Ausgabe 
22.2.1882
 
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dürften einige Wochen in Anspruch nehmen. Mit dm Verhandlungen wegen Begründ­ung werden täglich Localbesichtigungen erforderlich werden, zu welchem Zweck der Commission ein Dampfboot mit mehreren Revisionsnachen zur Verfügung gestellt werden muß. Die Kosten, welche durch die Berufung und bte Thätigkeit der Com­mission entstehen, werden vorläufig auf den Fonds für die laufende Unterhaltung der Flußbauwerke und Dämme zu übernehmen sein; die Großh. Regierung behält sich aber vor, dieserbalb demnächst eine besondere Präposition nn die Stände zu ncht-n."

Posen, 17. Februar. In der gerichtlichen Verhandlung gegen Mendel­sohn und Genossen wegen Vergehen gegen das Socialistengesetz wurde heute die Vernehmung der Zeugen bis auf diejenige eines Zeugen, der in Haft genommen wurde und welcher morgen vernommen werden soll, zu Ende geführt. Die Aussagen der Zeugen lauteten durchweg zu Ungunsten der Angeklagten, indem durch dieselben die Verbreitung socialistischer Druckschriften, die Bildung geheimer Vereine und das Betreiben einer agitatorischen Thätigkert durch die Angeklagten bekundet wurde. Die Plardoyers beginnen morgen.

Pofen, 18. Februar. In der heutigen Verhandlung gegen Mendel­sohn und Genossen erfolgte nach der Vernehmung der in Hast befindlichen Zeugen das Plaidoper des Staatsanwalts, welcher schließlich folgende Strafan­träge stellte: gegen Stanislaus Mendelsohn aus Warschau 2 Jahre Gefängniß und 3 Monate Haft, gegen den Student der Medicin Wrocislaw Truszkowski aus Bern 5 Jahre Gefängniß und 3 Monate Haft, gegen den Buchbinderge­sellen Janiszewski 3 Jahre Gefängniß und 3 Monate Haft, gegen die Guts­besitzerfrau Starte v. Jankowska aus Chodorowo bei Kiew 6 Monate Gefüng- niß und 3 Monate Haft und gänzliche Ausweisung, gegen den Schlosser Buja- kiewicz 6 Monate Gefängniß und 110 X Geldbuße event. 22 Tage Haft und gegen den Cigarretten-Fabrikanten Kosobucki 6 Monate Gefängniß, und zwar ohne diesen 6 Angeklagten die erlittene Untersuchungshaft anzurechnen, gegen den Schlossergesellen Goryszewski 3 Monate Haft, diese aber durch die erlittene Un­tersuchungshaft als verbüßt zu betrachten. Nach Beendigung der weiteren Plai- doyers wuroe die Sitzung auf nächsten Montag, Vormittags 9 Uhr, vertagt.

Hesterreich.

Wien, 19. Februar. Officiell. Oberst Arlow meldet, er habe am 15. ds. eine Streifung östlich von Tirnowa und nordöstlich vom Sattel des Nogoj ausgeführt und sei dabei mit etwa 80 Insurgenten zusammengestoßen. Nach kurzem Feuergefecht seien letztere gegen Jahorina Planina zurückgewichen, er habe bei seinen Truppen keinerlei Verluste gehabt. Durch andere überein­stimmende Meldungen sind Jnsurgenten-Ansammlungen in dem Raume südlich der Korjen - Planina constatirt und wurden dementsprechende Verfügungen getroffen.

Wußtand.

Petersburg. 19. Februar. In der am 17. ds. stattgehabten Sitzung der hiesigen geographischen Gesellschaft wurde beschlossen, eine Polar-Expedition auszurüsten, welche unter Führung des Lieutenants Andrejeff nach Nowaja Semlja unternommen werden soll.

Telegraphische Depeschen.

Wolffs telegr. Correspondenz-Bureau.

München , 20. Febr. Die von der heutigenMünchener Morgenztg." gebrachte Nachricht über die Genehmigung eines Entlassungsgesuches des Cultus- ministers v. Lutz kann nach an competentester und authentischster Stelle einge­zogenen Erkundigungen als völlig unbegründet bezeichnet werden. Der Cultus- minister hat weder ein Entlassungsgesuch eingereicht, noch auch die Genehmigung eines solchen erhalten.

Karlsruhe, 20. Februar. Nach dem heute veröffentlichten Bulletin ist der Gesundheitszustand des Großherzogs fortdauernd gut. Die Brauchsähigkeit des Sehorgans nimmt regelmäßig zu, immerhin werden noch Wochen zur gänz­lichen Beseitigung des Augenleidens nöthig sein. Sobald der Zustand der Augen die Bewegung in freier Luft gestattet, ist, da die Körperkräfte zunehmen und Schlaf genügend vorhanden ist, der baldige Eintritt der vollen Gesundheit zu erwarten.

Wien, 20. Februar. DieNeue freie Presse" erklärt die von aus­wärtigen Blättern verbreitete Mittheilung, daß die österreichische Regierung sich bereit erklärt habe, Montenegro alle durch die Aufstellung eines Grenzkordons entstandenen Kosten zu ersetzen, für unrichtig.

Nach amtlichen Meldungen finden in den Bezirken von Gaczko, Konjice, Nevesinje und Stolac, sowie in Zubci noch häufig Raubanfälle statt. Am 17. ds. hatte eine Infanterie- und Gensd'armerie-Abtheilung bei Prjedor einen Zusammenstoß mit etwa 80 Insurgenten, letztere wurden mit einem Verluste von 1015 Todten zurückgetrieben. Die österreichischen Truppen hatten keine Verluste. Bei Ledenice und Stepen finden täglich Geplänkel mit einzelnen In­surgenten statt; bei einem solchen wurde am 15. ds. Corporal Rimmerberger vonl 14. Infanterie-Regiment schwer und am 18. ds. Oberlieutenant Szathmary vom 3. Feldjäger-Bataillon leicht verwundet, lieber sonstige Gefechte in der Erivoscie liegen keine Meldungen vor. Die Befestigungsarbeiten bei Ledenice, Stepen und Greben, sowie die Herstellung von Wegen schreiten rasch fort. Aus Tirnowa wird die durch stärkere Patrouillen bestätigte Ansammlung von Insurgenten östlich vom Rogaj-Sattel gemeldet. Am 18. os. ist Oberst Zam- bauer mit 3 Bataillonen unb 2 Geschützen über Erni (?) und Oberst Hotze mit 2 Bataillonen und 2 Geschützen über Sas vorgerückt. Die Colonne Zam- bauer's traf bei Cruscica aus Insurgenten und trieb dieselben nach kurzem Gefecht auseinander; die Truppen verloren 4 Verwundete, die Insurgenten ließen 5 Todte und 7 Verwundete in den Händen der Truppen. Cruscica, aus dessen Häusern auf die Truppen geschossen worden war, ist zum größten Theil niedergebrannt.

Lokales.

Gießen, 21. Febr. Der Geist der Fastnacht trieb heute Nacht in den Straßen der Stadt ein recht lebhaftes Wefin. Freiwillige Karrenfahrer, sowie sonstige Spuck- gkftalten amüfiibn sich noch ihrer Art. Ja, einer di»ser Kobolde verirrte sich im Clubgebäude in die oberen Räume, nahm hier eine Lampenglocke mit nnd verüble sonst allerlei Un­fug. Die Schutzmannschaft war grausam genug, diese Sachen nicht zu dulden und sich die Tumultuanten zu notiren.

Wie wir hören circulirt auch in unserer Stadt gleich Darmstadt, Mainz rc. behufs Sammeln von Unterschriften eine Eingabe an den Stadtvorstand, worin letzterer ersucht wird, an geeigneter Stelle dahm wirken zu wollen, daß die im hiesigen Caserne- ment die den Kaufleuten und Gesckäftstreibenden so sehr schädigende Cant in en- | wirthschaft aufpebobm wird. Im Interesse der Sache wäre eine rege Betheiliguna an dieser Eingabe sehr zu wünschen.

verwischte-.

sVersicherungssache.j Während der allgemeine Geschäftsgang im Jahre 1881 Vleles zu wünschen uong Uetz, Hal die Lebensversicherung^ und Erspar- nißbank in Stuttgart einen so bedeutenden Zugang erzielt, nne ein solcher seit dem Bestände der Bank nicht erreicht wurde-

Dieselbe halte 4608 Anträge mit 26 858 070^ zu erledigen. Davon wurden an- zur Versicherung aus Todesfall 3324 Anträge für 2962 Personen mit Jf. 20 306 770 und zur Aussteuerversicherung 376 mit JL 744 470 oder zusammen 3338 Personen mit 21051240. 878 Anträge aus Todesfall mit JL 5 645 400 20 7 % mußten wegen ungenügender Gesundheit abgelehnt oder zurückgeftellt werden und 28 Anträge mit v/4 165 200 wuiden dem Jahr 1882 zur Erledigung überwiesen.

L"ufe des Jahres 1881 waren auf Todesfall 33 692 Personen mit Mark 1/8 /21 000 versichert.

Davon starben 415 Personen mit X 3 054578 tncl. Selbstmorde; gegenüber dem Voisahre starben 28 Personen mit 157565 mehr, welches Ergebniß in Rücksicht des um 2 962 Personen mit «X 20 306800 vermehrten Versicherungsstandes und der Alterszunahme der Versicherten als äußerst günstig zu bezeichnen ist.

In Folge des Ablaufs der Versicherunaen wurden an 24 Versicherte 119371 ausbezahlt. Der Abgang bei Lebzeiten durch Rückkauf und Erlöschen wegen Nicht­bezahlung der Prämie beträgt: 523 Personen mit JL 2 873 045; solcher ist wesentlich geringer als nn Vorjahre Das prozentuelle Verhällniß des Abgangs ergiebt zur Personenzahl l,5o % und zur Vers.-Summe 1,61 %, während voriges Jahr in beiden Beuehullgen enr Abgang von 1,86 % eintrat. Der reine Zugang beziffert sich für die Todessallverficherungen auf 1997 Personen mit JL 15 259 /76 und für die Aussteuer- versich'.rungen auf 50 Personen mit «X 283 329; folglich reiner Zuwachs 2047 Personen mit JL 15 o4310o. Als Gesammtoersicherungsstand ergeben sich pro Ende 1881 in mr ^odeösallbranche 32 727 Personen mit 173 674 000 und :n der Ausfteuer-Ver- Personen mit 5 706 000, zusammen im Ganzen 36503 Personen Jt. 1/9 380 000. Das allgemeine Vertrauen zur Bank wird durch die alljährlich sich kundgebende vermehrte Zunahme mamfeftirt; dabei darf nicht unerwähnt bleiben, daß insbesondere Vereine und Korporationen behuss Versicherung ihrer Mitglieder gerne Anschluß an die Bank suchen.

Die Bankoerwaltung, fortwährend bestrebt den Wünschen ihrer Versickerten in jeher Richtung entgegenzukommen, beabsichtigt, der nächsten Generalversammlung einige Statutenänderungen rm Interesse der Versicherten zu unterbreiten und sonstige schätzens- werthe Neuerungen zur Einführung zu bringen Die Rechnung für das Jahr 1881 ist N0W nicht fertig gestellt, sie läßt übrigens ein sehr befriedigendes Ergebniß erwarten.

Theater.

Wie wir aus sicherer Quelle erfahren, ist es Hrn. Direktor Schubert gelungen, oas bereits in den größten Städten an Höfen und Universitäten allgemeines Aufsehen erregende Phänomen den 8jährigen Kopfrechner Moritz gränkel, zu einem einmaligen Auftreten auf der hiesigen Bühne zu gewinnen. Diese außerordentliche Erscheinung der Neuzeit, welche alles bis jetzt in diesem Fache dagewesene überragt, wird gewiß auch in unserer Musenstadt Interessenten finden und glauben wir nicht unterlassen zu dürfen, das verehrt. Publikum schon h.ute aufmerksam machen zu müssen.

Literarisches.

Humboldt. Nconatsschrift für die gejammten Naturwissenfchaften. Heraus­gegeben von Dr. Georg Krebs. Verlag von Ferdinand Enke in Stuttgart. ÄRonatlich ein Heft von 45 Quartbogen mit Abblldungen. Preis des Heftes 1 «X.

Die großartigen Leistungen der Neuzeit auf allen naturwissenschaftlichen Gebieten haben in der ganzen gebildeten Welt mehr und mehr das Interesse für diese Wissen­schaft erweckt und kaum Einer, der den eigenthümlichen Reiz, welchen die Nach­forschung der Naturgeheimnisse an sich trägt, kennen gelernt hat wird sich unbefriedigt von diesem Studium abwenden. Nicht Jedermann aber ist so glücklich, die dazu nöthige, meist kostspielige Literatur auch nur eines Zweiges der Naturwissenschaften erwerben zu können, ober es fehlt doch zum Lesen umfai greicher unb gelehrter Werke die Zeit und das Verstänoniß; so kommt es, daß Viele, bei aller Liebe zur Natur, über den ersten Versuch, tiefer m diese Wissenschaft einzudringen, nicht hinausgelangen. Wohl von dieser Erwägung ausgehend, hat es die obengenannte Verlagsfirma unternommen, unter Redaction des wohlbekannten Dr. Georg Krebs ein periodisch erscheinendes Sammelwerk zur Ausbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse unb Forschungen für weitere Kreise herauszugeben und zeigt ein Blick in das vorliegende Januarheft, daß ihr dieses Bestreben vollauf geglückt ist. Die Aufsätze sind gemein­verständlich und formvollendet geschrieben, so heben wir aus dem reichen, fick über alle Gebiete der Naturwissenschaften verbreitenden Inhalt besonders hervor: Das Erdbeben von Casamicciola von Prof, von Lasaulx, die künstliche Eisbahn auf der Frank­furter Patent- und Musterschutz-Ausstellung/von Dr. Krebs, die Schutzfärbung der Thiere von Dr. Knauer, künstlicher Indigo von Dr. Petersen, fremde Einschlüsse in Hühnereiern von Pros. Landois. Außerdem enthält jedes Heft eine Uebersicht der Fortschritte auf allen naturwissenschaftlichen Gebieten, eine literarische Rundschau, ein Feuilleton mit interessanten, neuen Mittheilungen, sowie einige kleinere, jedoch nicht minder wichtige Rubriken. Als Mitarbeiter werden unsere ersten naturwissenschaftlichen Schriftsteller genannt; die Ausstattung, sowohl was Abbildungen wie Druck und Papier anbetrifft, ist eine ganz vorzügliche, der Preis für das Gebotene äußerst niedrig, so daß allen Freunden der Natur dieser populär wissenschaftliche Führer durch dieselbe auP§ Wärmste empfohlen werden kann.

Handel und Verkehr.

Gießen, 21. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfb. 1051.15, Hühnereier 1 Stück 56 H, 2 Stück 0000 Enteneier per Stück

78 H, Gänseeier p. St. 1112 H, Käse p. St. 48 Käsematte per Stück 3 Erbsen 1 Liter 20 H, Linsen 1 Liter 24 Tauben das Paar 90100 Hühner per Stück 1.101.30, Hahnen per Stück X 1.501.70, Enten per Stück 1.702.00, Gänse per Pfund 00-0 H, Welsche per Stück JL 9.00-10, Ochsenfleisch per Pfund 60-62 H, Kuh- und Rindfleisch 45-50 Kalbfleisch 42-44 H, Schweinefleisch 62 bis 64 Hammelfleisch 5060 H, Kartoffeln 100 Kilo X 3.004.00, Zwiebeln per Gentner JL 89, Milch per Liter 1618 H.

Fran kf urt, 20. Febr. (Fruchtpreise.i Weizen, effektiv hiesiger unb Wetterauer X 25.50, fremder X 25-5000 Roggen effecliv hiesiger JL 20.5000.00, fremder X 20.5021. Gerste effectio hiesige und Westerauer JL 20 5020.75, fremde JL 20 bis 21. Hafer effectio hiesiger und Westerauer X 15.7517 25, fremder X 1617 per 100 Kilo.

Frankfurt a. M 20. Februar. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren circa 299 Ochsen, 297 Kühe, 232 Kälber und 198 Hämmel. Die Preise für 100 Pfund Fleischgewicht stellten sich: Ochsen 1. Qualität JL. 69-00 2. Qualität 60-63, Kühe 1. Qualität X 56-00, 2. Qualität X 50-00, Kälber 1. Qualität X 54-60, 2. Qualität JL 4000, Hämmel 1. Qualität X 6500, 2. Qualität X 50 00, Schweine wurden vorige Woche ca. 306 Stück verkauft und mit 64 H das Pfund bezahlt.

Frankfurt a. M., 21. Februar, Nachmittags 2 Uhr Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactten 261, Staatsbahnactien 2571 2, Galizier 247%, Oesterr. Silberreicke , 4% Ungar. Goldrente 7213/16, 4% 1880er Russen2. Orient-Anleihe 57%, 5% Rumänische Rente 86%, Lombarden..Tendenz matt.

Bekanntgabe genöthiqt.

Die Expedition desGießener Anzeigers".

welche am Tage der Aufgabe erscheinen sollen, bitten wir bis längstens Vormittags 10 Uhr i " an uns gelangen zu lassen. Im Jntereffe der

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