spitzenden Gegensatz zwischen beiden Mächten in der egpptischen Frage aus- , zugleichen.
Aus Egypten laufen jetzt die Nachrichten recht spärlich ein: der natürliche Rückschlag aus all' die sich überstürzenden Meldungen aus dem Pharao- j nenlande während des egypüjchen Feldzuges. Auch aus dem Sudan kommen j nur dann und wann einzelne Berichte, welche nicht erkennen lassen, ob der Auf- ' stand des „falschen Propheten" Fortschritte macht oder ob die Truppen des ■ Khedive den Propheten zum Rückzug gezwungen haben. Im Ganzen scheint jedoch in den inneren Verhältnissen Egyptens eine langsame Wendung zum Bessern einzutreten, was im Interesse des schwer geprüften Landes nur zu wünschen ist.
m. Darmstadt, 20. December. Die Landtagsabgeordneten Schröder und Osann Haden folgende Interpellation an die Großherzogtlche Staatsregierung gerichtet :
„Dem Vernehmen nach ist vor einiger Zett Großherzoglicher Staatsregierung das Gutachten oder die Denkschrift der für die Untersuchung der Beschwerden über die Eorrectron des Rhernes und feiner Ufer berufenen Commission zugegangen. Die darin nach Anhörung der Interessenten und der zuständigen Baudcamten — von der gedachten Commission entwickelten Ansichten und Vo. schlage über die angezeigte Behandlung vorhandener und als solcher anerkannter Uedelstände und Mängel kennen zu lernen, erscheint für die Landslände schon an sich und gerade jetzt angesichts der neuen schweren Wassercalamttät dringend nothwendtg. Auch wurde bei der letzten Budgelberathung der zweiten Ständekammer die in Aussicht genommene Neuorganisation des Wasserbauwesens von der eingehenden Kenntnitz der erwähnten Untersuchung und des Ergebnisses derselben, wie auch des oben angesührten Gutachtens abhängig gemacht. Die ergebens! Unterzeichneten erlauben sich deßhalb, an Grobherzogliche SlaatSregierung nachfolgende Anfrage zu richten:
1. Ist die unverkürzte Mütheilung des Gutachtens, bezw. der Denkschrift der oben erwähnten Commission an die Stände des Großherzogthums in Aussicht genommen und wann zu erwarten?
2. Ist eine Vorlage Großherzoglicher Staatsregierung wegen der Rheincorrection und der Rheinuferbauten unter Berücksichtigung des gedachten Gutachtens, bezw. der gedachten Denkschrift und wann zu erwarten?
Berlin, 19. December. Die „B. P. N." schreiben: Die russische Politik ist doppelköpfig, gleich dem russischen Wappenvogel. Sie Hal ihre officielle Tendenz, daneben aber ihre panslavtstrschen Liebhabereien. Das durch Herrn v. GierS repräsentirte officielle Rußland kann schon um seiner selbst willen gar nicht anders, als dem in Europa gegenwärtig präoalirenden System beipflichten. Sowohl die monarchischen als die kulturellen Traditionen des Czarenreiches weisen es auf ununterbrochene und enge Fühlung mit dem „Westen" hin. Daneben aber führen die elementaren Instinkte des Moskowlterthums ihre gesonderte Ex stenz und letzteres glaubt sich im Bunde mit dem Panslavismus und Nihilismus stark genug, den Staatsmännern und Diplomaten des officiellen Rußland Gesetze ihres Verhaltens oktroyiren zu können, welche über kurz oder lang m einer allgemeinen europäischen Conflagration zum Vorschein kommen müssen, wenn es nicht gelingt, den moskowltischen Chauvinismus unschädlich zu machen. An hervorragender Stelle hat es die „Nordd. Allg. Ztg." gestern Abend mit seltener, aber desto bezeichnender Offenheit ausgesprochen, daß Die intellektuelle Schuld an dem zwischen Deutschland und Rußland herrschenden Mißtrauen einzig in dem Gebühren der letzteren Macht gefunden werden kann und einzig auf unberechtigte Empfindlichkeiten der öffentlichen Meinung Rußlands zurückzuführen ist, sofern dieselbe der deutschen Politik Die Hauptverantwortlichkeit für Den vermeintlichen russischen Mißerfolg aus dem Berliner Congresse in die ivchuhe schob. Das genannte Blatt zahlt den russischen Blättern ihre Angriffe apf Die damalige deutsche Politik mit gleicher Münze Henn, gleichsam, als ob es einen Wink nach St- Petersburg beabsichtigte, daß Deutschlands Langmuth und Geduld nicht unerschöpflich seien-
Jenseits Der Vogesen nimmt man von den deutsch-russischen Preßplänkeleien anscheinend nur geringe Notiz; desto angelegentlicher wird die Wahrscheinlichkeit einer die französischen Interessen am N'l berücksichtigenden Einigung mit England erörtert und nebenbei auf schärfere Accentuirung der französischen Colonialpolitik gedrungen- Madagaskar tritt einstweilen vor Tonkm in den Hintergrund. In Tonkin will die Republik jetzt Ernst machen und dem dort ftatiomrten kleinen Detachement mit einer regelrecht organisirten Expedition unter die Arme greifen- Nach Den neuesten Meldungen würde Frankreich in Tonkm völlig freie Hand vorfinden, da die Chinesen das Land anscheinend definitiv geräumt haben.
Telegraphische Depeschen.
Wolsf'S telegr. Eorrespondem-Brrrearr.
Berlin, 20. December. In der unter dem Vorsitze des Staatsmintsters von Bötticher am 19. December abgehallenen Plenarsitzung deS Bundesraths wurden der Entwurf einer Verordnung, betr. Die Verwendung von Blei und Zink bei der Herstellung von Nahrungsmitteln, Genutzmitteln und Gebrauchsgegenfländen, sowie der Antrag Mecklenburg-Schwerins wegen der Aushändigung des Schifferprüfungs-Zeug- nisses an einen Steuermann den zuständigen Ausschüssen zur Vorberathung, Der zu der Petition der Handelskammer für Ost-Friesland und Papenburg, betr. die Coupoas- Emlösung der Reichsanleihe gefaßte Beschluß des Reichstags vom 2. December d I. dem Herrn Reichskanzler überwiesen. Die Anträge wegen der Sr. Maj. Dem Kaiser vorzulegenden Vorschläge zur Besetzung je einer bei Dem Patentamt und bei dem Reichsgericht vom 1. Januar 1883 ab zur Erledigung gelangenden Mitgliedsstellen fanden die Zustimmung der Versammlung. Die Vorschläge der Ausschüsse wegen der Zollbehandlung von Ozokerit und Corned-beef, wegen Erweiterung der statistischen Aufnahmen über die Erwerbung und den Verlust der Reichs- und Staatsangehörigkeit, in Betreff der Zulassung von PrivcBTransitlagern für Sternanis und wegen Ergänzung Der Bestimmungen über die Prüfung der Apothekergehilfen wurden genehmigt. Die Versammlung beschloß unter gewissen Einschränkungen und Vorbehalten Die Zulassung der Einfuhr von R'ndoieh aus Oesterreich zum Zwecke der im Jahre 1883 in Hamburg stattfindenden internationalen landwirthschaftl'chen Thierausstellung. Mehrere Eingaben von Privaten, betr. den Veredelungsoerkehr nach dem bremischen Freihafengebiet mit Brettern und Bohlen, Zolltarifiruvg von parfümirter Seife, Zolltarifirung seidener Bänder mit baumwollenen Fäden, Zolltarifirung von Dari, Rückvergütung des Zolls für Margarin bet der Ausfuhr von Kunstbutter wurden ablehnend beschicden. Schließlich faßte die Versammlung Beschluß über die geschäftliche Behandlung mehrerer neu eingegangener Eingaben.
Berlin, 20. December. Die „Nordd. Allg. Ztg." sagt, der bekannte Artikel der „Mosk. Zeitung" sei hier mit um so größerer Befriedigung begrüßt worden, als anzunehmen sei, daß derselbe den Auffassungen der leitenden Stelle in Petersburg entspreche; der von der „Mosk. Zeitung" geäußerten Hoffnung, Die Zusammenkunft des Herrn v. Giers mit dem Fürsten Bismarck werde den Boden säubern zum gegenseitigen Verständnisse, habe es für beide Minister gar nicht bedurft, die „Mosk. Zeitung" könne sich aber das Verdienst vindiciren, daß sie es unternommen habe, den Boden der Thatsachen von Jrrthümern zu säubern, mit welchen eine gewissenlose Geschästsfälschung den klaren Blick der öffentlichen Meinung Rußlands getrübt hatte.
— Der Kaiser ist jetzt soweit wieder hergestellt, daß er bei günstigem Wetter die regelmäßigen Ausfahrten werde wieder ausnehmen können. Der Kaiser nahm im Laufe des Vormittags die gewohnten Vorträge entgegen.
— Der in erster Instanz wegen groben Unfugs, Widerstands gegen die Staatsgewalt und Beleidigung anläßlich des Brandes der Hygieine-Ausstellung zu 4 Wochen Gesängniß und 50 «X Geldbuße verurtheilte cand. theol. Franzen wurde von der Strafkammer des Landgerichts heute kostenlos freigesprochen.
München, 20. December. Der Wien-Pariser Schnellzug fuhr heute i Morgen auf der bayerischen Station Haar bei einer fahrplanmäßigen Kreuzung '
auf die letzten Wagen eines einfahrenden Güterzugs. Es wurde Niemand verletzt, mehrere Wagen des Güterzugs sind aber stark beschädigt. Die Bahn war bei dem Ausfahrtswechsel für kurze Zett unsahrbar. Nach Paris wurde von hier ein Ergänzungs-Schnellzug abgelassen.
Paris, 20. Decbr. Zn dem Proceß gegen Bontoux und Feder wurden die beiden Angeklagten heute zu je 5 Jahren Gefängniß, 3000 Frcs. Geldbuße und gemeinschaftlich in die Kosten verurtheilt, und zwar wegen falscher Angaben in den Generalversammlungen, wegen Verheimlichungen in den Rechnungen durch ftngirte Schriftstücke, wegen Börsenoperationen mit den Fonds der Gesellschaft, wegen Errichtung eines fictiven Börsenmarktes zum betrügerischen Treiben der Course.
Petersburg, 20. December. Der bereits signalisirte Artikel des „Journal de St. Petersbourg" lautet ausführlicher: Es gehört zum Wesen des Journalismus, in Der Presse beständig die wichtigsten Fragen Der internationalen Politik aufzuwerfen, als wenn dieselben täglich aufs Neue entschieden werden müßten. Gegenüber diesen Jnconvenienzen ist man zuweilen so glücklich, ein'ge gute Körner sammeln zu können. So hat die Reise deS Herrn v. Gieis Veranlassung zu einer ausgedehnten Polemik gegeben. Wir sahen dieselbe voraus und mischten uns möglichst wenig darein. Die Pol'.mik war ebenso unausbleiblich, als sie in den meisten Fällen unnütz ist. Aber, wie wir sagten, erscheint zuweilen in der Spreu em gutes Korn. Nachdem die „Moskauer Zeitung" kürzlich einen Artikel pubKcirt hat, in welchem die elementare Wahrheit bestätigt wird, daß Rußland und Deutschland tausendmal mehr Ursache haben, m vollkommener Harmonie zu leben und ihre vortrefflichen, Jahrhunderte alten Beziehungen fortzusetzen, als sich zu bekämpfen, antwortet Die „Nordd. Allg Ztg." darauf durch eine Note, deren Schluß festzuhalten wir uns glücklich schätzen, daß nämlich die Entrevue in Varzin das Tenain zur Entente ebnen wird und daß die Übereinstimmung selbst auch dann fest bestehen bleiben whb, wenn feine Convention beschlossen fein würde, da die Interessen Deutschlands und Rußlands sich überall berühren, ohne sich irgendwie und irgendwo zu kreuzen
Diese Thatsache muß die Hirngespinnste auf Null zurückführen, welche eine gute Anzahl von Zeitungen zu Tage förderte hinsichtlich der Befestigungs- oder Eisen- bahnarbetten, zu denen die beiden Regierungen vorgingen. Jederzeit gehörte es zu Den wesentlichsten Pflichten einer Negierung, ihre Grenzen in Vertheidigungszustand zu setzen unter Benutzung der Lehren der Wissenschaft und Erfahrung. Zu anderen Zetten geschah dies nicht weniger emsig als heute. Heute glaubt man nur, um die Ausgaben vor der öffentlichen Meinung zu rechisertigen, die Aufmerksamkeit auf die entsprechende A'bett des Nachbarlandes h nlenken zu müssen. Da, wie gestern die „Nordd. Allg. Ztg " sehr richtig sagte, die Interessen der beiden großen Nachbarvölker sich überall berühren und nirgends kreuzen, da ferner Beziehungen jahrhundertlanger Freundschaft sie vereinigen, so können solche Arbeiten keine Unruhe und Störung beiDorturen. Doßhalb glauben wir durchaus keinen Grund zu haben, uns bei der Polemik aufzuhalten, welche unsere ausländischen Collegen über diesen Gegenstand führen.
L o f a l e $♦
Gießen, 21. December. Der Nachmittagsgottesdienst in Der Stadtkirche am nächsten Sonntage wird sich zu einer besonders festlichen Vorfeier des heiligen Abends gestalten. Aehnlich wie in vielen größeren Städtegemeinden wird nämlich die biblische Erzählung von der Geburt Christi in der Weise zum liturgischen Ausdruck gebracht werden, daß die Altarleclivn die Geburtsgeschichte erzählt, Der Chor (Kirchengesang- ocrein) Den Eindruck dieser Geschichte in einem Weihnachtsliede wiebergiebt unb die ganze Gemeinde darauf mir ihrem Gesänge antwortet. Sv werden in stufenmaßiger Reihenfolge jene lieblichen Weihuachtserzählungen der heiligen Schrift durch den Geistlichen, Chor und Geneinde verkündet werden, während zugleich ein Christbaum auf dem Altar dem Gotteshause selbst weihnachtlichen Schmuck geben wird. Außer den bekannten Weihnachtsliedern („Es ist ein Ros entsprungen", „S'ille Nacht", „Vom Himmel hoch") kommen noch zwei bisher hier nicht gehörte Lieder: „Ein Kindelein )o löbelich" von Schröter (1587) und „Freu' Dich Erd' und Sternenzelt" (Altböhmisch) zum Vortrag. Während so dieser schon um v24 Uhr beginnende Gottesdienst eine passende Vorfeier jeder häuslichen Weihnachtsfeier bilden und besonders auch den Kindern unserer Gemeinde einen weihevollen Eindruck von der Herrlichkeit der Weihnachts- rhatsache geben soll, möchte er auch d njenigen reichen Ersatz bieten, die der Weihnachtsfeier im eigenen Hause aus irgend einem Grunde entbehren müssen.
Gießen, 21. December. [Theater.] Von den neueren unb neuesten Lustspielen, welche der Zug der Mode saft auf alle Bühnen bringt, haben die beiden Offiziers- fomöbien ber Lustspiel-Compagnie Moser-Schönthan unstreitig ben nachhaltigsten Erfolg errungen Nachbem „Krieg im Frieden" sich lange Zeit hindurch als ein Zugstück allerersten Ranges bewährt hat, setzt „Reif Reiflingcn" mit nicht geringerem Erfolge seine Spaziergänge über die deutschen Bühnen fort. Dieser naive Offizier, ber sich auf großen und kleinen Theatern als ganz b fonberer Liebling der Damenwelt erwiesen hat, macht nun einmal Glück; man ist ihm in Gnaden gewogen, wenn auch seine Abenteuer und Erlebnisse felbft kein besonderes Interesse m Anspruch nehmen. Besonders die beiden ersten Akte sind durch den frischen Ton und die ungezwungenen Verwicklungen, in Die der Held geräth, von ergötzlicher Wirkung. Wir können es daher als einen glücklichen Griff betrachten, daß Herr Abafura genanntes Stück zu seiner am kommenden Freitage statthabenden Benefizvorstellung gewählt hat. Wir wollen deshalb nicht verfehlen, die Freunde des Theaters und des genannten Herrn auf diese Gelegenheit um so mehr aufmerksam zu machen, als einet feit§ der für das Benefiz bestimmte Tag an und für sich in Folge ber bevorstehenben Feiertage ziemlich ungünstig ist und es andererseits dem verbienstvollen Darsteller leider schon zu wiederholten Malen widerfahren ist, daß er seine besten Rollen (wir brauchen nur an „Docior Klaus" zu erinnern) vor leerem Hause spielen mußte.
Vermischtes.
Marburg, 18. December. Der am vergangenen Samstag plötzlich verschiedene Geheime Medicinalrath Professor Dr. Friedrich Wilhelm Beneke war in Celle am 27. März 1824 geboren. Im Jahre 1857 wurde derselbe als damaliger Medicinalrath und Leibarzt von Oldenburg nach Hessen berufen und zum ersten Brunnenarzt in Nauheim unter Verleihung des Prädikats Hofrath ernannt. Auch hielt er von da ab als Privatdocent der Medicin im Wintersemester Vorlesungen an diesiger Universität. 1858 würbe bem Verblichenen das Prädikat Geheimer Medicinalrath verliehen und 1863 wurde er zum außerordentlichen Professor, sowie 1867 zum orden lieben Professor in der medicinifchen Fakultät hiesiger Univeisilät für das Fach der pathologischen Anatomie und allgemeinen Pathologie unb auch zum Direktor des pathologisch-anatomischen Instituts ernannt. — Eine sehr grope Anzahl wissenschaftlicher Werke gibt ein Zeug- niß für die außerordentliche Thätigkett des Verstorbenen. Daneben war er aber auch mit großer Opferwilligkeit für humanitäre Zwecke thätig, in Nauheim gründete er ein Armen- und Kinderbadehaus, seine Thätigkett für Heilstätten an der Nordsee fällt noch in die neueste Zeit und konnte er zu denselben nur den ersten Grund legen. , Groß war die Zahl feiner Heilerfolge, was durch die fortwährend gesteigerte Frequenz deS Bades Nauheim wahrend seiner dortigen Wirksamkeit erwiesen ist, und als er im Jahre 1867 dieselbe dort einstellte, ernannten ihn die städtischen Behörden. Nauheims aus Dankbarkeit zum Ehrenbürger der Stadt. Aber auch andere und höhere Anerkennungen wurden ihm zu Theil, so war er Ritter des König!. Preuß. Rothen Adlerordens 4 Classe, des Königl. Preuß. Kronenordens 4. Classe am Erinnerungsbande, Inhaber des Großh. Hess. Ludwigsordens 1. Classe, des Eisernen Kreuzes am weißen Bande, Mitglied der "4. Classe des Königl. Hannover. Guelsenordens, Inhaber des Fürst! Waldeck'schen Verdienstordens 1. Cl Möge ihm, der so plötzlich seiner Familie und seinem Berufe entrissen wurde, nach einer angestrengten und anerkannten Thatig- feit die Erde leicht sein.
Offenbach, 18. December. W^e die „O. Z." erfährt, wurden die Bauunternehmer Leuckard und Best ans Bürgel vorgestern Nachmittag auf Verfügung Der Staatsanwaltschaft in Darmstadt daher verhaftet und in das Kriminal-Untersuchungs- gefängniß in Darmstadt eingebefert Diese Maßregel dürste mit Rücksicht auf den bei dem letzten Hochwasser in Bürgel stattgefundenen Einsturz verschiedener von den beiden Genannten erbauten Hauser, wobei bekanntlich mehrere Menschen ihren Tod gefunden haben, erfolgt sein. Sollte sich erweisen, daß nur die schleckte Bauart der Hauser an ihrem Einstürze Schuld war, so würde die Anklage auf fahrlässige Tödtung zu stellen


