Ausgabe 
21.5.1882 Zweites Blatt
 
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Lukmanler-Project näher zu prüfen (7. Juni 1850). Nicht nur mit Sardinien, sondern auch mit Preußen fanden um diese Zeit Verhandlungen statt über dir Ausführung einer Alpenbahn. In dem bezüglichen Specialbericht der Vertreter Preutzens Sar­diniens und der Schweiz zieht Herr Ingenieur G. Koller auch den Gotthard'in Be­rechnung und nur begegnen hier zum ersten Mal der Idee einer Alpcnbahn über den Goiihard.

Dieser von Herrn Koller angeregte Gedanke faßte in Basel und in der Central­schweiz rasch Wurzel und es erregte ein nicht geringes Aufsehen, als am 19. August 1853 in Luzern eine erste Conferenz stattfand, welche von acht Cantonen in der Absicht besucht war, sich zu einer gemeinsamen Unterstützung für Ueberschienung des Gotthard- passes zu vereinigen. Eine zweite größere Conferenz trat am 15. September 1860 zusammen, setzte eine Actionscomitö ein und war fest entschlossen, Alles einzusetzen um den Golihardgedanken zu verwirklichen.

Das Jahr 1863 sah diese Verbindung sich erweitern. Am 28. September 1863 hatten sich 15 Canione, sowie schweizerisch- Central- und Nordostbahn zu einer Ueber- einkunst vereinigt für Anstrebung einer Gotthardbahn. Die Ucbereinkunft wurde auch dem Bundesrathe mit dem Ansinnen vorgelegt, die Regierungen von Italien Baden Württemberg, Bapern und England davon zu unterrichten und dle süddeutschen Staaten und Italien zu Unterhandlungen für eine Gotthardbahn einzuladen.

Gegenüber der Gotthardvereinigung fanden sich alsbald zwei andere Cantons- grnppen in opposiikonellem Geiste zusammen: die Lukmanierkantone Bünden St Gallen Appenzell, Glarus und die Simplonkantone Wallis, Waadt und Genf. Sie verlangten vollständige Neutralität von der Bundesregierung und prstestirten gegen jede Bevor­zugung des Gotthard.

Dem ungeachtet wurden nunmehr von der Gotthardvereinigung weitere Unter­suchungen in technischer und commeicieller Beziehung gepflogen. Das Resultat der­selben waren das Expertenproject und technische Gutachten der Herren Bekh und Gerwig sowie das commerclelle Gutachten und die Rentabilitätsberechnung von Koller Schmidlm und Stoll?) über welche Arbeiten man auch nur eine Stimme der Anerkennung ver- nominen hatte.

In Italien arbeitete gleichzeitig eine große durch den Baumeister Jacini ein­gesetzte Alpenbahncommission, die nach Prüfung aller vorliegenden Alpenbahnmoj.ctc mit 11 gegen 3 Stimmen dem Gotthardprojecte den Vorzug gab. Hinwieder fehlte cs nicht an Anstrengungen, um auch Substdien zu beschaffen und das preußische MiNifie- nurn für die Gotthardbahn zu gewinnen, das sich schließlich auch für dieselbe erklärte (März 1869).

Nachdem der Norddeutsche Bund im Verein mit Italien sich definitiv und aus­schließlich für den Gotthard entschieden hatten, trat am 15. September 1869 in Bern eine Conferenz von Vertretern der betheiligten Staaten zusammen. Auf Grund ihrer Beschlüsse kam der Staatsvertrag vom 15. October 1869 zwischen Jialien und der Schweiz zu Stande, dem im Jahre 1871 auch das deutsche Reich beitrat. Dieser Vertrag bildete dle staatliche Grundlage des Unternehmens. Die nun nachfolgenden Verhandlungen Noten, Beschlüsse und Conferenzcn können wir hier nicht weiter verfolgen Für diese Specialien empfiehlt sich mehr als alles Andere zur Lectüre das Werk von Dr. Wanner das nach allen Seiten authentischen und gründlichen Ausschluß gewäort.

Durch der, erwähnten Staatsvertrag wurde von den beteiligten Staaten für den Ausbau eine Subvention von 85 Millionen Franken zugesichert und bei Abschluß desselben, vorausgesetzt, daß der Rest des Gesellschaftscapitals von 102 Millionen Franken durch Emission von Actien und Obligationen (*/3 Aetien und % Obligationen) zu be- I chasten sei, die Linie Flüelen-Blasca doppelspurig und die übrigen Linien mit Ausitahme des großen Alpentunnels einspurig ansgesührt werden sollten.

Nach Sicherung des Gesellst! aftscapstals wurden Anfangs November 1871 bie Statuten ausgegeben und constituirte sich die Gotihardbabngesellschast mit Sitz in Luzern am 6. Decembcr 1871 (Dnl. Wanner a a. O. Seite 208 u ff.)

Der schweizerische Bundesrath übernahm seinerseits die Vervfllchtnna, di- Vor- Ichrlften des Staatsoertrages zu vollziehen. Da noch der tessinischen Concession die 2"d Lugano-Cbiasso drei Jahre nach der Eonstüuirung der Gesellschaft, das ist bis 6 December 1874, die übrigen Linien gleichzeit-a mit dem großen Tunnel auf 1. October 1880 vollendet fein sollten, so wurden die Projeciirungsarbeiten sofort begonnen, im Monat Juli 1873 der Bau der tessinischen Thalbahnen in Angriff Kn?I^n und concessionsmäßig vollendet, jedoch mit einer Ueberschreilung von 17,b Millionen Franken Mehrkosten gegenüber dem Voranschlag von 1869 welcher in mangelhafter Weise die Baukosten auf nur 14,6 Millionen Franken beziffert hatte.

*) V-rgl. das im Jahr 1880 Im Verlag von K. I. Wyß in Bern erschienene Werk von Dr. Wanner Archivar der Gotthardbahn,Geschichte der Begründung des Goit- hardunternehmens" S. 88 u. ff.

Dem Buch Ist eine Prachtvolle Uebersichtskarte des ganzen Bahngebietes von siug bis Como und Pmo, tm Maßstabe von 1 : 100,000, als Separatbeilage beigegcbeu U

und 1874 Pläne ausgenommen und ein Vor«?, ben 3abren 1873

dem Rücktritt desselben im Frühjahr 1875 n/n nLrTn* Oberingen-eur Gerwig, nach Project sammi approximativem Kostenooran^^ 7° "7^ £eö1.n.a9'J:in "^erelles 1876 veröffentlicht, woraus ein Defic t 7°n M Mill^^ '"'Monat Februar der Schweiz eine wahre Consternation bervorri'es M-n " sich ergab, das ,n

fertigten Hellwag und Gerl-ch das iDetai,project 50m mX?r* U!'UftJ8t76

raaz'Ä ä*« s

Art einspurige Anlage der Babu, V rtaguna von NebenIst>ien^§.?^E's'- aller die Schwierigkeiten werden zu können. Zugegeben murbe üan'Keik n^^^.6 b°b der Voranschlag von Hause aus ein ungenügender war °°r Einsichtigen, .. Es sand eine neue internationale Conferenz im Monat ; o

statt. Das Schlußprotokoll derselben vom 12. Juni 1877 bildete ß

Zusatzvertrages vom 12. März 1878, wtaoÄOTÄtÄ*?*,

. ... ®e5 schweizerische Bundesrath unterstellte den Zufatzvertraa vom 12 Mär- 187S

SLKMMMLWWK angenommen. Damit war ba§ Unternehmen aerettet ha anrfi ht>> (v;« radlung des von der Gesellschaft zu beschaffenden Baukapitals durch Verträae mit dem hte6ra®°«nOr-tlUm *lnpelnr9ern Bankfirmen gesichert war. Hieraus erfolgte am IL^Juni 1879 die Genehmigung des geleisteten Finanzausweises. Endlich kam am 16 Run?1879 ein

Nach erfolgter Reviffon der Statuten, Neuwahl der Direcüon und des Ober-

der inteÄnden S*" 8e8raÜb£r bem Voranschlag

9Rie de?EE,'^'u ,kurzen Zügen die Entstehungsgeschichte des Gotthardunternehmens. Wie ver Bau im Einzelnen ausgeführt wurde, liegt außerhalb des Rabmeus dieser Darstellung. Es mag die Miitheilung genügen, daß schon mit Ende des Jgbres 188,, d,e Einhaltung des früher auf 1. Juli 1882 feftgefefcten Xetming btt»rtiiebSnS

ftanb. aae Arbeiten nahmen einen Bnstlgen Verlauf nur di- be§Rab^^RS^fn n8ebe§ ®°tt6arbtunnel§ verzögerte sich um l'/«Jghr. Mit Anfang kannte er jeboch provisorisch betrieben werden und am 10 Avril des

Bktcben 3abre§ war es möglich, bie ßenerilinte zu eröffnen. Am 1 Juni' 1882 wird sobann b,e ganze Linie, die schwere Arbeit eines DecenniumS dkm allgern nenVerÄr w- ch. bManbin°den r,e bie «e?0ten Ermattungen erfSn unbbk roelai. bisanhln ben Norben vorn Süben trennte, gefallen sein um ben Völkern die Segnungen des Friedens in reichern Maße zu gewähren. ' "

Die für das Rechnungsjahr 1881/82 rückständigen Kapitalzinsen können inner­halb der nächsten 14 Tage an den Zahltagen Dienstag, Donnerstag und Samstag noch ohne Kosten zur Uni­versitäts-Rentamtskasse bezahlt werden.

Gießen, den 15. Mai 1882.

Großh. Universitäts-Rentamt. 3490 Schmitt.

Die aus früheren Quartalen noch rückständigen Gymnasial - Schulgelder sind bis längstens Ende dieses Monats an den Zahltagen Dienstag, Donners­tag und Samstag zur Gyinnasialkasse Geschäftszimmer des Universitäts- Rentamts zu entrichten.

Gießen, den 15. Mai 1882.

Großherzogliche Gymnasialkasse. 3491 Schmitt.

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Lauterbach, den 2. Mai 1882.

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