Ausgabe 
22.6.1882 Erstes Blatt
 
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Lokale-.

Gießen, 21. Juni. Die Ansprache, mit welcher Se. Königl. Hoheit der Großherzog am vorigen Sonntag beim Eintritt in unsere Stadtkirche durch Herrn Pfarrer Dr. Naumann begrüßt und welche im Referat der gestrigen Nummer durch ein Versehen nicht gebracht wurde, hatte folgenden Wortlaut:

Kön'gliche Hoheit! Gestatten Sie allergnädigst dem ersten Pfarrer von Gießen, Eure Königliche Hoheit nebst Ihren Großherzoglichen Hoheiten dem Erbgroßherzog und den Prinzessinnen im Namen des Kirchenoorslandes und unserer Gemeinde an den Pforten unseres Gotteshauses allerunterthänigst zu begrüßen und ehrfurchtsvoll will­kommen zu heißen.

Königliche Hoheit! Es ist uns Bedürsn'ß, mit diesem Willkommengruß den freudigsten Ausdruck unseres unterthänigsten, innigsten Dankes zu verbinden dafür, daß Eure Königliche Hoheit die Gnade gehabt haben, mit Ihren fürstlichen Kindern unser heutiges Kirchengesangfeft huldvollst zu besuchen.

Möge die gottesdienstliche Feier, der Sie entgegengehen, Eurer Königlichen Hoheit hohe Befriedigung und Erbauung gewähren, damit auch dadurch der huldvolle Besuch unserer Stadt und unserer Kirche Ihrem landesväterlichen Herzen in angenehmer Erinnerung bleibe!

Eure Königliche Hoheit wollen allergnädigst einzutreten geruhen in die festlich versammelte Gemeinde und Gott segne unseres Landesoaters Eingang in unser Gotteshaus!s

Gießen, 21. Juni. In Gießen ereigneten sich während der Woche vom 11. bis 17. Juni im Ganzen 9 Todesfälle. Hiervon kommen 5 auf Kinder, die sich sämmtlich noch im ersten Lebensjahre befanden. Todesursache bei denselben war einmal Stimm­ritzenkrampf, einmal Gehirnhautentzündung, einmal Abzehrung und zwei Kinder starben wenige Tage nach der Geburt an allgemeiner Schwäche. Bei den 4 verstorbenen Erwachsenen erfolgte der Tod je einmal durch Leberentartung, Altersschwäche, Blut- armuth, Lungenentzündung.

Gießen, 21. Juni. Schwurgerichtssitzung am 20- Juni gegen Heinrich Schmidt VHI. Ehefrau von Queckborn wegen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg.

Dieselbe ist beschuldigt:

daß sie am 3. oder 4. April l. I. zu Queckborn die Ludwig Diehl I. Ehefrau von da mittelst eines gefährlichen Werkzeugs, nämlich einer Hacke, vorsätzlich körperlich mißhandelt und hierdurch den Tod derselben verursacht habe.

Die Angeschuldigte wurde unter Annahme mildernder Umstände für überführt erachtet und in eine Gefängnißstrafe von 3 Monaten condemnirt.

Eine gestern Abend vom Felde heimkehrende Frau fand dahier ihren Mann, einen ehemaligen Gärtner von Groß-Buseck, im Zimmer erhängt vor.

verwischte-.

Darmstadt, 19. Juni. (Sterblichkeit im Großherzogthum Heffen.) Im Monat März l. I. wurden im Großherzogthum 2031 Todesfälle, ausschließlich der Todt- geborenen, gezählt, gegen 1845 in dem um 3 Tage kürzeren Vormonat und zwar in den Provinzen: Starkenburg 926 (847), Oberhessen 542 (468) und Rheinhessen 563 (530). Von der Gesammtzahl der Verstorbenen waren Kinder unter 15 Jahre alt 865 (795) und davon im ersten Lebensjahre 456 (418) und im Alter vom zweiten bis fünfzehnten Jahre 409 (377); Ewachsene 1166 (1050). Im Vergleiche des Vormonats hatte mit Beachtung der dem letzteren zukommenden geringeren Tageszahl sowohl die Mortalität im Ganzen, als auch die der Kinder und der Erwachsenen im Einzelnen eine Aenderung nicht erfahren. An epidemischen und ansteckenden Krankheiten waren erlegen 172 Personen (in dem kürzeren Vormonat 200), davon in Starkenburg 82 (115), in Ober­hessen 57 (52) und in Rheinhessen 32 (33); die Abnahme der Epidemiesterblichkeit war sonach in allen Provinzen bemerklich, am auffälligsten in Starkenburg; die meisten Sterbfälle durch Krankheiten dieser Kategorie hatten veranlaßt Rachen-und Halsbräune, nämlich deren'69 (101), die in der Mehrzahl auf Starkenburg und Oberhessen entfallen und nächst diesen Scharlach mit 35 (43), ebenfalls vorwiegend in den eben genannten Provinzen; dem Keuchhusten erlagen 31 (26) Personen und von diesen eine größere Zahl in den Provinzen Starkenburg und Rheinhessen an Abdominaltyphus 15 (14), an Masern 11 (8), davon in Starkenburg 8 und in Rheinhessen 3, an Rose 8 (7), an Blattern 2 (1) und an Ruhr 1 (0). Todesfälle im Wochenbett wurden verzeichnet 13 (14). Von anderen vorherrschenden Krankheiten hatten Lungenschwindsucht 301 (228), acute entzündliche Krankheiten der Athmungsorgane 272 (250), Scklagfluß 50 (50), acuter Gelenkrheumatismus 5 (4), Darmkatarrh und Brechdurchfall 47 (25), alle übrigen vorstehend nicht genannten Krankheiten 862 (762) Sterbfälle veranlaßt; unbekannt blieb die den Tod bedingende Krankheit bei 273 (275) Verstorbenen oder bei 14pCt der letzteren insgesammt. Todesfälle gewaltsamer Art kamen vor 36 (37) und davon durch Verunglückung 16 (22), durch Selbstmord 16 (14) und durch Mord und tödtliche Körperletzung 4 (1).

-Der Monat April brachte im Großherzogthum insgesammt 2040 Sterbefälle, ungefähr ebenso viele als der Vormonat mit 2031; davon entfallen auf die Provinzen: Starkenburg 896 (926 , Oberhessen 568 (542) und Rheinhessen 576 (563). Hiernach hatte in der Provinz Starkenburg die Mortalität eine Abnahme und in den beiden anderen Provinzen eine Zunahme erfahren Von den insgesammt 2040 Todesfällen des Großherzogthums betrafen Kinder 924 (865), davon im ersten Lebensjahre ver­storbene 471 (456) und im Alter vom zweiten bis fünfzehnten Jahre 453 (409), den Erwachsenen gehörten an 1116 (1166); hiernach war die Sterblichkeit der Kinder beider Alterskategorien eine vermehrte, die der Erwachsenen eine verminderte. An epidemischen Krankheiten erlegen waren 232 (172) Personen, davon in Starkenburg 115 (82), in Oberhffsen 64 (57) und in Rheinhessen 53 (33); es war also die Epidemiesterblichkeit in allen Provinzen, besonders in Starkenburg, eine erhöhte im Vergleich des Vor­monats. Von den hierherzählenden Krankheiten hatten Hals- und Rachenbräune 63 (69), Scharlach 62 (35) Todesfälle, vorwiegend in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen, veranlaßt, an Masern verstorben waren 47 (11), davon 39 in Starken­burg (26 in Darmstadt), an Keuchhusten 33 (31), an Abdominaltyphus 16 (15), an Rose 5 (8) und an Blattern 6 (2). Die erhöhte Epidcmiesterblichkeit war sonach vor­zugsweise durch zahlreichere Sterbefälle an Masern, Scharlach und ferner an Blattern (ttztere kamen nur in den Kreisen Darmstadt und Lauterbach vor) verursacht. Im Wochenbett ereigneten sich 13 Sterbefälle, wie im Vormonat- Was die anderen vor­herrschenden Krankheiten anbelangt, so hatten Lungenschwindsucht 272 (301), acute ent­zündliche Lungenkrankheiten 283 (272), Schlagfluß 48 (50), acuter Gelenkrheumatis­mus 3(5), Darmkatarrh und Brechdurchfall 57 (47) Todesfälle veranlaßt; allen Übrigen vorstehend nicht genannten Krankheiten erlagen 843 (863) Personen; unbekannt blieb die tödtliche Krankheit bei 255 (273. oder 12 pCt. aller Verstorbenen- Eines gewalt­samen Todes verstorben war-n 34 (36) Personen und zwar durch Verunglückung 15 (16), durch Selbstmord 18 (16) und durch Mord 1 (4).

Darmstadt, 20. Juni. Im Jahre 1866 wurde in Gießen ein aus Bingen gebürtiger Mann wegen Diebstahls zu 10 Monaten Gffängniß verurteilt; derselbe entzog sich aber der Strafverbüßung durch die Flucht nach Amerika. Unlängst nach Deutschland wieder zurückkehrt, wurde der Betreffende verhaftet und zur Verbüßung der Strafe in das hiesige Gefängniß e «geliefert. Auf erfolgte Reclamation verfügte das Mmisterium indeß alsbald, daß der Veihaftete mit Rücksicht auf die eingetretene Verjährung seiner Hast zu entlassen sei.

Darmstadt- Der Vertrieb der Loose der Lotterie der Landwirthschaftlichen Landesausstellung dahier ist dem Herrn Moritz Strauß jun. in Mainz im alleinigen Generaldebit übertragen. Die Emmission von 120000 Stück ä 1 Jt. umfaßt Gewinne von 10 000, 5000, 400) rc. rc- und ist der Verkauf fast im ganzen deutschen Reiche gestattet. Es sind bereits aus den Provinzen Über 30 000 Stück bestellt, so daß die Loose voraussichtlich rasch geräumt sein werden.

Mainz, 19. Juni Gestern Vormittag trug sich während der in der Neustadt am stäot'schen Rein'gungsgebäude vorgenommenen Feuerwehrübung ein recht trauriger F^ll zu. Der Feueiwehrmann Koch war damit beschäftigt, aus einem Fenster an ein höher gelegenes Fenster eine mit Einhänghakm versehene Leiter zu hängen, um an d rseloen emporzust^igrn. Während dieser Arbeit verlor er aber das Gleichgewicht und stü'-zte sammt der fieitcr in die Tiefe. Der Verunglückte brach mehrere Rippen, auch drang ihm em Haken der Leiter in die Seite; ebenso wurde er an dem Kopfe schwer verletzt und trug so schwere innerliche Versitzungen davon, daß die Aerzte an seinem Auskommen zweifeln Derselbe ist verheirathet und Vater mehrerer Kinder.

Frankfurt, 19. Juni. Kurz nach V27 Uhr Abends lentstand in dem hinter dxM Palm ngarten gelegenen Skating Rink Feuer- Bei der leichten Anlage des Gebäudes I

griff das Feuer, dessen Herd in der ehemaligen Garderobe sich befand, sehr rasch um sich. Doch wurde die Feuerwehr desselben bald Herr.

(Woher die Kälte der letzten Wochen kommt.) Bekanntlich haben wir seit Wochen bei vorwiegendem Westwind eine ungewöhnliche Kälte. Die Erklärung dafür ist wohl in folgender Mittheilung aus Newyork, 2. Juni, zu finden:Die Mann­schaften der hier landenden Schiffe berichten sämmtlich über bie auffallend große Anzahl treibender Eisberge auf hoher See. Meilenweit ist die Seefläche mit Treibeis beoeckr und zwar in Breitegraden, in welchen sonst nur selten Treibeis anzutreffen ist. Der englische DampserCity of Lincoln", welcher gestern hier landete, hatte besonders viele Schwierigkeiten durch das E s zu bestehen und war häufig m Gefahr, vom Eis erdrück! zu werden. Die Reise von Swansea bis Newyork währte 13 Tage, die Winde waren verhältnißmäßig günstig, doch an manchen Tagen mußte der Dampfer sich förmlich durch die Eisberge durcharbeiten, während jeden Augenblick ein neues, anderes Eisriff das Schiff anrannte. Der Steuermann des Dampfers erzählte:Von der Brücke aus gesehen, war Alles rings umher mit Treibeis bedeckt und nirgends konnte auch nur ein Fleckchen der grünen Wasserfläche gesehen werden- Die Eisberge variiren von 100 bis 1000 Fuß Höhe vom Wasserspiegel aus gemessen- Es war komisch anzusehen, wie die Eisbären, die sich auf den Eisblöcken befanden, sich sonnten oder von einem Eisflöß auf den anderen sprangen und sich wie junge Katzen geberbeten." Der DampferJtaly" saß zwei Tage im Eise fest unb die an Bord befindlichen 1300 Passagiere standen nicht geringe Angst aus. Aehnlich erging es nahezu allen jetzt hier anlangenden Schiffen."

(Entscheidungen des Reichsgerichts.) Die Beschimpfung der Amtstracht der christlichen Geistlichen ist als Beschimpfung eines christlich-kirchlichen Gebrauchs aus § 166 des Strafgesetzbuchs zu bestrafen.

Der Redacteur einer Zeitung haftet nach einem Erkenntniß des Reichsgerichts für diejenigen Handlungen, deren Strafbarkeit durch den Inhalt der Druckschrift, welche er rebigirt, begrünbet wirb, als habe er biefe Hanblung selbst begangen, sofern nicht durch besondere Umstände die Annahme seiner Täterschaft ausgeschlossen wirb. Dem­nach kommt es für feine Verantwortlichkeit nicht darauf an, ob neben ihm noch ein Thäter, im gewöhnlichen Sinne dieses Wortes, existirt oder zur Verantwortung gezogen werden kann, sondern nur darauf, ob der Inhalt der Druckschrift die Feststellung recht­fertigt, daß eine strafbare Handlung vorliege.

Man theilt aus Siegen Folgendes mit: Jeder zuwandernde Handwerks­bursche muß hier auf dieHerberge zur Heimath" gehen, da eine andere nicht existirt- Täglich erscheint ein Polizeibeamter zur Controle der Papiere der Zugereisten. Jeder Handwerksmeister der Stadt, welcher Gesellen braucht, zeigt dies dem Herbergsvater an, der den Namen des Meisters auf eine große, in der Herberge aushängende Tafel schreibt. Kommt ein Handwerksbursche an, so wird ihm die offene Arbeitsstellung nachgewiesen; nimmt er sie wcht an, so muß er dem controlirenden Polizeibeamten nachweisen, daß er genügende Reisemittel besitzt, im andern Falle wird er ohne Weiteres wegen Bettelns und Vagabundirens eingefperrt (?) Denen jedoch, welchen ihre Profession keine Arbeit anbieten kann und welchen ihre Bemühung für Arbeitsübertragung nach­gewiesen werden kann, giebt die Stadt in der Herberge freies Nachtlager, Abendbrod und erstes Frühstück, sowie eine Bescheinigung, daß sie Arbeit gesucht, aber keine gefunden haben. Kein Stadtbewohner giebt hier einem Handwerksburschen auch nur einen Pfennig, zahlt vielmehr monatlich einen bestimmten Beitrag in die Armenkasse, von der dieHerberge zur Heimath" erhalten wirb.

(Gutenberg's Holzbuchstaben.) Nach ber Tradition ist Gutenberg durch den Druck mit Holztafeln auf die Herstellung der beweglichen Buchstaben (Typographie) gekommen, indem er eine Holztafel zersägte und die Buchstaben einzeln ausschnitt, um sie dann beliebig zusammensetzen zu können Diese Tradition ist von den Buchdruckern angefochten worden unb im vorigen Jahlhunbert behauptete der holländische Schrift- aießer Enschede, daß es nach seiner Erfahrung mit der besten Laubsäge nicht möglich sei, Buchstaben einer Holztafel auseinanderzuschneiden, ohne dieselben zu verletzen. Da eine solche Frage nicht im Wege der DiScussion, sondern nur durch Experimente gelöst werden kann, so hat ber Verfasser der jetzt erscheinendenJllustrirten Geschichte der Buchdruckerkunst", Professor Faulmann, von einem Wiener Xylographen zwei Zeilen der 36zeiligen Bibel Gutenberg's in Holz nachschnelden unb zerlegen lassen. Das Experiment ist so gut gelungen, daß die unter Nr. 15 dieses Werkes in der k. k. Staats­druckerei zu Wien abgedruckten Holzbuchstaben sich in keiner Weise vom Original unter­scheiden, nur wukden die Buchstaben nicht mit der Laubsäge, sondern mit dem Messer zerfchnitten, wozu sich das Kernholz, weil es sich spalten läßt, ganz gut eignet. Dis veränderliche Natur des Holzes, welches sich im feuchten Zustande ausdehnt und in der Wärme eintrocknet, mußte jedoch jedenfalls bald dahin führen, die Buchstaben in 'das beständigere Metall zu schneiden, womit zugleich die Erfindung ber Schriftgießerei oerbunben war.

(Auch ein Beruf.) In Gelsenkirchen gab eine Wittwe bei ber Berufs­zählung als Gewerbe ansucht sich wieder zu verheirathen" Ein Wink für Hei- rathslustige.

Gewerbliche und technische Notizen.

(Petroleum gegen Hausschwamm.) In der badischenGewerbezeitung" empfiehlt Gewerbeschullehrer Schwab als ein unfehlbar wirksames Mittel gegen den Hausschwamm, das feit etwa sieben Jahren mit Erfolg angewendet wird, neuerdings bas Petroleum. Das mit Erdöl bestrichene pilzkranke Holz wirb von biefer Flüssigkeit leicht burdjbrungen, ber Pilz vollstänbig zerstört und ber weiteren zerstörenben Ein­wirkung beffelben Einhalt geboten. Bestre'cht man Holz und Mauer tüchtig mit Petroleum, so wird der Pilz schwarz, die fest an dem Mauerwerk anliegenden oder in dasselbe eingedrungenen Würzelchen des Pilzes lösen sich von demselben los und erscheinen als schwarze Fäden, der Schwamm stirbt alsdann vollständig ab. Ebenso empfiehlt derselbe Autor das Petroleum gegen den im Holze so häufig vorkommenden Wurm.

(Kochen und Dämpfen der Futtermittel.) Das Kochen und Dämpfen der Futtermittel bewirkt eine größere Erweichung aller Theile unb mobifictrt auch in manchen Fällen bie Nährrichtung eines Futtermittels- Dies ist besonbers bei ben Kartoffeln ber Fall, bie gekocht ober gebämpt mehr auf Fettprobuclion, roh mehr auf bie Milch- probuction wirken, Das ben Futterstoffen inniger nerbunbene Wasser wirb weniger schnell resorbirt als bas als Getränk angenommene; es ist ersteres daher im höhern Grade geeignet, die Erweichung und Ausschließung insbesondere bei ber Vorverdauung zu befördern. Wie aus diesem Grunde Grünsutter an sich von größerer Nahrwirkung als eine entsprechende Menge Heu ist, so wird, wenn auch in gleichem Grade, doch, annähernd die Verdaulichkeit des Rauhfutters durch Dämpfen befördert und ist dies' empfehlenswerth, wenn letzteres in großer Menge gereicht wird. Besonders in futter­armen Jahren ist bas Dämpfen ein gutes Mittel zur vollkommensten Ausnutzung alles Materials. Die Kosten ber Feuerung müssen immer über die Rathlichkeit entscheiden.

Schiffsbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C W- Dietz Nachfolger Gießen.

Bremen, 19. Juni. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Elbe, Capt. W- Willigerod, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 7. Juni von Bremen und am 8. Juni von Southampton abgegangen war, ist am 17. Juni, 4 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 19. Juni- (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer General Werder, Capt. H. Christoffers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 4- Juni von Bremen und am 6. Juni von Southampton abgegangen war, ist gestern 4 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. ________

Frankfurt a. M., 21. Juni, Nachmittags 2 Uhr Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactien 268 V?, Staatsbahnactien 269Vz, Galizier 266V», Lombarden 120Vr, Nord- westbahnactien 171V», Darmstädter-Bankactien 1577/8, Oberscklesische E.-B.-Act. 246V2, Oesterr. Silberrente 653/ig, 4% Ungar. Goldrente 745/i6, 4% 1880er Russen 69'^, 50/0 1877r Russen 85, 2. Orient-Anleihe 55<5/16, Spanier 28V,g, 5<y0 Rumänische Rente 90, 4% Unific. Egypter 5915/i6. Tendenz matt. ___

Wafferwärrue der Lahn.

Am 21. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: + 13° R, Luftwärme 4-17° R.

L. Chr. Rübsamen.

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