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habe man sich auf liberaler Seite gegenseitig versprochen, den unverkennbaren ReaeiionS- bestrebuagen der Reichsregierung geschlossenen Widerstand zu leisten; er hoffe und wünsche, daß dieser Widerstand und die eigene positive Thäiigkeck der vereinigten Liberalen, woran auch er nach Kräften Th eil nehmen wolle, dem Vaterlande zum Segen gereichen werde.

Theater.

Wenige erinnern sich mehr des Aufsehens und des ungeteilten Beifalls, als int Jahre 1845 nicht allein im Drucke, sondern auch zum ersten Male auf der Bühne eine Episode aus dem hiesigen Volksleben erschien.Der Spenglermeister Bimbächer", eine Lokalposse voll kernigen Humors, eine treue Schilderung der damaligen bürgerlichen Verhältnisse, Eine lange Reihe von Jahren ist seitdem im Strome der Zett dahin- geschwunden, Zeit und Menschen sind Andere geworden nnd auch diese heimische Dichiung ist so ziemlich aus der Erinnerung gewichen, aber der patriotische Sinn des Verlegers hielt es für Pflicht, ein Stückchen Volksleben der Vergessenheit zu entreißen, Nur auf diese Weise ist nach langen Jahren eine abermalige Aufführung ermöglicht und wir glauben, es wird wohl von Interesse einestheils für die sein, welche einstige vergangene Tage aus ihrer Jugend wie ferne Bilder einer goldnen Zeit noch einmal in der Wirklichkeit auftauchen sehen, zugleich aber auch für die neuere Generation, ein Lebensbild vor sich zu haben, daß das Thun und Treiben unserer Vorfahren in heiterer aber wahrheitsgeireuer Schilderung vor Augen stellt Wer also Gießener ist oder sich in unseren Mauern heimisch fühlt, versäume diese Aufführung im Theater nicht.

Handel und Verkehr.

Gießen, 28. März. Aus dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Psd. X 1.20125, Hühnereier 1 Stück 5 H und 2 Stück 9 Sl, Enteneier per Stück 56 H, Gänseeier per St. 810 H, Käse p. St. 59 H, Käsematte per Stück 3 Erbsen 1 luter 24 Linsen 1 Liter 30 Tauben das Paar 90-100 H, Hühner per Stück X 1.301.60, Hahnen per Stück X ,2.002.50, Enten per StÜtf X 0 000.00, Gänse per Pfund 000 H, Welsche per Stück X 0.0000, Ochsenfleisch per Pfund 60-62 H, Kuh- und Rindfleisch 5054 H, Kalbfleisch 4044 H Schweinefleisch 62 bis 64 Hammelfleisch 6470 H, Kartoffeln 100 Kilo X 4 000.00, Zwiebeln der Gentner X 12, Milch per Liter 1618

Frankfurt a. M., 27. März. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angetr-cben waren circa 310 Ochsen und Stiere, 300 Kühe, 240 Kälber, 200 Hämmel und Schweine. Die Preise für 100 Pfund Fleischgewtcht stellten sich: Ochsen 1. Qualität X 6567, 2. Qualität X 6062, Bullen 1. Qualität X 00, 2. Qualität X 90. Kühe 1. Qualität X 5456, 2. Qualität X 4448, Kälber 1. Qualität X 4056, 2. Qualität X 0000, Hämmel 1. Qualität X 6062, 2. Qualität X 40 50, Schweine X 00.

9irhelt8Iobne§ nicht ausschließc. Die Versicherungsanstalten seien auf Genossen- tchai^n n ckt wie von mancher Seite gewünscht wurde, beschränkt worden, doch sei zu wünschen, daß d,e genossenschaftliche Veisicherung unter Betheiligung der Arbeiter an her 2<ermaltuna mr Revel werde. Eine sogenannte Garenzzeit fei nicht zugelassen, tnnbern dem Verunglückten auch für kleinere Unfälle Entschädigung zugedacht; nur seien besondere Versicherungsanstalten für solche Unfälle in Aussicht genommen. Be- henkiick sei vielleicht die Bestlmn ung, daß auch tm Falle groben Verschuldens des Arbeiter s Entschädig UN g b e zu b lt werde, weil dies den Antneb zurVo.sicht abschwächen £'. % f" 'Sfe iu Soffen, daß man sich hier noch über eine Bestimmung einigen könne'welche die Schuldfrage beiuckslchtige, ohne allzugroßcn Anlaß zu Prozessen zu bieten Redner b7fft daß demnächst in ähnlicher Weise, immer auf dem Wege der durch Gesetze begünstigt^ Selbsthllf-r auch für Kranken- und Ältersversorgmig der Arbeiter E.nrtchtungen^>mo^^ 12ltlgeorbneten Antrag gestellt auf Ermäßigung der «erichtsknstell Die eb iifalls verschiedentlich angeregte Ermäß gung der Anwalts- r^hühren merbc wobl davon abhängen, ob man nicht das ganze System der Hononrung nb^?R»ckllcht a7f die Schwierigkeit der Sache ändern solle. Beim jetzigen Systeme se, derlenlge^benachtbeiligt dessen Prozeß leicht und rasch zuführen sei, gegenüber dem, hin Anennlt mit verwickelten und schwierigen Angelegenheiten betraue.

* b fiimmt auf feine Thätigkeit als Mitglied der P e ti ti on s co m mis si o n. m-t, Manchem Unnützen und Ve, kehrten, was in den eingelaufenen 461 Petitionen ^?H würde"und wovon Redner mehrere drastische Beispiele anführt, gelangten ?n^he> m,.ui7nscommifsion sehr werthvolle Anregungen aus dem Publikum welche der a nützlichem Wirken nicht wohl entbehren könne. Um so mehr fe. der Versuch kränklichen Regierung zu mißbilligen, ihren Beamten, insbesondere den Eisenbahn- b nmten ^ D-till°nsrecht zu verkümmern. Es liege darin ein Eingriff in das Recht des Reichs und Landtags, die Wünsche und Bedürfnisse der Ration durch birecle Mittheilungen w ?fnhrnunbe»ent. zu befriedigen- Von wichtigeren Petitionen erwähnt Redner 69, betr. slle Gmibmiautzg des internationalen Vertrages über Bekämpfung derReblaus. Diesersehr michiine von der Regierung mit dankenswerther Sorgfalt geschlossene Vertrag wurde geneh- 7. MeiitianenwegenBeschräi kungdesHausirhandelswurdenausdiebevorstehendeJnitia- tbiFhpr sReaierung verwiesen. Petitionen auf Beschränkung des Kantinenbetriebs hatten die iTrflSruno brr Militärbehörde zur Folge, daß den Kantinen jede Ausdehnung ihres Mekchllltsbetriebes auf nicht dem Militärstande angehörige Perfonen untersagt sei. 96 Petitionen gegen den Anwaltszwang setzten eine völlig neue Ew lproeeßordnung und konnten daher bei allen Bedenken, die gegen den Anwaltszwang sprechen, nicht berücksichtigt werden. Redner war Referent bei diesen Petitionen, wie auch bei Petitionen wegen Einführung der Berufung gegen die Urtheile der Strafkammern, wegen Entschädianna unschuldig Veruriheilter, wegen Haftung des Staates für Defecte der Gerichtsvollzieher Baldige Regelung dieser wegen Schlusses des Reichstags unerledigten ftraaen sei zu erhoffen.

Redner betont, daß der Reichstag nur kurze Zeit versammelt gewesen sei, indeß nach Kräften gearbeitet, insbesondere 38 Plenarsitzungen und beinahe 200 Eommifsions- unb Abiheilungssitzungen gehalten habe.

«nm Schlüsse kommt R.dner auf bie bevorstehenbe Reichstagssession. Wann sie beainne mit welcher Arbeit sich der Reichstag beschäftigen werbe, wisse man noch nicht Sollte wie wahrscheinlich, das Tabakmonopol beantragt werden, so wird Redner, wie er bereits früher gesagt gegen diesen Antrag stimmen, nicht, weil davon der Kreis Giesi-n ganz besonders berührt würde, sondern weil angesichts der wirthschastlichen und politischen Rachiheile des Monopols und bei der Bedenklichkeit selbst der sinnnziellen Seite desselben dessen Einführung als ein großes nationales Unglück betrachtet werden müßte. Es sei daher Pflicht, mit allen Kräften der Ration hiergegen zu wirken.

Redner ist im Reichstage her Fraction der liberalen Vereinigung als Hospitant beigetreten, weil diese Fraction ihm die größte Freiheit der Abstimmung gewähre, er mt) werihe Freunde in derselben gewonnen habe; er hofft aber daraus, daß in Bälde eine Vereinigung aller Liberalen zu einer einzigen Partei möglich fei. Schon jetzt

731) Lieber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in eine »der mehre Zeitungen verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, wenn man 7on der Annoncen - Expedition von MAASElVSTEUSi «<? VOGLER in Frankfurt a M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hinsichts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Rath ertheilt

(Kirchliche Anzeigen der evsng. Gemeinde Gießen.

Mittwoch den 29. März:

1 Abends 6 Uhr: 6. Wochenpasstonsgottesdienst.

Pfarrer Schlosser.

MenWe Aufforderung.

Forderungen an den Nachlaß des Georg Heinrich Römer I. von Allerts­hausen sind binnen 8 Tagen schriftlich und spezificirt bei unterzeichnetein Ge­richt anzumelden, bei Meidung der Richtberücksichtigung bei Regulirung des Nachlasses.

Gießen, den 24. März 1882.

Großh. Amtsgericht Gießen.

2264________Funk.____________

Oestentt. Aufforderung.

Die mit unbekanntein Aufenthaltsort abwesende MargarcthaKramcr, Tochter der Heinrich Kramer Eheleute von Allertshausen, bezw. deren Erben werden hiermit aufgefordert, etwaige Einwendungen gegen die auf Grund­ersitzung beantragte Ueberschreibung des Grundstücks Flur 1 Nr. 305 Ge­markung Allertshausen von dem Namen ihrer Eltern auf den des Freiherrn Karl von Nordeck zur Rabenau binnen 30 Tagen, vom Erscheinen dieses Aus­rufs an, bei unterzeichnetem Gericht vorzubringen, bei Meidung Ausschlusses und der Stattgebung des gestellten Antrags.

Gießen, den 24. März 1882.

Großh. Amtsgericht Gießen.

2263 Funk.____________

Die Holzversteigerungen in der Oberförstern Schiffenberg vom 23. und 24. l. Mts. sind genehmigt.

Die Abfuhrscheine können vom 4. n. M. an bei Großh. Rentamt Gießen er­hoben werden. Ueberlieferung des Holzes Mittwoch den 12. n. M.

Gießen, den 28. März 1882.

Großh. Oberförsterei Schiffenberg.

2272__Georgi.___________

Samstag den 1. April,

, ,, Vormittags 10 Uhr, loUen in dem Keck'scheu Hof auf bem Reuen-Weg etwa 100 eichene Bohlen flogen gixjch i)aare Zahlung versteigert werden. 2261

Allgemeiner Anzeiger.

Submission.

Es soll auf dem Submissionsweg die Lieferung von 50 Ctr. Speise­kartoffeln vergeben werden.

Offerten mit Preisangaben soivie Proben sind bis zum 10. k. Mts. bei uns abzugebcn.

Gießen, den 28. März 1882.

Großh Direktion der Entbindungs-

Anstalt.__2270

Holrvrrfteigerimg

im Mcndorfer Stadtwald.

Donuerstagden3V.Märzl.J

Vormittags 8 Uhr anfangend, soll int Allendorfer Stadtwald in den Distrikten Kinn und S t e i n w a l d sowieVordere und HintereMark nachverzeichnetes Holz versteigert werden:

Bau-, Werk- und Nutzholz.

4 Eichen-Stämme mit 1,19 Fstm., 210 Nadel- 64,38

272 Derbstngn. 16,59

1208 Reisstngn. 21,10 ,,

Brennholz.

38 Rmtr. Buchen-Scheitholz,

112 Nadel-

3 Aspen-

171 Buchen-Knüppelholz,

13 Eichen-

220 Nadel-

11000 Wellen Buchen-Reisholz,

50 Eichen-

11060 Nadel-

450 Aspen- 2C.

36 Rmtr. Buchen-Stockholz,

3 Nadel-

Der Anfang wird mit dem Bau-, Werk- und Nutzholz gemacht und ist die Zusammenkunft an der sogen. Climbacher Lehmkaute.

Mendorf a. Lda., den 27. März 1882. Großh. Bürgermeisterei Mendorf a. Lda.

Bieber. 2260

2258 Ein kleines Wohnhaus nebst 'li Morgen Garten aus freier Hand zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. bs. Bl.

Holwerftrigkning

in der Fürstlichen Oberförstern

Hohensolms.

Montag den 3. April

soll in bem DistriktWindelbach" nach­stehendes Gehölz versteigert werden:

22 Rmtr. Buchen-Scheitholz 1. Kl.,

125 Stammprügelholz,

86 Stockholz,

1600 Wellen Reisholz,

3400 Forstreiser l.und

2. Kl.,

6 Eichen-Stämme mit 2,46 Fstm.

Die Zusammenkunft und der Anfang der Versteigerung ist Morgens präcis 10 Uhr in der Abtheilung Schwarzloch Nr. 1.

Hohensolms, den 25. März 1882.

Fürstliche Oberförsterei Hohensolms.

Dörmer, Revierförster. 2256

Ieilgebolenes.

2133 Ein Wagen, ein- nnd zwei- spännig zu fahren, steht billig zu verkaufen.

Näheres bei der Exped. ds. Bl.________

Zu verlausen:

Dielandwirthschastl.Zeitschkiftsür das Großherzogthum Hessen von 1831 an (51 Bände),

Das Gewerbeblatt für Hessen von 1838, nebst den Verhandlungen des Gewerbevereins von 18371848.

_ Näheres in der Exped. ds. Bl. 2262

sicher nnd schnell

ist die Wirkung der aus der heilsamen Spitzwegerich-Pflanze hergestellten nnd überall hochgeschätzten SchnildtBclien Vpitzweserich-Boobons Übet Hnsten, Heiserkeit, Verschlei­mung» Katarrhen rc. re. In Gießen nur bei Friede. Seibel zu haben. 2267

2241 Für Pesach empfehle meine

Wurst- & Iltischwaareu sowie Wein und Branntwein und bitte um geneigten Zuspruch.

Gießen. Jnlins Rosenbaum.

t

2281 Früh-Roscnkartoffcln verkauf ___________Fischer, Mühlgasse D. 84.

Gute Hurdtsteine Schrottcln (kleineSteine zu Riefelkanälen) sind preiswürdig zu haben bei 1814

A. Schultheis jun.

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