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Erscheint tÄflli» mit Ausnahme des Montags.
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etwa 14 Tage berechnet ist. f
Mit der Vertagung des Reichstages werden Die partamenta- nschen Arbeiten für längere Zeit gänzlich ruhen, denn weder das Plenum noch (lu* die Commissionen des Reichstages werden ihre Verhandlungen — wenn feine besondere Anlässe eintreten — vor dem 30. November wieder ausnehmen.
Der am vergangenen Sonntag in Dresden stattgesundene Parteitag der Liberalen des Königreichs Sachsen war von etwa 600 Personen besucht, die mit wenigen Ausnahmen den drei liberalen Parteischattirungen an- qehörten. Mitanwesend waren die Reichstags-Abgeordneten Braun-Wiesbaden, Rickert, Mommsen, v. Bunsen und Schrader, von denen Mommsen und Rickert unter lebhaftem Beifall der Versammlung über die Rothwendigkeit des Zusammengehens der Liberalen aller Parteirichtungen sprachen. Irgendwelche Beschlüsse wurden von der Versammlung nicht gefaßt und blieb dies einer hieraus folgenden geheimen Besprechung überlassen, zu welcher nur Diejenigen Zutritt hatten, denen speciell Einladungskarten zugegangen waren.
Zu den Gegensätzen zwischen den verschiedenen Völkern der habsbur- aischen Doppelmonarchie gesellt sich auch eine immer wachsende Erbitterung zwi- schen Ungarn und Kroaten. Dieselbe hat sich neuerdings wieder bei den -—."Erbau! . Studenten-Krawallen in Agram Luft gemacht, bei denen ein Polizist todtge- schlagen wurde, während mehrere Polizisten und 7 Studenten schwere Verletzungen erhielten. Den Anlaß zu diesem blutigen Zusammenstoß zwischen der Polizei und Studenten gab das Verbot der erftern, bei einer von den Studenten dem Führer der kroatischen Oppositionspartei, Starcsevics, dargebrachten Ovation ein ungarfeindliches Lied zu singen. Es sind alle erforderlichen Maßregeln gegen die befürchtete Wiederholung der Unruhen getroffen worden.
In diesen Tagen sieht man in der französischen Deputirtenkammer einer abermaligen Interpellations-Debatte bezüglich der egyptischen Angelegenheiten entgegen. Gambetta gedenkt bei dieser Gelegenheit einen entscheidenden Schlag gegen die Stellung des Ministerpräsidenten Freycinet zu führen, indem er darlegen will, daß das Scheitern der französischen Politik in Egypten der schwankenden und unentschlossenen Haltung Freycinet's zuzuschreiben sei. Herr de Freycinet wird bei der Verteidigung seiner egyptischen Politik allerdings keinen leichten Stand haben, daß aber die wiederholten Verhandlungen hierüber seinen Sturz herbeiführen sollten, ist nicht anzunehmen, nachdem in dieser Angelegenheit die Deputirtenkammer Herrn de Freycinet erst vor Kurzem ihr Vertrauen ausgedrückt hat. Vielmehr werden die Mittheilungen des französischen Gelbbuches über die egyptische Frage, welches der Kammer demnächst vorgelegt werden soll, darthun, daß es Gambetta war, der durch die grundfalsche Behandlung dieser'heikeln Frage die französische Politik in Egypten so — glänzend auf den Sand setzte. .
Der englischen Polizei ist mit der vorigen Sonnabend erfolgten Beschlagnahme eines großen Waffen- und Munitions-Transportes für Irland -ein guter Fang geglückt. Richt weniger als 25 Kisten mit sechsläusigen Revolvern und Pistolen, ferner eine Anzahl Snider- und Zündnadel-Gewehre, sowie cq. 100,000 Stück Patronen wurden von den Londoner Polizeibehörden in einem großen Stalle der St. John's Street entdeckt und natürlich schleunigst «confiscirt. Den eifrigen Nachforschungen der Polizei ist es bereits gelungen, den angeblichen Miether jenes Raumes, in welchem die Waffenvorräthe aufgefunden wurden, zu verhaften. Der Verhaftete ist ein Irländer, Namens Thomas Walsh; in seiner Wohnung wurden weitere Munitionsvorräthe gefunden. — Die Gerüchte von der angeblichen Demission des Kanzlers des Herzogtums Lancaster, Bright, und des Präsidenten des Handelsministeriums, Chamberlain, entbehren dem „Reuter'schen Bureau" zufolge jeder Begründung. Indessen scheinen diese Gerüchte doch nicht ganz so aus der Luft gegriffen zu sein; Bright und Chamberlain sind die radicalsten Mitglieder des englischen Cabinets und hie entschiedensten Gegner der Zwangspolitik in Irland, so daß ein Rücktritt :t>er beiden Minister gar nicht so unwahrscheinlich wäre.
Politische Uebersicht.
Gietzen. 22. Juni.
Wie alljährlich, so hat Kaiser Wilhelm auch in diesem Jahre im Bad Ems einen mehrwöchentlichen Aufenthat genommen und mit der Trinkkur Anfangs dieser Woche begonnen. Das Befinden des Kaisers ist fortdauernd ein günstiges und darf man der Erwartung Ausdruck geben, daß die Emser Kur auch diesmal den gewünschten Erfolg für den greifen Monarchen haben werde. An den Aufenthalt in Ems wird sich nach den vorläufigen Dispositionen wiederum eine Nachkur in Wildbad Gastein schließen, deren Dauer auf
Einladunq zur Wahl des Vorstandes der israel. Religionsqemeinde zu Gießen.
Es wird hiermit zur Kenntniß der Interessenten gebracht, daß, da die Dienstzeit der Herren Vorstandsmitglieder Joseph Stern und Aron Stern libgelaufen ist, die Wahl von zwei Vorstandsmitgliedern der israel. Religionsgememde zu Gießen
ö Freitag den 7. Juir 1882
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©legen, den 21. Juni 1882. Dr. Hoffmann, Regierungsrath. ___________
Ar 143» Freitag den 23. Juni 1882.
ießener Anzeiger
Amts- unb Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
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Ueber den Personalwechsel im russischen Ministerium des Innern werden jetzt verschiedene intereffante Einzelheiten laut, aus denen hervorgeht, wie sehr sich die Gegensätze zwischen Jgnatieff und den andern Mitgliedern des russischen Cabinets schon zugespitzt hatten. In der Ministersitzung, welche dem Sturze Jgnatieff's voranging, kam es zu einem äußerst heftigen Wortwechsel zwischen Jgnatieff und dem Finanzminister Bunge, wodurch der mitanwesende Czar ersichtlich peinlich berührt wurde. Einen der äußerlichen Anlasse des Rücktrittes Jgnatieff's blldete die von Letzterem in der erwähnten Sitzung beantragte Einberufung des Semski Sabor (der russischen Provinzial-Landtage), welcher Antrag von den übrigen Ministern entschieden abgelehnt wurde, worauf jgnatieff noch während der Sitzung erklärte, daß er unter solchen Umständen auf feinen Ministerposten verzichten müsse. -
Die Lage in Egypten ist trotz der erfolgten Neubildung des egyptischen Cabinets unter Kagheb Pascha noch immer eine hochernste Die Auswanderung der Europäer dauert deshalb fort und schätzt man die Anzahl der Personen, welche bereits Egypten verlaffen haben, auf 32,000 Personen, ein Beweis, wie wenig Vertrauen die europäische Bevölkerung in Egypten aus den problematischen Schutz der vor Alexandrien liegenden stolzen Panzerflotte Europas hat. Arabi Pascha ist nach wie vor Herr der Situation in Stovto unb man muß deshalb dis Mission Derwisch Pascha's halb und halb Äs gescheitert betrachten; ob die in Aussicht stehende Entsendung Mukhtar Pascha s von besserem Erfolgs sein würde, ist ebenfalls sehr fraglich. Unter diesen Umstanden ist es von nicht geringem Werthe, daß das Zustandekommen der Conferenz gesichert erscheint, ja, der Zusammentritt derselben in Konstantinopel wurde sogar schon für den 22 ds erwartet Die Türkei wird bis auf Weiteres auf der Conferenz nicht vertreten sein doch läßt die Wahl Konstantinopels als Ort der Conferenz den Schluß zu, daß die Pforte die Conferenz billigt, fo daß auch nach dieser Seite hin dem Zusammentritts der Conferenz - welche übrigens lediglich die egyptischen Angelegenheiten behandeln wird - nichts mehr im Wege liegt.__________
Darmftadt, 21. Juni. Se. Maj. der König von Sachsen trafen heute Vormittag 11 Uhr 15 Min. auf der Main-Neckar-Bahn dahier em. Hochstdie- selben wurden am Bahnhose von Sr. Röntgt Hoheit dem Großherzog begrüßt und empfangen. Se. Majestät begrüßten dann zunächst Se. Großh. Hoheit den Prinzen Alexander und schritten darauf die Front der mit Fahne und Regiments- musik in Parade stehenden Ehrencompagnie ab, welche von der Leibcompagnie oes 1. Großh. Infanterie- (Leibgarde-) Regiments Nr. llc> gebildet wurde. Das aesainmte Offtcier-Corps der Garnison war bei dem Empfange aut dein Perron anwesend. Se. Maj. der König fuhren darauf mit Sr. Komgl Hoheit dem Großherzoq im offenen Wagen nach dem Großh. Schlosse, von dem zahlreich in der Nähe der Bahnhöfe anwesenden Volksmenge mit lebhaften Hochrufen begrüßt^ Mend 7 uhr findet int Weißen Saale des Großh. Schlosses Galatafel ^heit <prini Wilhelm von Hessen und bei Rhein, General-
Major und 2. Inhaber des 3. Großh.
Nr 117, wurde durch Entschließung Sr. Röntgt Hoheit des G ß) z g d. d. 18. Juni 1882 zum Generallieutenant befördert. . ™ ,
Berlin, 19. Juni. Der „Voss. Ztg." w-rd geschrieben^ M richt von der Entwendung von Aktenstücken und Plan uiitqetheilt haben, Admiralität, welche wir allerdings nur unter aller I aame Reche von
macht ihren Weg durch die Presse, und während setz■ $ it An Widerspruch
Details erzählt wird, ist der Mitthestung °°Demenst bisher nicht entgegengesetzt worden. Wir glaube ch ^xhat die Annahme in der Hauptsache °N° gen wird denn ^ ich ^^ mit russischem Gelds ST* r»“6 em fUbt •*? ««« 100000 Jt. - , und Actenstücke, welche sich bestochen ist - man spricht von 100,oou . beziehen, sollen in russische
aus die Küstenvertheidigung und das T b l 9 ^rer Zeit ent«
Hande ausgeltefert fein Der Verrath .fl -t ^ls solcher ist bereits deckt und der Thater bestndet sich Md ber 1865 in die Marine
bsi°ntlich der Deckofficier Leopold * bann in die kaiserliche Admi-
elng-treten, ls-7 Oberstsuermann g mächtig sein, ja er soll
ralstat c°m,nand,rt ist Er M^de 111Ä^^ ^ben. Da die Sache in die ^naeu und ein Proceß ans Landesverrath zu erwarten steht, Ne e?sich°? erwünscht sein, wenn von berufener Seite eine authentische Dar-


