Die während der Lebenszeit von Frau Lincoln häufig in Umlauf gesetzten Gerüchte daß sie sich in schlechten Vermögensoerhältnissen befand und einer Erhöhung ihrer Pension Seitens des Congresses dringend beoürfe. scheinen daher unbegründet ge- wesen zu sein. . _____
i Kopenhagen, 17. October. Das Folkethmg nahm mit 74 gegen 10 Stimmen die Resolution gegen das Verbot der Einfuhr von Hornvieh aus Schweden an. Neun Mitglieder der Rechten enthielten sich der Abstimmung. Der Minister des Innern hatte im Voraus erklärt, er könne die Resolution in der vorliegenden Form nicht berücksichtigen. Gleichzeitig wiederholte der Minister das früher gegebene Versprechen von einer eventuellen späteren Aufhebung des Verbotes, jedoch mit Uebergangsbestimmungen.
London, 17. Octbr. Die „Times" erfährt, die englische Regierung dürfte die Stellung Arabi Pascha's unter englischen Gewahrsam verlangen, sofern die egyptischen Behörden nicht angemessene Vorsorge träfen, um demselben einen unparteiischen Proceß zu sichern. ,
— Der „Daily News" zufolge hätte die Regierung der Kap-Kolonie beschlossen, dem Parlamente des Kaplandes die Zurückziehung der Kolomalbehör- den aus dem Basutolande anzuempfehlen.
Konstantinopel, 17. October. Achmed Vefik, der Gouverneur von Brussa, ist heute seines Postens entsetzt worden, weil er den Befehlen der Pforte nicht, Folge leistete. Die Absetzung wird als ein Beweis dafür angesehen, daß der Premierminister entschlossen sei, energisch vorzugehen.
Kairo, 17. Octbr. Dem englischen Generalconsul Malet wurde eine Rote des Ministeriums zugestellt, in welcher daraus hingewiesen wird, daß eine strenge Bestrafung der Rebellen für die Aufrechterhaltung der Ordnung noth- wendig sei. ES würde gefährlich sein, den Proceß gegen die Rebellen hmzu- schleppen. Man dürfe nicht ein Verfahren anwenden, welches für orientalische Länder unzulässig sei.
New-York, 17. Octbr. Der Hamburg - Amerikanische Postdampfer „Gellert" hat gestern Nachmittag in St. Johns die Passagiere des gescheiterten Postdampfers „Herder" ausgenommen und ist nach Plymouth abgesegelt.
gestellt hat. Ä . r £ .
__ Die neuesten Nachrichten aus Kairo lauten insofern nicht ungünstig, als sie — insonderheit die Verlängerung der Wechsel um eine dreimonatliche Frist — darthun, daß zu Gunsten der internationalen Handels-Interessen die - die theoretisch ja niemals geleugnete — Einigkeit der tonangebenden Mächte sich auch praktisch bethätigt. Man hat hier den Anfang des Weges vor sich, auf dem die Regulirung der egyptischen Frage zu Aller Nutz und Frommen zu Stande kommen kann, sobald der unberechtigte politische Ehrgeiz aus dem Spiel bleibt Rur Wahrung der politischen Interessen Europas auf egyptischem Boden ist England ehrlich gewillt und — seine militärische Aktion hat es erwiesen — auch hinreichend befähigt. Was aber die finanzielle und handelspolitische Seite der Frage betrifft, so scheint bei der allerorts vorhandenen Geneigtheit zu einem zweckentsprechenden Arrangement das Zustandekommen eines solchen in erfreulicher Nähe gerückt, zumal, wenn, wie die „Times erfährt, die Verständigung zwifchen den Cabineten von London und Paris auf dem Punkt wäre, perfekt zu werden. * „ L _
— Für die Zwecke des Weltpostvereins soll die Stückzahl der Postkarten mit bezahlter Antwort, der Sendungen mit Empfangs-Anzeigen und der Eilsendungen während der drei Tage vom 18. October, 12 Uhr 1 Min. Morgens, bis zum 20. October, 12 Uhr Nachts, ferner die Anzahl der im Postwege bezogenen Zeitungen und Zeitschriften für das Kalenderjahr 1882 ermittelt werden. Demgemäß hat das Reichspostamt die Postanstalten angewiesen, die erforderlichen Ermittelungen vorzunehmen.
- Der Handels- und Schifffahrts-Vertrag zwischen Deutschland und Spanien vom 30. März 1868 wirb zufolge Uebereinkommens zwischen beiden Regierungen, durch welches die Wirkung der im vorigen Jahre spanischerseits erfolgten Kündigung hinausgeschoben worden ist, bis zum la. December d. Js.
& Berlin. Die Handelskammer zu Breslau hat in Sachen der süddeutschen Postmarken folgende Eingabe an den deutschen Bundesrath gerichtet:
Dem hohen Bundesrathe beehren wir uns ganz ergebenst anzuzeigen, daß mir tn unserer Plenarsitzung vom 27. v. M. beschlossen haben, dem Anträge der Handelskammer zu Frankfurt a. M- vom 17. Juni 1882 wegen einer Beseitigung der den Verkehr erschwerenden Verschiedenheit der'deutschen Postwerthzeichen uns anzuschließen. Wenn auch die geographische Lage unseres Platzes bedingt, daß hiesige Handel- und Gewerbetreibende die Unbequemlichkeiten des jetzigen Zustandes weniger empfinden, als die Kaufleute an anderen mitteldeutschen und im Westen des Reiches gelegenen Platzen, so hat doch auch unsere Kaufmannschaft Veranlassung, jene Verschiedenheit beseitigt zu wünschen Die Geschäftsreisenden, welche von hier aus nach Süddeutschland gesandt werden, klagen stets über die große Schwierigkeit, welche mit der Auswahl des nchtiaen Postwerthreichens namentlich bei der Fahrt mit der Eisenbahn m den GrenzdistEen der Partikularstaaten verbunden ist. Fast jeder mit Deutschlands Südwesten arbeitende Geschäftsmann ist schon in die Lage gekommen, durch die Verschiedenheit der Postwerthzeichen sich benachthetligt zu fühlen, sei es. daß er Strafporto zahlen mutzte wegen einer irrtümlicherweise verwandten und daher ungültigen Marke; sei es, daß der Ausgleich eines kleinen Geldbetrags in deutschen Postwerthzeichen erfolgte, die am Empfangsorte nicht zu verwenden waren. t v
Ferner sind die Handelskammer Trier, sowie die Handels- und Gewerbekammer Blauen dem Gesuche der Handelskammer Frankfurt a. M- an den Bundesrath bei- getreten. Letztere weift noch darauf hin. daß die Verschiedenheit der Postwerthzeichen noch die Wirkung habe, daß die Postwagen der nichtbayerischen und ntchtwurttem- bergischen Etsenbahnzüge, so lange sie sich auf bayerischem oder württemdergischem Boden befinden, ihre Briefschalter geschlossen halten müssen und daß hierdurch dem correspondtrrnden Publikum die manchmal sehr erwünschte Möglichkeit entzogen wird, dringende Briefpostsendungen noch in der Zeit unmittelbar vor Abgang des Zuges in den Etsenbahnpostwagen selbst einzuwerfen. (Letzteres jedenfalls nicht wahr. Red.)
Hesterreich.
Prag, 14. October. Die czechischen Hausbesitzer in Holleschowitz beschlossen , vom nächsten Zinstermine allen Parteien zu kündigen, welche ihre Kinder in die deutsche Schule schicken. Die deutsche Schule und die Wohnungen der Holleschowitzer Deutschen müssen Tag und Nacht scharf bewacht werden, um sie gegen Insulten zu schützen.
Brünn, 14. Octbr. Die vollständig czechische Gemeinde Branomitz im Brünner Bezirke ist um Einführung der deutschen Sprache an ihrer Volksschule eingenommen.
Wetzlar, 17. Oktober. Wie wir aus bester Quelle vernehmen, wird vom 1. November d. I ab auf der Georgshütte bet Burgsolms für die Abend- und ^cacht- arbeiten die elektrische Beleuchtung eingeführt werden. ~
Düsseldorf, 16. Oktober. fJemand, der seinen eigenen TodterftHein zum Standesamte bringt, ist doch wohl eine Seltenheit, und doch hat's ein Mädchen von Rath fertig gebracht. Dasselbe war nach der „D. Z." wegen Betrügereien zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt worden und beschloß, um der Strafe zu entgehen, stch tobt zu melden. Bei einem Arzte gab die Schwindlerin sich für ihre Schwester aus und
Arankreich.
Paris, IG. Octbr. Der Minister des Auswärtigen. Duclerc, eröffnete heute bte internationale Conferenz zur Berathung über die Sicherheit der unter» loschen Kabel, indem er die Delegirten willkommen hieß und dem Wunsche Ausdruck gab, daß ihre Berathungen erfolgreich seien. Zum Präsidenten wurde Cochöry ernannt. Die Conferenz trat sodann unter dem Vorsitze Cochörp's zu ihrer ersten Sitzung zusammen, in der sie sich nut der Prüfung der Vollmachten der einzelnen Delegirten beschäftigte.
Rußland.
Petersburg, 16. October. In der vergangenen Nacht waren hier 4 Grad Kälte, in Astrachan ebenfalls 4 Grad, in Nischm -Nowgorod und Kostroma 10 Grad. Auf der Wolga und Kama ist dre Schifffahrt eingestellt, in Nischni-Nowgorod und Perm ist Eisgang. ,
Aus Schlusfelburg wird weiter berichtet, daß der alte Kanal zugefroren und die Schifffahrt gänzlich eingestellt ist.
Libau, 16. Octbr. Der Stettiner Dampfer „Orpheus", nut Stückgütern nach Petersburg bestimmt, ist Sonntag Nacht bei Steinsort, an der Küste von Kurland, gestrandet. Die Mannschaft wurde gerettet. Der Vorder- raum des Dampfers ist voll Wasser. Ein BerguugSdampfer ist emgetroffeu.
Amerika.
— Die kürzlich verstorbene Wittwe des Präsidenten Lincoln hat amerikanischen Blättern zufolge ein Personalvermögen in der Höhe von 180,000 Dollar hmterlassen. Außer persönlichen Effekten umfaßt die Nachlaßmasse 72,000 Dollar m Staatspapieren.
Kurrem aenehmiqt und ratificirt werden und der Inangriffnahme der Arbeiten nichts mehr im Wege stehen wird. Preußen hat auf hessischer Seite Terrains u erw"ben was alsbald erfolgen durfte. Die auf 5 000,000 X veran- fAlanten Kosten der Canalisation, welche bekanntlich von Preußen allein ge- lraaen werden, sind seit 1880/81 disponibel; als erste Baurate sind 800,000 JL tn Aussicht genommen. Die Arbeiten sollen mit aller Energie gefördert uno tn Brei fahren fertig gestellt werden. Auf der Strecke von Frankfurt bis Mainz werden fünf Schleußen angelegt, so daß die größten Rhemschiffe den Mam bis Kranksurt werden befahren können. Die Verständigung mit Heffen ist auf der Grundlage erzielt worden, daß die Einrichtung der Schleußen zu Touagezwecken Seitens Preußens bewilligt ist, sobald sich das Bedürsniß hierfür heraus-
Telkgraphischt Deprschm.
Wolff'S telegr. Eorrespondeirr-Bnrea«.
Baden-Baden, 17. Octbr. Se. Mas. der Kaiser hat wegen eines leichten Unwohlseins gestern und heule das Zimmer nicht verlaffeu. Ihre Mas. die Kaiserin unternahm heute eine Spazierfahrt. Für morgen wird der Besuch Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs von Baden erwartet.
Berlin, 17. Oktober. Die erste Sitzung des Bundesraths nach dessen Vertagung wurde am 16. Oktober ds. Js., Nachmittags 2 Uhr, unter dem Vorsitze des Staatsminlfters v. Bötticher abgehallen. Aus dem Bundesrathe sind ausgeschieden - Der Staalsminister Bitter, der Generaldirector der badischen Staatsetsenbahnen, Eften- lohr, und der Geheime Referendar Ministerialrath Lepique. Ernannt sind von Preußen: Der Staatssicretär des Reichsschatzamts, Burchard, und der Director tm ReichSscyatz- amt, Aschenborn, zum Bevollmächtigten und bezw. stellvertretenden Bevollmächtigten zum Bundesrathe; von Baden: Der Mmtsterialrath Seubert zum stellvertretenden Bevollmächtigten. Auf Grund der Bestimmungen in Art. 8 der Reichsverfassung find duich Se. Maj. den Kaiser ernannt zu Mitgliedern des Ausschusses des Brmdesraths für das Landheer und die Festungen, 'n welchem Preußen und Bayern auf Grund der Verfassung vertreten sind: Königreich Sachsen, Württemberg, Baden, Mecklenburg- Schwerin, Sachsen-CoburgGotha; des Ausschusses des Bundesrathes für das Seewesen, in welchem Preußen auf Grund der Verfassung vertreten ist: Bayern, Königreich Sachsen, Mecklenburg-Schwerin, Hamburg. Bet der von der Versammlung vorgenommenen Wahl der Staaten in dem 3. bis 11. Ausschuß wurden gewählt in die Ausschüsse für Zoll- und Steuerwesen: Bayern, Königreich Sachsen, Württemberg, Baden, Mecklenburg^Schwerin, Braunschweig und als Stellvertreter Hessen, Grotz- herzogtbum Sachsen; für Handel und Verkehr: Bayern, Königreich Sachsen, Württemberg, Hessen, Großherzogthum Sachsen, Hamburg und als Stellvertreter Lübeck, für Eisenbahnen, Post und Telegraphen: Königreich Sachsen, Baden, Heften, Grotzyerzog- thum Sachsen, Sachsen-Altenburg. Lübeck und als Stellvertreter Württemberg, für Justizwesen: Bayern, Königreich Sachsen, Württemberg, Hessen. Braunschweig, LUveck und als Stellvertreter Baden, Schwarzburg-Rudolftadt; für Rechnungswesen: Bayern, Königreich Sachsen, Württemberg, Baden, Hessen, Braunschweig und als Stellvertreter Mecklenburg-Schwerin; für die auswärtigen Angelegenheiten: Baden, Mecklenvurg- Schwerin; für Elsaß Lothringen: Bayern, Königreich Sachsen, Württemberg. Baden, Mecklenburg-Schwerin, Braunschweig und als Stellvertreter Hessen, Lübeck, für ore Verfassung: Bayern, Königreich Sachsen, Württemberg, Baden, Oldenburg, Sachsen- Meiningen; für die Geschäftsordnung: Bayern, Württemberg, Heften, Großherzogthum Sachsen, Sachsen-Altcnburg, Schwarzburg-Rudolftadt. Der Vorsitzende machte hieraus Mittheilung über die während der Vertagung des Bundesraths eingegangenen und den zuständigen Ausschüssen überwiesenen Vorlagen und Eingaben und brachte das Ergev- nrß der Verifikation der Arbeiten am Gotthardt-Tunnel zur Kcnntntß der Versammlung. Auch legte derselbe eine Benachrichtigung vor wegen Erennung des Fmanz- min'sters Scholz zum Mitgliede des Curatoriums der Reichsbank. Den Vorschlägen des Vorsitzenden tn Betreff der W'edcrbesetzung erledigter Stellen bet ver.ch ebenen Kaiserlichen Discipltnarkammern trat die Versammlung bei. Gemäß dem Anträge Preutzens wurde beschlossen, daß am 10. Januar 1883 eine allgemeine Viehzählung UL das Deutsche Reich vorzunehmen sei; die zur Ausführung der Viehzählung von Preußen vorgeschlagenen Bestimmungen und Formulare fanden die Billigung der Versammlung Die Beschlußfassung über den weiteren Antrag Preußens wegen Erhebung einer Anbau- Statistik im Sommer 1883 wurde ausgesetzt und die Vorlage betr. die Auslegung einer Bestimmung des Consularvertrags mit Spanien an die behelligten AusschUft zurückverwiesen. Schließlich erfolgt- di- U-berw-isung einer sroß-r-n Zahl wahrend der Vertagung des Bundesraths eingegangenen Eingaben an dte zustandtgen AusfchUfte
Lokale-.
Gietzen, 18. Oktober. ^Sterblichkeit tn Gießens In Gießen belief sich die »ahl der Todesfälle während der Woche vom 8. bis 14. Oktober tm Ganzen nur auf 5, doch waren darunter wieder 2 an Diphtherie und einer an häutiger Braune, wodurch Kinder zwischen dem 2. und 6. Lebensjahre weggerafft würben. Außerdem starb ein Mann an einem auf acuten Rheumatismus folgenden Rückenmarksletden und einer endete sein Leben durch Selbstmord (Erschießen.) n f m
— Einem hiesigen Manne, welcher heute den Grünberger Gallusmarkt besuchm wollte, um dort einen Eber zu verkaufen, passtite heute Nacht ein schlimmer Stretch. In seinem Wägelchen befand sich wohlverwahrt der junge Eber und tm Trab gmg es gen Grünberg zu. In der Nähe des Weges nach Rödgen suh unser Mann nach seinem Rüsselthier, um dte unliebsame Wahrnehmung zu machen, daß solches nicht mehr tm Wagen war. Retour nach Gießen gefahren, wurde ihm von einem Laternenwarter dte Mittheilung, daß der Durchbrenner sich in der Alicenstraße umhertreibe, von wo er dann wieder tn den Wagen verbracht und abermals gen Grünberg gefahren wurde. Hoffentlich wird er daselbst glücklich angelangt fein.


