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welche bisher im außerordentlichen Budget figunrten, würden vom nächsten Jahre ab tm ordentlichen Kncgsbudget erscheinen. DieAgence Havas" dementlrt die Gerüchte ü 'er beooistehende Ministerveränderungen. Die Budget-Commrsston und die Regierung hätte sich auf der Basis des Versprechens des Handelsministers verständigt, daß er alle seine Bemühungen um Hilfsmittel aus die Arbeiten an neuen im Bau begriffenen Eisenbahnen vereinigt und daß die Zahl deiselben nicht vermehrt, vielmehr nach Maß- aabe der Fertigstellung der einzelnen Bahnen verringert werden soll. Einer Meldung derAgence Havas" aus Kairo zufolge meldet eine Depesche aus Sudan die Cer- nrrung des falschen Propheten; es verlautet sogar, der falsche Prophet sei gefangen.

Schweden.

Stockholm, 25. Novbr. Von den Pathen des Enkels des Königs lassen sich bei der heute stattfindenden Taufe die Königin von Sachsen durch die Großherzogin von Baden, der Herzog von Nassau durch den Herzog Karl von Westgotland und die Fürstin - Wittwe von Wied durch die Prinzessin Eugenie vertreten.

Der König hat heute dem Großherzog von Vaden die Kette zum Seraphinen-Orden verliehen und den Generaladjutanten Sr. Maj. des Kaisers Wilhelin, Grafen v. d. Goltz, zum Ritter des Seraphinen-Ordens ernannt.

Die Taufe des Herzogs von Schoonen fand heute Abend halb 7 Uhr im Weißen Saale des Schlosses statt. Unmittelbar nach der Taufe wurde der übliche Kanonensalut abgegeben.

Italien.

Rom, 25. November. Launay reift morgen auf seinen Posten in Berlin zurück. In der Kammer übernahm Furini mit einer von lebhaftem Bttfall begleiteten Rede das Präsidium. Die Kammer überließ ihm die Ernennung der Adreß-Commission. Tepretis brachte Gesetzentwürfe über die Reform des Communal-Prooinzialgesetzes und des Gesetzes über die öffentliche Sicherheit, sowie über die Errichtung eines Rattonal- d nkmals für Garibaldi ein.

Rußland.

Charkow, 25. Novbr. Der wegen Ermordung des Jnspectors am Centralgefängniß zu Nowo-Bjelgorod zum Tode verurteilte Jesim Juchnow ist heute Morgen hingerichtet worden; die Hinrichtung fand innerhalb der Gesang- nißmauern statt.

Dorpat, 26. November. Gegen 150 Dorpater Studenten, Deutsche, meist deutschen Corporalionen angehörig, erhielten aus Genf revolutionäre Schriften anonym zugesandt mit der Aufforderung, sich der nihilistischen Bewegung anzuschließen. Die Studenten machten dem Rektor sofort Anzeige davon.

Aegypten.

Kairo, 25. Novbr. (Meldung derAgence Havas"). Einer Depesche aus dem Sudan zufolge wäre derfalsche Prophet" cernirt; es gehe sogar das Gerücht, daß er gefangen genommen sei.

Telegraphische Depeschen.

Wolff'S telegr. Eorrespondenz-Bureau.

Köln, 26. Novbr. Die Rheinhöhe beträgt gegenwärtig 848 Ctm., das Wasser ist noch langsam im Steigen begriffen. Der rechtsr)einische Bahnver- tehr ist auf der Strecke Troisdorf-Niederlahnstein unterbrochen, die Eilzüge nach Holland werden über die linksrheinische Bahn geleitet. Auch die Mosel steigt neuerdings wieder.

Wien, 26. Novbr. Wie derNeuen Fr. Pr." aus Kattaro gemeldet wird, sollen in Skutari einige Häupter der Miriditen aus Befehl des dortigen Bali verhaftet worden sein. Vier Nizam-Bataillone sind von Janina nach Skutari commandirt.

Paris, 26. November. Nachrichten aus Kairo besagen, daß die engli­schen Truppen vom Typhusfieber stark heimgesucht wurden.

Dublin, 26. Novbr. Drei Mitglieder der geheimen Polizei lvurden gestern von Feniern mit Revolverschüssen angegriffen. Ein Polizist wurde ge- töbtet, ein anderer Polizist erwiderte das Feuer und verwundete einen Fenier sehr erheblich, die beiden anderen Fenier wurden festgenommen.

Dublin, 26. Novbr. Die gestern angegriffnen Polizisten waren zur Zeit des Ueberfalles in der Ueberwachung eines Stadtdistricts begriffen, in welchem sich mehrere Leute aufhielten, die in dem Verdachte stehen, einer gehei­men Verbindung anzugehören. Es waren 6 Polizeiagenten, die von 10 Män­nern angegriffen wurden.

Petersburg, 26. November. DasJournal de St. Petersbourg" schreibt: Ausländische Blätter entstellen oft auf sonderbare Art Rußland betreffende Thatsachen. So steht in der MünchenerAllg. Zeitung" vom 22. November: DerRegierungs- Anzeiger" meldet, Fürst Grusinsky, der Mörder des deutschen Arztes Schmidt, sei seines Ranges und seiner Würden verlustig erklärt und auf drei Jahre nach dem astrachan- schen Gouvernement verbannt worden. Die MünchenerAllg. Ztg." fügt hinzu, diese Strafe für einen Mord wäre kaum für möglich zu halten, wenn sie nicht in einem ofsiciellen Blatte publicin wäre.Unsere Leser", sagt demgegenüber dasJournal de St. Petersbourg",wissen, daß es sich um den General Mrowinski handelt, welcher verurtheilt worden ist. weil er bei der Inspektion der berüchtigten Käsebude in der Kleinen Gartenstraße im Februar 1881, wo die Nihilisten eine Mine legten, es an der nöthigen Achtsamkeit fehlen ließ. Wie konnte das Münchener Blatt zwei Dinge ver­mischen, die nichts miteinander gemein haben? Vielleicht ist es einfache Leichtfertigkeit. Aber diese abenteuerliche Geschichte macht die Runde durch viele Blätter.Wie Viele", schließt dasJournal de St. Petersbourg",werden von unserer Richtigstellung Gebrauch machen?"

Konstantinopel, 26. Novbr. (Meldung desReuter'schen Bureaus"). Die Pforte versandte ganz neuerdings drei Circular-Depeschen bezüglich Fest­stellung der Grenzen Montenegros, worin die Mächte ersucht werden, Commiffare behufs endgiltiger Feststellung dieser Grenzen aus der von England bei Gelegen­heit der Abtretung Dulcignos vorgeschlagenen Basis zu entsenden. Die Mächte haben auf diese Einladung nicht geantwortet.

Lokale-,

Gießen, 26. November. Das gestern Abend abgehaltene Stiftungsfest unseres hiesigen Stenographenvereins reiht sich mit seinem durchaus befriedigenden Verlauf seinen 20 Vorgängern würdig an. Es zeigte, daß der Verein, wie der erste Vorstand, Herr Alb ach, in seiner Eröffnungsrede betonte, die beiden Ziele, die er sich gesteckt, nicht aus den Augen verloren hat, nämlich einmal die schöne Kunst Gabelsberger's zu fördern und zu verbreiten, und dann auch durch das Band wahrer Freundschaft und fröhlicher Geselligkeit die Kunstgenossen aneinander zu fesseln. Nachdem das erste Hoch auf den Verein ausgebracht war, wurden die eingelaufenen Glückwunschschreiben ver­lesen, unter anderen die von den Ehrenmitgliedern Herrn Kreisschultnspector Müller in Oppenheim, Direktor GratzmÜller-Augsburg, Professor Heyde-Dresden. Daran schlossen sich Toaste auf Meister Gabelsberger und sein Werk, auf dle Ehrenmitglieder, den Vorstand des Vereins u. s. w. Eine zu Gunsten des Gabelsberger-Denkmal-Fonds eingeleitete Sammlung ergab ein namhaftes Resultat. Ernste und heitere Reden, Musik- und Gesangsvorträge hielten die Versammlung lange in festlich gehobener Stimmung beisammen.

Indem wir wünschen, daß der hiesige Stenographenverein in seiner Thatigkeit reiche Früchte ernten und daß es ihm nie an thatkraft'gen und eifrigen Mitgliedern schien möge, rufen wir idm für das nunmehr begonnene 22. Jahr fernes Bestehens ein herzliches vivat, crescat, floreat zu.

Gießen, 27. November. Wie uns berichtet wird, wirkt die hiesige Regiments- musik zu dem am Samstag im Leib 'scheu Locale stattfindenden Wohlthätigkeitsconcerte zum Besten der Ueberschwemmten in Tyrol, wie es übrigens schon bei derartigen Aus­führungen öfter geschehen, in edelmüthiger Weise unentgeltlich mit, was gewiß sehr anerkennenswerth ist und derselben nur zum Lobe gereichen kann.

Der VereinZitherkrauz" feierte gestern Abend in dem herrlichen Saale desEinhorn" sein 3. Stiftungsfest mit Zllher-Concert und daran schließendem Tänzchen. Ein recht hübsches Programm erfreute die fast zu zahlreich erschienenen Theilnehmer, welche wohl mit Befriedigung an den froh verlebten Abend zurückdenken werden.

In der Nacht vom 25. auf den 26. ds Mts. wurde in der Albold'schen Wirthschaft dahier emgebrochen und unter anderen Gegenständen ein Regulator ge­stohlen Der Dieb hatte auch die Kasse erbrochen, jedoch das Gewünschte nicht ge­funden, da der Wirth das Geld mit in sein Schlafzimmer genommen hatte. Der Thäter wurde im Laufe des gestrigen Tages in der Person eines zu Wetzlar wohnenden Arbeiters, der Abends vorher bis 2 Uhr mit seinen dahier wohnenden Eltern in.ber betreffenden Wirthschaft gezecht, ermittelt und verhaftet. Die gestohlenen Gegenstände hatte er mit dem Frühzug gestern nach Wetzlar in seine Wohnuag gebracht, während er sich wohlgemuth wieder nach hier begab, wo ihn die Schutzleute auf Lo ny's Bier- fetter gestern Abend verhafteten.

B e r m i f 4 t e i

Mainz, 22. November. Die Seifenfabrik der Herren Hochgesandt und Ampt ist bis auf den Grund niedergebrannt und hatte sich die Feuerwehr, welche 14 Spritzen zur Hand hatte, nur auf die Deckung der Nachbarhäuser beschränken können. Wie das Feuer erstanden, ist bis jetzt noch unaufgeklärt.

Frankfurt, 24. November. Die Verbindungsbahn hat seit heute Morgen ihren Verkehr, infolge des hohen Wafferstandes, eingestellt. Fortwährendes Steigen wird gemeldet. Für den unteren Stadttheil werden Pritschen hergestellt, um den Verkehr zu ermöglichen Das Schlachthaus kann nicht mehr benützt werden und wird jetzt auf freien Plätzen und in den Höfen geschlachtet Seit 6 Uhr Abends ist das Wasser des Maines um weitere l* 1 2/2 Fuß gestiegen Eine Menge Balken und Bretterwände, Latten rc. wurde von Schiffern geländet- Der Raum, auf welchen der neue Kessel der Gasgesellschaft gestellt werden soll, ist mit Wasser gefüllt. Das Wasser wächst noch stetig. Das Boothaus der Rudergesellschaft Germania ist in großer Gefahr.

Offenbach, 24. November. H-Ute früh 8V2 Ubr wurde die Schiffbrücke wegen Hochwasser abgefahren.

Würzburg, 26, November. Ein wolkenbruchartiger Regen schwellte das Wasser auf 4.85 an. In Unterdürrbach läutete man Nachts Sturm, mit Mühe konnte das Vieh gerettet werden. Das Jnundationsgebiet wird stündlich größer, unaufhörlich regnet es. Bei Haßfurt ist das Wasser um 0.09 gefallen

In Schweinfurt ist das Wasser in 24 Stunden 0.10 gefallen. Hier jetzt 4.85. Das Wasser steigt langsam, aber stetig. In der Gegend von Kitzmgen ist starker Regen.

Aschaffenburg, 26. November. Das Wasser steigt hier fortwährend. In Lohr ist der Wasserstand gestern um Mtr. 0.95 gewachsen. Hier um 4 Uhr Pegelstand 6.20. Das Wasser steigt noch fortwährend, ebenso in Lohr. Der dortige Pegelstand um 3 Uhr 6.13.

Aus dem Rheingau. (Ernte-Bericht) Die Weinernte ist jetzt meist überall beendet- Es war dies heuer etne traurige Arbeit. Das 1882er Gewächs ist qualitativ wie quantitiv allerwärts als mißrathen zu betrachten. Möchte mit diesem Jahrgange die 14jährige Reihe des Wein-Mißwachses ein Ende haben und mit 1883 endlich die Serie der guten Ernten beginnen. Im Einzelnen stellt sich der Wetnernte-Ausfatt folgendermaßen: In Rheinhessen ist die Quantität gering, die Qualität vartirt tn ge­ringen Lagen von 4555 Grad Oechsle bei 10 15 pCt. Säure; in besseren von 55 bis 66 Grad bei 914 pr. Mille Säure. Die Preise stellen sich von 1826 JL je nach Lage. Im Rheingau haben geringere Lagen 4068 Grad Oechsle bei 10 bis 16 pCt. Säure. Preise verhältmßmäßiz hock, 60110 .AL pr. Ohm je nach Güte. An der Nahe schwankt das Mostgewicht zwischen 4865 Grad Oechsle bei 10 bis 14 pCt. Säure. Preise 1518 <AL pr. Aiche Von der Saar und Mosel lauten die Nachrichten ebenso ungünstig: 50, 6881 Grad Oechsle bet 1015 pCt. Saure. Bei einzelnen Verkäufen wurden 9Vs15V2 JL gelöst. Sehr unterschiedlich fft der Herbst tn der bayerischen Rheinpfalz an der Haardt ausgefallen. Wenig Verkäufe; auch über die Mostgewichte rc. konnten wir nichts Zuverlässiges eisahren. Im Ge­summten, wie dieWeinzeitung" bemerkt, traurige, sehr traurige Herbstresultate in allen deutschen Weingebieten. Die Winzer an der Mosel taufen den diesjährigen als Nihilistenwein.

- Nach den statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen- und Stahl- industiieller belief sich die Roheisenproduct'on des deutschen Reichs (einschließlich Luxemburgs) tm Monat Oktober 1882 auf 283 950 Tonnen, darunter 187 427 Tonnen Puodelroheisen, 10180 Tonnen Spiegeleisen, 62 152 Tonnen Bessemer und 21691 Tonnen Gießereiroheisen. Die Production tm Oktober 1881 betrug 241552 Tonnen. Vom 1. Januar bis 31. Oktober 1882 wurden probucirt 2 424 552 Tonnen gegen 2 237 980 im Vorjahre.

Eingesandt.

Da dasEingesandt" in der vorigen Nummer dieses Blattes in Betreff des Vereins zur Förderung der Sonntagsfeier" geeignet ist, itrige Anschauungen über die Ziele des Vereins zu verbreiten, so sehe ich mich veranlaßt, darauf folgendes zu erwidern-

1. Es ist nicht etwa eine absonderliche Liebhaberei, welche die Mitglieder zu diesem Vereine zusammengeführt hat, so daß ihnen ein persönlicherGefallen" damit geschähe, wie der Einsender meint, wenn die Läden in der Stadt am Sonntag geschloffen würden, sondern es i|i das uneigennützige Interesse für das Wohl der arbeitenden Menschheit, für welches, wie doch jetzt ziemlich allgemein zugestanden wird, e ne gesunde Sonntags­feier unentbehrlich ist. Ich meine, es fei die Pflicht jedes Menschen, der noch etwas höheres kennt, als seine eigenen persönlichen Interessen, derartige gemeinnützige Be­strebungen nach Kräften zu fördern-

2. Allerdings ist vor drei Jahren von Setten des Vereins eine Enquete über die Sonntagsarbell in unserer Stadt veranstaltet worden, aber nicht zu dem Zweck, um polizeiliche Maßregeln zu veranlassen, sondern um ein Urthett über die einschlägigen Verhältnisse zu erhalten. Aus dem damals gesammelten Material hat der Verein die Ueberzeugung gewonnen, daß es nicht angehe und nicht zum Ziele führen werde, roenn man zuerst die Gewerbetreibenden zur Einstellung der Sonntagsarbeit veranlassen wollte, weil sie von ihren Kunden abhängig sind, daß aber ein großer Lyell der Gewerbetreibenden cs freudig begrüßen würde, wenn man es versuchen wollte, die Kunden dazu zu bewegen, daß sie die Sonntagsruhe ihrer Handwerker und Kaufleute refpectirten. Es ist uns von vielen gesagt worden, daß sie am Sonntag nicht auf ihre Kosten kämen. In Folge dessen haben wir damals eine Ansprache an die Bewohner unserer Stadt und die umwohnende Landbevölkerung gerichtet uno sie gebeten, ihre Einkäufe nicht am Sonntag zu machen und ihre Bestellungen 0 emzurichten, daß die Handwerker nicht am Sonntag arbeiten müßten. Einen wahrnehmbaren Erfolg hat diese Ansprache, so sympathisch sie vielfach begrüßt wurde, nicht gehabt. Das haben wir auch gar nicht ermattet. Es sollte nur die Einleitung zu weiteren Schritten sein. Wir verhehlten uns alle die Schwierigkeiten, denen auch der gute Wille dabei begegnen werde, nicht. Wir waren aber der Meinung, daß es nur gelte, diesen guten Willen einmal zu wecken, und hielten uns des Weiteren an den englischen Ausspruch: ackere is a will, there is a way, d h. wenn nur der gute Wille da ist, so findet sich auch ein Weg. Der Herr Einsender wird doch nicht leugnen wollen, daß die von ihm ange­führten Fälle eben doch nur Ausnahmsf älle sind, denen ohne Heuchelei auch einmal durch die Hinterthür des Hauses ihr Recht geschehen kann; daß aber in der großen Mehrzahl der Fälle ein wenig guter Wille und etwas vernünftige Einrichtung es ohne große Schwierigkeiten ermöglichen werden, die Besorgungen für den So nntag am Samstag zu machen.

Daß es mit der Landbevölkerung seine besondere Schwierigkeiten haben wird, wissen wir sehr wohl. Wenn aber das Vorhandensein von Schwier.grellen die Ab­stellung von Mißständen von vornherein in das Bereich der Unmöglichkeit ver-