Literarisches.
Von der Deutschen Univc-salbiblwth-k für Gebildete „Das Wissen der Gegen- wart", Verlag von (M. ftrentaa in Leipzig, erschien soeben der IV. Band: „Taschenberg, Die Jnsicten nach ihrem Schaden und Nutzen" 306 Seiten. Mit 70 Abbildungen- Preis geb. 1 Mark. Der durch verschiedene Schriften auf diesem Gebiete in weiteren Kreisen bekannt gewordene und auch anerkannte Verfasser liefert in dem vierten Bande vom „Wiften der Gegenwart" nicht in Form eines Lehrbuches, sondern als fesselrwes Lesebuch die Naturgeschichte zahlreicher Jnsecten. Fordern diese kleinen Lebewesen schon durch die Zierlichkeit und Schönheit ihrer äußeren Erscheinung, sowie durch die Mannigfaltigkeit ihrer oft Staunen erregenden Gewohnheiten und Lebensverhaltmsse jeden Gebildeten zu ihrer Beachtung heraus; so nöthigen uns gewisse unter ihnen darum ihre nähere Bekanntschaft auf, weil wir uns ihrer ohne solche nicht wurden erwehren können, wenn sie massenhaft über unsere Culturen oder sonstiges Eigentyum herfallen, wenn sie unsere eigene Person als Blutsauger peimgen, oder weil wir
Konstantinopel, 26. Juli. Die tscherkessischen Officiere, welche wegen Verschwörung gegen Arabi Pascha ausgewiesen waren, sind bereits gestern nach Alexandrien abgereist und haben als Gnadengeschenk des Sultans einen zweimonatlichen Gehalt ausgezahlt erhalten.
Telegraphische Depeschen.
Wolff s telegr. Eorrefponderrz-Airrearr.
London, 26. Juli. Die „Times" bemerkt bezüglich des Vorgehens Englands in Egypten, wenn England allein auf eigene Verantwortung die Aufgabe übernehme, Egypten von der Anarchie zu befreien, so werde es das Recht erwerben, in Zukunft eine controlirende Gewalt über das Land, welches es gerettet, auszuüben und werde dieses Recht geltend machen. Wenn England sich auf einen Krieg zur Herstellung der Ordnung in Egypten einlasse, müßten die formellen Verbindlichkeiten der Diplomatie, welche übernommen wurden, als die Situation eine ganz andere war, als aufgehoben angesehen werden. Die Herstellung einer starken und wirksamen Regierung in Egypten unter dem Protektorate von Großbritannien würde die egyptische Frage in der besten und nachhaltigsten Weise lösen. — Die „Daily News" will wissen, England und Frankreich hätten Italien aufgefordert, gemeinsam mit ihnen Maßregeln zum Schutze des Suezkanals zu treffen, außerdem werde England noch Italien,ersuchen, in Gemeinschaft mit ihm die Ordnung in Egypten herzustellen.
London, 26. Juli. Es wird berichtet, Italien sei Willens, sich an den Maß- reaeln zum Schutze des Suezkanals zu bethetltgen. - Der Khedtve bereitet eine Proclamation vor, welche Straflosigkeit sowie das Verbleiben im Rang und in Civil- und Militär-Privilegien allen denjenigen zusichert, welche innerhalb einer bestimmten Frist ihre Unterwerfung anzeigen; ausgenommen sind Arabi und die anderen Rädelsführer der Rebellion gegen die rechtmäßige Regierung. (5r. 3.)
Lord Dufferin hat in der gestrigen Conferenzsitzung vorgeschlagen, der Sultan solle Arabi als Rebell erklären. Die türkischen Delegirten nahmen dies ad rcfcrönduni.
— Aus Alexandrien wird gemeldet: Es verlautet, die weiße Flagge wehe auf Arcrbi's Verschanzungen, was zu dem Gerüchte Anlaß gibt, Arabi wolle wegen seiner Unterwerfung verhandeln. (ur- 3)
— Der Entschluß der Pforte, Truppen nach Aegypten zu senden, wird auf die englischen Vorbereitungen zur militärischen Occupation Aegyptens keine Einwirkung haben. (Fr. Ztg.)
Marseille, 25. Juli. Eine 640 Mann starke Abteilung Marme- Jnsanterie ist heute aus Cherbourg in Toulon angekommen; morgen wird eine weitere Abtheilung Marine-Infanterie aus Brest erwartet. Aus aus Paris eingetroffene Ordre soll morgen auf den Transportschiffen „Mytho" und „Ana- mite" eine Infanterie-Brigade und eine Batterie eingeschifft und von den Panzerschiffen „Revanche" und „Heraine" nach Port Said escortirt werden. Wie es heißt, werden 600,000 Liter Wasser der Expedition mit der „Garonne" nachgeführt.
Alexandrien, 25. Juli. Der Khedive hat Omar Lufti zum Mimster des Krieges und der Marine ernannt. — Die Eisenbahnverbindung nach Rosette ist zwischen Abukir und Ramleh zerstört worden. — Einem Gerüchte zufolge hätte sich Arabi nach Kairo begeben, und Toulba Pascha den Befehl über die Trabi's übernommen. Nachrichten aus Kairo vom 22. ds. melden, daß trotz der gehegten Befürchtungen daselbst Alles ruhig sei.
^ort Said, 26. Juli. Lesseps berief eine Versammlung, in welcher er erklärte, daß er von Arabi Pascha die bestimmtesten Zusicherungen habe, daß derselbe die Gerechtsame des Suezkanals respectiren werde.
— Gestern wurden zum Schutze des Consulats 25 Mann des Hierselbst ankernden deutschen Kanonenboots „Möve" an das Land gesetzt.
wartet. An feiner Person wurde ein Brief an Arabi gefunden^ besten Trager er aus KonstantMopel war Derselbe ist in türkischer Chiffreschrift geschrieben und fern Inhalt §s etzt noch unentziffert. Er hatte auch verschiedene Zeugnisse von Arabi sür mehrere von ihm geleistete wichtige Dienste bei sich. .
Ein in Alexandrien am 23. ds. angekommenrr Augenzeuge der Christenmorde in ^^^opäer und eingeborene Christen und Juden, darunter zwei englische Telegraphisten, wurden gefoltert und buchstäblich m Stücke gerissen, die Frauen vorher aeschändet Die meisten der Unglücklichen wurden nach dem Hauptplatz der Stadt geschleift und dort in Gegenwart des Gouverneurs ermordet. Soldaten wie der Vöbel betbeiligten sich an den Greuelthaten, welche an Rassimrtheit die bulgarischen Scheußüchkeiten übertrafen. Zwei Deutsch/in Tulkh, welche der Stations-Jnspector bis zum Abgänge des Zuges unter seinen Schutz genommen hatte, wurden beim Em« steigen ergriffen und ihnen an der Wagenthüre die Kehlen abgeschnitten. Ein anderer Christ wurde auf das Geleise gelegt und von einer Locomotive überfahren.
— Arabt Pascha's „Sendschreiben an England', das wenige Tage vor dem Bombardement Alexandriens an Mr. Gladstone gesandt wurde, diesem aber erst nach biVn Mt ÄW“ Wne W
Alexandrien, Z. Juli looZ.
Mein Herr' Unser Prophet hat uns in seinem Koran befohlen, Krieg weder zu suchen, noch zu beginnen. Er hat uns ebenso befohlen wenn Krieg gegen uns geführt wird, demselben Widerstand entgegenzusetzen und unter ber Strafe, selbst als Ungläubiger zu gelten, Diejenigen, welche uns angegriffen haben, nut jeher Waffe und ohne Mitleid zu verfolgen. Folglich mag England sich versichert halten, daß die erste Kanone, welche gegen Egypten abgefeuert wirb, bie Egypter von allen Vertragen, Con- tracten unb Conventionen entbinbet; baß bie Controle unb bie Schulben zu Ende sinb, daß das Eigenthum ber Europäer confiscirt wirb, baß bie Canäle Zerstört, bie Com- municationen abgeschnitten unb baß von bem religiösen Eifer ber Mohamebaner Gebrauch gemacht wird, um einen heiligen Krieg m Syrien, in Arabien zu preblgen. Egypten wirb von ben Moham-banern als ber Schlüssel von Mekka und Mebina angesehen unb Alle sinb zufolge ihres Religionsgesetzes verpflichtet, diese heiligen Orte und alle Wege, welche zu denselben führen, zu vertheibigen. Predigten über diesen Gegenstand sind bereits in den Moscheen von Damaskus gehalten unb es ist ein Übereinkommen mit ben religiösen Führern eines jeben Landes ber ganzen mohamed- anischen Welt getroffen worden. Ich wieberhole und werbe fortfahren, es zu wieber- holen, daß der erste Streich, welcher von England oder feinen Alliirte» gegen Egypten geführt wirb, Blutvergießen burch die ganze Lange unb Brette von Asien unb Afrika verursachen wirb, wofür die Verantwortlichkeit auf das Haupt Englands fallt. Die englische Regierung hat sich von ihren Agenten, welche ihrem Vaterlande den Verlust sttnes Prestiges m England gekostet haben, täuschen lassen. England wird noch schlimmer berathen sein, wenn es versucht, wieder zu erobern, was es durch die brutale Gewalt der Kanonen unb Bajonnette verloren hat. Auf ber andern Seite gibt es mehr humane und freundlichere Mittel zur Erreichung dieses Zieles. Egypten ist noch immer bereit ja wünscht es sogar, mit England zu einem Emverftandniß zu gelangen, feste Freunde mit demselben zu sein, dessen Interessen zu schützen unb beffen Weg nach Hnbien zu halten, besten Bunbesgenosse zu sein. Aber basselbe muß sich innerhalb ber Grenzen seiner Jurisbiction halten. Wenn es jeboch vorzieht, getauscht zu bleiben unb zu prahlen unb uns mit feiner Flotte unb seinen inbffchen Truppen zu brohen, so ist es seine Sache, seine Wahl zu treffen. Nur unterschätze es nicht, wie es gethau hat, ben Patriotismus des egyptlschen Volkes. Seine Vertreter haben es nicht von bem Wechsel unterrichtet, welcher seit den Tagen ber Tyrannei Ismails unter uns bewirkt worben ist. Nationen machen in unserem mobernen Zeitalter plötzliche unb gigantische Schritte auf dem Pfab bes Fortschritts. Englanb mag sich schließlich versichert halten, baß wir zu kämpfen, als Märtyrer für unser Vaterlanb zu sterben entschlossen sind — wie uns von unseren Propheten zur Pflicht gemacht worden ist — oder zu siegen und unabhängig unb glücklich zu leben. Glückseligkeit ist uns in dem e neu tme in bem andern Falle versprochen, und wenn ein Volk von einem solchen Glauben erfüllt ist, so kennt sein Muth keine Grenzen.
(gez.) Achmed Arabi."
Lokales.
Gießen, 27. Juli. sGustav-Adolf -Fest.j Am 19. Juli feierte der Zweig- Verein Gietzen fein Jahresfest in der Stabt Allenbors. Schon bei ber Einfahrt in bas Städtchen empfingen wir durch die einfache Ehrenpforte mit der Ueberschrift „Willkommen" den angenehmsten Eindruck, ber auch weiter erhalten würbe burch ben festlichen Schmuck in ben Straßen und noch mehr burch bie festliche Haltung ber Bewohner. Em feierlicher Zug vom Rathhaus an führte uns in die sreunbliche gleichfalls schön geschmückte Kirche, welche halb in allen ihren Theilen angefüllt mar. Der seit Anfang bieses Jahres bestehende kirchliche Gesang-Verein trug in beiden Gottesdiensten mehrere Gesänge vor, welche bewiesen, daß der noch junge Verein tüchtig eingeschult ist. Die ziemlich ausführliche Altar-Ltturgie, welche überhaupt m Allendorf gebräuchlich ist, wurde vom Ortsgeistlichen unter Theilnahme ber ganzen Gemeinde ausgeführt. Die Prebigt hielt über 1. Cor. 15, 58 Herr Pfarrer Or. Hager von Erzhausen: er zeigte in einfacher aber fesselnber Ausführung, baß der Gustao-Abolf-Verem ein Werk bes Herrn sei unb baß wir barum in ihm festhalten, ja immer mehr zunehmen müßten. Hierauf trug ber Secretär bes Vereins, Gyamasiallehrer Stamm von Gießen ben Rechenschaftsbericht vor, aus bem wir nur mittheilen wollen, baß ber Zweigverein Gießen in bleiern Rechnungsjahr 1409,75 Mark gegen 1363 Mark im Vorjahr für bie »wecke bes Vereins gesammelt hat unb zwar aus foigenben Gemeinben: Allenbors a. b. Lahn 9,15, Allenbors a. b. Lda. 29, Alt-Buseck 26,50, Annerod 14,80, Beuern 9,65, Groß-Linden 24,20, Hausen 6,86, Heuchelheim 21,42, Kirchberg (Pfarrei) 65,37, Klein- Linden 8,25, Lang-Göns 25,71, Leihgestern 2, Rödgen 12,55, Steinbach mit Albach 45,82, Treis 30, Trohe 2,95, Watzenborn unb Steinberg 7, Wiescck 16,30, Gießen 454,20, ber Frauenverein daselbst 600 Mark. Der Nachmittagsgottesdienst war nicht minbev stark besucht wie ber vormittägige. Herr Pfarrer Wibmann aus Bübingen prebigte über 1. Joh. 4, 16. Auch diese Predigt fesselte in bemerkbarer Weise die Zuhörer, welche überhaupt in bem nach zwei Stunben dauernden Gottesdienst bis Ende mit ungeteilter Aufmerks amfeit zuhörten. Es hielten nämlich noch Dekan Strack von Lang-Göns und Pfarrer Dr. Naumann von Gießen Ansprachen. Die Collecte, welche schon beim Morgengottesdienft über 32 Mark betrug, wurde ber ©emeinbe Herbstein, welche nächsten Sonntag ihr Gustav-Adolfs-Kirchlein einweih-n will, gegeben. Nach beenbigtem Gottesbienft würbe von ben freilich nur in sehr geringer Zahl erschienenen Abgeordneten bes Zweigvereins statt bes nach Friedberg versetzten Professor Dr Weiffenbach Herr Bürgermeister Brumm von Gießen in ben Vorstand gewählt. Es war bie Stimmung aller Anwesenben: Wir haben ein schönes Fest in Allenborf gefeiert, das auch ber bafigen Gemeinbe zur Ehre unb hoffentlich auch zum Segen gereicht. _______________
Berurischtes.
Mainz, 27. Juli. Die hiesigen Bäcker haben die Brodpreise um 5 Ps. pro Laib heruntergefetzt. Die Frachtpreise und Ernte-Aussichten gestatten es sehr wohl, daß eine Preisermäßigung stattfinde. (Unsere Herren Bäckermeister in Gießen werden doch hoffentlich dem guten Beispiele folgen ?)
Aus Hessen, 25. Juli. Bei der mit Recht wachsenden Theilnahme für die Ausgaben unb Thätigkeit ber Generbevereine bürste es von Interesse sein, zu erfahren, welche Einnahmen bie hessische Centralstelle für bie Gewerbe unb ber Laubes Gewerbe- verem jährlich haben unb wie biefelben verausgabt werben. Ein bafür bestellter, von den Vertretern der Localgewerbevereine gewählter, von bem Chef biefer Centralstelle präfibiiter Ausschuß entscheidet ordnungsmäßig darüber. Die Einnahmen für 1880/81 z. B. betrugen 47,660 A ebenso viel die Ausgaben. Der Staat lieferte dazu 34,286 JL Die Mitglieberbeiträge 12,817. Daraus würben für die Handwerkerschulen und sonstige Bedürfnisse ber 53 Localgewerbeoereine 18,078 A für bie Wetterführung einer technischen Mustersammlung in Darmstabt unb für Fachschulen 7002 JL an Ausgabe gebracht. Weiter flössen ber Lanbesbaugewerkschule zu Darmstabt unb ben erweiterten Kunst-. Industrie- unb Handwerkerschulen zu Offenbach, Mainz, Gießen, Worms, Erbach, Friedberg, Lauterbach und Büdingen für das vergangene Jahr 22,080 «X zu, fo daß etwa 70,000 «X im Ganzen amtlich im letzten Jahre in Hessen für gewerbliche unb Gewerbeschrilzwecken verausgabt würben- Dazu treten bie Leistungen aller ber zahlreichen Gemeinben, welche bie Locale, Lehrmittel, Heizung unb Beleuchtung für bie Hanbwerkerschulen, wie Bibliotheken 11. f. w. auf ihre eigene Kosten stellen.
Die Zahl ber je 4 Mark jährlich beitragenden Mitglieder ber Vereine stellt sich auf 3140, wofür benfelben u. a. bas Gewerbeblatt, Organ bes Lanbesgewerbevereins, wöchentlich unentgeltlich zugeht, Vereine für Frauendildung unb Erwerb, ba Unterstützung zur Einführung ber Korbflechterei im Obeuwalb, bort für bie Errichtung von Fachschulen, sür bie Thonmaaren-Jnbustrie sollen weiterhin aus biesen Mitteln, welche für 1882/83 in gleicher Höhe bereit sinb, verwilligt werben unb liegen bem fraglichen Ausschuß, der sich noch in biefem Monat versammeln wirb, Anträge bafür vor. Auch ist die Wibmung eines Ehrenpreises seitens des Lanbesgewerbevereins für bie im September b. I. zu Darmstadt ftattfinbenbe landwirthschastliche Landesausstellung bem Ausschuß angesonnen
Friebberg, 24. Juli. Gestern Nachmittag würbe die Gesellschaft „Actien- Zucker-Fabrik Welterau zu Friedberg" definitiv gegründet. Nachdem 1200 Keldactien unb über 1500 Rüben-Actien gezeichnet waren, fanb bie constituirenbe Generalversammlung statt unb würbe ber aus 15 Mitgliebern bestehenbe Aufsichtsrath gewählt. In bemfelben würben neben größeren Oeconomen ber Kreise Bübingen, Hanau unb Friebberg, bie Herren A Bergsträßer in Niederolm, Bürgermeister Küchler in Worms unb Bankbirector Hedberich aus Darmstadt gewählt; letzterer deshalb, weil die Bank für Handel unb Industrie in Darmstadt 450 Actien gezeichnet hat. Da die Fabrik im nächsten Jahre ihren Betrieb eröffnet, steht die Wahl des Vorstandes unb ber Beginn ber Vorarbeiten und Bauten in ber Kürze bevor.
Rockenhausen, 23. Juli. Heute Nachmittag beging ber Müller Dexheimer auf ber Obermühle einen Morbversuch an seiner Ehefrau, die er tödtlich verwundete. Er selbst erschoß sich hieraus hinter ber Mühle. Dexheimers Frau hatte eine Klage auf Ehescheibung erhoben, welche nächster Tage zum Austrage kommen sollte. Deren Verwanbte hatten bie Mittel aufgebracht, um Dexheimer nach Amerika zu schaffen. Vor einiger Zeit aber war berfelbe wteber hierher zurückgekommen.
Wiesbaben, 24. Juli. Der Funb alter hollänbischer Staatspapiere in einem zum früheren Inventar bes im Neubau begriffenen „Englischen Hofes" Schreidpulte bestätigt sich; boch wirb uns von ben Erben des Herrn A^s Berthold, des früheren Besitzers des Hotels, mitgetheilt, daß dieselben von dem Vorhandenfem ber Papiere Kenntniß hatten, sie aber, auf bie Aussagen bcs verstorbenen Herrn Bertholb sußenb, für werthlos hielten. Die Staatsanwaltschaft hat einstweilen bie fraglichen Papiere bei Frau Wtttwe Berthold mit Beschlag belegt Von anderer Seite erfahren wir, daß die betreffenden, von dem Hausburschen des Herrn "Uctionators Müller gefundenen Papiere etwa bie Große ber Nass. 25 ffa;^J$eine haben, Waste- Zeichen, stempel unb Unterschrift versehen sind, bie Jahreszahl 1814 unb bie „Eene tausenb Gulben Hollänbisch" tragen. Ob biefe Scheine überhaupt noch einen reellen Werth haben, ist noch nicht eruirt


