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Im Commissionsverlag erschien soeben bei dem Unterzeichneten in neuer Auflage:
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BerWischteS.
Darmstadt, 20. Oktober. Der „Worms. Zig." schreibt man von hier: Ent- MN einer anderen Mittheilung scheint das finanzieUe Resultat der ftattgehabten land- mthschastlichen Landesausstellung sich nicht günstig zu gestalten, sondern ein nicht ^bedeutendes Deficit vorhanden zu sein, zu dessen Ebnung auch die landwirthschaft- ichen Vereine beitragen sollen. (Der landwirthschaftliche Verein für Rheinhessen, Mcher 3000 X zu den Kosten der Landesausstellung beigetragen hat, wurde bereits .rsucht, zur Deckung des entstandenen Deficits nochmals eine Summe von 1200 X willigen zu wollen )
— Die Bayerische Landes-Ausstellung in Nürnberg hat mit einem Erfolge hendet, wie ihn bis jetzt kein derartiges Unternehmen in Deutschland aufzuweisen hatte. [Ion der gleichen Gunst des Publikums wie die Ausstellung selbst, wurde die damit i.rbundene Lotterie getragen und war der Absatz der Loose, namentlich in den letzten Eiben Monaten ein ganz enormer. Es wird sich Niemand darüber wundern der Mgenheir hatte, die Lotterie-Gewinne selbst in Augenschein zu nehmen und es ist nur ine Stimme darüber, daß die Gewinne-Ankaufs-Commission ihre schwierige Aufgabe nit großem Geschicke gelöst hat. Wrr werden uns demnächst mit den Gewinnen selbst n eingehender Weise beschäftigen. Heute aber schon können wir das hier und da auf-
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Kalender für das Jahr 1883.
Dieser von Freunden der Landwirthschast und des landwirthschafllichen Genossenschaftswesens auf das Beste ausgestattete Kalender hat sich in Nah und Fern als ein treuer Nathgeber des Landmanns eingeführt. Enthält ferner,: Erzählungen, Anekdoten, Messen und Marktverzeichnisse 2c.
jL» Vogelsberger,
Buchhandlung, Darmstadt.
Wiederverkäufer an allen Plätzen gesucht. 6998
Akademischer Gesangverein.
6988 Erste Probe und Generalversammlung Freitag de« !7. Oktober, Abends ?Vr Uhr. Anmeldungen neuer Mit- Jieoer nimmt der akademische Mufikvirector Herr Felchner in einet Wohnung (Nordanlage 20) zwischen 1 und 2 Uhr oder an )robeabenven in der kleinen Aula entgegen.
Der Borstand.
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Haft entschließen könnten. Ehe sie aber dieses letzte Opfer bringen oder sich noch fernerhin dem ungleichen Kampfe aussetzen, der früher oder später doch ,uit der Vernichtung der bisher so ehrenvoll bewahrten deutschen Eigenart enden wüßte, wollen sie lieber zum Wanderstabe greisen.
Aegypten.
Alexandrien, 21. Octbr. General Wolseley hat sich heute an Bord des Aviso „Iris" nach Triest eingeschifft. — Der englische Finanz-Controlenr in Egypten, Colvin, hat, wie es heißt, bei der Negierung um eine Anstellung in Indien nachgesucht; die Negierung habe ihn aber ersucht, in Egypten zu bleiben.
Kairo, 20. Octbr. Die Unterredung der englischen Advocaten Broadley Md Napier mit Arabi ist auf morgen verschoben worden. Der Procurator hat heute mit Broadley und Napier bezüglich des Proceßverfahrens ein Ueber- emkomrnen getroffen, welches sofort von dem englischen Ministerium ratificirt werden soll. Dasselbe gestattet Broadley und Napier, Arabi zu sprechen und räumt ihnen das Recht ein, Zeugen zu berufen und zu vernehmen, sowie die Akten der Voruntersuchung zu prüfen. Broadley glaubt, die egyptische Regie- ruug werde mehrere neue Mitglieder für das Kriegsgericht ernennen, welche der englischen Sprache mächtig sind.
Kairo, 21. October. Das Ministerium hat das zwischen dem engli» scheu Advocaten Broadley und dem Procurator Borelli Bey getroffene Ueber- eirkommen bestätigt. Die englischen Advocaten erklären, daß nunmehr die Führung eines loyalen und gerechten Proceffes gegen den Gefangenen gesichert sei, da die gegenwärtigen Bedingungen günstigere seien, als diejenigen vor einem englischen Kriegsgerichte.
Telegraphische Depeschen.
Wolffs telegr. Correspondenz-Bureair.
Baden-Baden, 22. Octbr. Se. Maj. der Kaiser empfing heute Vormittag den Statthalter von Elsaß-Lothringen, G.F.M. v. Manteuffel, in längerer Audienz. Nachmittags trafen Se. Königl. Hoheit der Großherzog von Baden mit dem Erbgroßherzog und dem Prinzen Ludwig von Baden zum Besuch Ihrer Majestäten hier ein. Zu dem Diner, an welchem die Großh. Badischen Herrschaften und der G.F.M. v. Manteuffel und seine Tochter thellnahmen, hatten auch die Generäle v. Obernitz, v. Ditfurth und v. Reibnitz, sowie £er Cberft v. Strantz Einladungen erhalten. Eine Ausfahrt hatte der Kaiser des schlechten Wetters wegen heute nicht unternommen.
Paris, 22. Octbr. In Folge der Vorgänge in Montcean - les - Mines sind gestern in Montcean, Paris, Lyon, St. Etienne und Narbonne Verhaftungen vorgenommen worden. Die Regierung soll entschlossen sein, gegen die Urheber der Unruhen in Montcean - les - Mines mit der größten Strenge vor- zugehen.
London, 22. Octbr. Ein Theil der aus Egypten zurückkehrenden Rarinesoloaten ist gestern in Plymouth eingetroffen. Bei dem Einlaufen wurden dieselben von den Mannschaften der hier vor Anker liegenden deutschen Kriegsschiffe begrüßt. — Herbert Gladstone hielt gestern in einer Versammlung in Leeds eine Ansprache, in welcher er für die Politik der Regierung in Betreff Ägyptens eintrat. Was die Kriegskosten angehe, so glaube er, daß Egypten dieselben nicht tragen wolle, und halte er es für die beste und weiseste Politik, daß England den größeren Thell der Kriegskosten bezahle.
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Lokales.
Gießen, 23. Oktober. Ein Schlossergeselle von Ober-Ofleiden kaufte sich gestern Nachmittag dahier ein Doppelpistol. Nachdem er es im Wartcsaale III. Classe des .hiesigen Bahnhofs geladen, steckte er das Pistol in die Hosentasche, vergaß jedoch die Hchnen in Ruh zu stellen. Durch irgend einen Umstand schnappte ein Hahn zu und tiitlub sich der eine Schuß, dem Inhaber die Hand schwer verletzend. Die im Wartesaal Anwesenden wurden dadurch in nicht geringen Schrecken versetzt.
tretende Gerücht widerlegen, als ob der ursprüngliche Ziehungstermin hinausgeschoben werden sollte. Die Ziehung beginnt vielmehr ganz bestimmt am 15. November und das noch zur Verfügu g bleibende Loosquantum ist so gering, daß es sicherlich vorder Ziehung vergriffen sein dürste.
Kassel, 20. Oktober. Gestern Nachmittag nach 5 Uhr war es einem Sträfling im Zuchthause gelungen, einen der Eisenstäbe vor seinem Fenster zu durchbrechen und von hier aus in die Fulda zu springen, wo er stromabwärts schwamm. Die Flucht war indessen von einem Aufseher bemerkt worden, welcher den Flüchtling sofort verfolgte. Als der Letztere in der Nähe der Jacobi'schen Bleiche ankam und hier auf daS Ufer zu gelangen suchte, wurde er von dem Aufseher und einem inzwischen herbeigekommenen Schutzmanns nebst noch einigen anderen Leuten gefaßt, wobei er sich jedoch zur Wehr setzte und es ihm abermals gelang, sich den Händen seiner Verfolger zu entwinden und in das Wasser zu springen. Er war aber an eine tiefe Stelle gerathen und rief nun selbst um Hilfe, bis er untersank. Inzwischen war man ihm mit einem Schiffe zu Hülfe geeilt und holte ihn aus dem Wasser heraus, worauf er bewußtlos auf einen Wagen gelegt und nach dem Zuchthaus zurückgefahren wurde. Bei der Ankunft daselbst war das Bewußtsein noch nicht zurückgekehrt.
— sDer Scharfrichter von Hamburg.) Unter manchen Etgenthümlichkeiten aus alter Zeit hatte sich Hamburg auch noch den Luxus gestattet, einen besoldeten Nachrichter zu halten, der 3168 X Gehalt bezog und nebenher die Stelle eines Frohns (Schinder) hatte. Die Einnahmen des Mannes waren höher als die des ersten Bürgermeisters in Hamburg und werden auf mehr als 21,000 X berechnet. Nach einer längeren disciplinaren Untersuchung gegen den Nachrichter, der ganz merkwürdige Manipulationen mit dem konfiscirten Fleisch betrieben haben soll, ist ihm nun endlich seine Stelle gekündigt worden. Der Scharfrichter hatte in dem letzten Decennium allerdings drei Hinrichtungen vorzunehmen. In Hamburg ist jedoch die Guillotine gebräuchlich.
— Ein kleines, aber höchst unangenehmes Reisemalheur passirte vor Kurzem einer Dame in einem rheinhessischen Bahnhofe, woselbst sie die Zeit bis zum Abgänge des nächsten Zuges abzuwarten damit ausfüllte, ein Frühstück in Gestalt eines Beefsteaks einzunehmen. Da dasselbe aber etwas zäher Natur war, so sah sich sich genöthigt, ihr technisches Gebiß bei Seite zu legen, um mit der Arbeit rechtzeitig fertig zu werden. Da ertönt das Signal „Einsteigen" und ohne Verzug leistet sie ihm Folge, um in das schon halb besetzte Coup6 zu kommen. Unterwegs auf der zweiten Station vernimmt die Reisegesellschaft plötzlich den Schrei „Gott, meine Zähne!" Also rasch telegraphirt, um den betreffenden Gegenstand wieder zu erlangen. Die Rückantwort ließ nicht lange auf sich warten: „Der bewußte Gegenstand hat sich gefunden, kann aber nur persönlich in Empfang genommen werden." Sie war einer Ohnmacht nahe. Da die Rückreise augenblicklich nicht möglich war, mußte die Aermste 2 Monate ihren Nothstand am Orte ihrer Bestimmung aushalten, ehe es ihr gelang, bei persönlicher Vorstellung von dem Beamten ihren Verlust wieder zu erhalten. Gewiß eine harte Buße für die Betroffene!
Gewerbliche und technische Notizen.
— sAltrömischer Mörtel) Unter die verloren gegangenen Erfindungen gehörte bisher die altrömische Kunst der Mörtelbereitung. Bei jedem römischen Bauüberreste mußte man sich sagen, daß die Alten einen besonderen Kunstgriff gehabt haben müssen, um ihrem Mörtel die für uns unerreichbare Härte zu ertheilen. Jetzt endlich scheint Professor Artus ein Mittel gefunden zu haben, das gleichen Erfolg sichert. Ein gewöhnlicher Mörtel aus einem Theil gutem gelöschten Kalk und drei Theilen feinem Bausand wird nach feiner Anweisung unmittelbar vor der Verwendung noch mit drei Viertheilen fein gepulvertem, ungelöschten Kalk innig vermischt und rasch verarbeitet. Die Masse erhitzt sich, die Silikatbildung, d. t die chemische Verbindung von Kieselerde und Kalk, beginnt sofort und geht so rasch vorwärts, daß bei Versuchen schon nach 4 Tagen ein spitzes Eisen nicht rnchr in den Mörtel getrieben werden konnte und nach 2 Monaten die völlige Steinbildung und Verwachsung mit dem Mauergestein erfolgt war. Dabei besteht noch der besondere Vortheil, daß diese Masse sich zu Luft- und Wassermörtel gleich gut eignet.
— (Gegenseitiger Einfluß der Hölzer.) Es dürfte für unsere Leser nicht ohne Interesse fein, zu erfahren, daß gewisse Holzgattungen, welche an sich von großer Dauerhaftigkeit sind, eine derart schädliche Einwirkung aufeinander äußern, daß sie eine vollständige Zerstörung herbeiführen. Experimente mit Cypressen und Wallnußholz und Cypressen mit Cedernholz haben gezeigt, daß sich dieselben, wenn sie zusammengefügt werden, gegenseitig in Fäulniß versetzen, welche erst bann wieder aufhört, wenn die beiden Hölzer getrennt werden.
Schiffsbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C W. Dietz Nachfolger, Gießen.
Bremen, 21. Oktober. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Donau, Capt. R. Rtngk, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 8. Oktober von Bremen und am 10. Oktober von Southampton abgegangen war. ist heute 7 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.__
Kandel und Verkehr.
Frankfurt, 21. Okt. Auf dem heuttgen Markt kostete der Gentner Heu X 3.00—3.80, Stroh X 1.80—2.00, Eier das Hundert X 6—7.50, Stück 6%—8 H, Butter 1. Qualität X 1.25, 2. Qualität X 1.20, Kartoffeln per Centner X 2.25—3.75, Bohnen per Pfund 20 H, Wirsing 8—12 H, Rothkraut 12—20 das Stück, Gans X 4.00—7.00, Huhn X 0.80—1.10, 1 Ente X 2.00, 1 Taube 00—00 X Hahn X 0.50—0.90.
Gründern, 21. Oktober. (Fruchtpreise.) Weizen X 19.28, Korn X 15.44, Gerste X 13.76, Hafer X 12.04, Erbsen X —, Lein X —, Samen X —, Kartoffeln X 6.20.
Frankfurt a. M„ 23. October, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactien 266V-., Staatsbahnactien 296V4, Galizier 2683/4, Lombarden 121 Vs, Nord- westbahnactien 177V4, Darmstädter-Bankactien —, Oberschlesische E.-B.-Act. 259%, Oesterr. Silberrente 66Vs, 4% Ungar. Goldrente 74% g, 4% 1880er Russen 70% 5% 1877r Russen 87%, 2. Orient-Anleihe 56%, Spanier 64%, 5% Rumänische Rente 92%, 4% Unific. Egypter 72%, Disconto Comm. 2088/4, Gotthardbahnactten 90%- Tendenz fest.


