Issue 
22/01/1882 Zweites Blatt
 
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image

6 Ist bereits früher ein Gesuch um Zulassung zur Prüfung eingereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Unbescholten« heitszeugniß beizulegen.

Ueber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden gestellt werden, gibt die Prüfungs-Ordnung (Anl. 2 zur Ersatz-Ord. I. Thetl der Wehr- Ord. vom 28. Septemb"r 1875 Reg.-Bl. Nr. 55 von 1875) Aufschluß.

Bezüglich des Prüfungs-Termins, sowie des Locals, in welchem die Prüfung stattfindet, erfolgt ev. weitere Bekanntmachung: auf spectelle Ladung kann nicht gerechnet werden.

Darmstadt, den 17. December 1881.

Großherzogliche Prüfungs - Commission für einjährig Freiwillige.

Der Vorsitzende:

Gros.

Wochenschau.

Gießen. 21. Januar.

Das Hauptinteresse in unserer inneren Politik concentrirt sich gegenwärtig auf die kirchenpolitischen Angelegenheiten und sieht man nament­lich den Verhandlungen des preußischen Abgeordnetenhauses über die demselben zugegangene neue kirchenpolitische Vorlage, welche u. A. auch einige, den Forde­rungen der römischen Kurie entgegenkommende, Paragraphen des Juligesetzes von 1880 wieder hergestellt hat, mit Spannung entgegen. Dem gegenüber traten die Verhandlungen des Reichstages in den letzten Tagen mehr in den Hintergrund, obwohl es nicht an bewegten Scenen fehlte. Zu einer solchen gestaltete sich am Dienstag die Reihe von persönlichen Bemerkungen zwischen den fortschrittlichen Abgg. Richter (Hagen) und Löwe (Berlin) einerseits und dem Abg. Dr. Stöcker, dem bekannten christlich-socialen Agitator, andererseits gelegentlich der Frage über die Gültigkeit der Wahl Löwe's. Diese Bemerkun­gen trugen den Stempel der äußersten gegenseitigen Gereiztheit und ließen ersichtlich einen unangenehmen Eindruck im Hause zurück. Im Uebrigen beschäf­tigte sich der Reichstag am genannten Tage mit der Vorlage über die Berufs­statistik und nahm hierbei den Commissionsantrag an, die von der Regierung beantragte Viehzählung zu streichen. Am Mittwoch genehmigte der Reichstag zunächst den durch den Bau eines Reichstagsgebäudes nothwendig gewordenen Nachtragsetat in erster und zweiter Lesung und nahm hierauf den Antrag des Abg. Windthorst betreffs Aushebung des Jnternirungsgesetzes in dritter Lesung unverändert an. Es folgte hierauf die erste Berathung des von den Abgg. Dr. Buhl und Genossen eingebrachten Gesetzentwurfes über die Entschädigung der Arbeiter bei Unfällen und die Unfallversicherung der Arbeiter, welcher im Allgemeinen die StaatsuntersMtzung und das Versicherungs-Monopol verwirft. Die Verhandlung förderte neue Gesichtspunkte über diesen Gegenstand nicht zu Tage und wurde am Donnerstag fortgesetzt und beendet.

Dem preußischen Abgeordnetenhause wurde am Mittwoch vom Finanzminister Bitter der Etat für das Etatsjahr 1882/83 vorgelegt, welcher den verhäldnißmäßig günstigen Stand der preußischen Finanzen darlegt. Der Etat balancirt mit 939,806,617 vH.; das Ordinarium beträgt 905,727,373 vH., welches durch ordentliche Einnahmen gedeckt wird, die Extraordinarium-Beträge in Höhe von 34,079,240 Jt sollen meist zu Culturzwecken verwendet werden. Aus dem Vorjahre liegt ein verfügbarer Ueberschuß von 28,862,185 vH. vor, doch war eine Anleihe behufs der Förderung wichtiger Zwecke des Volkswohls nicht zu vermeiden. Der Finanzminister erklärte auch, daß die Regierung an dem Princip weiterer Steuererlässe aus den Ueberschüssen festhalten werde. Das Haus vertagte sich hierauf auf unbestimmte Zeit.

Im preußischen Etat ist auch ein Posten für einen Gesandten Preußens beim Papste im Betrage von 90,000 vH. eingestellt, welcher äußerst kurz begründet ist. Die Begründung geht auf die stattgehabten kirchenpolitischen Verhandlungen gar nicht mehr ein, sondern sagt nur, daß seit der Aufhebung der Reichsgesandtschaft beim Vatikan ein versöhnlicher Papst gewählt worden und daher der formelle Grund für den Abbruch der diplomatischen Beziehungen fortgefallen sei.

Die sächsische Regierung hat, nach einer Meldung derVoff. Ztg.", darauf verzichtet, den Antrag beim Bundesrathe betreffs der obligatorischen Arbeitsbücher einzubringön, da Fürst Bismarck persönlich ein Widerstreben kund­gegeben habe. Welches Interesse man in Sachsen dem Secundärbahn-Bau widmet, geht aus dem Umstande hervor, daß die zweite sächsische Kammer in ihrer Sitzung vom 17. d. Mts. die Mittel zum Bau von fünf weiteren schmal­spurigen Eisenbahnen bewilligt hat.

Die Nachrichten, welche aus Süd-Dalmatien und dem angren­zenden Theile der Herzegowina in Wien einlaufen, lauten mit jedem Tage beun­ruhigender. In den letzten Wochen sind den panslavistischen Comitös in den größeren Otten der aufständischen Gebiete große Geldsendungen behufs weiterer Förderung des Ausstandes zugegangen; ferner sollen sich verschiedene aufstän­dische Banden zu größeren Massen vereinigt haben. Außerdem zeigt sich die montenegttnische Bevölkerung immer feindseliger gegen Oesterreich und Fürst Nikita hat die größte Mühe, seine Czernagorzen von offenen Feindseligkeiten gegen die Oesterreicher zurückzuhalten. Die österreichische Regierung rüstet denn auch zu einem vollständigen Feldzuge im Süden der Monarchie und hoffentlich werden hierbei die Lorbeern für die österreichischen Waffen nicht so zweifelhafter Natur sein wie 1869.

Die wirtschaftliche Lage Rußlands scheint sich, wenn der Finanzbettcht des russischen Finanzministers an den Czaren keine Schönfärbereien nthält, allmälig bessern zu wollen. DasJournal de St. Pötersbourg" wid­met diesem Budgetbericht einen längeren Artikel, in welchem der gute Wille der

I russischen Regierung, die wirthschaftliche Lage des Reiches auf eine normale Basis zurückzuführen, hervorgehoben und betont wird, daß dieselbe theilweise schon erreicht sei. Der Artikel spttcht schließlich die Hoffnung aus, daß die er­griffenen Maßregeln für die Ordnung der Finanzen mit 'Eifer durchgefühtt würden.

Der norwegische Storthing und der schwedische Reichstag sind im Laufe dieser Woche zu einer außerordentlichen Session einberufen worden, um hauptsächlich über den im vergangenen Jahre mit Frankreich abgeschlossenen Handels-^ und Schifffahrtsvertrag zu berathen. Derselbe läuft am 8. Februar ab und seine Erneuerung ist für den Handel und die Schifffahrt Scandinaviens von großer Bedeutung.

Bon den orientalischen Angelegenheiten ist es die egyptische ^-rage, welche die Aufmerksamkeit der europäischen Mächte noch immer am meisten in Anspruch nimmt. Die Erregung, welche die englisch-französische Collectivnote an den Vicekönig in der egpptischen Nationalpattei Hervorgeruferi ehat, hat sich noch immer nicht ganz gelegt und befürchtet man neue Demon­strationen der Nationalpattei.

^Eine Depesche aus Valparaiso in Chile meldet den Abschluß des ^nedensvertrages zwischen Chile und Bolivia. Die Friedensbedingungen sollen u. A. darin bestehen, daß Bolivia Küstengebiet abtritt und seine Beziehun­gen zu Peru abbricht. Von einem Friedensvertrage zwischen Chile und Peru ist jedoch nicht die Rede, derselbe scheint demnach noch in weitem Felde zu sein.

Darmstadt, 19. Januar. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 18. d. Mts. geruht: den Oberstkammer­herrn Hermann Freiherrn v. Nordeck zur Rabenau auf dessen Nach­suchen und unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste von der von demselben bekleideten Stelle als Ordenskanzler zu entheben und den Generaladjutanten z. D. Generallieutenant ä la suite und Kammerherrn Adolph v. Grolman zum Ordenskanzler zu ernennen.

Lokales.

Gießen, 21. Januar. (Sitzung der Stadtverordneten vom 19. Januar.) An­wesend. Herr Burgnmeuter Bramm, Herren Beigeordneten Keller und Heb von Seiten d.r Stadtverordnet n die Herren: Bai st, Gail, Grün ebera. H a n- st ein Hoch, Homderger, Kauf, Lüdeking. Petri, Pfannmüller Scheel Schopdack, Vogt und Wenzel. - Zu Mitgliedern der Ersatzkommtssion für den AuvhevungLb^z'.ik Glegen wurden die Herren W o r t m a n n und Bogt, zu deren St Uvertretern die Herren Ad. Noll und Hornberger gewählt. Nach dnem Jöeridjt der Pollzeioerwaltung Gießen vom 10. ds. Mts. beabsichtigt dieselbe

Groß. Ministeriums des Innern und der Justlz an welches voll Setten deo Allgem. ^h^lschutzvereins für das Großherzogthum Hessen eine Petition ?sric5 Großh. Ministerium möge verfügen, daß daS Beschneiden

bpr all" für die Landwirthschaft nützlichen Vögel in

ll?u~ 1 Marz zu erfolgen habe, ein diesem Sinne entsprechen:: ru ettajl en Großh. MlNlstenum hat die Petition des Thierschutzoerems und steht sich die Versammlung veranlaßt, ebenfalls die Emfühlung eines diesbezüglichen Reglements, nach welchem die Grundbesitzer bei Vermeidung einer S^afe von v4L 1 10 gehalten sind, das Beschneiden der decken nuf fSnFip nn« 5 giig unb eine Breite von 2 Fuß >n ber oben angegeb neu Zeit, spätestens 1. März leben Zahl es vorzunehmen, zu uerlirmorten. - Von bet Rufdn'ift be§ ^nbnnAfert' bes 3. Bezirks in welcher derselbe tue Ausnahme zweieran beÄTan

mancherlei unangenehmen Verhaublungcn geführt, angezeigt ersehe ne Die Versamm^ lung welche svr em weiteres Besteh mtassen des Verbots seit Verbreiteruna ber Web- stemsgasse bis zum Oswalbhch-.u Garten keinen Grund siebt tritt betn^XtrnJtX Postzemerwaltung bei unb ist somit bie Wetzsteinsgasse bem Verkehr nii?SBaaenb «-öffnet, Die Vorstellung ber Herren Chr, Lonn und Stat.ülffiftent «nrfi0,r

Ministerium bes Innern unb ber Justiz meBäXbunfl Mm fiefe ere pon ber Siabtverorbneten-Versammlung auferlegten Verpflichtuna lur UebermfilhunÄ bfr Schoorgrabeus längs seinem Hause ist von Großh, Ministerium abschlägig bi- schieden worden, wovon bie Versammlung in Kenutniß gesetzt wirb Dte Metzgermeffter A u g, Schmtbt (um Erlaudniß zur Eebauung einer Trevvennb genehmig^"*" $eIfrid) (Erlaulmiß zur prov, Anlegung einer Einfriebigung) werben a7men*ÄSÄ Norbbeu.schH^ Bremen, 16. Januar, (Per transatlantischen Telegraph) Der Vostbnmnk^ Neckar, Capt, R, Bussins vom Norbbeutschen Lloyb in Bremen welcher am I JEar von Bremen unb am 4. Januar von Southampton abgegangen war ist bi, 71,1. Morgens wohlbehalten in Newport angekommen. 0 0 '£Ute 7 U^r

Allgemeiner Anzeiger.

Gebrannter fiafl*ee,

Nr. 1. Ceylon Perl mit braun Menado, feinste Wiener Mischung, per Psd. vH. 1.80,

Nr. 3a. Java-Perl . 1.60,

Nr. 5. Java « » 1.20,

empfiehlt, außer 3 weiteren Sorten im Preise von vH. 1.40, 1.60, 1.70, a!s besonders hochfeine und preiswürdige Qualitäten

12 Fr. Seibel.

HMU -u Äf? 0Ut fleIeRCUe d-" 49t Ein «-ruchloses Closet zr. verkaufen.

Näh. bei der Cxped. ds. Bl. Wetzitelngaste 4o.

Moritz Heichelheim,

Täglich

bei AugUSt Holl.

Rreppel Altes Zinn und Bier kauft Joh. Zufall, Zinnaießer, 368 Neue^Bäue B. 80.