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eiaenen Hause in dem Augenblicke, wo er aus seinem Wagen stieg, nicht etwa von Straßenräubern, sondern von zwei Elfenbahnbeamten, dem Stationschef Swentitzkt und einem Studenten des Ingenieur-Instituts, Usembo, überfallen. Ersterer versetzte Lanin mit einem eisernen Schläger einen Schlag an die Schläfe, datz er bewußtlos niederstürzte. Beide warfen sich über den Körper des Bewußtlosen, mit welcher Ab­sicht ist schwer zu sagen. Möglich, datz das Leben Lanins nur durch die Energie seiner Frau, welche sich im Wagen befand, und durch die Hülfe des herbeigeetlten Haus­knechts gerettet worden. ,

Frankfurt, 14. August. Die Bewohner eines hiesigen Gasthauses wurden in verwichener Nacht durch das überlaute Beten einer in dem Hause wohnenden Arbeiter­familie aus dem Schlafe gestört. Mann und Frau schrien fortgesetzt in gleichem Tempo: Baler unser rc." Die Intervention des Hauswtrthes blieb fruchtlos, das Schreien der Gebete wurde fortgesetzt. Endlich reqmrtrte man Polizei, aber die Beter öffneten auch dieser nicht die Zimmer und ließen sich nicht im Geringsten stören. Als man endlich die Thür zur Wohnung der Beter geöffnet hatte, behaupteten diese, sie seien von Hexen beunruhigt worden. Einstweilen wurde die anscheinend geistesgestörte Familie in polizeiliche Verwahrung genommen.

Elmshorn m Holstein, 9. August. Am Donnerstag der verflossenen Woche fiel ein zehnjähriger Knabe, der Sohn eines Arbeiters Hagemann in Seestermühle, in e-nen Abzugskanal. Sofort stürzte die in der Nähe befindliche Gräfin von Kiel- mannsegg aus Wiesbaden, des Schwimmens kundig, in den Canal, konnte aber leider der starken Strömung wegen die Rettung des Knaben nickt zur Ausführung bringen. Auch die Bemühungen des Gemahls der Gräfin und der Comteß von Kielmannsegg, Tochter des gegenwärtigen Besitzers von Seestermühle, die sich ebenfalls ins Wasser stürzten, waren erfolglos; sie wurden alle von der Strömung fortgertssen und hätten alle ihr Leben einbützen müssen, wenn nicht der Graf von Kielmannsegg, Vater der Comteß, an einer passenden Stelle sich ins Wasser begeben und die ihm Entgegen­schwimmenden gepackt und gerettet hätte.

Der Stich einer giftigen Fliege hat in einem der ,Mat.-Ztg." mitgetheilten Falle traurige Folge gehabt. Em bei der Berlin-Hamburger Bahn angcstellter Feuer­mann, der die Heizung einer Locomotivc zu besorgen hatte, empfand am Sonntag Abend beim Passiren der Station Wittenberge einen äußerst heftig brennenden Schmerz auf der rechten Hand. Bet Ankunft in Station Nauen waren die Hand und der Unterarm bereits angeschwollen. Auf Veranlassung des anwesenden Locomotivführers wurden sofort Umschläge gemacht, trotzdem konnte aber nicht verhindert werden, daß bei der Ankunft in Berlin bereits der Arm bis zum Schulterblatt angeschwollen war. Ein nunmehr zu Rathe gezogener Arzt erkannte eine Blutvergiftung durch einen Fliegen- fticy und ordnete die sofortige UeberfÜhrung des Patienten nach einem Krankenhause an. Alle hier angewandten Mittel erwiesen sich leider als wirkungslos, denn bereits am Tage darauf gab der Vergiftete unter dm fürchterlichsten Schmerzen seinen Geist auf.

^Selbstverbrennung^ Am Dienstag hat in Neapel ein siebzehnjähriges Mädchen seinem Leben auf eine höchst seltsame Weise ein Ende gemacht. Während nämlich ihre Eltern auf der Abendpromenade waren, stieg sie in den Keller hinab, bildete hier aus Spähnen, kleinem Holz und Stroh einen Kreis, stellte sich in dessen Mitte und entzündete dann das Stroh. Als die Eltern nach Hause kamen, fanden sie nur noch die halbverkohlte Leiche ihres Kindes vor. In einem zurückgelassenen Schreiben an ihre Mutter thetlte die Selbstmörderin mit, daß sie aus Gram darüber, weil ihr Geliebter sie so schnöde verlassen hatte, beschlossen habe, ihren Tod in den Flammen zu suchen.

fEine nachahmenswerthe Maßregel.^ Für die kleinen Rücksichtslosigkeiten, -durch welche sich die Leute auf der Straße gegenseitig das Leben erschweren, giebt es iaum geeignetere Hilfsmittel als die Spazierstöcke und Regenschirme. Bei einigem guten Willen kann man mit Stöcken und Schirmen seinen lieben Mitmenschen so beschwerlich fallen, daß jeder Gang über die Straße mit einem quälenden Mißbehagen verbunden ist. Der Aesthetiker Vischer hat einmal über dieFußflegelet auf Eisen­bahnen" mit seiner urgesunden Grobheit geeifert; gegen die Spazierstock- und Regen-

schlrmflegelei auf offener Straße hätte er mit noch größerer Berechtigung ins Feld a Dct gibt es Leute, welche mit der metallenen Stockzwinge so rücksichtslos

auf das Pflaster stoßen, daß die Fußspitzen der Vorübergehenden in beständiger Gefahr schweben. Andere vertreiben sich mit Vorliebe die Zen durch Balancirübungen mit feem Jxegenfajirm und man kann jeden Augenblick gewärtig sein, von dem Schirm wie von einem Wurfgeschoß getroffen zu werden. Die Leute, die mit regendurchnäßten Schirmen in der unoorsichtlgsten Weise die Pferdebahnwagen durchwandern und allen Insassen eine kleine Tropfenspende zu Theil werden lassen, gehören nicht zu den seltenen Erscheinungen. Die schlimmste und zugleich bedenklichste Rücksichtslosigkeit begehen aber diejenigen, die ihren Schirm oder Stock wagrecht unter dem Arm tragen rote ein Bajonnet und die Vorübergehenden zwingen, der drohenden Spitze in einem weiten Bogen auszuweicheu. Bei der Beobachtung dieses leidigen Unfugs haben wir schon oft bedauert, daß vor demNecken mit Stöcken" leider nur die Thiere im Zoologischen Garten, aber nicht die Menschen auf den Straßen geschützt sind - und wir begrüßen daher mit Freuden eine Verordnung des Aachener Polizei-Präsidiums, das aus Anlaß eines vorgekommenen Unglücksfalles das Publikum auffordert, in allen Fällen, wo Stöcke oder Schirme wagrecht getragen werden, selbstständig einzuschreiten und diese Ungezogenheit so zu beseitigen. Es wäre wünschenswerth, wenn das hiesige Publikum die gleiche Energie entfaltete - und die gefährliche Unsitte würde bald aus der Welt geschafft sein.

z Die armen Sachsen sollen neuerdings Folgendes verbrochen haben: Ja das is Sie langst bekannt, wir gemtethlichen Sachsen sin belle! Stärwend rief Geethe: Mehr Licht!" weil er feen Sachse nich war!

sEin Hofrath von Silber verschüttet.) Bet der letzten Silber-Kassen-Scon- tirung in der Staatsschuldenkasse zu Wien wäre der Director der Staatsschuldenkasse beinahe ein Opfer seines Berufes geworden. Als derselbe die in den Kassen auf­geschichteten Millionen scontirte, stürzte eine ca. 30,000 Gulden betragende, schlecht aufgeschichtete Lage Silber auf den sich eben bückenden Director und begrub ihn zum Entsetzen der anwesenden Beamten und Diener beinahe vollständig. Mit Aufgebot aller Kräfte wurde er von der ca. 7 Gentner schweren theuren Last befreit; er hatte zwar keine schweren, wohl aber einige leichtere Verletzungen erlitten.

sDesinficirung dumpfiger Kellers Um dumpfige Keller zur Aufnahme der neuen Ernte vorzubereiten, stellt man nach derLdw. Z. f. W." in der Mitte des Kellers, dessen Thüren und Fenster man vorher gut schließt, ein tiefes Steingutgefäß mit 12 Ko. Kochsalz auf, welches man mit concentrirter englischer Schwefelsäure übergießt. Nach Verlauf von 2 Stunden öffnet man sämmtliche Kellerlöcher für so lange, bis das entwickelte Chlorgas verschwunden ist und kehrt hierauf den an den Wänden und auf dem Fußboden haftenden Schimmel ab. Der auf diese Weise behandelte Keller verliert jeglichen Modergeruch, nachdem das Chlorgas alles organische Leben gelobtet und somit alle etwaigen Fäulniß- und sonstigen Verwesungsprocesse aufgehoben hat.

SchiffSbericht. Mttgethetlt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C. W. Dietz Nachfolger Gießen.

Bremen, 14. August. Der Postdampfer Rhein, Capt. H. A. F. Neynaber, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 2. August von Newyork abgegangen war, ist am 12. August 11 Uhr Abends wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Poft und Ladung gestern 1 Uhr Morgens die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 122 Passagiere und volle Ladung.

Frankfurt a. M., 16. August, Nachmittags 2 Uhr Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactten 271%, Staatsbahnactien 299%, Galizier 277, Lombarden 125, Nord- westbahnactien 183V«, Darmstädter-Bankactien 158%, Oberschlesische E.-B.-Act., Oesterr. Silberrente 66%, 4% Ungar. Goldrente 75%6, 4% 1880er Russen 69%, 5% 1877r Russen 86% g, 2. Orient-Anleihe 56%, Spanier 6315/i6, 5% Rumänische Rente 90, 4% Unific. Egypter 56%. Tendenz fest.

Bekanntmachung.

Die Erben der Georg Kraft Ehe­leute von Leihgestern haben die nach­stehenden Grundstücke dasiger Ge­markung unter sich vertheilt, können aber über die Grundstücke Flur und XIV/219 und XV1/472 und über die beschränkt" eingetragenen Grundstücke VI/435 und XXI/296 keine Erwerbs- urkunden beibringen und haben über die Grundstücke V/234, XVII/64, XVII/97 und XX/94, welche ebenfalls beschränkt eingetragen sind, sowie über die Grund­stücke 1/45, 1/46 nur unvollständig quittirte Kaufbriefe vorgelegt. Es werden darum alle, welche noch An­sprüche an die genannten Grundstücke zu haben glauben, aufgefordert, solche so gewiß binnen 6 Wochen hier geltend zu machen, als sonst die Erben der Georg Kraft Eheleute als Eigentümer angesehen werden sollen, als sonst an­genommenwerden soll, die Kaufschrllinge seien bezahlt und die zum Löschen des beschränkt" erforderlichen Verfügungen erlassen, auch die Looszettel bestätigt werden sollen.

Gießen, den 10. August 1882.

Großherzogliches Amtsgericht. 5374 Langsdorfs.

Donnerstag den 17. d. M.,

Nachmittags 2 Uhr,

werben im Magazin bes Herrn I. M. Schulhof Burggraben folgende Gegenstände gegen Baarzahlung meist- Metend versteigert:

2 Sophas, 1 runder Tisch, 1 Kleider­schrank, 2 Kommoden, 2 vollständige Betten mit Sprungfedermatratzen, 6 Stühle, 1 Regulator, 1 Waschtisch und 1 Nähmaschine.

Die Versteigerung fiubet bestimmt statt. Gießen, den 14. August 1882.

Geißler,

5358 Gerichtsvollzieher zu Gießen.

5354 Sehr schönes Ko rnstroh empfiehlt Karl Lony.

Allgemeiner Anzeiger.

Vergebung von Bau­arbeiten.

Nachstehende im botanischen und dem Garten der Entbindungsanstalt, sowie in dem Gewächshause dahier auszu- sührende Arbeiten, wie: Maurerarbeit, veranschl. zu JL 1648.94, Schlosserarbeit, 242.45,

Glaserarbeit, . ,, 210.,

sollen auf dem Submissionswege ver­geben werden.

Voranschlag und Bedingungen liegen vom 21. bis 23. ds. Mts., Vormittags 11 Uhr ber uns zur Einsicht der Interessenten offen.

Die Offerten sind versiegelt, porto­frei und mit der betreffenden Aufschrift versehen bis zu obigem Schlußtermin, in welchem deren Eröffnung in Gegen­wart etwa erscheinender Submittenten erfolgt, einzureichen.

Gießen, den 16. August 1882. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. 5378 Walter.

Arbeits-Vergebung.

Nachfolgende Arbeiten sollen Sams- lag den 19. ds. Ms., Nachmittags 2 Uhr, m dem Rathhaus zu Groß- Buseck durch öffentliche Versteigerung vergeben werden:

5348

II n u ii ii ii

ii

ii

ii ii

ii

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II

II

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ii ii n

ii n n ii

ii

75, 126,

12, 441,

66, 25, 10, 135,

Dorn, Bezirksbauaufseher.

Schreinerarbeiten, Schlofferarbeiten, Weißbinderarbeiten, Spenglerarbeiten, Steinlieferung, Chaussirarbeiten, Fuhrlöhne,

Fertigen v. Faschinen, 20.

Voranschlag und Bedingungen liegen auf der Großh. Bürgermeisterei daselbst zur Einsicht der Interessenten offen.

Groß-Buseck, den 15. August 1882.

Maurerarbeiten, veranschlagt zu «X. 54, Dachdeckerarbeiten,

Montag den 21. August

Vormittags von 9 bis 12 Uhr und Nachmittags von 2 bis 5 Uhr werden im vormals Lange'scheu Hause am Seltersweg dahier sämmtliche Kleineifenwaaren, bestehend in Schlössern, Sägen, Stiften, Schrauben, verschiedenem Handwerkszeug, Haushaltungs­gegenständen, Kochgeschirr, und dahin einschlagenden Artikeln, sowie einer Ladeneinrichtung, 2 Comptoirpulten, 1 Decimalwaage mit Ge­wichten und sonstigen Gegenständen öffentlich gegen Baarzahlung versteigert.

Gießen den 16. August 1882.

5370 ÄR Pilger, Concursverwalter.

Aeiigeöotenes.

5373 Stets frische siche Tafelbutter von ber Molkerei Friebelhausen empfiehlt H. Kinkel, Marttstraße D. 205.

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