Der Kreisvertreter
Damit war der Festcommers eins
v v 'iiuuunc uun yjtey VIS zu Den Zyanen, von L)armuaor uno ^cainz juotcun Ullv vic ^wuiDlgen — Directorei
bis na^1 Andernach, Linz, Remagen und Bonn; Offenbach, Frankfurt, Hanau, Wies- I richt der öffentlichen Meinung zu ziehen.
Er wurde am hellen Tage vor seinem
der des des
Nachdem somit für das Prinzip der Cooperativ-Polizei die Einstimmigkeit erzielt war, beantragte der italienische Botschafter, daß die Geschwader-Chefs oder Schiffs- Commandanten am Suez-Canal seitens ihrer respectiven Regierungen anzuweisen seien, sich wegen des Ausführungsmodus ins Einvernehmen zu setzen. Auch dieser Antrag fand einstimmige Annahme. Der italienische Botschafter sprach derConserenz seinen Dank aus.
— Durch einen Erlaß des Khedive an die egyptischen Civil- und Militärbehörden am Suezkanal wird denselben mitgetheilt, daß die Engländer zur Besetzung aller Punkte am Kanal ermächtigt sind, und den Behörden gleichzeitig der ausdrückliche Befehl ertheilt worden ist, der englischen Aktion in keiner Weise entgegenzutreten. Bon diesem Befehle soll auch Lesseps Kenntniß gegeben worden sein.
Dar, 13. Mittelrheinische Turnfest am 12., 13., 14. und 15. August 1882 zu Neuwied.
r Konstantinopel, 15. August. In der gestrigen Conferenzsitzung erklärte französische Botschafter, daß auch Frankreich dem italienischen Vorschlag bezüglich Suez-Canals sich anschließe unter Wahrung seiner Handlungsfreiheit hinsichtlich Ausführungs odus.
Telegraphische Depeschen.
Wolff'K telegr. Correspondenr-Bureau.
Berlin, 15. August. Der „Reichs-Anz." meldet, daß der Kaiser dem Prof. Langenbeck den Charakter eines Wirkl. Geh. Raths mit dem Prädikat „Excellenz" verliehen hat.
Wiesbaden, 15. August. Der König und die Königin von Dänemark sind mit der griechischen Königsfamilie heute Bormittag nach Königstein gereist, um dem Herzog und der Herzogin von Nassau einen Besuch abzustatten. Dieselben kehren heute Abend hierher zurück.
Alexandrien, 15. August. Das Transportschiff „Calabria" ist mit dem General Wolseley an Bord in der vergangenen Nacht hier eingetroffen. Der englische Posten bei dem Fort Mex wurde verstärkt in Folge des Gerüchts, in englischen Diensten stehende Beduinen seien m der Umgebung desselben auf reguläre egyptijche Truppen gestoßen. Oberst Gerard unternahm heute früh eine Recognoscirung der egypt scheu Position.
— Anläßlich des Bairamfestes sand beim Khedive ein, wenn auch nicht officieller Empfang statt, welchem zahlreiche Personen, darunter auch General Adye, Admiral Seymour und der österreichische Geschwader-Chef mit ihrem militärischen Gefolge beiwohnten.
Nach hier circulirenden aber ganz unverbürgten Gerüchten hätte Arabi Pascha am vorigen Sonntag von einer Versammlung von Ulemas zwei Fetwas ausgewirkt, in denen der Sultan für abgesetzt erklärt und der Scherif von Mekka zu seinem Nachfolger ernannt würde.
Neuwied, das freundliche Städtchen, schön gelegen in dem prächtigen, weiten Thalkcssil des Rheines, der sich von Andernach bis Coblenz-Ehrenbreitstein erstreckt, hatte em Festgewand angelegt, welches der Bevölkerung alle Ehre machte und des Festes, dem es galt, würdig war. Fahnen, Kränze, Maien, Blumen, Ballons, Guirlanden allüberall und Inschriften aller Art mit den Bildnissen des Alten im Barte und dem Vier ^-Zeichen seines Wahlspruches: Frisch, Froh, Fromm und Frei! Der, wenn auch gewerbthätige, doch sonst so ruhige Ort sollte das Turnfest eines der fünfzehn deutschen Kreise, eines der größten derselben, des neunten, an dessen nördlicher Mark er liegt, unter seiner Obhut gefeiert sehen.
Von den 220 Vereinen des neunten deutschen Turnkretses, der elf Gaue: Gau Hessen, Main-Gau, Main-Rhein-Gau, Rheinhessen-Gau, Süd-Nassau-Gau, Nahe-S-ar- Gau, Gau Frankfurt a. M-, Gau Offenbach, Rhem-Mosel-Gau, Lahn-Dill-Gau und den Idar-Gau umfaßt, waren über 100 angemeldet mit etwa 1500 Turnern, allerdings für eine Gesammtanzahl von weit über 11000 des ganzen Kreises nicht viel; doch immer genug zur Entwicklung eines turnerischen Gesammtbtldes; es gibt auch gerade um diese Zeit des Jahres der Gründe der Abhaltungen gar viele.
Schon Samstag Abend erschienen denn ungefähr bie Hälfte der Gäste und zogen unter Böllerschüssen nnd klingendem Spiele in den Fcstort em. Raketen stiegen in bie Nacht empor, bald leuchteten hier, bald dort bengalische Flammen auf und setzten Theile des Ufers und der mit Lampions beleuchteten Straßen in Helle Farben, und dem Ganzen gab die feurige Lohe der Sayner Hüttenwerke einen prächtigen Abschluß. Während so in der Stadtgas regste Leben begann, tagte der Ausschuß der inneren Kreisangelegen- heilen im Crämer'schen Gartensaale zur verathung, von der wir nur heroorheben, daß für den nächsten Festort Gießen bestimmt, Herr Reuter aus Darmstadt zum Kreisvertreter, Herr D em u th als dessen Stellvertreter und die achtzehn Preisrichter gewählt wurden. Herr Karl Reichard, Vorsitzender des Festausschusses, begrüßte die 88 Vertreter der angemeldeten Vereine und brachte das erste offictelle „Gut Heil!" auf das Gelingen des Festes. Dieses hatte sich mittlerweile auf dem geräumigen Festplatze und in der großen Festhalle schon entwickelt und bot ein buntes Bild fröhlichen Lebens. Hier begrüßte der Vorsitzende abermals die Festtheilnehmer in berzltchster Weise und brachte ein erstes allgemeines Gut Heil! auf den Kaiser aus. ~ ~ "
dankte und ließ die schöne Stadt Neuwied leben. O"... ______________ _____
geleitet. Um 10 Uhr zog der Neuwieder ^Turn-Verein" mit Musik und der verhüllten von den Damen Neuwieds geschenkten neuen Fahne in die Halle. Es erfolgte der Weiheact, vollzogen von Herrn Karl Reichard, der dann die Fahne dem Vereine übergab mit der Mahnung, dieselbe stets in Ehren zu halten und dem Wahlspruche, den dieselbe trage, für immer treu zu bleiben. Der Senior des Vereins, Diez, dankte in warmen Worten und brachte den beiden Vorsitzenden des Festausschusses das Gut Heil! aus. Es erklang das Lied der Fahnenweihe und nun folgte Toast und Rede mit Liedern und Jubel bis zur späten Stunde. Einer der Redner in letzter Stunde ließ auch durchklingen, daß es nicht so ganz gestimmt habe bei der Vorbereitung und man Mühe gehabt, oas Fest zu Stande zu bringen. Die Väter der Stadt waren nämlich um einen Zuschuß angegangen, der mit Stimmengleichheit abgelehnt worden (hört!), und damit siel auch das offictelle Protectorat der Stadtbehörde über das Fest. Daraufhin war ein Spottgedicht vertheilt worden, worin allerdings von Dummheit die Rede war; ob es aber Klugheit war, dasselbe zu confisctren und dies selbst durch Anschlag bekannt zu machen, lassen wir einem Jeden selbst zu beurteilen übrig; der alte Fritz hat es besser gemacht. Kurz und gut, die verdienten Beschützer des Festes waren nicht in Verlegenheit, sie wußten, wo sie anklopfen konnten; dies war beim Fürsten von Wied, der auch huldvoll das Protectorat übernahm und, wie uns mitgetheilt wurde, noch einen bei weitem höheren Beitrag zusteuerte als bet den Vätern der Stadt beantragt worden. Ein herrlicher Sommertag lachte am Sonntag Morgen, als um 6 Uhr die Reveille geblasen wurde und die Schüsse den ersten Festzug eindonnerten, über dem l$en ^iten Thalgrunde und den Gipfeln der denselben in weitem Kreise um- fchuchenden Berge. Zug um Zug der Gäste kam im Verlaufe des Vormittags an und die Bewohner der Umgegend zogen in Schaaren in die bunte fröhliche Stadt ein. Gegen l1/2 Uhr stellte sich der Festzug das Rheinufer entlang auf und setzte sich gegen 2 Uhr, umwogt von einer zahllosen Menge, in Bewegung, um die Stadt in ihren breiten, geraden Straßen zu durchziehen.
Zunächst nahm derselbe seine Richtung nach dem fürstlichen Schlosse, wo er vom Fürsten und den ©einigen zuerst in Augenschein genommen wurde, und gelangte nach IVzliünbigem Marsche gegen 4 Uhr auf dem Festplatz an. Dieser hatte sich inzwischen mst^ Zuschauern von Nah und Fern gefüllt und der Fürst nebst Gemahlin, den beiden ältesten Prinzen und Gefolge war auch erschienen und vom Festausschuß auf bie Tribüne zu den Ehrensitzen geleitet worden Hier zog der ankommende Zug noch einmal vorbei und dann rings um den eigentlichen Turnplatz herum: Verein auf Verein folgte und begrüßte mit jubelnbcm Hoch die Fürstenfamilie und den Festausschatz. An die 80 Fahnen wehten in bem Zuge und stark 2000 Theilnehmer, unter benen ouch Gesangvereine und die Neuwieder Schützen, zählte derselbe; da sah man bie verschiedensten Stämme von Metz bis zu den Chatten, von Darmstadt und Mainz
Vermischtes.
August. Der in Offenbach vermißte Knabe scheint sich bei den kürzlich hier ausgewiesenen Zigeunern befunden zu haben, wenigstens wird aus Oppenheim gemeldet, daß er bei denselben gesehen wurde.
i einem hiesigen Fabrikgeschäfte, welches vom Auslände Maaren bezieht, wurde gestern zu allig ein Scorpion aufgefunden und sorgfältig in ein Glasgefäß ge= ben vorderen Tastern zwei größere Scheeren und ist der Giftstachel an der Giftblase am Ende des Schwanzes deutlich sichtbar. (Der euro- ^nif®C”rbeffen S?!» ®rallblinben oor' «ehrlicher ist d-r
, .. ?' ^"6ust. Wie gefährlich es werden kann, in Rußland die Wahr-
fcLmn Lanin, der Herausgeber einer rühmlichst bekannten Moskauer
Ä '--Andren, der es sich zur Aufgabe gestellt hatte, infolge der ^pKurskibahn in feiner Zeitung mit schonungsloser Offenheit bie aUK^b>nf «Mh St ff Eisenbahnen herrschenden ungeheuerlichen Mißbräuche auf- zudecken und die Schuldigen — Directoren, Ingenieure und Beamte — vor das Ge-
baben, Gießen, Friedberg, Homburg, Aschaffenburg, Singen, (Saftei, Worms, Kreuznach St. Johann Saarbrücken, Coblenz, Ems und Nassau und viele andere Namen zeigten uns, wie gerade dieser Kreis im bunten Durcheinander seiner Angehörigen eine der allumfassendsten Mainbrücken darstellt. Gegen 10,000 mag die Menge auf dem Festplatze betragen haben, als die Turner sich nach Abgabe der Fahnen zu den Freiübungen fertig aufstellten. Herr Beigeordneter Radermacher begrüßte Turner und Festtbeil- nehmer und brachte, wie das jetzt in Deutschland bei allen Turnfesten üblich bas erste „Gut Heil" dem Kaiser, als dem Einiger des gemeinsamen deutschen Vaterlandes Weithin erklang über den Fcstplatz das „Heil Dir im Siegerkranz" unter dem Krachen der Festbatterien. Darauf ergriff Herr Reichard das Wort, dankte Sr- Durch!, dem Fürsten zu Wied als dem Protector des Festes und forderte die Theilnehmer auf der Fürstin und dem Fürsten ein Gut Heil auszubringen, in welches die Menge begeistert einstimmte. Das Haus der fürstlichen Familie ist ja mit Neuwied so eng verbunden ist dessen Gründer und hat um dessen Entwickelung so viele Verdienste, daß diese Aufforderung, auch selbst wenn der Fürst nicht der Protector des Festes gewesen allae- meinen Widerhall finden mußte. Fürst Wilhelm dankte mit klarer, weithin über den Platz schallender Stimme und betonte, wie zu allen Zeiten das fürstliche Haus den wärmsten Antheil an Neuwied genommen und Freud und Leid mit der Stadt getheilt habe, daß er auch freudig das Protectorat über das so schöne Fest übernommen, dem er weiteres bestes Gedeihen wünschte, und auch er forderte auf zu einem Gut Heil auf die Stadt Neuwied und heute zugleich mit ihr auf das deutsche Turnen. Wie dem entsprochen wurde, ist selbstredend. Gymnasial-Oberlehrer Dr. Barlen trat nun an die Brüstung der Tribüne und sagte, daß er bestimmt worden sei, die eigentliche Festrede zu halten; wenn er aber die große Anzahl Festtoeilnehmer vor und hinter der Rednerbühne überschaue, so sei es ihm unmöglich, eine längere Rede zu halten und er beschränke sich deßhalb im Namen der Festleitung und der Neuwieder Turnerschaft darauf, den herzlichen Dank auszusprechen den Gästen, die von Nah und Fern herbei- geströmt seien, und der Neuwieder Bürgerschaft für ihr freundliches Entgegenkommen. Der schone Erfolg sei besser als alle Worte geeignet, das Unternehmen zu rechtfertigen. Alles, was er eigentlich in seiner Festrede hätte sagen wollen, fasse er in die Worte zusammen: „Unserem Feste und der Turnerei ein dreifaches Gut Heil!"
Nun begannen die Freiübungen, die im Ganzen genau und gewandt ausgeführt wurden. Doch schien uns die Zahl, etwa 30 Achterreihen, etwas zu gering. Es sollte da von den Turnausschüssen mehr geschehen und dafür gesorgt werden, daß ein wuch- tige§ Massenauftreten sich zeige und nicht während der Hebungen Hunderte von Turnern umherlungern und hinter dem Bierseidel Platz nehmen. Es ist allerdings viel, bei ^"^^optschen Hitze einen Festzug mitmachen und bann in den sengenden Strahlen der Nachmtttags-Augustsonne noch zu üben. Dann richte man es mit dem Festzug anders ein, der allerdings nicht zu vermeiden ist und viel zur Stimmung des Festes beitragt, sowie dem festgebenden Orte für alle Mühe beim Schmucke und den Vor- berettungen eine verdiente Genugthuung gibt. Noch spärlicher war das Turnen der Musterriegen in zwei Ecken des Platzes, während der ganze übrige Platz leer stand. Was heitzt das denn, ba nur 3-5 Gerüche besetzt stehen und diese noch dicht umstanden von nichtturnenden Turnern und Nichtturnern. Wäre der Platz noch frei und so der außerhalb des Raumes harrenden Menge das Zuschauen möglich gewesen! So aber n k-in fesselndes turnerisches Bild gestalten; da richte man bei einer so großen Zahl Theilnehmer lieber ein ordentliches Schauturnen, dem dann einige Musterriegen folgen, ein. Die Preisturner am folgenden Tage hatten einen harten Kampf; über 200 hatten sich gemeldet, davon waren etwa 180 eingetreten und diese mußten an vorgeschriebenen Geräthen ben Kampf durchfechten. Von Morgens 7 bis Abends nach 6 Uhr dauerte der Wettkampf, aus dem gegen 50 Preisgekrönte hervorgingen.
Das inzwischen stattfindende Kürturen entwickelte sich auch zu sparsam und schien unter gar keiner Leitung zu stehen, denn wenn in Rock und Mütze und selbst mit der Cigarre im Munde geturnt wird, so nennen wir das kein Kürturnen, wo die Aus- ertornen und Nichtauserkornen nach Belieben ihre Hebung küren können; aber bei alledem muß Ordnung und Einteilung und keine Willkür herrschen. Auch die allgemein auffallenden Tricot-Anzüge scheinen uns nicht der Sache würdig; die riesigen Gürtel und sonstiger Firlefanz sind säst überwunden, und auch das weiße Linnenkleid, weil bei schlechtem Wetter sehr unpraktisch, macht erfreulicherweise dem von den Oesterreichern und Sachsen überkommenen kleidsamen und haltbaren dunklen leichten Wollgewande Platz; nun ahmen wir den Belgiern und Engländern diese Kunstreiter-Costüme nach obgleich wir jetzt Gediegeneres und Besseres leisten als früher, und geben dadurch der Turnsache emen Anstrich, der vielen auffällt. Nichts für ungut, ein alter Praktiker, der mit der Turnsache steht und fällt, urtheilt so. Was nun die Einzelleistungen der Musterriegen, wie der Kürturner und der Preisturner anbelangt, da muß man alles Lob spenden den allgemeinen Fortschritten der deutschen Schule, da sieht man die Durchbildung des ganzen Körpers, die Leichtigkeit, mit denen die schwierigsten Hebungen vollbracht werden, die Stärke, die Sicherheit, gepaart mit Gewandtheit und Eleganz alles die Folge, daß unsere Vereine jetzt Schule turnen und Schule kennen, und wo und wie haben sie dieselbe kennen gelernt: auf gut geleiteten Festen und durch die endlich durchgebildete Organisation der deutschen Turnerschaft, vom kleinsten Verein bis zum Vorturneroerband, zum Gauverband und zum Kreise. Den wackern, unermüdlichen, trotz Hitze und der Hnthätigkeit Vieler den besten Dank, den Preisturnern für die vorzüglichen Leistungen das beste Lob!
Wir übergehen die übrigen Theile des Festes und wünschen den weiteren Theil- nehmern der Turnfahrten besten Genuß und frohe Freude nach vollbrachtem Werke wünschen aber allen Festgebern wie Theilnehmern an Turnfesten besten und ganzen Erfolg, der ihnen nicht ausbleiben wird, wenn dieselben festhalten an den von den Führern der deutschen Turnerschaft so oft ausgesprochenen Grundsätzen: das Turnen kann nur dann seine reichen Früchte tragen, wenn es als Mittel betrachtet wird, dem Vaterlande ganze, tüchtige Manner zu erziehen, und da muß mit möglichster Ausschließung aller Aeußerlichkeiten der treue, regelmäßige Betrieb eines solchen Turnens, welches den Körper zu allen männlichen Leistungen befähigt, die Hauptsache bleiben. Darauf hin ein Gut Heil! (Köln Htg.)
Lokale-.
Gießen, 16. August. Von einer colossalen Menschenmenge geleitet und begleitet zogen gestern Abend gegen 9 Hhr unter den Klängen der Regimentsmusik unsere Preis turn er vom Bahnhöfe nach der Restauration Schnell, woselbst sich bis in die späte Nacht em lebhaftes, reges und fröhliches Treiben entwickelte. In unserer Stadt, wo von Alters her die Surneret gehegt und gepflegt wurde, begreift man so recht, was es heißt, einen der ersten Preise zu erkämpfen und begrüßt es darum doppelt, wenn ein solcher Fall zu verzeichnen ist. Hnter 180 Preisturnern, welche auf dem XIII. Mittelrhemifchen Turnfeft zu Neuwied in die Arena traten, erkämpfte Turner
Unverzagt den 2., Karl Hoffmann den 11., Heinrich Rühl ben 26. und Gustav Trübe den 31. Srei§^ Nochmals ein kräftiges „Gut Heil!" den Siegern und möge ihr Erfolg ein günstiges Omen für das XIV. Mittelrheinfest sein, welches wir kommendes Jahr in unseren Mauern nach alter guter Sitte und Gepflogenheit feiern wollen.
— Heute vormittag versuchte sich ein Lieutenant des hiesigen Regiments in seiner Wohnung mittelst Erschießens zu entleiben. Schwer verletzt wurde derselbe in das Lazareth verbracht.


