Einzelbild herunterladen

1882

Freitag den 28. Juli

Nr. 173

Pr-eiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Tucch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf-

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

9«tr<4ttt Schulstraße B. 18.

Vom

<ß.

fraglich^ bisherigen Nachrichten über die angeblich theilweise schon vollzogene Einschiffung des für Egypten bestimmten englischen Expeditione Lorps haben sich als verfrüht erwiesen. Jetzt kommt nun aus London die Mittheilung, daß die Infanterie des Expeditions-Corps am 4. August, die Kavallerie am 9. August eingeschifft werden wird. Angesichts der drohenden Lage in Egypten und in Berücksichtigung des Umstandes, daß sich die Armee Arabi Pascha's mit jedem Tage verstärkt, erscheinen diese Termine ziemlich spät wahrscheinlich wünscht aber England, vor Einschiffung seiner Truppen sich mit' Frankreich über den Umfang der egyptischen Expedition in5 Einvernehmen m setzen Es geht dies daraus hervor, daß der zum Generalstabs-Chef für das englische Expeditions-Corps nach Egypten ernannte Generallieutenant Adye am vergangenen Montag nach Paris abgereist ist, um mit den französischen Militärbehörden den Plan einer gemeinsamen Expedition nach Egypten zu be- rathen. Jedenfalls wird der egyptische Feldzug nicht so leicht beendigt sem, wie sich vielleicht Herr Gladstone vorstellen mag. Schon jetzt sind die Schwierig­keiten sür die bereits in Alexandrien befindlichen englischen Truppen groß, namentlich da in Folge der Bemühungen Arabi Pascha's das Trinkivasser im Mahmudieh-Kanal, welcher Alexandrien vom Nil aus mit Trinkwasser versorgt, rasch sinkt. Eintretender Mangel an Trinkwasser müßte aber die Operationen der Engländer gleich von deren Beginn an lähmen.

lieber die Betheiligung Italiens an der englisch-sranzösischen Expedition nach Egypten lauten die Angaben schwankend, doch glaubt man, daß Italien auf den hierauf bezüglichen englischen Vorschlag nicht eingehen werde. Alle Gerüchte über Rüstungen Italiens werden von Nom aus officiös dementirt. Im Kriegs- und Marine-Ministerium werden nur Vorkehrungen getroffen, um nicht unvorbereitet dazustehen.

Die Pforte hat am Montag, den 24. Juli, durch ihre Ver­treter, Assyrn und Said Pascha, zum ersten Male an den Verhandlungen der

MS

werden bis zm Marktplatz, uni

tn

Vorstand.

7. Juli 1882.

Gießen, am 26. Juli 1882.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

Dr. Boekmanm_____

Nr 18 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 22. d. M., enthält:

K Jffi -»« » «m* ***** ***** *******

ssel, Pferdehändler.

M

Botschafter-Conferenz theilgenommen. Hierdurch, sowie durch den Uebergang des Präsidiums an Said Pascha, werden sich bte Verhandlungen jedenfalls bewegter gestalten und denselben ein Interesse verleihen, welches ihnen bis jetzt noch gffehtt hat.Pascha, Vicekönig von Egypten, hat nun das

Taseltuch zwischen sich und Arabi Pascha entzwei geschnitten. Durch em Deeret entsetzt der Khedive Arabi Pascha seines Amtes als Krlegsmmlster, erklärt ihn für einen Rebellen, verbietet der Armee, Arabr zu gehorchen und untersagt dem Volke die von ihm erhobenen Steuern zu bezahlen. Arabi hat dieses Decret bereits durch eine Proklamation an die Egypter beantwortet, m welcher oer Khedive als ein Verräther am Vaterlande erklärt wird und Allen, die noch zu ihm halten, die strengsten Strafen angedroht werden. - Die Engländer haben Ramleh, wo sich eine Süßwasser-Station befindet, nach unbedeutendem Gesechte mit den egyptischen Truppen, besetzt. Dagegen mußte der weitere Vormarsch gegen die Stellung Arabi Pascha's bei Kafre-Dowar eingestellt werden da der Boden durch das Ablaffen des Mahmudieh-Kanals völlig durchweicht ist, jo daß die englischen Artilleristen ihre Geschütze nicht mehr vorwärts bringen konnten.

Politische Ueberficht.

Gießen, 27. Juli.

Die Stellung Deutschlands zur egyptischen Frage ist Mn mehr­fach eingehend erörtert worden und stets ist man zu dem Schlüße gelangt, daß die Interessen Deutschlands durch die Krisis in Egypten nur m verschwindend geringem Maße berührt würden. In ähnlichem Sinne pncht sichi auch eine der Köln. 3ta." aus Berlin zugegangene bemerkensmerthe Zuschrift aus, m welcher der Gedanke ausgesührt wird, daß Deutschland mit der gegenwärtigen egyptischen Frage thatsächlich sehr wenig zu thun habe.

W Die Annahme, daß die Verhandlungen zwischen der preußischen Regierung und dem Vatikan einstweilen abgebrochen seien, ivird von demOffer- More Romano" entschieden bestritten. Das genannte Organ, welches als Mundstück des Vatikans gilt, bemerkt zwar, daß man M einem dauerhaften Frieden noch nicht gekommen sei, aber durch die Wiederherstellung der preußi chen Gesandtschaft beim heiligen Stuhle und die Wiederbesetzmig mehrerer erledigter Bischofs-Sitze sei ein großer Schritt zur Anbahnung des Friedens gethan wor­den. Man müße eben die Resultate der Verhandlungen abwarten und bedenken, daß hierbei schwerwiegende und complicirte Fragen zu lösen ^ren. Der Battkau wünsche nichts sehnlicher, als eine baldige Verständigung. Vorläufig fehlt es aber noch an Beweisen des Entgegenkommens der Kurie und so stellt sich auch der Werth der Aeußerungen des genannten römischen Blattes einigermaßen zweifelhaft^dar. und Landshut stattgefundenen Ersatzwahlen zum

Reickstaae haben einen Sieg des Centrums ergebe«, der übrigens mit leichter Mühe errungen ward, da sich die Liberalen der Wahl enthielten. Beider Lwbl in Landshut wurden nach den anitlichen Ermittelungen un Ganzen 5469 Stimmen abgegeben, der Rittmeister a. D. Graf von Preystng- Lichtenegg-Moos wurde mit 5410 Stimmen zum Reichstagsabgeordneten gewählt, stn Passau erhielt Prosessor Dr. v. Diendorfer von 3540 Stimmen, die abge­geben wurden, 3346. Beide Herren werden der Centrumsfraktion des Reichs- taaes beitreten. Y ,.

In Oesterreich dauert die Agitation der Czechen gegen die Prüfungsordnung für die neue czechische Universität in Prag, ivonach die czechr- scheu Caudidateu der juristischen Fakultät ihre Keuntniß der deutschen Sprache nachzuweisen haben, ungeschwächt fort. DieNarodni Listy", das Hauptblatt der Czechen meinen, daß die Prüfungsordnung den ganzen Zweck der czechijchen Universität vernichte, welche ein fester Wall sür die ezechischen Bestrebungen sein und ein national gesinntes Bearntenthurn schaffen sollte. Die Czechen wollen die Prüfungsordnung nur dann acceptiren, wenn die Candidaten des Staatsdienstes an der deutschen Prager Universität angehalten werden, ihrerseits den Nachweis der Kenntniß der ezechischen Sprache beizubringen; ob man aber in Wien gesonnen, diesem Verlangen nachzukommen, ist denn doch sehr

Ieutschland.

Darmstadt, 26. Juli. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben ^°^A?i9^Juli den Seeretär, Registrator und Protokollisten bei der Brand- versicherungs-Commission, Rechnungsrath Friedrich S r o m m e t b e i n, auf fern Nachsuchen, unter Anerkennung einer langjährigen, nut Treue unb> ®ifer gelet fteten Dienste mit Wirkung vom 1. August I. Js. an, m den Ruhestand zu versetzen und demselben aus diesem Anlaß das Ritterkreuz 2. Klasse des Ver­dienstordens Philipps des Großmüthigen zu verleihen.

Am^22°"Juli'^der'^Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze M Groß-Gerau, Adam Prinz ^zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtsfttze zu Höchst undder Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze zu Offenbach, Franz Jockel, zum Gerichts- Vollzieher mit dem Amtssitze zu Groß-Gerau.

England.

26 lull. Das Unteihaus setzt- die Berathung der Cr-ditvorlage bis -WMWZMMZM Aegypten Mörder Cavendish's ist ein Irländer NamensO'Brien. Er

SÄWS-

ihm die Ordnung in Aegypten herzustellen.

Ilakren.

Rom 24 Juli. Auf Sardinien ist in der Nähe von Dorgaft am Meere eine Stalaktitenhöhle von ungeheurer Ausdehnungj und fMtt-r der Formation und Farben entdeckt worden. xtfmrpr Orfan aebaust und hat am 12. ds. gegen 2 Uhr Nachmittags em WJ^ig^eS®ine eine Strecke von 15km m tue Lange un genommen hätte, würde keine Fenersäule", sagt der Bericht,die Men Weg ^Emen^ya^ f.$ schrecklicheren Verwüstungen jurudgelaffert habento"?enatte g3äume um, stürzte mit einem fürchterlichen Getose angeuntngt er P finb hauptsäch-

Häuser über den Hau en und verwüste e dre Maaten Forcatura,

lich die hochgelegenen Ortschaften Fondi, Ca^ CaffM n° , Cesi, Taverne. Der Schaden wird als unuverjeyoa > .

Aegypten.

- «».. d< ... dl.»

2S- 3-s.:ä'

Hafen an, und in Folge erhaltener Höchst wichtige Documente wurden bei

Officter, auf Befehl des Admirals vechaftet.^ Agent Arabi's für die Beförderung ihm gefunden, die zeigen, daß er seit Mon bem panislanutlschen Comrtt w Kon- von Briefen zwischen tfrm und dem P bem Tribunal vorgefuhrt und von dem staniinopel gewesen. Raghtb .^rbLe'°Lt-nbe Behandlung versprochen worden wenn Präsidenten verhört. Nachdem lh n 0^ vollständige ßilte der Personen, mit denen er ein volles Geständniß ablege, 0 ^iste sind die Namen mehrerer einflußreicher Arabi in Verbindung stand, In mer^ Zaffar und Essad, die Haupt'

Persönlichkeiten im Mdtz Kws , «.«sachung einer religiösen Agitation in arabischen Agenten des Sultans für guch eine Liste von Arabi's Bundesgenossen rn

Ländern, mit inbegriffen, ^le^überraschende und äußerst wichtige Enthüllungen er- Egypten und es weroen

' «#*

v

:atafomken-

V ton Ludwig«" * ,v $erS«uf«»

ftrirta1 . 3J81 Wftbt »'! nnrujen

SS«*

ießener Anzeiger

Amts und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Saal statt

lfg.

__N

1Z.

i'etlc.

a

snfels.

chmenvonBiMn on Spiegeln inato ^geführt bei

:r Luh^NemM-

Eich

iMilspächür__

§ i ä

"'s

w. X

MW