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IV Divisions-Steeple-Chase. Distance 3500 Mtr. Es ritten von 18 genannten IO Pferde. 1. Pferd Lieutenant Lang's (Drag.-Regt. 24) schwarzer Wallach „Sexton", 2 Lieutenant v. Wrochem's (Drag.-Regt. 24) brauner Wallach „Tiptop". 3. Lieutenant o. Palm's (Hus.-Regt. 13) brauner Wallach „Fiddlestick".
Die meisten Lorbeeren im Rennen pflückte die zweite Schwadron des 24. Dragoner-Regiments. Es wurde überhaupt, was Eleganz und Sicherheit anbetrifft, vor- zügl ch^^ Beendigung des Rennens fand im neuen Kursaal des fahnengeschmückten Badeortes ein großes Souper statt, an welchem sich die Mehrzahl der anwesenden Offiziere der Division beteiligte. Der Park, die Terrasse, das Kurhaus erglänzten bei eingetretener Dunkelheit in einer Lampionbeleuchtung, die dem Geschick des Bade- commissars, des Majors z. D. Freiherrn v. Notsmann, alle Ehre machte und selbst das verwöhnteste Auge befriedigen konnte. Auch der alte Kursaal hatte hübsch lllumtnirt. Gegen 9 Uhr erschienen noch der Großherzog von Hessen und der Prinz Friedrich Karl nebst Gefolge im neuen Kursaal, begrüßt von Tausenden von Menschen, bte fich im Parke eingefunden hatten. (Fr. Journ )
Griesheim, 23. August. Der schon mehrfach wegen „Kugelsuchen" bestrafte Einwohner Höhl sprang heute während des Schießens aus einem nahen Walde in die Schußlinie und wurde durch ein Sprengstück einer Kugel getödtet. Das Sprengstück riß demselben das halbe Gesicht weg.
— Aus Konstantinopel wird unterm 17. d. Mts. geschrieben: „Wahrend der gestrigen Vorstellung im Theater HamidiL stürzte in dem dichtgedrängten Zuschauerraume das Dach zusammen und begrub unter seinen Trümmern mehr als 300 Personen. Die Rettungsarbeitcn waren rasch organisirt und es gelang alsbald, an achtzig theils schwer, theils leicht verwundete Personen, darunter viele Kinder, zu retten. Ob und wie viele Todte unter den Trümmern noch sein mögen, war vorläufig noch unmöglich sestzustellen." r
Frankfurt, 22. August. Eine junge Frau erwartete dieser Tage ihren von der Reise heimkehrenden Gatten. Endlich läutet es; die Frau lief eiligst die Treppe dinab und umarmte den — Schornsteinfeger. In blinder Hast hatte sich die Dame gar nicht umgesehen und nur daran gedacht, ihren Mann zu begrüßen Das duftige, weiße Morgenkleid war bei dem geschilderten Rencontre sehr schmutzig geworden und konnte 20 Minuten später, als der Gatte endlich eintraf, nicht mehr paradiren.
— Vacante Stellen für Militäranwärter im Bereiche des 11. Armeecorps: Cassel, Vereinigte Strafanstalten (1110—1200 X). Cassel, Garnison-Bauinspector, ständiger Schreibgehilfe (90-125 X monatlich). Dietz, Strafanstalt-Aufseher (1050 X). Frankfurt a M-, Garnison-Bauinspector, ständiger Schreibgehilfe (90—125 X monatlich). Frankfurt a. M-, Staatsanwaltschaft, Lohnschreiber (28 H pro Bogen), Gieselwerder, ständiger Posthilfsbote (1 X Tagegeld). Jena, Garnisonlazareth, Civilkranken- wärter (600 X nebst freier Wohnung). Mainz, Garnison Bauinsvector, ständiger Schreibgehülfe (90-125 X monatlich). Meiningen, Amtsgericht, Diener (800 X). Sonneberg, Amtsgericht, Diener (750 X). Zimmersrode, ständiger Posthilfsbote
40 4 Tagegeld).
m “ Kaffee-Surrogat! In dem jüngst erschienenen zweiten Supplement- Band des Meyer'schen Conversations-Lexikons wird Kaffee-Surrogat etwa folgendermaßen besprochen: „Kaum bei einem anderen Nahrungs« und Genußmittel spielt die Surrogatfrage eine so große Rolle, wie beim Kaffee. Die verschiedenartigsten Pflanzen- therle, namentlich Samen und Wurzeln, werden benutzt und indem man sie röstet wie die Kaffeebohnen, gewinnt man Substanzen, die wenigstens dem Kaffee darin ähnlich sind, daß sie wie dieser empyreumatische Producte enthalten, die, wenn auch von etwas abweichender Beschaffenheit, auf den Organismus doch einigermaßen ähnlich wirken mögen, wie die empyreumatischen Beftandtheile des Kaffees. Das Kaffem freilich fehlt allen Surrogaten. Eins der werthlosesten Surrogate, der Cichortenkaffee, ist leider am meisten verbreitet. Es verdient daher Beachtung, wenn ein Kaffeesurrogat auftaucht, welches billig genug ist, um den Kampf mit demselben aufnehmen zu können und dabet einen wahrhaften wohlschmeckenden Aufguß liefert. Heber solche Surrogate, welche er untersucht Hal, berichtet Dr. Hager. Nach seinen Mittheilungen liefert der Kaffee-Ersatz von Leusmann u. Zabel in Hannover einen vortreflichen Aufguß, der auch so munter macht und ebenso belebend auf die Verdauungswege und den Stoffwechsel wirkt, wie echter Kaffee. Dabei gibt er an Wasser mehr etweißartige Körper ab, ohne auf das Nervensystem so erregend zu wirken, wie echter Kaffee und eignet fich daher ganz vortrefflich für Kinder. Dr. Hager glaubt, namentlich dieses Kaffeesurrogat empfehlen zu sollen."
Handel und Berkehr.
Gießen, 29. August. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfd. X 1.05—1.15, Hühnereier per Stück 5 — 6 H, Enteneier per Stück 0 — 0 X Käse per St. 5—8 H Käsematte per Stück 3 Erbsen 1 Liter 20 4, Linsen 1 Liter 30 X Tauben das Paar 50—80 Hühner per Stück X 1.00—1.30, Hahnen per Stück X 0.50—1.00, Enten per Stück X 1.40—1.70, Ochsenfleisch per Pfund 66—70H, Kuh- und Rindfleisch o4—60 H, Kalbfleisch 50 bis 54 H, Schweinefleisch 62—64 H, Hammelfleisch 60—66 H, Kartoffeln per 100 Kilo X 5.00—6.00, Zwiebeln per Gentner X 6—8, Milch per Liter 14—18^.
ft r anff irrt, 28. August. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger und Wetterauer
X 21, fremder X 23Vz B., Roggen eff. hiesiger X 15, fremder X 15—17,
Gerste eff. hies. u. Wetterauer X 18—19, fremde X 18—20, Hafer eff. hiesiger
X 14, fremder X 14—16. Rüböl effectiv ohne Faß hiesiges in Parthien von
50 Ctr. X 33Vg. Branntwein eff. ohne Faß X 45.
Frankfurt, 28. August. Der heutige Viehmarkt war ziemlich befahren. Angetrieben waren 378 Ochsen, 30 Bullen, 265 Kühe, Rinder und Stiere, 217 Kälber, 379 Hümmel und 325 Schweine. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 73, 2. Qual. X 67, Kühe 1. Qual. X 65, 2. Qual. X 60 per 100 Pfund Schlachtgewicht. Kälber 1. Qual. 70 H, 2. Qual. 55 H, Hümmel 1. Qual. 70 H, inländische Schweine 68 per Pfund Schlachtgewicht.
Ladung.
Nachstehend bezeichnete Personen:
1) Geometer Heinrich Fatum aus Lindenstruth, Kreis Gießen, zuletzt daselbst, geb. am 24. Juli 1847,
2) Schuhmacher Philipp Melchior Zimmer aus Geilshausen, Kreis Gießen, zuletzt daselbst, geb. am 30. Mai 1853,
3) Knecht Johann Ludwig Dickel aus Ober-Ohmen, Kreis Alsfeld, zuletzt daselbst, geb. am 29. Januar 1851,
jetzt sämmtlich unbekannten Aufenthaltsorts, werden beschuldigt:
als beurlaubte Reservisten bezw. Wehrleute der Landwehr ohne Erlaubniß ausgewandert zu sein ? — Uebertretung gegen § 360,3 St. G. B.
Dieselben werden auf
Mittwoch den 4. Oktober 1882,
Vormittags 8 Uhr, vor das Großh. Schöffengericht zu Grünberg zurHauptverhandlung geladen. Bei unentschuldigtem Ausbleiben werden dieselben auf Grund der nach § 472 St. P. O. von dem Großh. Bezirks- Eommanbo Gießen ausgestellten Erklärung verurtheilt werden.
Alsfeld, den 24. Juli 1882.
Der Großh. Amtsanwalt.
4972____Sandmann.________
0) r rr m m e t g r a s- Verfteigernng.
Das diesjährige Grummetgras von den Wiesen der Herrn Posthalter Kempfs Erben soll nächsten Freitag den 1. September d I., Vormittags 10 Uhr, in dem Wirth Lenz'schen Garten dahier versteigert werden.
Wieseck, den 28. August 1882. 5609_______Lang, Bürgermeister.
Das diesjährige Grummetgras von den hiesigen Pfarrwiesen soll nächsten Freitag den 1. September, Mittags %12 Uhr, in dem Wirth Lenz'schen Garten dahier versteigert werden.
Wieseck, den 28. August 1882. 5610__Lang, Bürgermeister.
Mittwoch den 30. August,
Nachmittags 2 Uhr,
Men in der Flett'schen Hofraitbe dahier $ 2 Kleiderschrünke und 1 Kommode meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 29. August 1882.
Geißler,
' 5613 Großh. Gerichtsvollzieher.
Allgemeiner Anzeiger.
Freitag den 1. September,
von Vormittags 9 Uhr an, sollen im Saal des alten Nathhauses versteigert werden:
Maurerarbeit, veranschl. zu X 245.16,
Steinhauerarbeit, Schreinerarbeit, Schlosserarbeit, Spenglerarbeit, Weißbinderarbeit, Pflästererarbeit,
„ „ „ 664.20,
,/ „ „ 75.42,
ir n „ 53.70,
„ „ „ 34.18,
„ ,, ,, 15 97,
n h ,/ 358.80.
Gießen, den 29. August 1882.
Großh. Bürgermeisterei Gießen.
5614 A. Bramm.
Gru m metgras- Verfteigermrg.
Montag den 4. September,
Morgens 9 Uhr, wird das Grummetgras von den Wiesen der Herren
Johann Heinrich Busch Erben, Georg Ehr. Spruck Erben, Medicinalrath Dr. Kehrer, Dr. Melchior, Butzbach, Ehr. Jughard, Heinrich Adami, Karl Löber Wwe.
und von den meinigen versteigert.
Anfang Morgens 9 Uhr am Günsacker und Nachmittags 2Uhr auf derStefcmsmark.
Gießen, den 29. August 1882.
Müller.
5601
Großh. Örtsgericht.
Müller.
Mittwoch den 13. Septbr.,
Nachmittags 2 Uhr, soll auf hiesigem Ortsgericht die Hofraithe des Schremers Karl Wirth dahier Flur 1/989, 50 Meter Hofraithe in der
Flügelsgafse,
^992 Meter Hofraum, Miststätte, daselbst
meistbietend versteigert werden Gießen, den 29. August 1882
Dienstag den 5. Septbr.,
, c Nachmittags 2 Uhr, WU auf hiesigem Ortsgericht auf frei- wllttges Ansuchen der Erben des Christian Pimper *
8kur XXXin/95, 1350 Mtr. Acker im Altenfeld, links auf den Weg, meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 28. August 1882.
Großherzogliches Ortsgericht.
o607 Müller.
Wenig gebraucht und sehr gut erhalten 1 polirtes Buffet mit durchgehender Marmorplatte, 1 Kleiderschrank m. Spiegel und 1 sehr schöner Ausziehtisch mit gestochenem Fuß (für 24 Personen) billig zu verkaufen. Auch nehme ich gut erhaltene Möbel in Umtausch.
5206 I. Rothenberger, Lindenplatz.
Donnerstag den 31. August,
Nachmittags 2 Uhr,
sollen in der Wohnung der verstorbenen L. Köhler Wwe., im „Gasthaus zum Löwen" dahier,
Kleiderschrünke, Kommoden, Tische, Stühle, Sophas, Spiegel, Betten, Weißzeug, Kleidungsstücke meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 26. August 1882.
JA.: Müller, 5559 Ortsgerichtsmann.
Aeitzeöotems.
5605 Ein Pferd zu verkaufen im „Hotel Prinz Karl".____________________
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Landwirthsch. Verein Wetzlar.
Der landw. Verein für Rheinpreußen wird seine 50. Generalversammlung in der Zeit vom Sonntag den 10. bis titel. Mittwoch den 13. September 1882 in Wetzlar abhalten.
Mit derselben sind folgende Ausstellungen verbunden:
1) Eine Provinzial-Thierschau aus der großen Promenade.
2) Ausstellung landw. Maschinen und Geräthe auf dem Schtllerplatz.
3) Ausstellung von Producten des Acker-, Obst- und Gartenbaues sowie der Bienen- und Seidenzucht und Geflügel in der Franziskaner- Schule und
4) Eine Ausstellung von Waldprodutten in der Turnhalle und auf dem Hofe des Königl. Gymnasiums.
Die Sitzungen der einzelnen Sectionen rc. Jonne die statlsmdenden Vergnügungen sind in dem bereits ausgegebenen Programm speciell aufgeführt. Indem wir daher hiermit aus dasselbe verweisen, bemerken rotr nur noch, daß an Prämien 7940 Mark und 38 silberne und 73 bronz. Medaillen zur Vetthellung kommen und dasi am Sonntag den 17. Septbr, c. Seitens der Lokal - Abtherlung Wetzlar eine Verloosung landw. Thiere und Geräthe abgehalten wird.
siu recht zahlreicher Btthelligung beehrt sich hiermit ergebenst einzuladen 5350 Das V'est-Comite.


