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Schluß 43/4 Uhr.

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Note der Pforte zugestellt, in welcher die Pforte England und Frankreich das Recht, eine Controle über die egyptischen Angelegenheiten auszuüben, abspricht und dieses Recht für die Türkei in Anspruch nimmt. Der Minister des Aus­wärtigen, Granville, ist gestern wieder nach London zurückgekehrt; im Laufe dieser Woche soll ein Cabinetsrath stattfinden, um über die Antwort auf die Note der Pforte Beschluß zu fassen.___________________________________

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bte Absicht haben den Allerhöchsten Erlaß hier zur Diskussion zu bringen, daß sie aber bte heutige Veranlastung nicht für genügend halten.

Nach einer weiteren Discussion, an welcher sich noch die Abg. Rickert, Dr. Windthorst, u. Heeremann, o Kardorff, u. Brauschitsch und Dr. Braun betheiligen, wrrd der Antrag der Commission vom Hause angenommen; desgleichen der weitere Antrag der Commrpwn, den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, über die in dem vor- lregenden Proteste behaupteten Thatsachen Ermittelungen anstellen zu lassen.

«. Gesetzerrtwurss, betreffend die Erhebung einer Berufs-

statrstlk, sonne bte Vornahme einer Viehzählung im Jahre 1882 und über den Entwurf eines Nachtragsetats.

r.. . S 1 lautet: Im Jahre 1882 findet die Erhebung einer allgemeinen Berufsstatistik für den Umfang^des Reiches statt.

Referent Frhr. v. Göler empfiehlt die Beschlüsse der Commission, während Reg.-Comm Geh. Rath Bodick er bittet, die in 8.1 gestrichene Viehzählung wieder rn das Gesetz arlfzunehmen. Es empfehle sich diese Ausnahme der Kostenersparniß wegen und zur Vollständigkeit der Berufsstatistik.

. So6me ift für die Trennung der Viehzählung von der Personenzählung und bittet um Berücksichtigung der Hausindustrie bei Aufnahnie der Berufsstatistik.

Auf Anfrage des Abg. Sonnemann erklärt Staatssecretär v. Bötticher, es lape sich noch nicht positiv entscheiden, ob eine Frühjahrssession überhaupt stattfinden w^be .Es in der Absicht der Reichsregierung, die sozialpolitischen Gesetzesvorlagen nach Möglichkeit zu fordern. Der Entwurf eines Gesetzes über die Alters- und ^nvalidenveriorgun^ soll allerdings unter allen Umständen von der Erledigung der geplanten Berufsstatistik abhängig gemacht werden. Die Unfallversicherung glaube die Regierung, auch ohne den Abschluß dieser Statistik abzuwarten, an den Reichstag bringen zu tonnen. Aber selbst, wenn die Regierung in dieser Beziehung auch zu einer anderen Ansicht gelangen sollte, so würde es dem Reichstag an Material für die Früb-

Deutscher Reichstag.

27. Sitzung vom 17. Jaituar.

Präsident v. Levetzow eröffnet die Sitzung um liy4 Uhr. Am Bundesrathstische: v. Bötticher, v. Verdy u. A. Tagesordnung: I. Wahlprüfungen:

a. Abg. Hoffmann berichtet Namens der 3. Abtheilung über die Wahl des Abg- Schwarzenberg im 2. Wahlkreise Kassel.

Das Haus beschließt dem Anträge der Abtheilung gemäß: Die Wahl für gültig zu erklären und dem Herrn Reichskanzler von den bei derselben vorgekommenen Unregek mäßigkecken mit der Bitte um Remedur Kenntmß zu geben.

b. Namens derselben Abtheilung referirt Abg. Hoffmann über die Wahl des Abg. Fließ im vierten Wahlkreis Kassel. Auch hier beschließt das Haus debatten­los noch den Beschlüssen der Commission in demselben Sinne wie ad a.

c. Abg. Frhr. v. Beaulieu-Marconnay beuchtet Namens der 7. Abthei­lung über dre Wahl des Abg. Frhr. v. Maltzahn-Gültz im 1. Stetstnrr Wahlkreis. Die Wahl wird für gültig erklärt und an den Herrn Reichskanzler das Ersuchen ge- nchter, über die in der Beschwerdeschi ist behaupteten Unregelmäßigkeiten Erhebungen anstellen zu lassen.

d. Abg. Frhr. v. Maltzahn-Gültz berichtet über die Wahl des Abg. v. Dohre im 2. Wahlkreise Stettin. Auch diese Wahl wird für gültig erklärt und über d'e angeblich bei diesen Wahlen vorgekommenen Unregelmäßigkeiten Ermittelung angeordnck Zu­gleich wird an den Reichskanzler das Ersuchen gerichtet, eine Rektifikation derjenigen Behörden zu veranlassen, welche nach Schluß der ersten Wahlhandlung noch Nnch- tragungen in die Wählerlisten vorgenommen haben.

6. Die Wahl des Abg v. Kleist-Retzow (2. Mindener Wahlkreis) wird für gültig erklärt.

f. die Wahlprüfungscommission hat die Wahlen der Abgg. Löwe und Dr. Virchow im ersten und zweiten Wahlkreise der Stadt Berlin geprüft und beantragt, beide Wahlen für gültig zu erklären. In Betreff der Wahl des Abg. Löwe beantragt die Kommission außerdem, den Herrn Reichskanzler unter Mittheilung des Protestes zu ersuchen, Ermittelungen darüber anzuftellen: ob in Berlin Polizetreviervorstände nach der am 27. Oktober 1881 stattgehabten Wahl Wählerlisten unter Benutzung amtlicher Acten und Register einer Revision unterzogen und von dem Resultate derselben rn der aus den Protestbeilagen ersichtlichen Weise die ersuchenden Privatpersonen Mittheilung gemacht haben, im Falle der Feststellung dieser Thatsache aber das zur Vermeidung der Wiederkehr solcher Vorkommnisse Erforderliche veranlassen und dem Reichstage von dem Geschehenen Kenntniß geben zu wollen.

Auf Vorschlag des Präsidenten gelangt zunächst die Wahl des Abg. Löwe zur Berathung.

Abg. Frhr. v. Minnigerode erklärt sich zunächst gegen den letztgenannten Antrag.

Abg. Stöcker wendet sich gegen die Aeußerungen des Abg. Dr. Virchow in der bekannten Abendsitzung. Er beklagt sich über eine Aeußerung desBörsencourier" die derselbe m Bezug auf jene Abendsitzung gebrauchte:Hrn Stöcker's Wangen brannten' obgleich sie nicht nach Gebühr berührt worden wären." Der Staatsanwalt .habe auf seine Destunzration es abgelehnt, gegen denBörsencourier" emzuschreiten,' da kein öffentliches Interesse vo> liege. Er habe diesen Fall angeführt, um zu zeigen, welche Sprache sich die Organe der Fortschrittspartei bedienten, gegen politische/Gegner. Herr Virchow habe in jener Sitzung ihm den Vorwurf derSelbstüberschätzung" ge­macht; er gebe denselben Herrn Virchow zurück.

Präsident v. Levetz ow unterbricht den Redner mit der Bemerkung, daß er diese Aeußerung des Henn Virchow bereits gerügt und deßhalb dem Redner nicht gestatten könne, auf dieselbe jetzt noch zurückzukommcn. t,

Abg. Stöcker hält sich berechtigt, an geeigneter Stelle auf die Angriffe des Herrn Virchow zurückzukommen, wird jedoch von dem Präsidenterf darauf aufmerksam gemacht, daß die Wahl Virchow's noch gar nicht zur Debatte stehe. (Heiterkeit.)

Abg. Richter (Hagen): Die Polizei hat mit den Wahlen nichts zu thun. Der Magistrat von Berlin gestattet dm Parteien ohne Unterschied, Abschriften der Wähler­listen zu nehmen, was der Regierungspräsident von Gumbinnen sich ernstlich verbeten habe. Er glaube, die Behörden hätten die Verpflichtung, Jedermann es zu ermöglichen, sich von der Richtigkeit der Wahllisten Ueberzeugung zu verschaffen. Jedenfalls diene das auch zur Erleichterung der Wahlprüfungen. Was die gegen den Abg. Virchow erhobenen Vorwürfe anlangt, so habe Herr Stöcker die Gewohnheit, Personen zu citiren und anzugreifen, wenn sie persönlich nicht anwesend find; wenn sie anwesend sind, so bringt er nur Aeußerungen vor, ohne die Personen zu nennen. Als Beweis für diese seine Behauptung verweist Redner auf die in verschiedenen Versammlungen Herrn Ludwig Löwe in den Mund gelegte Aeußerung, daß Diejenigen, welche für obligatorische Innungen schwärmten, ein feiges Volk seien. Herr Stöcker gebe jetzt die Unwahrheit dieser Behauptung selbst zu und beruft sich dafür auf irgend einen anbei en Herrn, der ihm das gesagt.

Redner thut dar, daß höchstens 87 Wähler mit Unrecht an der Wahl theil- aenommen haben und characterisirt den Protest des conservatwen Central-Wahlcomttes durch die fernere Ausführung, daß mehrere Wahllocale jüdischer Besitzer im ersten Wahlbezirke exiftirt haben und daß der Protest beweise, mit welcher Frivolität hier in Berlin antisemitische Wahlagitationen betrieben werden. Er müsse es ais eine Frech­heit bezeichnen, mit solchen Dingen an die OeffmllichMit zu treten. Die Conservatwen hätten alle Ursache, sich von diesem Gebühren loszusagen. Redner führt ferner an daß im ersten Wahlbezirk Placate mit den Namen der conferontioen Candidaten ge­duldet, solche mit den Namen der fortschrittlichen Candidaten aber von der Polizei ver­boten seien. Die Polizei hat sogar geduldet, daß Placate mit der Bezeichnung- Wählet nicht den jüdischen Gründer Ludwig Körne!" angeschlagen wurden. Die Polüei habe wegen groben Unfugs angeklagt, die solche Placate abgerissen; das Schöffengericht habe freilich die Placate selbst für groben Unfug erklärt. (Beifall.) 0 9

StaatSfecretär «.Bötticher nimmt das Berliner Polizeipräsidium gegen den Vorwurf Richters in Schuh und erklärt, daß nach einer allgemeinen Verfügung des Ministers des Innern in Zukunft der Polizei allgemein untersagt sei, irgend einer Paickei Auskunft über bte Wahllisten zu ertheilen.

Die Diskussion wird geschlossen. Es folgen persönliche Bemerkungen. Der Aba Stöcker bemerkt dem Abg. Richter, daß er auf seine Aeußerungenfrech" und frivol" nicht antworten könne. Er müsse zugeben, daß Herr Richter auf diesem Gebiete und in diesem Genre dem ganzen Hause über sei. (Oho! links.)

Abg. Löwe erklärt die Aeußerung Stöckers, er hätte gesagt, daß er es nicht für eine Ehre halte, diejenigen Handwerker zu vertreten, welche sich nach der 3unft sehnen, für eine Unwahrheit. Er habe das niemals gesagt.

Der Präsident ruft den Redner dieser Aeußerungen wegen zur Ordnung

Abg. Löwe hält sich für berechtigt, eine solche Behauptung energisch zurück- zuweisen.

Abg. Richter (Hagen): Wenn Leute noch nicht Gelegenheit gehabt hätten die Wahrheitsliebe Stöckers kennen zu lernen, heute sei es der Fall.

Abg. Stöcker fordert den Abg. Löwe auf, den Beweis zu führen daß er (Redner) in Frankfurt a. O. die Aeußerung, welche er als Unwahrheit bezeichnet ge- than habe. Im klebrigen sei ihm gleichgültig, was Herr Richter über seine Person denke

Abg. Löwe bleibt dabei stehen, daß Stöcker jene Aeußerung in Frankfurt gethan Abg. Stöcker bestreitet dies und konstatirt, daß er in Frankfurt nur eine Aeußerung des Abg. Kropatfcheck richtig gestellt habe. Herr Löwe möge sich mit seinen Angriffen gegen Herrn Landtagsabgeordneten Kropatscheck wenden.

Der Anttag der Commission wird hierauf angenommen; ebenso der bezüglich der Virchow'schen Wahl.

Es folgt: g. Der Bericht der Wahlprüfungskommission über die Wahl des Abg. Dr. Clanswitz (1. Merseburger Wahlkreis), deren Beanstandung beantragt wird Abg. Utz geht auf die Wahl näher ein und zieht dabei auch den Erlaß vom

4. Januar in Erörterung, worauf Abg. Hänel erklärt, daß seine Freunde allerdings I

anderen Ansicht gelangen sollte, so jahrssession nicht fehlen.

An der weiteren Debatte betheiliaen sich noch die Abgg. Dr. Franz, Frhr. ü- w u?u> ^r^ Paasche, dann wird §1 in der Fassung der Commission genehmigt, cm- c ^lin9 Mittwoch 12 Uhr. Tages-Ordnung: Nachtragsetats, Antrag Windthorst und Antrag Buhl.

m«ch-r^>on R-ichtttbE, Ächk? sich-fe'jner

Lam pertheim. Die Direciion der chemifchen Fabriken oon SDeiifrfiTnfc <m « gelegen rc. haben ihren Arbeitern als Ncujahrsgeschenk eine Krankt^°^I= und hierzu als Grundstock 20,000 JL beigefteuert. Die Krankenkasse mhV 1000 umfassen, von denen jeder 20 4 Beisteuer zu zahlen bat^ Wrxt?2^rbeiter bei Erkrankungsfallen frei, außerdem werden dem Arbeiter pro Wocke tt sind

m Wien, 11. Januar. Die strafgerichtliche llnlerfu»una

Brandes hat so kolossale Dimensionen angenommen daß sie nicht^sch

wie man gehofft, sondern wahrscheinlich erst in beiläutia im iWn« + ^'tteJanuar, W iwei Unt-r"su7ungs?ichL sind m7°d m ^schluss-

SbV" b-sch°fsigt un° h-b-n alle Mühe ° tasftlbe

als 18Verbindungen", ni$* me'"Ser

und ein ©abeUbergct Stenoßrapben^erein^ 10To) Ä ®i|,ln0=' t,n $urn=

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Mathematiker, Naturwissenschaftlicher Philoloaiscber v fh^nrfAr-fAan?mirt^cbaftIicbcr' 3 anderen Vereine etwas un^ etwas über, die

btnbungen noch Vereine. Erklärte Gegner des Duells llnd verfolgen weder Ver- undWinfridia". Dieselben Verbindunaen ^und c^-7^^en",Wingolf"

das Sittlichkeitsprincip. Der Wingolf" fordert autr^n,11°Vrga" haben k ^benssätze von seinen MitMdern^ D e Mnfndia" M Zuerkennung gewisser katholischen Studierenden. Die nicht Farben traa'enden x lne Vereinigung von hnga"Holzm.nda", .Mündenia" Äte ^t?Äbun0e,J C^rifia",Got- Ebre des Betreffenden und seiner' Verb?nduna ^^»"k^^ouen^ d. h. sobald es die S», ÄS* MÜ9 »ÄlÄB

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Telegraphische Depeschen.

Wolff's tclegr. Correspondcnz-Bueeau.

Karlsruhe, <7. Januar. Der Landtag ist auf den 25. ds. einbe- rufen ivordcn.

Christiania, 17. Januar. Der außerordentliche Storthing zur Be­rathung des Handelsvertrags mit Frankreich ist heute eröffnet worden. Die Thronrede betont die große Bedeutung des Handelsvertrags für den Handel und die Schifffahrt und erwähnt außerdem noch die stattgehabte Verniählung des Kronprinzen und die in den ivirthschaftlichen Verhältnissen einqetretene Besserung.

Wien, 17. Januar. In der heutigen Sitzung des Wiener Gemeinde­raths erschien ein Vertreter der Statthalterei, welcher eine Zuschrift des Statt­halters verlas, in welcher ausgeführt wird, daß die Beantwortung der Inter­pellation in Sachen der feuerpolizeilichen Vorkehrungen durch den Bürgermeister mangelhaft und unverantwortlich lückenhaft sei und Erlässe verschweige welche für die Frage der Verantwortlichkeit wichtig seien. Der Erlaß schloß n'iit einer fcharfen Kntik des Verhaltens des Geineinderathes. Der Bürgermeister Rewald erklärte, er wolle auf die Zuschrift des Statthalters Nichts entgegnen, sond-rn den Gerneinderäthen sätnrntliche Akten vorlegen.

Die ,/Polit. Corresp." constatirt, daß an dem gestrigen N^inisterratbe auch der Kriegsminister und der Reichs-Finanzminister theilnahmen; die aus der vermein lichen Abwesenheit derselben gezogenen Schlüsse -bedürf en sonach temer Widerlegung. 1 1 w

. . 16. Januar. Das Abgeordnetenhaus setzte die Budgetdebatte

fort; es, sprachen nur Redner der äußersten Linken, unter welchen sich auch Helft) befand. 7 ' ' w

SoiiftdittiiiDpcl, 1 <. ^anuar. Denl Gleichbeitsvrineive aemäst wird die N^litärpflichtigkeit auch auf die nichtmohainedanischen Unterthanen der Pforte ausgedehnt. .Die Pforte hat bereits eine Volkszählung zur Feststelluna der Ziffer der Stellungspflichtigen angeordnet.

Lokale-.

Gießen, 18. JanuOi. (Stn bttchk.it in Gießen j Im Lause her 9 <^hr,a woebe (8. -14. Lanuar) er-ßnelen sich un Ganzen 9 To^ssäm. Es^ parben 7 er- wachs ne Personen (Lungenichw-uhsucht, Lungenentzündnna t'unaennhem Kiebs, Wassersucht, Altersichn äche) und 2 Kinder Von den leuterfn E ein Jahr alt, an Lungenschwindsucht, bei dem ankeren Ä?

obachtet reotben war, liefe sich e ne bestimmte Todesursaa-e mcht angebem ar3tlld^Gbe''