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Schiffsbericht. Mitgetheilt vcn dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen C W Dietz Nachfolger Gießen.

Bremen 22 Februar Der Postdampfer General Werder, Capt. H. Chri­stoffer vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 11. Februar von.Newyork abaeaanaen war ist heute 7 Uhr Morgens wohlbehalten in Southampton angekommen und Kat nach Landung der für boit bestürmten Passagiere, Post und Ladung 9 Uhr Morgens die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 94 Passagiere und volle Ladung.-----------------

Theater.

Unsere Theaterdirection, welche bisher be nützt war, immer die neuesten und be­währtesten Sachen aut Ausführung Z" bringen, wollte uns auch den Genuß nicht vor­enthalt n den bereits alle größere Städte gehabt haben- S'e hat den klemm 8icchngen Rechenmeister Moritz Frankl für ein zweimaliges Auftreten gewonnen und wir hatten neftern Abend Gelegenheit, dieses Phänomen zu bewundern. M't einer rapiden SchnM'gkeit rechnete der Knabe die ihm vom Publikum gestellten Aufgaben.

teilte (Freitag) Abend tritt Moritz Frankl zum letzten Male auf und es liegt im Interesse jedes Einzelnen, sich rechtzeitig mit Eintrittskarten zu versehm, um sich' von der Rechenkunst des 8jährigen Knaben zu überzeugen.

B e r m t f 4 f t i

Darmstadt, 23. Februar. Der Landesverband hessischer Kriegervereine,Krieger­kameradschaftHassia", welcher unter dem Allerhöchsten Protectorate Seiner König!. Hoheit des Großherzogs Ludwig IV. und dem Ehrenpräsidium Sr. Großh. Hoheit des Prinzen Heinrich von Hessen steht, hält seinen diesjährigen Delegirtentag am 23- April d. I. in Mamz ab Auf der Tagesordnung desselben stehen wichtige An­träge, namentlich der auf Herabsetzung des Jahresbeitrages von 10 H auf 5 H und ein weiterer auf Ueberweisung eines Thells der aus den vom Landesverband abge­schlossenen Versicherungsverträgen erwachsenen E nnahmen an die Vereine selbst. Zum Behufe ber Aufstellung einer umfassenden Statistik des hessischen Kriegervereinswesens finden gegenwärtig unter Mitwirkung der Großherzoglichen Verwaltungsbehörden Erhebungen bei den Kiiegerveremen statt, die sich auch auf die zahlreichen Vereine er­strecken, welche dem Landesverband sich bis jetzt noch nicht angeschlossen haben. Es ist unbegreiflich, daß die Zahl der noch nicht beigetretenen Vereine immer noch eine so große ist obwohl nicht blos ber Lanbesoerbanb seinen Vereinen ganz bebeutenbe Vor­thelle zuwendet, Unterstützungen, btll ge Versiche ungm gegen Feuersgesahr, bet Lebens­versicherungen durch Verträge mit ber GesellschaftProvidentia" u. dgl, sondern es auch der wiederholt ausgesprochene Wunsch des Allerhöchsten Protectors ist, daß sich alle Kriegervereine des Landes dem Landesverbände anschlleßen l DlIe%ei dieser Gelegenheit muß ein vlelverbreiteter Jrrthum bericht gt werden. Nur der vollzogene Beitritt zum Landesverband verschafft den Kriegervereinen das Pro- tec-orat Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs, nicht der Besitz der Statuten, welche s. 3- von einem Lehrer Gremm herausgegeben worden sind, wie dies die falsche, mit den ausdrücklichen Erklärungen Sr. Königl. Hoheit im Widerspruch stehende Ansicht vieler Vereine, namentlich auf dem Lande ist.

Es steht zu erwarten, daß die noch dem Landesverband fernstehenden Kneger- Dcrp ne fick mögt chst bald und vollzählig der KriegerkameradschaftHassia" anschließen nvrben was durch Anmeldung bet dem Präsidium des Landesverbandes, Herrn Oberst z D. Gerlach in Darmstadt oder bei dem 1. Schriftführer Herrn Dr. Vogt in Butzbach geschehen kann.

Colmar, 15. Februar. Der nahe Ort Logelbach war am letzten Sonntag der Schauplatz eines'blutigen Dramas Ein Arbeiter des Hauses Herzog so berichtet dieColmarer Ztg " befand sich in der WirthsÄaft Schaffhauser zu gleicher Zett mit zwei Soldaten des Dragonerregiments. Ohne irgend einen Grund reizte derselbe die Soldaten und der Streit sollte eben losgeh n, als ber Wirth dazwischen trat unb, um denselben zu verhüten, die Soldaten bat, das Lokal zu verlassen Dieselben machten sich auch aus den Weg nach Colmar, aber Kruß, ber seinen Schwager unb einige Kameradin zu H'lfe gerufen batte, verfolgte unb erreichte sie im Feldweg, gegenüber ber Scheurer'schen Fabrik. Indem er dann von einem Gartenzaun ein starkes Brett abriß, versetzte er mit demselben ein m ber Dragoner zwtt Schläge in den Nack n, wo­runter ber Solbat betäubt zu Boben fiel Sofort zog ber Schwager bes Kruß den Säbel des Solbaten und spaltete ihm Schädel unb Gesicht. Als ber Unglückliche sich noch wehrte, ergriff K'. einen Ziegelstein und schlug auf besten Kopf los. Doch noch nicht mfrieben mit bieser Grausamkeit, trat er aus besten Leib unb suchte burch Stampfen mit ber. Füßen bcmfelben die Rippen zu d echm. Währen) dem Helten fünf Mit­schuldige die sonst sich passiv bei dieser Blutthat verhielten, den anderen Dragoner fest. Erst bei'dem Herannahen zweier Infanteristen, die durch das Schreien dieser Barbaren aufmerksam geworden waren, zogen sich die Angreifer zurück. Der Dragoner, den man für tobt aufhob, rourb- ins Lazareth gebracht, wo er am Montag um 4 Uhr fernen Wunben erlag. Kruß würbe sofort verhaftet. . , .

Vilbel, 22. Februar. Wie alljahrl-ch, würbe auch in biesem Jahre em Maskenkränzchen vom hiesigen Bürger-Casino veranstaltet. Es war alles gut und glänzenb arrangttt und alle Tbeilnehmer befanden sichin ausgezeichneter Stimmung. Da siel gegen 11 Uhr plötzlich eine an ber Wand mit Gyps befestigte Petroleumlampe herunter und zwar unglücklicher Weise zwischen zwei Damen. Diese suchten möglichst schnell aus dem Bereiche der Gefahr zu kommen Dadurch entstand m dem dicht gefüllten Saale eine Panik, welche durch die unwillkürliche Erinnerung an das Ring- theater-Unglück in Wien bedenklich gesteigert wurde Alles drängte und stieß nach dem Ausgange; aber leider konnte die Thür, da sie nach innen aufgeht, nur halb geöffnet werden. Allenthalben wurden nun verzweiflungsvolle Hülftruse venrommen; tn ben ersten Augenblicken schien Alles ben Kops verloren zu hiben. Doch war die Gefahr geringer als man glaubte. E nige beherzte Manner erstickten sehr bald das Feuer, indem sie einige Tische auf das brennende Petroleum warfen. Damit war aber auch die Feststimmung sehr gedämpft und ein Th il der Gäfte verließ sofort das Haus.

Handel und Verkehr.

Nrairkkirrt a. M., 24. tzebruar, Nachmittags 2 Uhr Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactien 258, Staatsbahnactien 255, Galizier 2463/e, Hefterr. Silberrente 635/8 4% Ungar. Goldrente 72^4, 4% 1880er Russen 69 V4, 2. Orient-Anleihe 563/4, 5% Rumänische Rente 863/8, Lombarden 10972- Tendenz.

Türkei.

finnfltintinotieL 22. Febr. Zu Ehren der außerordentlichen preußi­schen Gesandtschaft sand gestern aus der deutschen Botschaft ein Diner statt. Heute besuchte die Gesandtschast das Schatzhaus und andere Sehenswurdigterte und speiste bei dem Ministerpräsidenten Said Pascha.

Lokale».

«lUftcn. 24 Februar. Nächsten Sonntag den 26. Februar a. c Nachmittags 3 Uhr finde, Im Saal, desHdt-t Jacobi" tnFranklurt a. M. der Delegirtentag des bis schen R-gaII°-V-,b°nds" statt. Wie w,r Horen wurde Gatzen bereits voriges cvnkr nlg%cf*DTt in Aufsicht genommen und sollen die von unserer hiesigen Nuder- ^ellickast^rls Deleg rle bestimmten Herren den Austrog h 'ben, falls die Wahl des ^estoras zur Abhaltung der diesjähiigen g.otzen hessischen Regatta auf unsere Vater- ftaM 0be'f^t^bQ5ienenm"nbete Uhr ist wieder zur Stelle gebracht worben.

<5,n lOiäbriaer Knabe, «nverwanbter d.s Bestohlenen, hatte dieselbe mitgenommen. Em aus Hanau, welche vor einigen Tagen ihr Elternhaus

'wswilltg ?-ilassen hatten, meldeten sich gestern Abend aui h,es,ger Postaei und baten um Unterlun't Die nöthtgen Schritte zur Nachhausbesorderung der Flüchtigen find aud) von bieser Behörbe eingeleitet worben.

(.rinn(,u(f)te Die identischen, in der egpptischen Angelegenheit vm EnMnd und Frankrüch versendeten Noten haben indessen bisher zu ferner ^ent8n diplm.iZchen Campagne gesührt; wohl aber ftnden zwftchen den anderen Cabineten Auseinandersetzungen über ihre gegenüber der französisch- * STÄSÄ'Äsr g «X . , . , p.aeickeben sein Nach verschiedenen Mittheilungen ist WM iÄo?S9S S d-- ,w Uw d°--»Mch- e» schm Reaierün§Anzeige7s über die Redeti Skobeleffs hat man iil mabgeben- d?n Kreis n Äs äußerst inager betrachtet. Aus Parls 'vrrd uns unb anderen fStSTÄJtr »o« Deutschland sei bei der russischen Regierung re lamirt morden Es scheint uns das selbstverständlich. Wir wußteii ut der Thal Nicht, worvrn. LB iumui Mtersbura hätten, wenn er der einzige

Männin Europa wätt, der über di?Skobelessscheii Ausfälle schweigen sollte."

Das General-Coniinando des 11. Armee-Corps hat eine Jlerorbnung erlaften wonach sämmtliche im letzten Jahre zu Unterofftcreren be orberte Eii.- iabria-Freiwilliqen bieses Jahr eine achtwöchentliche Hebung zu absolmreu haben. ÖE?Se biefe Hebungen nicht mitmachen, sollen aus ber Liste ber Zieserveofficiers-Aspiranten gestrichen werben.

Sranstrcich.

Dari». 22. Februar. Die hiesigen Zeitungeii glauben, baß ber Zuu- fAenfatt des Generals Skobeleff durch seine Desavomrung Seitens des osficiellen russischen Organs erledigt sei. Auch die Gambettistischen Blätter tadeln da^ Auftreten Tbeleff's Das JournalParis" sagt: Um Europa zu verwirren unb ben Frieben zu bebrohen, ben bte ganze Welt nöthig habe, beburfe es benu doch ganz auberer Dinge, als ber flammenden Worte eines russischen, von seiner Regierung schon besavouirten Osfieiers.

England.

London, 21. Februar. Der irische Staatssecretär Forster ist geltem Morgen in Begleitung bes Generalprocurators für Jrlanb plotzüch nach Dublm abaeE In ben Vorsälen bes Unterhauses hieß es gestern Nachmittag tn- vMlicke Rückkehr Forsier's sei baburch veranlaßt worben, daß du dortigen Mflitärbehörden Befürchtungen wegen eines wahrscheinlichen Ausbruches grMr Unorbnunaen hegen. In Dublin hat bie gestern Abenb unerwartete Ankunft des irischen Staatssecretärs großes Aufsehen hervorgeruzen unb zu allerlei Mutbmaßunqen über ben Zweck feiner Reife Ursache gegeben. Die Zustande in Irland bieten seit einigen Tagen in der Thal kein erfreuliches Bild, .Nord- thaten, Mordversuche, Angriffe auf die bewaffnete Mtzcht, Brandstifwngen und andere Gewaltthaten sind an der Tagesordnung und gehen die -fthater fast immer strasfrei aus. Unter diesen Umständen haben sich mehiere tath. ^ftchofe veranlaßt gesehen, in ihren Fasten-Hirtenbriefen aus bte gegenwärtigen Zustanbe bes Laiibes hinzuweisen.

Telegraphische Depeschen.

Wolff's telcgr. Correspondenz-Bureau.

Berlin. 24. Februar. Den Mortzenblättern zufolge ent­stand in der Nacbr zunr Mittwoct, im Gutersckuppen de» Stettiner Bahnhofes ein Feuer durch Exploston einer »Zöllcnmaschine, welche von einem hiesigen Agenten i» einer angeblich Sammet. Federn und Pelzwaaren enthal­tenden hoch versicherten Kiste aufgegeben wurde. Der Atten- tatet würbe verhaftet. .

Dresden, 23. Februar. Die Königin ist heute 9cachnuttag zum Kur- gUrauch^nach^eMentoue abgereis Rettungsstation Jershoeft ber Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger meßet: Am 23. Februar von dem uorwegischen SchoonerMaAiu Luther", Capltän Olsen, ge|tranbet zwischen Bitte und Jershoeft, 6 Personen gerettet burch ben Raketen-Apparat der Statton 3erd)0e ^el)ruQr Gutem Vernehmen nach würbe bem General Skobeleff ber Befehl, sofort nach Petersburg zurückzukehren, von ber hiesigen russischen Botschaft gestern zugestellt.

Petersburg, 23. Februar. Die hiesige mecklenburgftche Colome hatte ben Großherzog von Mecklenburg-Schwerin durch ben Rebacleur Dr. Gesellms anläßlich ber glücklich überftanbenen lebensgefährlichen Erkrankung bei Groß- furftin tüiaria Paulowna telegraphisch beglückwünscht, hierauf ist, wie _ber öerolb" melbet, solgenbes Antwort-Telegraimu bes Geotzherzogs eingetroffen: "^lmen unb sämmtlichen burch Sie vertretenen treuen Mecklenburgern meinen Dank für ben Ausbruck ber Freube über bie Erhaltung ber Großfürstin Maria Vaulowna sowie für bie Theilnahme an meinem schmerzlichen Verluste Mem oonres Lerz schlägt seit 40 Jahren meinem mir airoertrauten Lanbe unb unfern großen deutschen Vaterlache unb so wirb es bis zum letzten Athem- ;uge bleiben." ... ---

Kirchliche Anzeigen der evangetischcnGemcinbe zuGikßen.

Gottesdienst:

Sonntag den 26. Februar (Jnvokavit):

Morgens 91/, Uhr: Pfarrer Dingeldey.

(Dtensteinführung des Pfarrers Drngeldey durch Herrn Dekan Strack.) Nachmittags 5Ubr: Pfarrer Dr. Naumann.

In diesem Nachmittagsgottesdienft findet Beichte und Feier des heil. Abend­mahls ftatt-

Die Mitglieder der Ge mei ndev ertretuna werden im Nam^n des Kirchcnvorstandes hlermit noch besonders zur Dlenfteinsührung des Pfarrers Dingeldey emgeladen.

M itt w o cb den 1. Mär^:

II. Pasfionsgottesdienft.

Abends 6 Uhr: Pfarrer Schlosser.

Die Pfarrg'-scbäfteLin der Woche vom 26 Februar bis 4. März besorgt Pfarrer Schlosser.