Ausgabe 
12.8.1883 Zweites Blatt
 
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New-York, 2. August. Bet der Leichenschau, welche über die Leiche des CapitLns Webb abgehalten wurde, tst festgestellt worden, daß dte Zeichen der Erstickung durch Ertrinken fehlten. Dte Jury sprach die Ueberzeugung aus, daß der Tod durch die Gewalt der Erschütterung erfolgt sei, welche dte Kraft des Strudels auf den Körper ausgeübt habe Diese Kraft set groß genug gewesen, um sofort das Athemholen und überhaupt alle Lebensthätigkeit zu lähmen.

DteGermania" berichtet, daß sich die katholischen Studenten-Corporattonen seit 10 Jahren auf den deutschen Hochschulen außerordentlich vermehrt haben. Es gehören dazu Studtrende aus allen Facultäten. Die medictnische Facultät ist gegen- wärttg am stärksten dabei vertreten, mit 127, dte juristische mit 126, die philosophische mit 123, die theologische mit 108, Naturwissenschafter mit 18 Mitgliedern. Es bestehen einige 20 katholische Studentenvereine und 14 farbentragende katholische Verbindungen. Außer in Jena, Erlangen, Rostock und Kiel, bestehen jetzt auf allen deutschen Hoch­schulen katholische Verbindungen: neuerdings sind auch solche in Marburg, Gießen, Leipzig, Halle und Göttingen aufgethan worden. Die Namen derselben sind folgende: Aenanta in München, Wtnfridia-Breslau, Guestfalia-Tübtngen, Austria-Innsbruck, Bavaria-Bonn, Maikomannta-Würzburg, Hercynia-Fretburg t. B., Saxonia-Münster, Sueoia-Berlm, Rhenanta Marburg, Burgundia-Leipztg, Hasso Rhenania-Gteßen, Stlesia-Holle, Paletta-Göttingen, während in Straßburg dte Badenia erst in der Con- ftituirung begriffen ist. Wie dieGermania" meldet, gilt es jetzt in den gebildeten katholischen Familien für eine Ehrensache, ihre studirenden Söhne in dte katholischen Verbindungen eintreten zu lassen. _ , , _

Einer amüsanten Anekdote, wie sich der Copitan eines holländischen Dampfers aus der Verlegenheit rettete, begegnen w'r in derPr. G. Et." Vor ein paar Jahren besuchte ein englischer Prinz die holländische Hauptstadt und sollte natürlich bei seiner Landung mit dem englischen Nationallted begrüßt werden. Unglücklicher Weise war jedoch in aller Eile kein Musikcorps aufzutreiben, weßhalb das englische Nationallied nicht gespielt werden konnte.Dann wollen w'r es absingen", sagte der Commandant zu dem mit dem Empfang betrauten Würdenträger.Aber die holländischen Matrosen können doch das englische Nationallied nicht singen!"Allerdings', war dte Antwort,aber sie verstehen das Lied:Een sleeperspaard op hol, dat is eene ouwe knol rc, welches nach der Melodie vonGod save the Queen gesungen wird. . . . Und so geschah es. Der engl'sche Prinz wurde bei seiner Landung begrüßt und Janmaat" sang aus voller Brust:Een sleeperspaard op hol rc. (Ein Schlttten- pffrd im Trab u. s. w) Der Prinz drückte sein Erstaunen darüber aus, daß die holländischen Matrosen so vortrefflich das englische Nationallred vorgetragen hatten er habe jedoch von dem Text nichts verstehen können.Wahrscheinlich tn's Holländische übersetzt?"Ja, Hoheit", gab der Commandant sofort gefaßt zur Antwort. Der Prinz war darauf höchst befriedigt und rühmte dte Intelligenz der holländischen Seeleute obn: zu ahnen, daß ihm ein fideles holländisches Matrosenlted an Stelle des englischen Nationall'edes vorgesungen worden war.

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D __ Leider findet man in Gärten, Feldern und selbst an öffentlichen Wegen noch ! nifit abaestorbene Bäume. Es unterliegt keinem Zweifel, daß diese abgestorbenen, zer- (nrunatnen Rindentheile und R'hen dürrer Stämme und Aeste schädlichen Jnsecten, bem Großkopf, dem Apfelwickler, dem Kernobstrüsselkäfer, dem Apfelborkenkäfer und anderen als Winterschutz und als Brutstelle dienen, wodurch die den Baumen so schäd- L*en jnsecten eine größere Verbreitung finden. Jeder Landwtrth habe daher die riu^aabe die abgestorbenen Bäume und die dürren Aeste der Bäume so schnell als möalich zu entfernen. Es kommt leider noch sehr häufig vor, daß man solche abge- siarbene Bäume in Feldern unb Hausgärten sehr lange stehen läßt und daß man die birren Aeste sonst gesunder Bäume nicht ausschneidet und die geborstene alte Rinde, in deren verborgenen Schlupfwinkeln dte Jnsectenbrut überwintert, um im Frühjahr 1 Lj etntretender Wärme und dem Beginne des Triebes hervorzutreten und über die reucebilbeten Pflanzenthetle herzufallen, nicht abkratzt, wodurch eine äußerst schädliche ^niectenzuflucht- unb Brutstelle erhalten bleibt. Man sollte es niemals unterlassen,

I sobalb sie bürr geworben, so schnell als möglich wegzuräumen; vor ber Weg- Idiaffunfl aber sollte man bte zersprungene Rinbe, das Moos unb die Flechten abkratzen

I Jfe verbrennen unb basselbe Verfahren beim Ausschneiben bürrer, m:t geborstener Mde behafteter Aeste annxnben, wodurch der Verbreitung schädlicher Jnsecten wirksam ! tni-egengelreten wird. Dieses Verfahren ist deshalb von Bedeutung, weil aus den in Lchuppen aufbewahrten dürren Stämmm und Arsten, ohne vorherige Vertilgung der in denselben verborgenen Jnsectenbrut, im Frühjahr bet der ersten Wärme die schädlichen Jnsecten hervorkommen, von da in bte Felber unb Gärten sich verbreiten und große LerbSerungen anrtchten.

\ [(Sine abenteuerliche Luftschifffahrt.) Zwei französische Luftschcher, welche om streimg in Versailles ausstiegen unb gegen Paris zu fahren wollten, sinb am Samstag Mrid in Woobgreen bet Lonbon gelanbet! Sie stiegen zu einer beträchtlichen Höh-, l würben von einer Luftströmung erfaßt unb zuerst gegen Westen getrieben, wo sie sich Üdtr ben Pyrenäen fanben. Die Heimath Atta Troll's schien ihnen wenig elnlabenb wm Nieberstieg; sie beschlossen baher, sich weiter nach dem Lanbe zu treiben zu lassen, ,ioo bte Citronen blühen"; ber Winb wechselte aber unb sie befanben sich halb über bett Meer. So flogen sie bte ganze Nacht fort Gegen Morgen begann ber Ballon plötzlich zu sinken unb sie retteten sich nur burch bas Ueberborbwerfen alles Ballastes unb aller Instrumente rc. Der Ballon erhob sich, so erleichtet, roteber zu einer namhaften f)3äe, unb gegen Mittag erblickten bte beiden Luftschiffer Land. Um 3 Uhr flogen^ sie i schon über eine Stabt weg wahrscheinlich Portsmouth unb einige Stunden spater waren sie in London. Die Herren gedenken wieder per Ballon nach Frankreich zurück- ! Meisen- _________

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Die in Gemarkung Gießen gelegenen Grundstücke Flur XVII. Nr. 162,5; 163,5; 164a Vio; 165,6; 166; 167; hu Maschinenfabrikanten Georg Wenzel und dessen Ehefrau Louise, sieb. Lang in Gießen beschränkt zu- Mrieben und zwangsweise ver- sleigert, sind 1875 käuflich von G g. Wenzel Eheleuten auf die Firma Wenzel & Bode in Gießen überge- s-angen, später jedoch wieder auf G g. .tenzel Eheleute übertragen worden. Zer zwischen Letzteren und der Firma Wenzel & Vode errichtete Kaufbrief <le conf. 24. Februar 1875 ist nicht leigebracht, die Bezahlung des durch ^igcnthumsvorbehalt gesicherten Kauf­preises nicht nachgewiesen und ergeht auf Antrag des Vollstreckungsgläubigers Rechtsanwalt D i e r p die Aufforderung, itmaige Ansprüche auf jenen Kauf- chilling bis zum 15. September 1883 dahier anzumelden, bei Meidung der Löschung des Vorbehaltseigenthums md der Nichtberücksichtigung bei Be- 'Aigung des Steigbriefs.

Gießen, den 21. Juli 1883. ^roßherzogliches Amtsgericht Gießen. 1136 Dr. Gilme r.

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