l74 Samftaq den 29. 3uli
siebener Anzeiger
Mts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Schulstraße B. 18.
Deutschland.
SRwIin 26. «tali. Die „Berl. Polit. Nachr." schreiben: Das Kapitel I enaliicker Großthaten hat seit der Beschießung Alexandriens eine Crroerterimg nidit erfahren und wenn man zugeben kann, daß die Panzerflotte den Beweis ibrer so?midabeln Offensivkraft geliefert hat, so bleibt es darum doch nicht minder wahr, daß der von den Geschützen des Admirals Seymour !«*- gebrachte moralische Effekt nachgerade seine Kraft verloren hat und dringen einer Auffrischung bedarf. Zu weiteren maritimen Aktionen aber bietet sich den Enaländern in Egypten kein Raum. Es müßte schon eine militärische MachU ,'ntfnlhtnn nn ihre Stelle treten — und damit steht England vor dem heikelsten Punkte des eqypttschen Handels. Eine solche Stupidität ist selbst dem britischen ^ckn utb nickt Mutrauen, daß er sich einbilden sollte, durch Schaustellung der milstärischen Misere Albions dem Scharfsinne Arabi Pascha s einen blauen Dunst vorzunehmen. Die Art und Weise, wie Gladstone um Frankreichs Hmse wirbt zeigt daß die Verlegenheit jenseits des Kanals groß sem muß. Englan Beziehungen zur Türkei werden tagtäglich unklarer. Soeben sind auf englfiche Veranlassung die telegraphischen Communicatronen r^§en Ägypten ^ind ?om stansinopel unterbrochen worden; überhaupt geriren sich die Engländer, als hatte der Türke am Nil nichts mehr zu sagen. fnftiich
Es ist schwer einzusehen, wie bie englische Politik, uienn ste es famicy auf Mediatisirung der Türkei anlegt, zu einer Verständigung nut den Machten । niplcbe in der Integrität des dermaligen ottomanischen Vesttz-
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Orients erkennen. Viag England allein oder mit Franrreich verbündet, am Nile Ordnung schaffen, darin wird es von keiner Seite Widerspruch erfahren Schließlich ist die Bekämpfung von Anarchie und Barbarei em abgememes Cultur- Interesse. Wenn aber Egypten für den Damascener-Sabel Arabi Pascha s die englische Krämer>Elle eintauscht und, statt von einheimischen Pascha o von enalisd,en Bevollmächtigten ausgebeutet wird, so mag das den Londoner Lstaats- männern als ein gutes Geschäft Vorkommen — am Festlande herrschen diesbe- treffs abweichende Anschauungen. Wie die Dinge liegen, empfindet man es vielerwärts als eine Art Beruhigung, daß England allem m dem egyptischen Wüstensande nicht vorwärts kann, sondern französische Vorspanne zu Hulse nehmen mnß. Frankreichs Interessen in Egypten sind imt denen fernes All,irten nicht ganz identisch, und stchen eben deshalb dem übrigen Europa ungleich naher, aiißerdem ist aber Frankreich dermalen sowohl politisch rote militärisch vollauf in der Lage , seinen Standpunkt neben dem englischen mit allem erforderlichen Nachdruck zur Geltung zu bringen.
Berlin 26 Juli. Die „Nat.-Lib. Corresp." schreibt: Der Bruch zwischen dem Gentrum und den Welfen, welchen die „Germania" noch immer auszuhalten bemüht ist, scheint nachgerade unheilbar zu sem. Der Streit der beiderseitigen Presse knüpft an die Abstimmung über den Antrag Bennigsen menen der Tabaksteuerfrage an, bei welcher bekanntlich die welfischen Hospitanten Lerrn Windthorst die Rechnung verdarben. Das Hauptorgan der welfischen Partei welches erklärt, über die Art und Weise, wie man die Centrumsimt- alieder' damals zum Verzicht auf den Lingens'schen Antrag bestimmt hat, interessante Enthüllungen bringen zu können, gibt den westfälischen Centrumsblättern welche den Streit besonders heftig führen, zu bedenken, daß durch diese Erörterungen auch in Westfalen die katholischen Wähler mehr Einsicht in den ®eqenia(j bekommen dürsten, der schon in den Reihen des Centrums bestehe. Es ist nicht uninteressant, die Herren so aus der Schule plaudern zu hören. Sie bestätigen damit, was auch anderwärts als in Hannover und Westfalen in deutlichen Anzeichen zu Tage tritt, daß Herr Windthorst auf die Festigkeit des Thurms" der Centrumspartei nicht mehr wie früher rechnen kann. — " Germania" möchte Die Auseinandersetzung mit den Welfen bis zur Land- taqssessiou vertagt wissen, um den unliebsamen Erörterungen Einhalt zu thun. Die sichtlich gereizte Stimmung im ultramontanen Lager wird sich schwerlich lange beschwichtigen lassen und ehe der Landtag Zusammentritt, können wer noch manche Ueberraschung erleben.
__ Dem „Hann. Cour." wird von angeblich unterrichteter Seite bestätigt, daß die Reichsregierung an dem Gedanken einer Brausteuer festhalte und diese in Folge der Einführung einer Schanksteuer durchzubringen hoffe. Ein darauf bezüglicher Gesetzentwurf soll dem Reichstage vorgelegt werden. Und da tm Reichstage bei der ersten Ablehnung der Brausteuer von verschiedenen Selten erklärt wurde, man werde nicht gegen eine Brausteuer sein, wenn auch die Branntweinsteuer erhöht werde, so hofft man durch die Schanksteuer zum Ziele zu kommen Denn diese Steuer wird als eine Erhöhung der Branntweinsteuer dargestellt werden. Schon im Jahre 1880 erklärte der Reichskanzler, daß er die Erhöhung der Branntweinsteuer in Form einer Licenzabgabe oder Steuer aus die Schankwirthschasten an den Bundesrath zu bringen versucht habe. Dieser habe jedoch den Wunsch geäußert, eine solche Abgabe lieber aus dem Wege der Landesgesetzgebung, denn als Gewerbeabgabe einzuführen. Tas preußische Ministerium machte in der That dem Landtage die ^chanksteuer- Vorlaqe indem Fürst Bismarck behauptete, das Bier sei in der Besteuerung gegen Vn Branntwein int Rückstände und müsse schon deshalb höher als der Schnaps besteuert werden, weil Gerstensaft vergleichsweise das Getränk des wohlhabenderen Mannes sei. Während schon jetzt in Preußen d>e Schankwirthschasten in Folge der Erhöhung vom Jahre 1868 in den Mittelsatzen je nach der Größe der Orte 12, 24, 36 und 54 M. jährlich Gewerbesteuer zahlen,
-------P„iS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bring-rl°hn.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark o0 Ps.
wollte die Regierung in jener Vorlage neben dieser Steuer allen Wlrthschaften ohne Unterschied, auch Kleinhandlungen, Cafös, Conditoreien, Restaurants, die gelegentlich Ligueur verschänken, noch eine besondere Schanksteuer auflegen, welche sich nach der Größe der Orte in den Mittelfatzen auf 72, 96, 120, 144 und 186 Jl. belaufen sollte. Die Vorlage ist bekanntlich damals nicht ge- roorben. Diesmal will man nun eine feste Llcenzgebuhr erheben, we che nach der Größe der Orte 40 X (bei Orten von weniger als 2000 Einwohnern), 60 (bei Städten von 2000 bis 10,000 Einwohnern) und 100 M. (bet «*" Ä ESÄ M -f» * »*««« der Truppen bett. Gesetzesvorschriften hmgennefen. Was die Mundverpftegung betrifft io ist dieselbe für Truppen auf dem Marsche, sowohl für bte Marsch- unb Ruhetage als auch für bie auf bem Marsche eintretenden Aufenthalts- sLieae-^ Tage' Sache bes Quartiergebers. Der mit Verpflegung Emquart^rte, gleichviel ob Osficier, Sanitätsofficier, Militärbeamte und Soldat, hat sich m der Regel mit der Kost des Quartiergebers zu begnügen. Dre Verpflegung- Portion ist für Streitfälle festgesetzt. Außer der Kaffee-Portton hat der Em-
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Wtochen «erben. „ „ ff§ fungtrte ber ©efretbtenft in gewohnter
bed.nklichsten Widerspruch brachte. Des isw dem Kreise der Sekretbeamten
auch unbeabsichtgte Anstoß zu bereiter Um 9 aelana nämlich dem Post- fetbst au§0in0: 3n ber ere be ftag 0 g, "binnen" km,errett
oeamten —t eine merkwürdige 1 { hak hfe Imitation von dem
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bargebotenen Waffe ben Gebrauch zu machen, welchen 'ckietztz sch @ tlärun6§arunb steh?, möchte räthselhaft erscheinen wenn ni<M fdm »hrtWt «B EMMung iur Land wäre. Gleichwie ber Ertrinkende nach einem Strohdaim greni, i v
: ber Blinbe nach dem diskreten Hülfsmfitel, das, ein andere'verborgenen dem Labyrinth der Umnachtung auf den ledem unbefugten Sp y r b(c Derwirk- Pfad ber Erk.nntnitz führen sollte. Herrn v. ^randiS siel bie S ge fu mtul)jflk fit6 ljchung der Allerhöchsten Intentionen anheim. Der General-Postmst- _t anwies, biefer ebenso schwierigen, al?_„beIlt“ten.9Iut8?^e' Eorresvonbcnz zu legen. Es mit seiner Erfindung ausgerüstet, Hand "u d'e private C resp DCtj}äni)igeni woran, blieb dem Erfinder nichts übng, als sich mit emem College» , ^rum die Zwangs- betbe Herren ihre neue Thatigkett begannen, ^uch VA war 0cf4affen wurde, läge entscheidend gewesen, welche dmch den Alle:rh ch^sie» ^theilten Weisungen
Stand doch die Gewißheit unumstößlich fest, baß: die vonooen o eine§ einzelnen in jedem Falle zur Durchführung gelangten und daß das -zuru
Beamten nur diesen selbst vernichtend treffen mutete. mter tn diesem besonderen Mit Freude unb Hingebung hat wohl nie em -ö vvrstellen, wie furchtbar
Zweige des Sekretbienstes gearbeitet. Man kann fick »cy^ @tunbfa6 N-tgung ausretbend unb angretfenb eine Thatigkett wa, ®fommen, baß ein im rüstiglten nur aus direkten Befehl geübt «urbe. Es 'st vorg Abnahme unb Adühnen Mannesalter stehenber Beamter, im ®eet^n"fh§fPrant würbe unb nach längerem Si-ch- dieser Art des Secretbienstes, unheilbar 0.‘™^*%ami[,eno5ter, bie sich allerbmgs nicht thum verstarb. Zwei anbere Beamte, lUNg F ()n ber Arbeit in btefem Patellen gerabe ber kräftigsten Gesunbh-tt -rft-uttwsi'wn Übliche Einwirkung aus seine Con- Dienstzwetge zu Grunde gegangen ®anj ab b ®loirt das können b e Ueberlebenben ftitution hat wohl kein einziger bas Sekrettaw betriebene Postbienst einer «roB«™ bezeugen. Schon ber unter normalen VerhLttn ,1 nä(6tl(d)er Dienst geleistet werben Stabt forbert von ben ®i:amten?,fAUn «rbtitärrafb Nun bente man sich d>e vielfachen muß, bte Anspannung feiner ”“^6 "itSätigFeit noch weit überboten unb 1
Lasten unb Mühen ber offic-ellen Beruto o flcfteigert burch bie verdaßw Frohn-
Grenze des physischen wie des «Ko be6QUpteu, daß keine ^zig- Bkamt-N- im Joche des Sekretbienstes. .Z^nnov-r so rücksill-tslos ausg-beutet worbm ist, wie
rs~M. .«gs»«»!!
M't bem Erstnder des G he^mnm ber neuen Methode behandelte Bries
des Inhalts getroffen, daß bem|eioen i


