Gestorbene
Dr. Boek mann.
Ernst Möser, alt 52 Jahre, gestorben den 16. December.
December. 16. Emil Heinrich, 6 Monate alt, Sohn des Drehers Ernst Moos. 16. Henriette Möser, geb. Conradi, 52 Jahre alt, Ehefrau des Schuhmachermeisters Ernst Möser. 17. Emma Dorothea Dieterichs. 37 Jahre alt. 21. Elisabethe Storck, geb. Jungk, 41 Jahre alt, Ehefrau des Bremsers bet der rechtsrheinischen Bahn Ludwig Storck.
Nach Beendigung der Hauscollecte sind für die Wasserbeschadigten im Groß- herzogthum weiter eingesendet worden:
Von Cigarrenfabrikant Arnold Müller 20 A, Ungenannt 10 A, Gemeindekasse Rödgen 50 A, Spengler Moll 2 A, vom Lehrerquartett in Hungen Reinertrag eines von demselben veranstalteten Concerts 58,70 A, Collecte aus Hungen, Rest 9,40 A, von der Expedition der Oberhessischen Nachrichten die bet derselben weiter eingelaufenen 46,54 A, Collecte aus Ettingshausen 37,30 A< Gemeindekasse Ettingshausen 20 A, Voischußkasse daselbst 10 A Summa 263,94 A Hierzu die bereits früher quittirten 18088,49 A Zusammen 18352,43 A
Den Empfang vorbemerkter 263,94 A bescheinige ich mit herzlichem Danke.
Zu meinem großen Bedauern ist mir der Nachweis geliefert worden, daß bei der Hauscollecte viele Einwohner Gießens übergangen worden sind. Ich bitte bteff Nachlässigkeit nickt die armen Ueberschwemmten büßen zu lassen und etwaige weitere Gaben bis zum 29 l. Mts an den Rechner Herrn Döring im Regierungsgebäude gefälligst einsenden zu wollen, da an diesem Tage die Abrechnung erfolgen soll.
Gießen, den 23. December 1882.
Paul Zink eine Tochter, Katharine Ther.se Pauline. 18. Ein Sohn von auswärts, Wilhelm Karl. 18. Dem Schaffner bet der Main-Weser-Bahn Johannes Kuhl Zwillingssöhne.
Handel und Verlebt,
Gießen, 23. Dezember. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter »er Pfund A 1.12—1.25, Hühnereier per Stück 7—9 Käse per Stück 5—9 Kasematte per Stück 3 Erbsen 1 Liter 20 H, Linsen 1 Liter 24 H, Tauben Paar 40—70 H, Hühner per Stück A 0.90—1.30, Hahnen per Stück A 0.55 Kis 1.80, Enten per Strick A 1.80—2.20, Ochsenfleisch per Pfund 66 -70 H Kuh- und Rindfleisch 56—60 Kalbfleisch 54 bis 56 Schweinefleisch 62—64 H, Hammelfleisch 60—66 Kartoffeln per 100 Kilo A 5.50—6.00, Zwiebeln per Gentner 3.00, Milch per Liter 14—18 Gänse per Pfd. 65—80 Weißkraut 100 Stück
731) Ueber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige In eine oder mehre Zeitungen verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, wenn man von der Annoncen - Expedition von HAAS Eft STEIft «f? VOGLEH in Frankfurt a M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hinsichts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Rath ertheilt
Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Beerdigte.
Den 19. December. Emma Dorothea Dieterichs, ledige Tochter des zu Cleve verstorbenen Bautnspectors Johann Adolf Anton Dieterichs, alt 37 Jahre, gestorben den 17. December.
Denselben. Henriette Möser, geb. Conradi, Ehefrau des Schuhmachermeisters
Für die Wasserbeschädigten im Großherzogthum gingen weiter bet unS ein: Ertrag eines Scats von G L., L- M., A. E. 2 A, Chr. Reiber 5 A, T. I. E K- 60 H, Spielabend in der Bierbrauerei Lvny 86 N. N- 63 B. Reitz 3 A, Gast- wirtb Ludw. Schlierbach in Rodheim 6 A. D. Spruck 5 A, Fr(. M- H. 5 A, aus der Spielkasse von I. Keöck VIII. in Heuchelheim 3,35 A, Gesangverein „Ltederkranz" in Leihgestern 7,70 A, Spielabend bei Schnell 1,10 A, Pfarrer Strack in Reiskirchen 3 A, B- Strack 1 A E. Strack 1 A, Zugführer a. D. Strock 1 A, Ertrag eines Wohlthätigkeits Scats 2,80 A, insgesammt 49,04 A( mit den früher quittirten Beträgen nunmehr 1915,02 A-
Den freundlichen Gebern herzlichen Dank sagend, verbinden wir hiermit noch gleichzeitig die Bitte, am Weihnachtsbaum, der Alt und Jung erfreut, der armen unglücklichen Bewohner des Rheines rc gedenken zu wollen, für welche diese Weihnachten keine Tage der Freude sind. In nahen ungesunden Räumen, ja zum Theil aus den zerstörten Häusern in fremde Räume übergesiedelt, sehen die Bcdanernswcrthen mit Kummer und Sorge dem Winter entgegen, wenn ihnen nicht die Menschen- und Nächstenliebe einen Theil ihrer Sorgen abnimmt und du-ch Spenden das Elend lindern hilft- Also nochmals: Am Weihnachtsabend gedenket unserer armen Wasserbeschädigten.
Die Expedition des „Gießener Anzeiger".
Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen.
Aufgebote.
December. 18. Kutscher Wilhelm Deibel von Watzenborn mit Elisabethe Henkel, Tochter des verstorbenen Cigarrenmachers Konrad Henkel von Gleiberg. 20. Der Sergeant im 1. Großh. Hessischen Dragoner-Regiment (Garde-Dragoner-Regiment- Nr. 23 Wilhelm Deibel von Kleinlinden mit Elisabeth Hamm, Tochter des Guts besitzers Philipp Friedrich Hamm von Rhein-Dürkhetm. 22. Fabrikarbeiter Friedrich Lesch von Gleiberg mit Marie Philipps von Bromskirchen.
Geborene.
December. 14. Dem Schuhmacher Louis Lüter eine Tochter. 15. Dem Locomottv- heizer Heinrich Amend ein Sohn, Heinrich. 15. Dem Cigarrenarbeiter Carl Wahl eine Tochter. 16. Dem Schaffner bei der Main-Weser-Bahn Karl Andreas Müller ein Sohn, Georg Wilhelm. 16. Dem Reallehrer Clemens Theisen eine Tochter, Gertrud Marie Elise. 17. Eine Tochter von auswärts, Ernstine Luise. 18 Dem Hausburschen
um Erlaubniß zur Vorlegung enes Abzugskanals aus ihrerHofraithe nach dem Stadtbach gestellte Antrag auf Herstellung und theilweffe Verlegung des von dem Spiesschen Hause in der Neustadt aus an dem Besitzthum des Herrn Fabrikant Hornberger, Geometer Körner u. s. w. vorüber durch den Lony'schen Garten nach dem Stadtringgraben führenden städtischen Fluthgrabens wird nach längerer Debatte für und wider genehmigt und beschlossen, zur Deckung der auf 10,175 veranschlagten Kosten die Firma Gail mit einem Beitrag von 3000 A heranzuzieben und letzterer das durch Wegfall des alten Canals sreiwerdende Gelände als Eigenthum zuzusprechen. — Gegenüber dem Gesuche des Herrn Mühlenbesitzers Burk um Verbesserung der Lahnstraße erklärt die Versammlung unter Hinweis auf die bewilligte Herstellung des Hammweges Beharren auf früherem Beschlüsse. — Betreffs des Weges nach der kleinen Schwarzlach soll für weitere Auffüllungen Kostenvoranschlag eingefordert werden. — Die weiteren Gesuche von Schreinermeister Johannes Lenz (Bauerlaubniß), Gutsbesitzer Carl Schlenke (Verlegung eines Weges und Anlegung von Mulden) werden genehmigt (bei rc. Lenz jedoch unter der Bedingung, daß der projectirte Bau an eine andere als die vorgesehene Stelle des Bittstellers Grundstück errichtet werde), desgl. Verschiedene Kostenoecreturen.
Gießen, 23. December. Die Schwindlerin, welche in letzter Zeit die hiesigen Geschäftsläden heimsuchte, wurde in der Person einer stellenlosen Dtenstmagd ermittelt And verhaftet. Die erschwindelten Sachen hatte sie theils verkauft und versetzt oder lheils selbst getragen.
Vermischtes.
Ham bürg. Als Zollkuriosum ereignete sich bet einem hiesigen Postamte der Fall, daß ein Arbeiter ein mit Rosinen durchbackenes Brod nach seiner Heimath ab senden wollte und ihm dafür 1 a 80 Etngangszoll abgefordert wurde. Der erstaunte Arbeiter erklärte, daß das Brod beim Bäcker ja mir 1 A 10 $ gekostet habe, mdeß bestand der Zollbeamte auf den Bestimmungen des Zolltarifs, daß die Rosinen einen höheren Betrag zu zahlen hätten und sonach alles als Rosinen zu bezahlen sei. Der Arbeiter sah natürlich unter solchen Umständen von der Absendung des Weihnachtsgeschenkes ab.
— An der Universität Berlin sind im laufenden Winterhalbjahr 4678 Siu- dirende immotriculirt (578 mehr als im vorangegangenen Sommer), bei der theologischen Fakultät 448 (60 Nichtpreußen), der juristischen 1414 (260), der medicmischen 774 (135), der philosophischen 2042 (419). Außerdem nehmen an den Vorlesungen Theil: 204 nicht immati ikulationsfähige, vom Rector zugclassene, ferner 229 Studirende der militärärztlichen Bildungsanstalten, welcke also der medtcinischen Fakultät zuzurechnen wären. 520 Studirende der technischen Hochschule, 105 der Bergakademie, 72 der landwinhschaftlichcn Hochschule, 82 der Akademie der Künste. Im Ganzen hören somit 5990 die Vorlesungen. Die Zahl der immatrckulinen Preußen beträgt 1407, der übrigen Reichsländer 567, Luxemburgs 8, Deutsch-Oesterreich 17, der übrigen europäischen Länder 202, Afrikas 3, Amerikas 66, Asiens 10, Australiens 1. Die Zahl der Lehrer beträgt 235.
Würzburg, 18. December. Ein hübsches Weihnachtsgeschenk erhielt der Schenker der Köhler'schen Bierbrauerei, indem ihm der erste Gewinn der ungarischen loO fl -Prämienlotterie mit 120,000 österreichischen Gulden zufiel. Durch Vermittlung eines hiesigen Rechtsanwalts verkaufte er an ein Frankfurter Bankhaus seinen Gewinn um die Summe von 180,000 Mark, welche dem glücklichen Gewinner sofort ausbezahlt wurden.
Mainz, 20. December. Bei den Brückenbauarbeiten hat sich herausgestellt, daß die Fundamente der Biückenpfeiler viel tiefer unter die Rheinsohlen zu stehen kommen müssen, als ursprünglich vorgesehen war; man hatte Anfangs geglaubt, in einer Tiefe von 9 Metern auf festen Letteboden zu stoßen, was sich aber nicht bestätigt hat. Das feste Mauerwerk des Wosserpfeilers bet Kastel ist dagegen nur 6—7 Meter in den Boden versenkt.
Frankfurt, 19. December. (Ein menschenfreundlicher Herr) In der Kaiser- Hosstraße versammelte sich am Samstag Abend ein fi öhliches Abendkränzchen, dem auch cm alter Herr beiwohnte, welcher aus Furcht, nach angenehm verbrachter Nacht zu Fuße nach Hause gehen zu müssen, sich auf Mitternacht eine Droschke bestellt hatte. Als Mann m't gutem Herzen gedachte er auch des friemben Rosselenkers, brachte ihm eine Flasche Geisenheimer hinunter und gab ihm 10 Mark im Voraus, damit er ja nicht forlfahre. Nach einiger Zeit brachte er ihm wieder einFläsckchen und sogar noch ein drittes. Seelenvergnügt stieg er um 4 Uhr Morgens zum letzten Male die Treppe hinab, um nach Hause zu fahren. Als er sich in die Droschke setzm wollte, gings mcht, denn drinnen lag der schwer bezechte Kutscher und scknarchte, daß cs eine Art batte. Alle Belebungsversuche blieben erfolglos und so mußte der alte menschenfreundliche Herr zu Fuß nach Hause gehen. _________________________________
Schtffsvericht. Mitgethetlt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C- W. Dietz Nachfolger, Gießen.
Bremen, 21. December. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Werra, Capt. I. Barre, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 10. December von Bremen und am 12. December von Southampton abgegangen war, ist heute 2 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.
In der Strafsache gegen den Georg Heinrich Diehl in Gießen wegen Beleidigung hat das Großh. Schöffengericht zu Gießen am 14. December 1882 für Recht erkannt: Angeklagter ist überführt und wird aus § 185, 186, 196, 200 ds. St. <9. B. in eine bei Uneinbringlichkeit mit drei Tagen Hast zu verbüßende Geldstrafe von zehn Mark und in die Kosten verurtheilt. Auch hat Flurschütz Wenzel in Gießen das Recht den entscheidenden Theil dieses Urthell binnen einer Woche nach Zustellung einmal im „Gießener Anzeiger" auf Kosten des Angekl. zu veröffentlichen.
V. R. W.
Die Richtigkeit der Abschrift der Nrtheilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urtheils be- Icheinigt. ^499
Gießen, den 22. December 1882.
Reidhardt, Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts.
Allgemeiner Anzeiger.
Iagdvevpachtnng.
Freitag den 29. ds. Mts., des Mittags 1 Uhr, wird die am 6. Januar k. I. leihfällige Jagd in der Gemarkung Cleeberg, ca. 1224Hcctar 25 Ar, bestehend aus Wald und Feld, auf die Dauer von 6 Jahren in dem Rathhaus dahier öffentlich verpachtet.
Cleeberg, den 6. Dezember 1882.
Der Bürgermeister: 8219 Keil.
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