2 3u Lollar am 4. November 1882, Vormittags 9 Uhr, neben dem neuen Bahnhofsgebäude.
Hierher S^n bk Drte:^^ ^Buseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Saubringen mit fiof fi^rtftaufen, Groß-Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lda., Mtofy, äßtefe .
3. Zu Grüuberg am 4. November 1882, Nachmittags 1 Uhr, an dem Bahnhofe
Hierher gehören die Orte: f . ßföbetaob Grünbera mit der Dickelsrnühle, Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere
Kesselbach mit der Rabenau'schen Papiermühle, Lauter mit
SmÄÄSS ".«Ä'w* t&e* iw*» Ä *•**•< •**»*• “•**■ km Hainer-Hof, Winnerod. . ,o, ..
II. Im Bezirke der II. Compagnie (Llch).
1. Zu Hungen am 11. November 1882, Mittags 12 Uhr, am Friedhöfe.
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Rodheim mit Hof Graß, Röthges, Stemheim, Trais-Horloff, Utphe, Bülmgen.
2. Zu Lich am 11. November 1882, Nachmittags 3 Uhr, am Bahnhose.
Wr a b Labn Birklar Dors-GM, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich, Groß-Linden, Grüningen Hausen,
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Beginn der Control-Versammlung Schirme, Stocke, Pfeifen ic. fortzulegen sind. Dberfttieutenant z D. und Bezirks-Cvmmandeur.
Deutschland.
Darmstadt, 21. October. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben AllergM^gs^h^r praktischen Arzt Dr. Sebastian Fertig aus Bensheim zum Kreisassislenzarzt für den Kreis Offenbach mit dem Amtssitze zu Offenbach, den praktischen Arzt Dr. Ludwig Matthias aus Fnedberg zum Kreisassisteniarzt für den Kreis Schotten mit dem Amtssitze zu Gedern und den prakttschen Arzt Dr. Karl Scharfenberg aus Michelstadt zum Kreisastistenz- arit für den Kreis Gießen mit dem Amtssitze zu Lich — zu ernennen.
° 'm 22 Oktober. Die Frage Der Bestrafung der Bettler und
Vagabonden wurde auf dem ohnlängst dahter stattgehabten Congreß des Deutschen Vereins für Armenpflege und Wohlthätigkeit ebenfalls eingehend^erörtert uud ^m man ... hem Reick tust daß manche Aenderungen m den gesetzlichen Von chnsten^ber dte Bestrafung der Bettler und Landstreicher wünschenswerlh seien/ doch dürfe von einer bfoften Verschärfung der Strafen eine Beseitigung der jetzigen Mißstande nicht erwartet werden. Der Referent in dieser Frage, Herr Landiath Dr. Elvers (Wernigerode) führte FAgendes^aus^ ßcfaßt roorbeIt/ daß die kurzen Haftstrafen, auf welche
die Gerichte wegen Bettelns und Landstreichens erkennen, von den berufsmäßigen Vaga- bnnben nicht als ein auferiegtes Strafübel, sondern als Gewährung einer angenehmen Erholungspause empfunden z^u werden pflegen, und daß es richtiger wäre, wenn immer auf Arbeitsstrafen erkannt würde. Man darf aber nicht vergeßen, daß d e vor-
haub-n-uZwangsarb-itsaustaU-n jetzt schon üd-rsüllt sind und der steten Er-^t-run« bedürfen und daß man daher ganz neue Einrichtungen schäften müßte, wenn man die Arbeitsstrafen in weiterem Umfange in Awendung bringen wollte, bi-cher. Die fmftftrafe würde für die Vagabonden viel empfindlicher werden, wenn es sich ermöglichen ließe sie als Einzelhaft zu vollstrecken, und sie wurde auch einen moralischen Einfluß üben können, wenn sie di: Sträflinge für einige Zeit dem ^rkehr mit den Genossen entzöge. — Ts ist ferner schon oft als cin Mangel hervorgehoben, daß nicht d-ejenigen Behörden, welche die Zwangsarbeitsanstalten zu verwalten haben und daher in der Lage seien, die Individualität der einzelnen Korrigenden zu beurtheilen, über die Dauer der Einsperrung zu befinden haben, sondern die meistens der Verwaltung der Anstalten fernstehenden Landespolizeibehorden, welch:, da sie die Persönlichkeiten nicht kennen, lediglich nach feststehenden Schablonen ihre Festsetzungen treffen können. Es wäre zu wünschen, daß in dieser Beziehung baldAbhilse getroffen würde. Wenn man aber vielfach weiter geht und die Milde des Strafgesetzes für allein verantwort- Uck für das Ueberhandnehmen der Vazabondage erklär, und blos von der Verschärfung der Strafen Abhilfe erwartet, so hat man sich nie der Mühe unterzogen, die einzelnen Bestandtheile der vagabondirenden Bevölkerung zu untersuchen. Dem aufmerksamen Beobachter kann es nicht entgehen, daß sie neben einer Menge von ruchlosen und zu ^r Kinhtßat bereitem Gesindel, welches bewußtermatzen em faules und fd)marofcen-
W manche Bestandtheile enthalt, die blos durch unglück- KSJilmftänbe ihre Arbeitskraft verloren haben und zu Vagabonden geworden sind ± N^bondm bl-ih-n müsftn, uml ihm nirgends die Mögüchk-it g-b°t-u n>trb. JiAS S und noch viel mehr B-st°ndtbeil-, die zwar durch -rgen- S’Än. fn biek Laa- a-rach-n sind, die aber j-tzt auch bet bem besten Wrllen außer 'Leber beraXtommen. Es wäre eine entsetzliche Grausamkeit, wollte mnn nit Lraeschlaaen ist Jeden, der sich ,m zweiten oder dritten Rücksalle des ^andstreichens ^schuldig macht mit Prügelstrasen belegen, zumal so lange man nicht bk SÄ bat, Jebem, der wegen Lnnbstretchens bestrast ist, einen bestimmten Ort die u-cogumreir ' girbeit fein Brod erwerben kann, sondern so lange man
ibnUIfobaU> er seine^StrasM verbüßt hat, ohne HM- aus die Landstraße hinaussetzt und hn genau wieder in dieselbe Lag- bringt, in welcher er vor seiner B-strasung zum imh Pnnhftreidien aenöthigt war. — Das fetzige Strafverfahren gegen die §^b^nhen tft meistens eine ganz nutzlose Sysiphusarbett, mit der nichts Anderes m-ichl wird,^als daß -in g-wüs-r Bruchlheil zeitweilig dadurch unschSdltch gemacht wird daß 'n hinter Schloß und Ri-g-l verwahrt und dort aus off-ntltch- Kosten ge- 5521 mtrh Da die ©träfe ^eden treffen kann, der bettelnd umhergezogen ist, ohne daß!rst untersucht wir^ ob -r -s aus sr-r-m Willen gethan oder durch di- Umstänbe aenvunaen und ob er burch bie ©träfe auf anb-re Wege geleitet werben kann ober nicht" so kann st- roeber als -in Akt ausgl-jch-nder Gerechtigkeit, noch als -in Brsstrungs- mittel gelten, unb mit Recht ist daher betont worben, baß es sich babei eigentlich um ^ne arm-nvoliz-iliche Maßregel handle, die besser den Communal- oder Polizeib Horden überlassen bliebe. Jedenfalls bars sich bie wünschenswerlhe Reform nicht auf bie bloße Erhöhung bes Strafmaßes beschränken unb es ist kaum zu empfehlen, baß man mit t.efer 21. Dctbr. Se. Maj. der Kaiser machte heute Nach
mittag bei schönstem Wetter eine Spazierfahrt. Um 5 Uhr fand bet Sr. Majestät ein größeres Diner statt, zu welchem u. A. Großfürst Nicolaus von Rußland und Gras Pourtaläs geladen waren. Die Abreise erfolgt nach den bis jetzt getroffenen Dispositionen am Dienstag, den 24. d. Mts., Abends b3/4 Uhr, die Ankunft in Berlin am Mittwoch, den 25. d. Mts., Morgens 93/, Uhr.
Krankreich.
Paris, 21. October. Der Redacteur des socialistischen Blattes „Le Gitonen", Namens Erie, ist heute früh verhaftet, seine Papiere sind beschlagnahmt worden. Wie es heißt, steht die Berhastung m Verbindung mit ben Ruhestörungen in Montceau-les-Mines. Auch in St. Etienne haben mehrere Verhastungen stattgefunden, welche auf diese Angelegenheit Bezug haben. .
— Die großen Vorsichtsmaßregeln, wodurch die französtsche Regierung eine Wiederholung der Ruhestörungen von Montceau-les-Mines vorgebeugt hat, sind von der öffentlichen Meinung des Landes sehr beifällig aufgenommen war- den. Je ungeberdiger die extremen Parteien — Socialisten so gut E Cyarn- bordisten — auftreten, desto ablehnender wird die Haltung der großen Masse des Volkes Letzteres weist jede Perspective aus innere Störungen mit gleicher Eneraie von sich, wie jeden Gedanken an auswärtige Abenteuer, und das Bewußtsein, betreffs dieser Cardinalfrage sich Eins mit der uügeheuren Volks Mehrheit zu wissen, bildet zur Zeit die festeste Stütze des am Ruder befindlichen Ministeriums Duclerc.
England.
fconbon, 21. Dctbr. Wie der „Times" aus Kairo vom Gestrigen gemeldet wird, bestehen die Hauptpunkte der Anklage gegen Arabi darin, daß er unter Verletzung des Völkerrechts die weiße Flagge in Alexandrien aufgeyiftt, unter Deckung durch dieselbe mit den Truppen sich zurückgezogen, die Stadi dem Feuer und der Plünderung preisgegeben, die Egypler. zur Bewaffnung gegen den Khedive aufgewiegelt und zum Bürgerkriege, Massacre, zur Verhex runq und Plünderung egyptischen Gebietes aufgereizt habe. . .
— Ein Reuter'sches Telegramm aus Kairo läßt heute einen onentirenoen Lichtstrahl in das zweifelhafte Halbdunkel der egyptischen Zukunft fallen. Man ersieht daraus, daß England nur noch auf die Begutachtung des Baker fchen Heeres-Organisations-Projects durch das egyptische Ministerium wartet, um das Ensemble der britischen Politik vor das Forum der europäischen Mächte zu bringen. Die Abhängigmachung dieses Zeitpunktes von den Berathungen der Minister des Khedive wird man natürlich nicht allzu buchstäblich nehmen dürfen. England behält sich auch diesbetreffs, wie in allen übrigen Punkten, die Entscheidung vor, und Europo hegt kein Interesse daran, daß die egyptische Frage eher auf die Tagesordnung internationaler Discussion gesetzt werde,. ehe sie spruchreif werde. Voraussetzung für Letzteres ist die vorgängig prmcipielle Verständigung des Londoner mit dem Pariser Cabinet und eventuell auch mit der Pforte. Auf die Bekehrung der türkischen Staatsmänner legt England jetzt freilich nur mehr untergeordneten Werth, und die Kundgebungen der accre» ditirten Londoner Blätter zeigen, daß die Regierung entschlossen ist, das egyptische Arrangement, gleichviel, ob mit, ob ohne oder auch gegen den Willen der Pforte zu Stande zu bringen.
Rußland.
Petersburg, 21. Dctbr. Im finnischen Meerbusen sind unweit Rargen die Dampfer „Cassius" und „Una", bei Fardesund, nördlich von Gothland, der Dampfer „Ville de Lille", bei Helsingfors der Dampfer „Porthan" gestrandei.
Rumänien.
Bukarest. Die deutschen Colonisten in der Dobrudscha beabsichtigen das Land zu verlaßen, welches sie, Dank ihrer Arbeitskraft und ihrer Ausdauer, dem Sumpfe abgerungen und wo sie innerhalb der letzten 40 Jahre eine Reihe blühender Ortschaften und kleinerer Ansiedelungen gegründet haben. Als Grund der Auswanderung wird in der rumänischen Presse der Widerwille der deutschen Colonisten gegen die von der rumänischen Regierung geforderte Erfüllung der Militärpflicht angegeben. Doch liegt die Ursache des Auswan- derungs-BeschluffeS der Wirklichkeit nach, meint die „St. Petersb. Ztg. , in den unausgesetzten Nörgeleien, welche die Deutschen der Dobrudscha seit der Besitzergreifung dieser Provinz durch Rumänien über sich ergehen lassen mußten. Allen diesen Quälereien wäre ein Ende gemacht, wenn sich die deutschen Colonisten zur Preisgebung ihrer Nationalität und ihrer Schul- und Kirchengemein-
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