noch der Duccior im Schatzamt, Dmchardt, bie Bifüichtungrn w gen des Schmuggels als irr g bezeichnet, der Stoatssccretär Scholz dem Adg. Stengel zu widerlegen luchte und der Abg. Dirichlet m t Hinweis auf die Straßbui gcr Marufactur und die ost- vrcußische Tabakproduci'on gegen das Moropol sich erklärt batte, beantragte Fieiherr o. Hammerftein den Schlug der Generaldebatte; Abg Dohren widersprach und wünschte deren Forts.tzung. Der Antrag Hammerftein wurde mit 12 gegen 11 Stimmen «dafür Conservatipe, ein Th-il des Ceutrums und Fortschritt) angenommen und unter großer Spannung in He Specialdebatte ctrgetreten. Abg. Dr. Lenzens (Kentr.) beantragt nun, den S 1 der Vorlage an das Ende der Berathung zu stellen. Nach der Ablehnung dieses Antrages wurde die Frage des Vorsitzenden p. Benda, ob jetzt über § 1 abgestimmt werden solle, bejaht, woraus derselbe mit 20 gegen 4 Stimmen abgelehnt wurde Ausdrückl ch wuide aus eine Anfrage des Vorsitzenden durch Beschluß der Commission constat'rt, daß die eben erfolgte Abstimmung über S 1 eine befinitme sei und dieser Z 1 btt Hner ep ntuelltu zweiten Lesung nicht mehr in Betracht komme. Nach erfolgter Ablehnung des S 1 stellte der Vorsitzende die Frage, ob nun die weitere Berathung fortgesetzt werden solle. Seitens des Staatssecretars Scholz, der Abgg. o. Hammerstein und Blum wurde die weitere Durchberathung befürwortet; der Abg. Dirichlet widersprach derselben, da die Commission mit der Verwerfung des $ 1 Ihre Aufgabe erfüllt habe. Die Fortoerathung der Voilage wurde indeß mit 11 geg.n 10 Stimmen beschlossen «dagegen Fortschritt, liberale Vereinigung, einige vom Centrum). Der Vorsitzende schlug nun vor, die einzelnen Paragraphen gruppenweise nach der Materie zusammengesaßt zu berathen Die erfolgte Abstimmung hatte das Telegraphenbureau des Reichstags derart in An pruch genommen, daß cs bim einzigen dort anwesenden Beamten, Herr Herrmann, nur unter der allergrößten Anstrengung gelang, alle Wünsche zu befriedigen. Trotzdem das Resultat längst festgestellt war, hatte die rasche Ab- wickel, ng doch eine große Aufregung heivorgerufen. Bei der Specialdebatte wurden die 2—25 incl. ohne jede Discussion gegen 4 Stimmen abgelehnt. Die SS 26—32 betreffen die Bestimmungen über den Handel mit Rohtabak und nut Tabakfabtikaten. abg. v. Hammerftein bezog sich auf die Schmidt'sche Broschüre, nach welcher beim Monopol die überseeischen Tabake hauptsächlich in Bremen würden gelaust werden. Abg. Meier (Bremen) bestritt dies aus's Entschiedenste, da durch das Monopol der W'ltmarkt für Tabak tn Bremen verschwinden werde; er in ferner Eigenschaft als größter Importeur Bremens würde bei Einführung des Monopols sofort dieses Jrnport- gefchäfi aufgeben. Eine längere Debatte verursachten die SS 28 UI d 29 betreffs der Fixirung der Preise und der mit deiselben tm Zusammenhang stehenden Rintabilitäts- berechnung Vom A'g. Dr Barth wurde diese Berechnung wegen der niedrigen Preise für fine trügerische erklärt. Abg. Sander bezeichnete die Preise des Entwurfs als durchaus unzutriffende. Die Debatte wurde hier abgebrochen und auf Freitag vertagt, nachdem zuvor die SS 26—32 mit allen gegen 4 Stimmen abgelehnt waren Man nimmt cn, daß nm Freitag die Debatte möglicherweise zu Ende geführt werd n wird. — (S 3-)
Berlin. 17. Mai. Die Gewerbe-Commission hat den § 33a, wonach zn gewerbsmäßigen Musikaufführungen, Schaustellungen und theatralischen Vorstellungen tc. Erlaubniß erforderlich ohne Rücksicht auf bereits ertheilte Erlaub- niß zu Schauspiel-Unternehmungen mit 12 gegen 8 Stimmen mit kleinen Abänderungen angenommen.
— Die „Prov.-Corresp." bespricht die Monopol-Debatte und glaubt, daß gerade die Gegner des Monopols, welche im klebrigen keine Gegner der Finanzreform sind, die Verpflichtung haben, mit positiven Vorschlägen hervorzutretcn und zu beweisen, daß dieselben besser sind als das Monopol. Wenn der Reichstag weder das Monopol annimmt, noch andere positive Vorschläge macht, so würde er allein die Verantwortung für Fortdauer der Reich, Staat und Ge- ineinden bedrückenden Uebelstände zu tragen haben.
Aeflerreich.
Wien, 17. Mai. Die Vertheidiger Jauner's und Nitzschke's meldeten die Nichtigkeitsbeschwerde an, letzterer wegen des Strafausmaßes.
England.
London, 16. Mai. In Dublin ist der Wagen der Mörder entdeckt worden. Er ist Eigenthum eines Mannes, welcher Wagen an concessionirte Kutscher verleiht, wenn deren eigene einer Reparatur bedürftig sind. Der Wagen war am Tage des Mordes von einem Unbekannten geniiethet und mit schaumbedecktem Pferde zurückgebracht worden. Der Wagen zeigt keine Blutflecken. Die anstatt der Kissen dienenden Decken sind von den Insassen initge- nominen worben. Der Kutscher ist der Polizei bekannt. Die Verhaftung wurde verzögert, weil inan eine Selbstmeldung erwartet.
London, 17. Mai. Die Druckereieinrichtung des socialistischen Blattes „Freiheit" ist gestern Abend von der Polizei mit Beschlag belegt worden. Heute Morgen ist der Drucker verhaftet worden.
London, 17. Mai. Der Drucker des socialistischen Blattes „Die Freiheit", Mertens, ist heute Morgen vor das Gericht in der Bow-Street geführt worden, unter der Anlage, einen scandalösen Artikel bezüglich der Morde in Dublin veröffentlicht zu haben. Der Proceß ist von dem königlichen Procu- rator angestrengt worden. Ein Haftbefehl ist auch gegen das Redactions-Mit- glied John Neuer erlassen.
— Wegen Verdachts der Theilnahme an dein Dubliner "Morde sind 10 Personen in Liverpool an Bord des Dampfers „Egypten", int Begriff, nach Newyork abzureisen, verhaftet worden. Zwei scheinen Amerikaner, zwei Irländer, die übrigen Seeleute oder Pompiers zu sein.
Spanien.
Madrid, 17. Mai. In der Umgegend Barcelonas erhob sich eine Bande von etwa 80 Bewaffneten mit dein Stufe: „Es lebe das unabhängige Catalonien!" Truppen verfolgen dieselben. Erhebliche Bedeutung wird vieser vereinzelten Thatsache nicht beigelegt.
Barcelona, 17. Mai. Die Insurgenten wurden zerstreut und fünf gefangen genommen. Die Ruhe ist vollkoinmen hergestellt.
Türkei.
Konstantinopel, 17. Mai. Der Commandant des in Chios statio- nirtcn Archipel-Geschwaders, Hussein Pascha, hat Befehl erhalten, sich mit seinem Geschwader nach der Snda-Bai zu begeben, wo sich die englisch-französischen Escadres befinden. — Der russische Botschafter v. Novikoff reist morgen von hier ab. Der italienische Botschafter Graf Corti ist am letzten Sonntag hier eingetroffen. — Auf der Insel Skarpanto hat ein Erdbeben stattgefunden; der durch dasselbe angerichtete Schaden ist unbedeutend. Zwischen Kerpa und Herkep hat sich eine neue Insel erhoben.
Aegypten.
Kairo, 17. Mai. Der Conseil-Präsident sprach gegenüber den Vertretern Englands und Frankreichs die Hoffnung aus, daß jetzt, wo die Differenzen zwischen den Ministern und dem Khedive beglichen seien, die Geschwader unmittelbar nach ihrem Eintreffen wieder zurückgezogen werden würden. Diese erwiderten, daß sie eine solche Hoffnung nicht geben könnten. Alsbald nach dem
Eintreffen der Geschivader würden sie vielmehr Beurlaubungen in der Armee und die Verbannung derjenigen Obersten beantragen, welche an den letzten Miti- täraufständen sich betheiligten.
Telegraphische Depeschen.
Wolff's telcgr. Correspondenz-Bureau.
Paris, 18. Mai. Wie der „Agence Havas" aus Alexandrien gemeldet wird, ist die Nachricht englischer Blätter, daß der französische und der englische Generalconsul in Kairo die Instruction erhalten hätten, nach der Aickunft des englisch-französischen Geschwaders Beurlaubungen in der egytifchen Armee und die Verbannung der Obersten zu verlangen, zum inindesten verfrüht; bis jetzt ist keine derartige Instruction ertheilt worden.
Kandia, 18. Mai. Das englisch - französische Geschwader hat gestern Abend die Suda-Bai verlassen, um sich nach Alexandrien zu begeben.
Lokales.
Gieße«, 19. Mai. Gestern Mittag wurde ein Stromer aus dem Arrest entlass.n und um 4 Uhr mußte derselbe schon wieder verhaftet werden, weil er tm Besitze einer Hose sich befand, die er zwar gebettelt haben will, aber aller Wahrschemlichkeit nach gestohlen hat. Bei der Ariestatwn weigerte er sich, zu gehen und wollte nur mit einer Droschke ms Arrest gefahren fein; er führte die Sache auch dadurch aus, daß er sich auf die Straße legte und somit gefahren werden mutzte, wenn auch anstatt in einer Droschke mit einem Dienstmannskarren. Der Schnorrer war angetrunken und befand sich in der heitersten Stimmung, er fang und jubilirte zum Aerger der Menschheit auf dem Karren.
— Eine mysteriöseMordgeschichte wird uns aus Lauterbach gemeldet. Dortselbst soll ein Dienstmädchen unter Umständen erhängt gefunden worden sein, welche einen Selbstmord ausschltetzen. Die Staatsanwaltschast hat die Untersuchung bereits emgeleitet.
— In der Nacht vom 16. auf 17. I. Mts. erhängte sich ein Mann in dem Provinz al Arresthaus dahier. Derselbe war am 17. v. Mts. wegen Verbrechen gegen die Sittlrchk.it gestraft worden.
— Vor einigen Tagen kam ein Stromer in ein hiesiges Geschäft, bettelte und erhielt 2 Pfennige als Geschenk, er griff in feine Tasche, legte 18 Pfennige zu und dcftcllte sich sofort 5 Cigarren
Vermischtes.
Aus der Wetterau, 14. Mm. Die Winterfrucht steht sehr gut und würde bei fortgesetzter günstiger Witterung an dden Stellen Lagerfrucht bringen Sommer- getrerbe entwickelte sich ebenfalls hoffnungsvoll; nur der Raps lätzt hm und wieder zu wünschen übrig. Grünfutter steht bereits in reichern Maße zur Verfügung. Treten keine schädlichen Fröste mehr ein, so haben wir alle Aussicht auf eine reich gesegnete Ernte.
Hanau, 15. Mai. Das gestrige Frühlingßfest einer größeren Anzahl Freimaurerlogen Deutschlands am Wrlhclnrsbad hatte einen überaus glänzenden Verlauf, wennschon die kühle Witterung den Besuch desselben Seitens der Familien einschränkti. Während des Empfangs der auswärtigen Gäste eoi.certiite von 9—11 Uhr die Regimentskapelle; bann sand in dem zur Loge hergerichteten Theater die freimaurerische Feier statt, die den erhebendsten Eindruck auf sämmtlichc Theilnchimnden hervorrief. Um 2 Uhr begann die nach maurerischem Ritus abgchaltene Festtafel, gewürzt von einer Reibe der prächtigsten Toaste und ausgezeichneten Voiträgen musikalischer Mitglieder. An Sc. Majestät den Kaiser, als Mitglied und Protcctor der Deutschen Freimaurerei, wurde telegraphisch der ehrfurchtsvolle Gruß der Versammelten abgefantt, woraus folgende telegraphische Rückantwort sofort einlief: „Seine Majestät der Alle>- duichlauchtigste Protcctor lassen den zur Erinnerung an den Freimaurer-Convent des Jahres 1882 in Wilbclmsbab bet Hanau zur Arbeit und Festfeier versammelten Vertretern deutscher Logen für den soeben empfangenen Gruß den Allerhöchsten Dank aussprcchen. Im Allerhöchsten Auftrage Boik." — Bei dem von ca. 500 Personen besuchten Feste waren sämmtlichc deutschen Großlogen vertreten. Die Loge Staunten erntete für das ausgezeichnete Arrangement und die treffliche Leitung allseitig die arötzie Anerkennung, nicht minder aber auch Herr F. Fey, der, was Voizüglichkcit des Diners und der Weine, sowie ausreichende schnelle und freundliche B-dicnang anlangt, geradezu Unübert,offenes leistete und sich das beste Renommee bei den zahlreichen auswärtigen Gästen errooiben hat, die auch von der seltenen Schönheit des Fcstortes mit feinen herrlichen Paikanlagen auf das Höchste befrieo gt waren. Die Frage des nächsten Festortes wurde befproch.n, aber nicht definitiv erledigt Die Loge zu Kassel äußerte den Wunsch, das nächste Fest :n W Ihelmshöhe abzuhalten, was vielseitig beifällig begrüßt wurde. (H. Z.)
Offenbach, 15. Mai. Einem hiesigen Bürger, der gestern ein Geschäft in Frankfurt zu besorgen und sich zu diesem Zweck m den dritten Stock eines am Göthe- platz gelegenen Hauses begeben hatte, begegnete das Malheur, baß er bre Leute, mit denen er verkehren wollte, nicht zu Hause antraf und als er wieder zur Hausthüre h'nauS wollte, diese verschlossen, aber auch im ganzen Haus keinen Menschen mehr vorsand. Alles war ausgeflogen und auch die Jungfer Köchin benutzte den schönen Sonntag, um am Anne ihres Herzallerliebsten eine Promenade zu machen und halte, nicht ahnend, daß noch Jemand im Haufe sei, unteren Offenbacher unbewußt ein» geschlossen, der nun trotz allen Klopfens und Rappelns an der Tbürklinke erst nach zwei Stunden durch den zufällig am Haufe vorübergehenden Inhaber des parterre gelegenen Ladens gehört wurde und unter Zuziehung eines herbeigerufenen Polfzei- Comm ffärs und Schutzmannes, den Gefangenen nach Feststellung des Thatbestandes und seines Namens in Freiheit liefe.
Frankfurt a. M, 16 Mat. sVerband m ttelrheintscher Bildungsvereine j De Jahres-Verfammtung des Verbandes pudet am 18. Juni m Gießen statt Zahlreiche Betheiligung an derselben ist wegen der wichtigen Gegenstände, welche zur Verhandlung kommen (illenberung der Satzungen und Ausnahme peisönlicher Mitglieder) bringen» wünfchenSweith. Vereine, welche verhindert sind, an derselben theilzunehmen, roerbeit gebeten, Vollmacht zu ihrer Vertretung auszustellen In Ermangelung eines geeigneten Vertreters kann die Vollmacht auf ein Mitglied d-s Verbands-Vorstandes ausgestellt werden.
Tages-Ordnung:
1. Jahresbericht. 2. Kassenbericht. 3. Bericht der Revisoren. 4. Bericht über die Wander-Biblioihcken. 5. Abänderung der Satzungen 6. Erklärung des Skioptikonc. 7. Berichte aus den Vereinen.
Empfang nach Ankunst der Eisenbahn Züge im Lenz'fchen Felsenkeller, 10 llh. Vormfttags Versammlung im Saale der Realfchul-; Besichtigung der Stabt und ihre Sehenswürdigkeiten; Mittagessen in Wenzcl's Garten; Anmeldungen dazu bitten wi< bis längstens 15. Juni an Herrn Reallchrer Albach in Gießen gelangen zu lassen. Abends: Concert und Fest in Wenzcl's Garten.
Eisenach, 15. Mai. Die Concordia, Verein deutscher Nähmafchinenfabrikanteii und Händler, hielt am heutigen Tage ihre diesjährige General-Versammlung in Eisenach unter zahlreicher Betheiligung der Mitglieder ab.
Bekanntlich verfolgt die Concordia den Zweck, dem deutschen Publikum in geeigneter Weise durch Flugblätter, Zeitungsannoncen im größeren Stil je., die große Bedeutung der deutschen Nähmaschinen-Jndustrie vor Augen zu führen und die vermittelst eines großartiaxn Reclameapparatcs Seitens der amerikanischen Singer-Compagnie erfolgte Ueberfdiroemmung Deutschlands mit nicht besserem, aber thrurerem Fabrikat auf ihr richtiges Motz zurückzubrtngen
Aus der vom besten Geist beseelten Versammlung zeigte sich in eclatantcr Weise, wie erfolgreich oie Concordia bereits im ersten Jahre für die Interessen der deutschen Nähmaschinen-Jndustrie operirt habe und daß sowohl Fabrikanten und Händler, deren hervorragendste Vertreter derselben bereits angeboren, ernstlich gewillt sind, auch für die Folge ihr Theil an der Hebung der deutschen Nähmaschinen-Jndustrie beijutragen.
Von besonderer Wichtigkeit sind die Beschlüsse der General-Versammlung, das gleiche Stimmrecht der Fabrikanten und Händler betreffend; ferner die von den letzteren übernommene moralische Verpflichtung, nur von den der Concordia als Mitglied an gehörenden Fabrikanten für die Folge zu beziehen. Demnach steht zu erwarten, da


