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pen spricht. In Dublin, der Geburtsftadt Wolseley's, ist eine Geldsammlung angeregt worden, um ihm nach seiner Rückkehr aus Egypten einen Ehrendegen zu überreichen.

Türkei.

Konstantinopel, 19. Septbr. Das arabische JournalEl Jawaib" bringt einen Artikel über die Zustände in Egypten, worin dem Khedive empfoh­len wird, das Vermögen der Häupter der Nationalpartei zu confisciren und daffelbe zur Entschädigung solcher, welche durch Plünderung und Brandstiftung Verluste erlitten, zu verwenden. Das Blatt hebt hervor, daß die Führer der Erhebung ungeheuer reich seien und daß ihr Eigenthum zur Deckung aller Schadloshaltungs-Forderungen hinreichen würde. Ein Telegramm derDaily News" aus Täbris meldet, daß der Kurdenscheich Obeidullah sich den zu seiner Verfolgung ausgesandten türkischen Truppen ergeben hat.

Aegypten.

Port-Said, 2C. September. Heute früh wurde an den Commandanten des Forts Ghemtleh die Aufforderung gerichtet, das Fort zu übergeben. Die beiden PanzerschiffeAgincourt" undNorthumberland" sind abgesandt worden, um das Ultimatum zu unterstützen. Außerdem soll heute Abend oder morgen früh eine Truppen- abtheilung auf dem Landwege gegen Ghemileh vorgehen. Falls die Uebergabe des Forts verweigert wird, sollen die Panzerschiffe das Bombardement gegen dasselbe eröffnen.

Amerika.

New-Aork, 18. Septbr. Präsident Arthur ist von seiner Reise an der Küste Neu-Englands hierher zurückgekehrt. Sein Befinden hat sich gebessert. Im Staate Tenessee herrscht augenblicklich lebhafte Aufregung wegen eines Gewaltstreiches, der für dieromantischen" Nechtszustände dieses Landes sehr bezeichnend ist. Der Vorfall ist folgender: Der Sherif Cato aus Chattanooga, sowie der Vice-Sherif beförderten am letzten Donnerstag mehrere Gefangene, darunter zwei zusammengekettete Mörder, mit der Eisenbahn nach Knoxville. Als der Zug den Bahnhof Sweetwater, 40 Meilen von Knoxville, erreichte, betraten drei neue Passagiere denselben Wagen, in welchem sich die Sherifs mit ihren Gefangenen befanden. Nachdem sich der Zug in Bewegung gesetzt hatte, griffen die neuen Ankömmlinge zuerst den Vice-Sherif an und schossen ihn hin­terrücks nieder. Hierauf feuerte der Sherif auf die Angreifer; die Schüsse wurden erwiedert und der Sherif ward gleichfalls getödtet. Alsdann befreiten die Eindringlinge die Gefangenen, ließen den Zug halten und führten einen der Mörder, Namens Taylor, nach der Locomotive, wo sie den Maschinisten zwan­gen, die Locomotive von dem Zuge loszukoppeln und sie nach der 20 Meilen entfernten Station Lenoir zu befördern. Hier angekommen, bestiegen sie Pferde, die für sie bereit standen und galoppirten in die Berge von Nord-Carolina. Man ist eifrig bemüht, der Verbrecher, aus deren Ergreifung eine Belohnung von 5000 Dollars ausgesetzt ist, habhaft zu werden, und die Gegend wird nach allen Richtungen durchstreift.

Telegraphische Depeschen.

Wolff'S telegr. Eorrefpondenz-Burearr.

Berlin, 21. September. Ein Petersburger Brief derNordd. Allg. Htg." sagt, die Reise des Kaiserlichen Paares nach Moskau gelte dem solennen Besuche der dortigen Ausstellung. Von einer improvtsirten Krönungsfeier könne keine Rede sein.

Dresden, 21. September. Se. Maj. der Kaiser hat folgendes Schreiben an den Oberbürgermeister Dr. Siübel gerichtet:

Als Ich Mich entschloß, behufs Erfüllung der Pflichten Meiner Kaiserlichen Würden in der schönen Elb-Residenz Meines Königlichen Freundes zeitweilig Aufent­halt zu nehmen, durfte Ich voraussetzen, auch von den Einwohnern freundlichst auf- genommen zu werden. Der Empfang, welchen Mir die Stadt Dresden im Wetteifer mit den von Mir berührten Orten bereitet, hat jedoch alle Meine Erwartungen weit übertroffen Der reiche, ebenso geschmackvolle wie sinnige Schmuck oon Häusern und Straßen, der wiederholte jubelnde Zuruf der zahlreich auch vom Lande herbeigeeilten i?Eerung, die umfassende Betheiligung an dem großartigen im nationalen Geiste und ^ÄÄ^erischem Geschick ausgeführten Festzuge, die herzliche Begrüßung der in be- trachtlicher Anzahl versammelten Kriegervereine, können Mich nicht zweifeln lassen, daß dre in bewahrter Liebe zu ihrem angestammten Fürstenhause zugleich für die Herrlich- @beutf$en $Qterlanbe§ warm schlagenden Herzen ihrer Treue und Anhäng- AKaiser und Reich einen überströmenden Ausdruck haben verleihen wollen. Die sprechenden Zeugnisse eines überzeugungsvollen Patriotismus haben Mich tief ge- M und mit innigstem Danke erfüllt; Ich fühle Mich in der Zuversicht bestärkt, daß im sächsischen Lande^ wo Ich zu Meiner aufrichtigen Freude huldigende Kundgebungen eines lebensvollen Nationalsinnes schon oft erfahren, des Reiches Zukunft in den Ge- müthern fest und dauernd gesichert ist. In diesem wohlthuenden Vertrauen wird die frohe Erinnerung an die festlichen Tage Meines Aufenthalts in hiesiger Stadt in der Ich von ieher gerne geweilt habe, Mich stets begleiten. Ich ersuche Sie Meinen ver- Auknabme"er?reut baden au§3ubrütfcn' "eiche Mich durch die genossene'ausgezeichnete Aufnahme erfreut haben. 8e» Wilhelm "

Gleichzeitig ließ Se. Maj. der Kaiser 2000 JL für die Armen Dresdens an den Oberbürgermeister gelangen.

London, 21. September. Die Nachricht derTimes" von der Ersckießuna Abdellal's und die Berichte der Abendblätter über Ruhestörungen in dem von Ein­geborenen bewohnten Stadtviertel Kairos entbehren, wie aus Alexandrien gemeldet wird, der Begründung.

Moskau, 21. September. Der Kaiser hielt heute Nachmittag eine Truvven- Revue auf dem Chodiwchen Felde ab. Der Fürst von Montenegro wohnte ihr bei Darauf nahm der Kaiser die Ausstellung eingehend in Augenschein. Die Stadt Kaschin ist von einer verheerenden Feuersbrunst heimgesucht worden. Näheres über den Schaden ist noch nicht bekannt.

Der Truppenrevue, welche Vormittags 11 Uhr begann, wohnten auch die Kaiserin und sämmiliche hier anwesende Mitglieder des Kaiserhauses bei. Der Kaiser SXr?u, Pferde, neben ihm ritt der Fürst oon Montenegro. Der Kaiser welcher Alles eingehend besichtigte, verweilte in der Ausstellung bis Abends 6 Uhr. Die 8§nung auf den Straßen, welche der Kaiser passirte, wurde durch aus dem Volke ae- btldete Genoffenschaften aufrecht erhalten. Polizeibeamte waren nur in gerinaer Anrabl oder gar nicht in den Straßen sichtbar. 6 y

. ~ ZI- September. Als der Befehl Yacub Paschas an die Soldaten

m Damiette, die Waffen niederzulegen und heimzukehren, in Damiette eintraf, achorckte

Garnison Abdelal Pascha und Abaluba schlugen mit schwacher Eskorte Mustasasens die Richtung nach Kairo ein.

... 21. September. Bei der Verhaftung Mahmud Fehmy Paschas

? Absicht, zu bestimmen, daß kein den egyptischen Behörden von den ©mv «Werter Gefangener ohne Zustimmung Englands hingerichtet werden - Düse Absicht hat man letzt aufgegeben, da feststeht, daß sämmtliche Gefangene btefe Mik" Kairo abgeurtheilt werben sollen unb hohe englische Officiere

nt*tahne bclb»en "erben. Bezüglich ber egyptischen Armee verlautet noch lischen Osücti-ren Ä-M-'"/11 bic egypttsche Gensbarmerie ausschließlich von eng; eavvtische ^? b fcjh0t ""den. um ben Schein zu vermeiden, als wolle man dies egypllfche Eorps zu einem englischen machen.

der £!?' Alexandrien wird gemeldet: Said Bey,

er frühere Polrzelprafekt von Alexandrien, ist verhaftet worden.

Drei britische Regimenter gehen morgen mit Tagesanbruch gegen Da- miette vor, um die Autorität des Khedive wieder herzustellen.

Port Said, 21. Sept. Das Fort Ghemileh hat sich mit 80 Mann Besatzung ergeben, der übrige Theil der Besatzung ist in der vergangenen Nacht nach Damiette abmarschirt.

Klagenfurt, 21. Septbr. Das Wasser der Drau und der Neben­flüsse sinkt wieder; die Gefahr kann als beseitigt angesehen werden.

A o k a l e S.

Gießen, 22. September. Dank dem wahrhaft trostlosen Regenwetter sind Lahn und Wieseck wiederum hoch angeschwollen. Die Grummet-Ernte im Buseckerthal dürfte wohl auch vernichtet sein. Den Sommer 1882 kann man getrost als eine Unglückszert für spätere Jahre in Erinnerung behalten.

Gestern Abend rückte unser Regiment aus den Manöoern wieder bei uns ein. Vom schönsten Wetter waren die Truppenübungen gerade nicht begleitet und manchen Schnupfen werden unsere Soldaten wohl auszubrüten haben. Heute Morgen wurden die Reserven entlassen und froh und munter zogen dieselben nach oem Bahnhof der Heimath zu.

Vermischtes.

Darmstadt, 21. September. sMilitärdienstnachrichten.) Ihne, Vicefeldwebel vom 1. Bat. (Gießen) 2. Großh. Landw.-Regts. Nr. 116, zum Secondelieutenant der Res. des 2. Hanseat. Jnf.-Regts. Nr. 76, Heil, Vicefeldwebel von demselben Bataillon Mm Sec.-Lteut, der Res. des 1. Großh. Inf,- (Leibgarde-) Negts. Nr. 115, Fischer' Romheld, Vicefeldwebel von demselben Bat., zu Sec.-Lteuts. der Res. des 2. Großh Jnf.-Regts. (Großherzog) Nr. 116 - befördert; o. Westernhagen, Oberst und Com- manbeur des 2. Großh. Jnf.-Regts. (Großherzog) Nr. 116, in Genehmigung seines Abschtebsgesuches mit Pension unb ber Regiments-Uniform zur Disposition gestellt.

Marseille, 21. September. sPrioat-Telegramm berFrkf.Ztg.") DerCirkus Saenger würbe gestern in Orange wie neulich in Cannes der Schauplatz eines gräßlichen Unglücks. Ein Bändiger wurde dort während des Schauspiels im Käfig vom Löwen angefallen und gänzlich zerfleischt.

Offenbach, 18. September. In Heusenstamm, wo gestern das Kirchweihfest abgehalten wurde, brach gestern Abend um 11 Uhr in der Hoiratthe des Herrn Bürger­meisters Augenthaler, der zugleich eine Gastwtrthschaft betreibt, Feuer aus. Während die Musik auf dem Orchester im Tanzsaal lustig aufspielte, schlugen die Flammen oon der in nächster Nähe befindlichen, mit allerlei Crescenzien, wie Heu, Stroh rc. voll­gefüllten Scheuer plötzlich herüber und zündeten, so daß das Tanzvergnügen mit den Loschungs- und Rettungsarbeiten vertauscht werden mußte, trotz deren aber nicht nur die ganze Scheuer, sondern auch der Tanzsaal zur Hälfte und die nebenan befindliche Scheuer der Wittwe Rosenkranz vollständig ntederbrannten. Das Vieh, das in den unter dem Tanzsaal befindlichen Stallungen untergebracht war, wurde glücklicherweise gerettet, so daß wenigstens Verlust oder Beschädigung an diesem nicht zu beklagen ist. Menschen waren nicht gefährdet. Der Schaden an Gebäulichkeiten, Mobilien und Crescenzien ist ein ziemlich bedeutender, doch wird dieser, da die Abgebrannten jedenfalls versichert sind, ersetzt werden; für den Schaden, der den anderen Wirthen Heusenstamms durch die durch den Brand verursachte Störung des Kirchweihfestes entstand, kann und wird aber ein Ersatz nicht stattfinden. Diese sind deshalb gleich, falls zu bedauern, denn die Kirchweihe in einem Ort bietet den Wirthen nur einmal im Jahr Gelegenheit zu einem ersprießlichen Verdienst und um diesen kamen sie, denn mit dem Erlöschen des Feuers waren auch die Festfreuden geschwunden. Außer den Heusenstammer waren nur die Biederer und die Obertshäuser Spritzen auf dem Brandplatz erschienenen, hier in Offenbach war von dem Ausbruch des Feuers nichts bekannt geworden. (Offenb. Ztg.)

Offenbach, 20. September. Ein recht bedauerlicher Unfall ereignete sich in der Nacht vom Sonntag auf Montag in einem Hause der Biebererstraße. Dort stürzte plötzlich ein junger Mann von 22 Jahren aus einem Fenster des dritten Stockes auf den Hof und verletzte sich innerlich derart, daß sofort ärztliche Hülfe nöthig wurde. Die Verletzungen des Unglücklichen sind sehr schwer. Wie der Unfall sich zuge­tragen, ist bisher noch nicht aufgeklärt, doch nimmt man an, daß sich der junge Mann zu weit zum Fenster hinauslegte, das Uebergewicht bekam und in den Hof hinabstürzte. v

Frankfurt, 20. September. In den nächsten Tagen wird sich die Tochter eines hiesigen renommirten Arztes verheirathrn; sie erhält die artige Mitgift von 300,000 Mark.

Friedberg, 19. September. Der hiesige Vorschuß- und Creditoerein erläßt folgende Warnung: DieDeutsche Garantiebank in Frankfurt a. M. Diese kleine Actien- gesellschaft, welche ein Capital von 120,000 Mark hat, worauf lOpCt. eingezahlt sind und deren Verwaltung in geschäftlichen Kreisen total unbekannt ist, bemüht sich ihre Actten an den Mann zu bringen, indem sie dieselben, wie man derFr. Ztg." mittheilt, sowohl direct bet kleinen Geschäftsleuten rc anpreist, als auch dadurch, daß man aus­wärts Agenten zu engagiren sucht und diesen die Bedingung stellt, daß sie Actien des Unternehmens als Kaution zu hinterlegen haben. Wir können das kleine Capital nur warnen vor diesem Gründerauswuchs en miniature.

A September. Heute Morgen wurden zwölf von den 30 Michaelis- Abiturienten des Königlichen Gymnasiums auf Grund ihrer vorzüglichen schriftlichen Arbeiten vom mündlichen Examen dispensirt. Es steht dieser Fall wohl einzig tu der Geschichte deutscher Gymnasien da, gleich ehrenvoll für Schüler und Lehrer ~ Mainz, 21- September. Der Rhein wächst fortwährend ganz rapid, jede Stunde kann man ein Wachsen von ca. 2 Ctm. wahrnehmen. Heute Mittag um 4 Uhr zeigte das Pegel 4 40. Nach einer Depesche aus Mannheim stieg dort der Rhein von

<£U cm * auch der Neckar wächst anhaltend. Der Herr Oberbürgermeister Dr. DuMont machte in der gestern Abend abgehaltenm Stadtoerordnetenversammlung hen Anwesen^n die Mitthetlung, daß nach einem von der juristischen Commission abgegebenen Gutachten die Stadt Mainz verpflichtet sei, für den s. Z. von Holland erworbenen Dampfbagger einen Eingangszoll von 6100 Mark zu entrichten.

- 22. ©ep«jr., Nachmittags 2 Uhr Min. (Telegraphischer

Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) ^aat%actlST 3e02'. Galizier 274%, Lombarden 124%, Nord- westbahnactien 183 Darmstadter-Bankactien 159%, Oberschlesische E.-B.-Act. 257, M/ftir^r@^i.efLrnn^i66/8,o 4Z° .""gar. Goldrente 75%, 4% 1880er Russen 70"%, 64%- 5% Numänisch-

Kirchliche Anzeigen dex Stadt Gieren.

E v a n g e l i s ch e G e m e i n d e.

Gottesdienst:

Sonntag den 24. September (16. nach Trinitatis). Vormittags 91/? Uhr: Pfarrer Dingeldey. Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Schlosser.

Die , P f a r r g e s ch ä f t e in der Woche vom 24. bis 30. September besorgt Pfarrer Dingeldey. (Wohnung Ludwigsplatz 8.)

Katholische Gemeinde.

m p 17. Sonntag nach Pfingsten.

._ .Bau 6 Uhr an: Beichte. 7 Uhr: Frühmesse und Äustheilung der h. Communion. Vr10 Uhr: Hochamt und Predigt: Pfarrer Rady. 2 Uhr: Andacht.

Gottesdienst in der Synagoge.

Freitag Abend (Versöhnungsabend) 6 Uhr, Samstag Morgen (Versöhnungstag) 7 Uhr, Samstag Abend 635, Mittwoch Abend (Laubhüttenfestsbeginn) 5", Donnerstag Morgen 8 Uhr, Donnerstag Mittag 4 Uhr, Donnerstag Abends 6", Freitag Morgen 8 Uhr.