarbeiten eingestellt und sogar die Inselbewohner von denselben weggetrieben, obschon bis zum Abend beffelben, 31. Juli, noch einzelne Lebende aufgefunden werden. Man erinnert sich, daß nach dem Erdbeben vor zwei Jahren eine Frau lebend hervorgeschafft worden ist, bie nickt weniger als elf Tage, schlafend, wie sie sagte, in ihrem Verließ aus Schutt und Trümmern zugebracht hatte. (Nach neueren Nachrichten sind die Arbeiten wieder aufgenommen worden ) Die hiesige Presse stimmt wieder den üblichen Lobgesang auf bie Selbstverleugnung ber italienischen Soldaten an und ich will nicht widersprechen, obschon ich anderswo schon mehr Energie unb Pflichttreue gesehen habe. Auch bie hiesigen Ottsbehorden haben bas Menschenmögliche geleistet.
Die Schutthaufen werben jetzt fußhoch mit Kolk überstreut und Casamicciola wirb ein ganzer großer Friedhof sein!
Vermischte-,
Offenbach, 9 August. (Frankfurt-Offenbacher Trambahn-Gesellschaft.j Nachdem bie Concessionen für bte von der elektrischen Trambahn in Anspruch genommenen Straßen bte Genehmigung ber oberen Instanzen gefunben haben, hat ber Concessionär Herr G. A. R. Weimann, wie solches bei Begrünbung ber Gesellschaft vertragsmäßig vorgesehen war, seine (Sonceffionen formell auf bie Frankfurt-Offenbacher Trambahn- Gesellschaft übertragen, welche ihm dagegen als Aequivalent für feine Auslagen unb Vorarbeiten 100 Stück Actten ber Gesellschaft überlassen hat. Da Herr Weimann zur Abtretung oller jetzigen unb zukünftigen Berechtigungen verpflichtet ist, welche mit btefer Linie zufammenhängen, so ist auch bie Vereinbarung mit ber Stadt Frankfurt, betreffenb elektrische Beleuchtung bes neuen Viehhofs in Sachsenhausen, welche aus den Ueberschüssen ber Stromleitung ber elektrischen Bahn bewirkt werben kann, bereits auf bie Gesellschaft übergegangen. Inzwischen ist auf den in Oberrod für die Gesellschaft erworbenen Grundstücken der Bau der Gebäude für die maschinellen Einrichtungen bereits so weit gediehen, daß mit der Montirung der fertigen Kessel und Maschinen, sowie bem Bau ber Bahn auf ber Strecke begonnen werben kann. Da die Schienen bereits vertheilt werben unb jeber St lometer nur etwa eine Woche Arbeit erfordert, so ist die Fertigstellung der ganzen Linie Sachsenhausen-Offenbach für den Herbst sicher- gestellt. Nunmehr wird auch die Bau-Unternehmung 500 Stück Actien, resp. Jnt.rims- scheine, welche dieselbe bei der Begründung ber Gesellschaft gezeichnet, inzwischen mit 250 X per Stück eingezahlt hat und nun liquide zu machen beabsichtigt, durch Herrn G. R- A. Weimann in Offenbach zum Verkauf bringen, so daß hierdurch an einem Theil des kleinen Actienk-rptals nun auch weiteren Kreisen bte Bethetligung an diesem Unternehmen ermöglicht wirb.
Frankfurt, 9- August. Zwei Börsianer gerieten miteiiranber in Streit, bei damit endete, daß der eine den andern auf Pistolen forderte. „Wann soll das Dueli vor sich gehen?" fragte ber Geforderte- „Morgen früh um 6 Uhr am Forsihaus/ antwortete ber Kampflustige- „Gut", replfctrtc J-uer, „wenn ich noch nicht da bin so fang n Sie einstweilen allein an". Der Schlagfertige hatte die Lacher auf seiner Seit! und ber Förderer zog mit langer Rase ab.
— Bei der Firma R'ese sind für das Kaiserliche Hoflager, daß sich währen! ber letzten Manövertage in Homburg befinben wirb, nicht weniger als fünfundsiebzik Wagen bestellt worden. Von den übrigen Wagenverleihern sind es auch nur noch wenige welche für den Tag, an bem bte Parabe ftattfinbet, ihre Wagen heute noch nicht all vermiethet Haben-
Mainz, 6. August. Gestern Abend ward ber Verwalter bes in Nierstein be leg'nen Lautern'schen Gutes in das hiesige Arresthaus abgcliefert, bie weitere Unter suchung wegen bes von bem Arrestanten gelöbteten 9jährigen Knaben Ebeling wir! von hier aus geführt- Nack den bisherigen Ermittelungen ist das nach beiden Sellei gleich beklagenswerthe Unglück folgendermaßen entstanden: Dem Lautern'schen Gut entlang zieht sich ein Feldweg, an welchem zahlreiche, edle Obstbäume gepflanzt sind sind diese Bäume auck noch so voll, so ist die Ernte seit Jahren eine äußerst ba regelmäßig alles Obst gestohlen wirb. Auch bieses Jahr hatte sich das Diebs gefinbel wieder tüchtig ans Einheimsen gemacht und den Verwalter badurck in furcht bare Aufregung versetzt; am Freitag sah ber V rwalter den kleinen Ebeling, den e schon mehrere Tage beim Einsammeln von Obst bemerkt batte, innerhalb ber (Sir friebigung, er eilte auf ben Knaben zu, erfaßte ihn am Hals unb den Beinen, hob ih: hock empor und schleuderte ihn mit voller Kraft zu Boden. Als der Mann den Knabe: anscheinend leblos zu seinen Füßen sah, stürzte er ins Haus, warb aber in bem 2lugcr blick, als er seine geladene Flinte in selbstmörderischer Absicht ergriffen hatte, vo: feiner Frau und der Magd mit Gewalt an ber Ausführung seines Vorhabens vei- b*nbert. Nachbem er sich etwas beruhigt hatte, begab er sich mit feiner Frau nac Oppenheim unb stellte sich selbst der Behörde. Der Knabe starb nach etwa brn Stunden unb ward am Sonntag unter zahlreicher Btthciligung ber Bevolkerun;
beerdigt. (W- Zig.) T
— Die feierliche Enthüllung des Notionoldenkmals auf dem Niederwalde, weia- am 28. September unmittelbar noch den großen Manövern in Gegenwart des Äaner^ ftatisinden soll, wird sich allem Anscheine nach überaus großartig gestalten. Auß-- ben regierenden deutschen Fürsten, die sämmtlich zur Theilnahme an der Feier ßtlaDti worben sinb unb von benen viele bem festlicken Akte beiwohnen werben, haben D- octiven Staatsminister befonbere Einlabungen erhalten D'e Namen ber hohen Militär., welche ber Feier beiwohnen werben, haben wir bereits mitgetheilt- F^ner hat m- Kaiser Einlabungen erlassen an bie Bürgermeister btt brei freien Stabte.pamDUn, Bremen unb Lübeck, ben commanbirenben General des k- sächsischen Armeecorps (-urli Georg von Sachsen) und an die des 1. unb 2. k. bayerischen Armeecorps- ^nerai- major von Rauch, Commandeur ber 41- Jnfanterie-Brigabe in Mainz, m Befehl über bie Truppen beauftragt, welche als Vertretung ber preußischen Armee a Denkmal Aufstellung nehmen werben. Es finb dies eine combinirte ®otPP^n.tc,rfL 4- Garberegiments (Königin) mit ber Regimentsmusik; ein combinirtes Batam Infanterie vom 8- Armeecorps, zwei ebensolche vom 11- Arm ecorps, alle bret m 1 einer Regimentsmusik, und ein Zug Konigshusaren mit brm Trompetercorps, ö Salutschießen ist eine Batterie zu 6 Geschützen commanbirt. , ,
- Mittel gegen Stromer.j Aus Bielefelb wirb berichtet: In Gütersloh o- kommt ein Handwerksbursche nicht eher ein Stadtgeschenk (bestehend aus M.ttag n , Schlafstelle u. s. w.), bevor er nicht 3 Stunden Steine geklopft ober auch andere 4ro u verrichtet hat. Die weise Maßregel hat wie ein reinigendes Gewitter gewirkt, bie arbeitsscheuen Stromer drücken sich in weitem Umkreise an einer so ungapi w - Stadt vorbei. r v . . mer=
— Eine neue Anwendung ber Electricität ist soeben erfunden und in be , einigten Staaten patentirt worben. Die Erfindung, von Herrni Sheridan , v zj , bie zum Tod Verurtheilten auf schnelle und schmerzlose Art ins Jenseits zu b t


