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England.

London, 23. Februar. Unterhaus. Auf eine Anfrage des Deputirten Schreiber erklärt Unterstaatssecretär Dilke, es sei ihm nichts davon bekannt, daß Rußland Osficiere beurlaube, damit dieselben nach der Herzegowina gehen könnten. Der Deputirte Wolff fragt, ob eine Störung der friedlichen Beziehun­gen zwischen Rußland und Deutschland und Oesterreich befürchtet werde und ob die Regierung Schritte gethan habe, oder zu thun gedenke, um eine so ernste Calamität abzuwenden. Unterstaatssecretär Dilke erwiderte, die Regierung be- sürchte eine solche Störung nicht, es sei daher gar keine Gelegenheit zu L-chritten, wie sie der Deputirte Wolff aügeregt habe. Dem Deputirten Cecil antwortete Dilke, über die Unterhandlungen betreffs Egyptens sei es ihn: noch nicht mög­lich, irgend eine Mittheilung zu machen, und auf eine Anfrage Campbell's erwiderte derselbe, über Bulgarien habe seit der in der vorigen Session dem Parlamente vorgelegten diplomatischen Correspondenz keinerlei weitere Correspon- denz stattgefunden, die Regierung beabsichtige keine Einmischung in die localen Angelegenheiten Bulgariens, der Art. 23 des Berliner Vertrags enthalte keine Bestimmung, auf Grund deren die Einführung von Reformen erzwungen werden könne. Zn Beantwortung einer Anfrage Bourke's erklärt endlich Unterstaats- secretär Dilke, über die commerziellen Unterhandlungen mit Frankreich hoffe er, morgen eine Mittheilung machen zu können, die Antwort auf eine an den dortigen Botschafter Lord Lyons gesendete Mittheilung werde noch heute erwartet.

Im weiteren Fortgänge der Sitzung erklärte Unterftaatslecretär Dilke aus eine Anfrage Arnold's, er habe seit seiner bei Beginn der Sitzung ertheilten Antwort eine Mittheilung der französischen Mgierung über den Handelsvertrag erhalten, deren Inhalt er zwar jetzt noch nicht mittheilen könne, die aber doch die Aussicht auf ein so befriedigendes Arrangement biete, als es unter den ob­waltenden Umständen überhaupt möglich sei.

Im Oberhause kündigte Lord Donnoughmore die Namen der Pairs an, welche als Mitglieder des Untersuchungs-Comites sür die irische Landakte vor­geschlagen werden. Die Abstimmung darüber erfolgt morgen.

Amerika.

New-Aork, 21. Februar. Die im Mississippi-Thale durch den Aus­tritt dieses Flusses zwischen Memphis und Vicksburg verursachten Unglücksfälle haben noch nicht ihr Ende erreicht. Es haben zahlreiche Dammbrüche stattge­sunden, und in den ausgedehnten Baumwoll-Districten herrscht großes Elend. Die Pflanzer sind in hohem Grade an der Bestellung ihrer Saaten gehindert und den ärmeren Einwohnern droht Hungersnoth. Der größere Theil von Helena (Arkansas) steht gegenwärtig 4 Fuß hoch unter Waffer. Depeschen aus Louisville, Cincinnati und St. Louis zufolge haben in jenen Districten heftige Regengüsse, begleitet von einem Steigen der Flüsse, stattgefunden, und man be­fürchtete aus letzterer Ursache viel Unheil.

Telegraphische Depeschen.

Wolffs tclcgr. Corrcspondenz-Bureau.

Wien, 24. Februar. In dem Proceß wegen des Ningtheater-Brandes ist den sämmtlichen acht Angeklagten die Anklageschrift heute Vormittag stellt worden. , j

New-Kork, 24. Februar. In einem Theile des Staates MifMflppi ist in Folge großer Ueberschwemmungen ein Nothstand ausgebrochen. Ein Flächenraum von etwa 150 Meilen in der Länge und 40 Meilen in der Breite steht unter Wasser; die Bevölkerung besteht zum größten Theil aus Negern. Im Senat wie in der Repräsentantenkammer beantragte Resolutionen, durch welche der Schatzsecretär ersucht werden soll, Unterstützungen an die Nothleiden- den verteilen zu lassen, wurden an Commissionen verwiesen.

Theater.

Wie Annoncen und 3'Jtd bekunden geht nächsten Montag die seit Wochen an­gekündigte Novität ».Die junge Frau" über die Bretter unseres Theaters und wird somit das überall mit Beifall ausgenommene Erstlingswerk eines heimischen Dichter- Genies auch hier die Feuertaufe zu bestehen haben. Die Berichte über den vieractigen Schwank Eduard Bolgers in auswärt'gen Blättern haben denselben in allen bühneninteressirttn Kreisen zum Gegenstände Der Unterhaltung gemacht und selbst die schärfsten Kritiker, wie Paul Lindau und Rudolf Gottschall, haben unum­wunden dem Stücke ihre Anerkennung gezollt Be, den tüchtigen Leistungen der hiesigen Gesellschaft besonders im heiteren Genre, dürfen wir demnach mit Bestimmtheit einem höchst amüsanten Abend entgegensetzen- ___________________________

Handel und Verkehr.

Gietzen, 25. Febr. Aus dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. 1.001.10, Hühnereier 1 Stück 4-6 2 Stück 0000 Enteneier per Stück

6 H, Gänseeier p. St. 1011 H, Käse p. St. 410 H, Käsematte per Stück 3 H, (Srbfen 1 Liter 22 X Linsen 1 Liter 25 4, Tauben das Paar 90-100 Hühner per Stück JL 1.201.50, Hahnen per Stück «X 1.702 00, Enten per Stück 1.702 00, Gänse per Pfund 000 H, Welsche per Stück JL 0.00-00, Ochsenfleisch per Pfund 6062 3> Kuh- und R ndfletsck 4550 H, Kalbfleisch 4044 -H. Schweinefleisch 62 bis 64 H ' Hammtlfleiscb 5060 H, Kcntoffeln 100 Kilo .A 3.004.00, Zwiebeln per Gentner JL 810, Milch per Liter 1618

Frankfurt a. M., 25. Februar, Nachmittags 2 Uhr Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactien 258, Staatsbahnactieir 255, Galizier 2453/b, Oesterr. Silberrente 635,t, 4'Vo Ungar. Goldrente 72*A, 4% 1880er Russen 68n/16, 2. Orient-Anleihe 56VO, 5% Rumänische Rente 86^ b, Lombarden 109V4. Tendenz.

alt, Tochter des

von Sternfurt.

Es sei an dieser Stelle noch auf das glaubwürdige Attest des berühmten Schauspielers Herrn Carl Helmerding, srüher Regisseur am Walln rtheater, die außerordentlich heilsame Wirkung der btfannte.i Spitzwegerich Bonbons betreffend, aufmerksam gemacht, welches im Jnseratentheil der gegenwättigeu Nummer zu finden ist.

Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen.

Aufgebote.

Den 18. Februar. Bierbrauer Karl Miehm von Offenbach a M. mit Anna Marie Möller, Tochter des Schneiders Kowad Möller IV. von Angersbach. 22 Tape­zier Wilhelm Thomas Brandt von Wevelinghovtn mit Margarethe Schnepp, Tochter des Maurers Heinrich Schnepp von Climbach. 23. Reallehrer Franz Otto Bernhard Schwabe von Friedbei g mit Marie Karollne Dorette Buchner, Tochter des Reallehrers Dr. Christian Otto Buchner von Gießen. 23. Schauspieler Ludwig Philipp Schmahl- fcldt von Kassel mit Schauspielerin Wilhelmine Hohlöchter, Tochter des Kaufmanns Wilhelm Hohlöchter von Elberfeld.

Ehefchlietzungen.

Den 24. Februar. Maschinenbauer Paul Wilhelm Gustav Krüger von Berlin m't Marie Heimine Kimmel, Tochter des vcrst. Küfermeisters Philipp Kimmel von Gießen.

Den 17. Februar. Margarethe Schenk, ged. Seipp, 32 Jahre alt, Ehefrau des Locomotivführers Friedr ch Schenk. 18. E n todtaeborener Sohn von auswärts. 18. Landmann Johann Bast, 60 Jahre alt, von Siershabn. 19. Schuhmacher Karl Moritz, 16 Jahr alt von Herborn. 20. Johanna Elisadethe Em-l-e Auguste Hermine, 5 Jahre T ' ' Locomotivführers Johann Heinrich Köhler. 21. Elisabethe, 2 Jahre

alt, Tochter des Ackermanns Ludwig Dwt von Daubringen. 22. Beitha, 10 Jahre alt, Tochter des Schuhmachers Otto Wagner. 22. Margarethe Bloß, 57 Jahr alt.

Geborene.

Den 13. Februar. Eine Tochter von auswärts, Käthchen. 16. Dem Schneider Johann Büttner em Sohn, Richard. 16 Dem Schneider Heinrich Schmitt ein Sohn, Ludwig Theodor. 16. Dem Professor Moritz Pasch eine Tochter, Gertrud. 18. Dem Schlosser PH l>pp Gerlach eine-Tochter, Elisabeth. 19. Dem Bierbrauereibesitzer Anton Klostermann ein Sohn, Querinus Hubertus Antonius 19. Dem Dachdecker Wilhelm Dietz ein Sohn, Kail Max. 20. Dem Schmied Konrad Pfannmüller eine Tochter, Margarethe Karoline. 22. Ein Sohn von auswärts 22. Dem Bäcker Jacob Klingel- Höffer ein Sohn, Georg Jacob.

Gestorbene.

Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Getaufte.

Den 19. Februar. Dem Schneidermeister Ludwig Bourgeois ein Sohn, Karl Franz, geboren den 27. Januar.

Denselben. Dem Taglöhaer Wilhelm Wagner eine Tochter, Mane, geboren den 30. Januar.

Denselben Dem Drechsler Johann Fatum ein Sohn, Heinrich Hermann, ge­boren den 18. Dezember 1881.

Denselben. Dem Zinngießer Johannes Zufall eine Tochter, Pauline Hermine, geboren den 30. November 1881

Denselben. Dem Schachtmeifter Johann Georg Heller ein Sohn, Albert Georg, geboren den 19 Dezember 1881.

Beerdigte.

Den 18. Februar. Karl August Clar, Hauptmann a. D., alt 62 Jahre, gestorben den 15. Februar.

Den 19. Februar. Philippine Frutig, geb. Brand, Wittwe des Kanzleidieners Johannes Frutig, alt 75 Jahre, gestorben den 16. Februar.

Den 20. F.binar. Margarethe Schenck, geb. Scip, Ehefrau des Lokomotivführers Christian Friedrich Schenck, alt 32 Jahre, gtstoroen den 17. Februar.

Brodpreise

vom 26. Februar bis 12. März 1882.

1

2

1

2

1

2

3

der Bäcker

Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod 32 (4 ) .... 64

(2 ) Schwarzbrod 1. Sorte 29

u (4 ) H ii , ö8

(2 , ) II Sorte 26

tt (4 ) ,, 52

bei Konrad Rinn HI. ..... 54 (6 Pfd.) Schwarzbrod II. Sorte

K. Wallenfels u. K. Haas . . 73

F. W- Hartmann.....75

H. Kuhn 76 L- Keil, Chr. Faß, L- Krone-

berg, E. Wallenfels, M. Lenz 78

1

2

1

2

3

1

2

3

Der Brooverkäufer

Kgr. (2 Pfd ) Weißbrod

(2 ) Schwarzbrod I. Sorte

u (4 n ) ii

h (6 ) w

bei W. Seuling .... . .

Kgr. (2 Pfd.! Schwarzbrod II. Sorte

bei Emil Sauer .....

Kath. Baldauf, I. Thomas .

32 64 29

58

85 L6 52

73

78

NB. Schwarzbrod II. Sorte wird von

F. Hennings, A. Noll und Karl Ste n- . berger nicht verkauft.

Gießen, den 25. Februar 1882.

Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen

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r Anzeiger.

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Oeffentliche Prüfung zum Schluß der Wintersemesters 31. März. Beginn des neuen Schuljahres 13. April. Die Abgangszeugnisse berechtigen zum einjährig-frei- willigen Militairdienst. Anmeldungen bis zum 9. April an Director Matzat in Weilburg, der auch Programme (kostenfrei) versendet und weitere Auskunft ertheilt.

Das Kuratorium.

gez. v. Wurmh, Regierungspräsident in Wiesbaden. 1310 Nicht zu übersehen!

1315 Wegen Krankheit übergab ich im August 1880 meinem Sohne Johs. Fuhr IV. den von mir erkauften Steinbruch zur Verwerthung von Längstem ober Basaltlava, gleichzeitig mit der Ermächtigung zum Einziehen und Auszahlen der Gelder u. s.. Indem ich das damals getroffene Abkommen hiermit von heute an für nicht mehr bestehend erachte, weil ich den Betrieb des Steinbruchs selbst wieder übernommen habe, erkläre ich, daß Accorde nur mit mir abgeschlossen Gültigkeit haben, sowie daß Zahlungen bei Vermeidung doppelter Anforderung nur noch an mich zu leisten sind.

Beuern, den 24. Februar 1882.

Ludwig Fuhr II., Steinhauermeister.